Die verdrängte Gefahr: Insektensterben und die Folgen für die natürlichen Nahrungsketten | Anti-Spiegel

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13-02-20 06:07:00,

Während wir in Deutschland mit der Klimadebatte in Atem gehalten werden, spielen die wirklichen Risiken für das Leben auf der Erde in den Medien praktisch keine Rolle.

Eine der wichtigsten Grundlagen des Lebens auf der Erde sind Insekten. Sie sind sowohl der Beginn vieler Nahrungsketten, als auch unverzichtbar für die meisten Pflanzen, die ebenfalls wieder am Beginn vieler Nahrungsketten stehen. Wenn aber diese Nahrungsketten zusammenbrechen, weil ihre Grundlagen fehlen, hätte das ein sehr kurzfristiges Massensterben zur Folge, das auch die Menschheit selbst wesentlich härter treffen würde, als es selbst die pessimistischsten Klimaprognosen tun würden.

Aber dieses akute Thema spielt in den Medien praktisch keine Rolle. Daher möchte ich an dieses wichtige Thema erinnern (wie ich es auch früher schon getan habe) und übersetze einen Artikel, der am 13. Februar auf der Seite des russischen Fernsehens zu dem Thema veröffentlicht wurde.

Beginn der Übersetzung:

Zwei wissenschaftliche Studien über die Zahl der Insekten, die an Autos sterben, haben einen dramatischen Rückgang der Zahl der Insekten in Europa in den letzten zwei Jahrzehnten gezeigt, schreibt The Guardian.

Die Ergebnisse der Studien haben die Befürchtungen über die wahrscheinliche „Insektenapokalypse“ verstärkt, die die Gefahr eines Kollapses für natürliche Ketten bedeuten, von denen alles Leben auf der Erde abhängt.

In einer Studie über die Anzahl der Insekten, die auf Windschutzscheiben von Autos im ländlichen Dänemark zurückbleiben, analysierten Experten Daten, die jeden Sommer in den Jahren 1997 bis 2017 gesammelt wurden. Infolgedessen stellte sich heraus, dass die Zahl der Insekten in diesem Zeitraum um 80 Prozent gesunken ist.

Eine zweite Studie, die 2019 in Kent im Vereinigten Königreich durchgeführt wurde, untersuchte Daten, die in einem speziellen Auffanggitter, das über der Autonummer angebracht war, gesammelt wurden. Es stellte sich heraus, dass die Zahl der Insekten, die mit Autos kollidieren, seit 2004 um 50 Prozent zurückgegangen ist.

Paul Tinsley-Marshall vom Kent Wildlife Trust sagte, dass dieser Unterschied extrem wichtig sei, da er die Muster der Kollision mit Insekten widerspiegelt, über die zuvor in anderen wissenschaftlichen Arbeiten berichtet wurde. Insekten sind extrem wichtig für Nahrungsketten und für die Existenz des Lebens auf der Erde.

„Es ist ziemlich schrecklich“, sagte er.

Anders Pape Meller von der Universität Paris-Süd in Frankreich berichtete,

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Der verdrängte Tod

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15-11-19 08:01:00,

„Die Kultur eines Volkes erkennt man daran,
wie es mit seinen Toten umgeht.“
                                   Perikles, 493-429 v. Chr.

Ob sich die Existenz des Menschen nach dem Tode fortsetzt, ist die zentrale Frage jedes denkenden Menschen. Doch wie viel denkende Menschen gibt es noch, die diese entscheidende Lebensfrage nicht verdrängen? – Wie leer oder erfüllt sind die Toten-Gedenktage im November, wenn nach einer Statistik von 2017 in Deutschland nur noch 35 % an ein Weiterleben nach dem Tode glauben? 37 % glauben nicht daran, und 26 % sind unentschieden.1 Sind unsere Verstorbenen geistig lebendig; stehen sie mit uns in Verbindung und bilden mit uns eine höhere Gemeinschaft, die aber wegen unsrer materialistischen Beschränktheit nicht fruchtbar werden kann?

Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch schrieb noch 1945 unter dem Eindruck der 60 bis 70 Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges ein Drama mit dem Titel „Nun singen sie wieder“, in dem er eine Gruppe erschossener Geiseln, die singend in den Tod gegangen waren, wieder als handelnde Personen auftreten lässt. Singend versuchen sie sich wieder bei den Lebenden bemerkbar zu machen und „sie dazu zu bringen, ein anderes Leben zu führen und sich miteinander zu versöhnen. Doch die Lebenden sehen den einzigen Trost darin, alles wieder aufzubauen wie zuvor und die Verstorbenen zu rächen.“ (Wikipedia)

Max Frisch geht davon aus, dass die Verstorbenen nach dem Tode eine höhere Lebensperspektive gewinnen, aus der sie nun das Leben auf der Erde betrachten und die Lebenden helfend beraten wollen. Doch diese können die Verstorbenen nicht wahrnehmen, sind völlig von ihnen und ihrer Welt abgeschnitten und verharren im Sumpf ihrer irdischen Leidenschaften und Beschränkungen, so dass es keinen Fortschritt gibt. Das ist die furchtbare Tragik.

Veränderung des Bewusstseins

Je weiter man in der Geschichte zurückgeht, umso selbstverständlicher ist für die Menschen die Existenz der Verstorbenen in einer unmittelbar angrenzenden geistigen Welt höherer Wesen, deren Anwesenheit geahnt, empfunden, ja hellsichtig wahrgenommen wurde. Diese instinktive Verbundenheit ging ganz offensichtlich im Laufe der geschichtlichen Entwicklung immer mehr zurück. Nur in den Mysterien wurde sie für wenige Auserwählte durch eine strenge Einweihungsschulung bewahrt und zu besonderer Höhe und Klarheit gesteigert. Noch bis ins Mittelalter hinein erlebten viele Menschen mehr oder weniger traumhaft die reale Nähe der mit ihnen verbundenen toten Menschen.

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Die verdrängte Befreiungsschlacht

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20-08-19 09:39:00,

Ganz still ist es in Deutschland zum 75. Jahrestag des Sieges der Roten Armee in der Schlacht von Stalingrad (1). Mit der Kapitulation von Generalfeldmarschall Paulus endete am 2. Februar 1943 das opferreichste Gemetzel des Zweiten Weltkrieges. Noch bevor US-amerikanische und britische Streitkräfte 14 Monate später mit der Landung in der Normandie endlich die zweite Front eröffneten, leitete die Schlacht von Stalingrad die Wende zum Sieg über den Hitlerfaschismus ein, den die Sowjetunion mit dem ungeheuren Blutzoll von insgesamt 27 Millionen Menschen erkaufen musste.

Und dennoch werden in den deutschen Mainstream-Medien und im Bewusstsein der meisten Bundesbürger „die Sowjet-Russen“ noch immer nicht als Befreier Deutschlands vom verbrecherischen Hitler-Faschismus, vielmehr wird Russland neuerdings wieder als „Feind“ betrachtet. Darum gibt es hierzulande auch kein öffentliches Gedenken bezüglich des 75. Jahrestages des Fanals von Stalingrad, während seit Kriegsende kein wichtiger Jahrestag der Landung US-amerikanischer und britischer Truppen in der Normandie ohne großangelegte öffentliche Feiern vorüberging. Da ist es denn auch nicht verwunderlich, dass — nach einer neuerlichen Umfrage — auf die Frage, wer Deutschland vom Faschismus befreit hat, nur 13 Prozent der Bundesbürger auch „die Russen“ nannten.

Bis heute haben die meisten Deutschen, erst recht die nach dem Krieg Geborenen, keine wirkliche Vorstellung davon, was der deutsche Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion für diese wirklich bedeutet hat.

In der seriösen historischen Forschung besteht seit langem Einigkeit darüber, dass es sich bei diesem Krieg — so der Historiker Wolfram Wette vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg (2) — „nicht um einen europäischen ‚Normalkrieg‘ handelte, geführt nach den Normen des Kriegsvölkerrechts, sondern um einen rassen-ideologisch begründeten Vernichtungskrieg, an dem sich überdies nicht nur die SS und die sogenannten Einsatzgruppen beteiligten, wie es die apologetische Memoirenliteratur von Weltkriegsteilnehmern wissen wollte, sondern auch Teile der Wehrmacht.“

Zugleich handelte es um einen imperialistischen „Lebensraum“-Krieg gegen das „jüdischbolschewistische System“, wie es im Nazi-Jargon hieß, mit dem erklärten Ziel, koloniales Siedlungsgebiet für deutsche Wehrbauern zu gewinnen. Aus diesem Doppelcharakter erwuchs jene noch nie dagewesene Brutalisierung der Kriegsführung, die dem„Unternehmen Barbarossa“ — wie das geheime Codewort für den Russlandfeldzug lautete — einen singulären Charakter verlieh. „Wenn Barbarossa steigt, hält die Welt den Atem an“, hatte Hitler im engsten Kreis verkündet.

