US-Vorwürfe gegen russische Satelliten: Welche revolutionären Fähigkeiten Russland im Orbit demonstriert hat | Anti-Spiegel

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01-08-20 09:19:00,

Vor einigen Tagen habe ich über die Vorwürfe der USA berichtet, Russland habe einen bewaffneten Satelliten getestet. Nun sind dazu technische Details bekannt geworden, die zeigen, warum die USA so schockiert sind, denn die russischen Satelliten haben – ohne Übertreibung – revolutionäre technische Fähigkeiten demonstriert.

Die politischen Aspekte meines Artikels vom 30. Juli bleiben davon unberührt, die nun bekannt gewordenen Fähigkeiten des (oder besser der) russischen Satelliten zeigen lediglich, was die USA so in Panik versetzt hat, dass sie nun plötzlich über Rüstungsbegrenzung im Weltraum reden möchten. Wir erinnern uns: Die USA selbst haben letztes Jahr eine neue Waffengattung aus der Taufe gehoben: Das US Space Command und sie haben über Jahrzehnte alle Versuche Russlands zurückgewiesen, über ein Verbot von Waffen im Weltraum zu verhandeln. Nun plötzlich wollten die USA selbst darüber sprechen. Warum? Weil die Russen eine Form der technischen Überlegenheit im Weltraum demonstriert haben, die in den USA für Panik gesorgt hat. Und das ist keine Übertreibung.

Zum Verständnis: Physikalische Grundlagen

Vergessen Sie alles, was Sie in Science Fiction Filmen gesehen haben. Die Navigation im Weltraum funktioniert völlig anders, als auf der Erde. Man kann im Weltraum nicht einfach hoch und runter oder links und rechts fliegen. Die Flugbahn eines Objektes im Weltraum wird von der Gravitation bestimmt. Wenn ein Satellit im Orbit um die Erde kreist, dann ist dieser Orbit festgelegt und ein Wechsel in einen anderen Orbit ist sehr kompliziert, kostet eine Menge Treibstoff und so weiter.

Vielleicht haben Sie im Zusammenhang mit der internationalen Raumstation ISS davon gehört, dass die Russen vor einigen Jahren die Flugzeit zur Station von ca. anderthalb Tagen auf gerade mal dreieinhalb Stunden verkürzt haben. Das ist ein ausgesprochen kompliziertes Manöver, denn man muss die Kapsel dazu stark beschleunigen, um sie zur ISS zu bringen und dann – vereinfacht gesagt – abbremsen, damit sie nicht daran vorbeischießt. Darum fliegen Raumschiffe normalerweise anderthalb Tage zur ISS, denn sie „schrauben“ sich langsam auf die Höhe der ISS und nähern sich ihr dann an. Die neuen US-Raumschiffe können das, was die Russen geschafft haben, offenbar nicht leisten, sie brauchten bei ihrem Flug über einen Tag, um die ISS zu erreichen.

Anscheinend sind die Russen den USA bei der Navigation im Weltraum weit voraus und setzen diese Technik nun auch bei Satelliten ein.

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