US-Handelskonflikte: Verschärfung mit China, Entspannung mit EU

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06-08-19 09:40:00,

Amerikanische Steaks. Foto: US-Botschaft Berlin.

Während Peking den Yuan abwerten lässt, um Zölle zu kontern, richtet Brüssel ein zollfreies Importkontingent für US-amerikanisches Rindfleisch ein

Als US-Präsident Donald Trump Ende letzter Woche neue zehnprozentige Zölle auf chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden US-Dollar verkündete, drohte das chinesische Handelsministerium “notwendige Gegenmaßnahmen” an (vgl. Handelsstreit USA-China: Neue Zölle ab September. Gestern wurde bekannt, um was es sich dabei konkret handelt: Um eine Abwertung der chinesischen Währung Yuan.

Diese Abwertung hat zur Folge, dass chinesische Exporte in die USA potenziell billiger werden. Dadurch setzt die chinesische Notenbank die von der US-Staatsführung erwünschte Wirkung der neuen Zölle ganz oder teilweise außer Kraft. Eine amerikanische Gegenreaktion ist deshalb wahrscheinlich und wurde von Donald Trump bereits in Aussicht gestellt: Ein weiteres Hinaufschrauben der Zölle auf 25 Prozent “oder mehr”.

Medienberichten nach hat die Staatsführung der Volksrepublik außer mit der Abwertung ihrer Währung auch mit einer Rücknahme des Drucks reagiert, mehr landwirtschaftliche Produkte aus den USA zu importieren. Kurz vor Trumps Zollerhöhung hatte sie noch verlautbart, chinesische Staatsunternehmen und private Firmen würden seit dem 19. Juli mit amerikanischen Anbietern über die Abnahme von Soja, Hirse, Schweinefleisch, Baumwolle und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse verhandeln.

Mehr US-Rindfleisch, weniger aus Argentinien, Uruguay und Brasilien

Eines dieser landwirtschaftlichen Erzeugnisse – amerikanisches Rindfleisch – soll nun vermehrt in den Mitgliedsländern der Europäischen Union verkauft werden. US-Präsident Donald Trump akzeptierte nämlich am Freitag offiziell ein Angebot, die eine ungefähre Verdreifachung der Menge an Rindfleisch vorsieht, die amerikanische Hersteller und Händler in die EU ausführen dürfen, ohne dafür Zoll zahlen zu müssen. Dafür wird das europäische Importkontingent in Höhe von 45.000 Tonnen ohne Hormoneinsatz produziertes Rindfleisch im Jahr nicht vergrößert, sondern aufgeteilt. Während sich der amerikanische Anteil davon auf 35.000 Tonnen steigert, sinkt der von Argentinien, Uruguay, Brasilien und anderen Ländern auf zusammengerechnet 10.000 Tonnen.

Diese Länder hatten aufgrund ihrer niedrigen Produktionskosten bei der Rinderzucht ohne Hormoneinsatz in den letzten zehn Jahren von einem Kompromiss profitiert, auf den sich Brüssel und Washington nach einem vorangehenden gut zwanzigjährigen Streit geeinigt hatten. Ausgelöst worden war er von der EU, die 1988 die Einfuhr von unter Einsatz von Wachstumshormonen erzeugtem Rindfleisch verbot, worauf hin die Welthandelsorganisation WHO den Amerikanern 1999 als Gegenmaßnahme Zölle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU erlaubte.

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