„Verantwortung übernehmen“ – Wie wir hinters Licht geführt werden | Von Rainer Rupp | KenFM.de

20-11-20 01:36:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Zur Einleitung ein Zitat von dem am 10. November 2015 verstorbenen Bundeskanzler Helmut Schmidt aus seinem Artikel in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 30.10.2008.

„Bisweilen hört man, wir müssten uns aus Solidarität im Nato-Bündnis an militärischen Interventionen beteiligen. Das Argument passt besser in die Nibelungensage als in die heutige Wirklichkeit. Denn das nordatlantische Bündnis war und ist ein Verteidigungsbündnis, nicht etwa ein Bündnis zur Umgestaltung der Welt. Solange es ein Verteidigungsbündnis bleibt, ist es erwünscht, weil für einen Notfall notwendig. Aber daraus ein Instrument zur Umgestaltung fremder Staaten zu machen, daran sollten wir nicht mitwirken, auch wenn von einigen Politikern oder Schreibern dergleichen als Ausdruck weltpolitischer Verantwortung dargestellt wird. Wo immer von weltpolitischer Verantwortung die Rede ist, dort muss man prüfen, was die eigentlichen Motive sind.“

Wer den Fehler macht, sich über Öffentlichrechtliche- und Konzernmedien zu informieren, der ist inzwischen überzeugt, dass die US-Präsidentschaftswahlen bereits vor zwei Wochen beendet waren und Joe Biden der Gewinner ist. Tatsächlich wird es noch einige weitere Wochen keinen klaren Sieger geben. Aber warum wird die Bevölkerung in Deutschland von unseren angeblichen „Qualitätsmedien“ absichtlich in die Irre geführt?

Laut den Mainstream Medien in den USA, Deutschland und in den anderen Ländern des sogenannten Wertewestens ist der rassistische und rechtsradikale Trump ein orangefarbenes Monster, das nicht bereit ist, seine demütigende Niederlage zu akzeptieren. Stattdessen will der böse Trump, so das Narrativ, dem auserwählten Biden, der mit seiner makellosen Prinzessin Kamala Harris als Held in glänzender Rüstung dargestellt wird, noch vor der ordnungsgemäßen Amtsübergabe so viele Steine wie möglich in den Weg legen.

Und andere Medien und Politiker munkeln sogar, dass Trump gar nicht bereit sei, freiwillig das Weiße Haus zu verlassen, weshalb man ihn womöglich mit dem Militär verjagen müsse. Umso mehr weil Trump bereit sei, mit Hilfe schwer bewaffneter, faschistischen Milizen in einem Putsch die Macht zu ergreifen und als Diktator zu herrschen.

Ob solch trüber Aussichten für die Zukunft der amerikanischen Demokratie, genauer, für die großartigste aller Demokratien,

 » Lees verder

Wirecard und die Verantwortung von Olaf Scholz

26-06-20 04:13:00,

Olaf Scholz ist empört – der Finanzskandal rund um den Dax-Konzern Wirecard sei „ein Skandal, der seinesgleichen sucht“. Eilends kündigte der Finanzminister nun „Reformen“ an und forderte kritische Fragen „an das Management, aber auch die Wirtschaftsprüfer“. Kritische Fragen sollten jetzt aber auch die Finanzaufsicht und ihr oberster Dienstherr Olaf Scholz beantworten. Jahrelang haben die Behörden nicht nur weggesehen, sondern Wirecard aktiv dabei geholfen, sich gegen berechtigte Vorwürfe zur Wehr zu setzen. In einer kruden Mischung aus Patriotismus und falsch verstandener Solidarität mit dem Finanzstandort Deutschland hat man sich so zumindest indirekt sogar zum Mittäter gemacht. Wer nach Verantwortlichen für die Milliardenpleite sucht, sollte daher seinen Blick auch auf die Finanzaufsichtsbehörden und das Bundesfinanzministerium richten. Klarheit könnte hier wohl am ehesten ein Untersuchungsausschuss bringen. Von Jens Berger.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Wer das Handeln der Aufsichtsbehörden im Fall Wirecard verstehen will, muss zunächst einmal wissen, was Leerverkäufe sind und wie man dieses Finanzinstrument einordnen sollte. Wenn von Leerverkäufen die Rede ist, geht es in der Regel um sogenannte gedeckte Leerverkäufe. Und das funktioniert folgendermaßen: An der Börse kann man nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse wetten. Wer beispielsweise darauf spekuliert, dass der Kurs der Siemens-Aktie in den nächsten Tagen oder Wochen fällt, leiht sich gegen eine Gebühr von einem Siemens-Aktionär ein Aktienpaket und verkauft es sofort wieder an der Börse. Wenn der Kurs – wie prognostiziert – gesunken ist, kauft der Spekulant die Aktien zu einem dann niedrigeren Preis und gibt sie dem Verleiher zurück. Steht der Kurs heute bei 100 Euro und fällt in einer Woche auf 90 Euro, hat der Spekulant mit diesem Geschäft 10 Euro (minus Leihgebühr) Gewinn gemacht. Steigt der Kurs jedoch auf 110 Euro, macht der Spekulant spiegelbildlich 10 Euro (plus Leihgebühr) Verlust.

Solche Geschäfte sind alles andere als unüblich, werden aber in der öffentlichen und politischen Debatte zumeist sehr kritisch gesehen. Und das hat ja auch seinen Grund. In der – naiven – Theorie sind Aktien nun einmal immer noch lediglich eine besondere Form, Anteile an einem Unternehmen zu handeln und breit unter vielen kleinen Anteilseignern zu streuen. Anteilseigner haben natürlich immer ein Interesse an steigenden Kursen, so dass Spekulanten,

 » Lees verder

Von der Verantwortung eines Virologen | KenFM.de

28-05-20 09:26:00,

Ist Christian Drosten Opfer oder Täter?

Von Peter Frey.

Um diese Frage gleich vorweg zu beantworten: Er ist weder das Eine noch das Andere. Zumindest führt uns die damit verbundene Frage nach Schuld oder Unschuld nicht weiter. Vielleicht sieht er selbst und andere das nicht so. Doch für mich ist Drosten vor allem Eines: verantwortlich. So wie jeder Mensch die Verantwortung für sein Tun zwar ausblenden, aber nicht abstreifen kann.

Wenn ein Mensch sich also über Jahre hinweg benutzen lässt, dann handelt er gewissermaßen verantwortungslos. Dann ist er auch blind für die Folgen des eigenen Tuns. Das ändert nichts an der Verantwortungslosigkeit auch anderer Menschen – nicht nur – in seinem Umfeld. Verantwortung zu ignorieren ist kein spezielles Problem des Christian Drosten sondern ein allgemeines, gesellschaftliches Problem. In seiner durch ihn offensichtlich sehr gern angenommenen, medialen Rolle finden sich allgemeingültige Symptome – die wiederum auf die tiefer liegende Ursachen zeigen können.

Die mediale Rolle, ist jene, die bei Drosten erst entdeckt, ja vielleicht sogar geweckt werden musste, denn seine eigentliche Rolle ist die des Forschers, des Virologen. Es gibt ausführliche Interviews mit Christian Drosten, die in beeindruckender Weise zeigen, wie der Mann in dieser Forscherrolle aufgeht. Auch scheint er mir in der Rolle des forschenden Virologen außerordentlich kompetent. In der Welt genetischer Sequenzen, im Umgang mit Codeschnipseln, da kennt er sich zweifellos aus. Kann er dazu sprechen, tut er es mit der Begeisterung eines Kindes.

So gesehen, gibt es da nichts, was man bedenklich finden könnte, oder doch?

Die Fokussierung auf und die Kompetenz zum Thema genetischer Forschung an Viren birgt eine Falle. So spezialisiert, wie Drosten arbeitet, so groß ist auch die Gefahr der Inkompetenz in allen Bereichen, die über den eng gefassten Rahmen hinausgehen. Als Mediziner geht der Mann bei mir nicht durch, denn er kann nicht einmal zwischen Infektion und Erkrankung unterscheiden (Hervorhebung durch Autor):

“Unter der Decke dieses saisonalen Effektes – da können wir vielleicht uns jetzt auch vorstellen, unter der Decke der sozialen Distanzierungsmaßnahmen, die im Moment in Kraft sind – hat sich diese Erkrankung aber unbemerkt viel besser gleichmäßig geografisch verteilt.” (1)

Selbst jene, die eine Gefahr durch das “neuartige” Virus beschwören,

 » Lees verder