Nicht nur der Holocaust war ein weltgeschichtlich singuläres Verbrechen; singulär war auch die Art der deutschen Kriegsführung im Osten,

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Aus dem Bewusstsein verdrängte Bücher: Perkins, Bekenntnisse eines Economic Hit Man – www.NachDenkSeiten.de

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23-11-18 02:00:00,

23. November 2018 um 11:00 Uhr | Verantwortlich:

Aus dem Bewusstsein verdrängte Bücher: Perkins, Bekenntnisse eines Economic Hit Man

Veröffentlicht in: Lobbyismus und politische Korruption, Rezensionen, Wirtschaftspolitik und Konjunktur

Perkins, Bekenntnisse eines Economic Hit Man

Es gibt immer wieder lesenswerte und den Durchblick fördernde Bücher. Manche sind bei einem breiteren Publikum gar nicht angekommen, manche sind schon wieder aus dem Bewusstsein verschwunden. Die NachDenkSeiten versuchen gelegentlich, die entstandenen Lücken zu schließen – heute mit einigen Informationen zu: Perkins, Bekenntnisse eines Economic Hit Man.

Das Buch ist 2005 in deutscher Sprache erschienen. Der Autor schildert seine Tätigkeit als Economic Hit Man im Dienste des Imperiums, im Dienste der USA. Seine Tätigkeit, andere Völker, ihre Präsidenten und Regierungen, in ökonomische Schwierigkeiten und finanzielle Abhängigkeit zu bringen, ist ausgelagert in private Firmen – so immer schon manche militärischen Operationen privaten Firmen übertragen waren. (Zu Letzterem gab es übrigens im Deutschlandfunk am 22.11.2018 einen „Hintergrund“; siehe hier „Wie die Privatisierung des Krieges voranschreitet“.)

Perkins schildert mehrere seiner Einsätze, zum Beispiel in Indonesien und in Panama. Er zeigt, wie professionell die Auswahl und Berufung von Personen, die solche Einsätze leisten, betrieben wird. Und er zeigt auch, was mit jenen, die sich nicht fügen – wie etwa dem Präsidenten von Panama Torrijos, den er im Auftrag seiner Firma besucht hatte -, passieren kann. Sie werden zufällig Opfer eines Flugzeugabsturzes.

Den Titel des Buches und die Informationen zum Inhalt und zum Autor finden Sie hier.

Das Kapitel 3, „Lebenslänglich“, das sich gut als Leseprobe eignet, ist hier gescannt wiedergegeben.

Das Buch hilft zu verstehen, was um uns herum abläuft. Eine aufbauende Lektüre ist es nicht, aber sehr wohl eine, die hilft, rätselhafte Vorgänge besser zu verstehen.

Paperback, Klappenbroschur, 480 Seiten,  € 14,99 [D] Verlag: Goldmann

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Das verdrängte Unrecht

Das verdrängte Unrecht

13-10-18 11:32:00,

Es sollte keiner Gedenktage bedürfen, um auf einen schon Jahrzehnte schwelenden Konflikt aufmerksam zu machen, der periodisch in kurze, aber brutale Kriege aufflammt und die ganze Region in einer latenten Krisen- und Kriegsgefahr nicht zur Ruhe kommen lässt. Durch die regelmäßigen Gewaltexzesse der Siedler in den besetzten palästinensischen Gebieten, die unmenschlichen Existenzbedingungen im eingeschnürten und belagerten Gazastreifen und die politischen Wendungen eines ultrarechten Besatzungsregimes, wird uns immer wieder ein Katastrophenszenario in den Medien präsentiert, welches unter normalen Bedingungen die heftigsten Reaktionen der UNO und der EU hervorrufen würde.

Doch die Bedingungen sind nicht normal, die einflussreichsten Staaten der UNO und der EU sind durch die Fehler und Verbrechen ihrer eigenen Geschichte gelähmt und verwalten einen Kriegszustand, der zwar nicht ihren propagierten Werten entspricht, aber offensichtlich ihren Interessen nicht widersprechen muss. Sie verschließen die Augen vor einer Katastrophe, die sie selbst mit zu verantworten haben.

Der 70. Jahrestag der Gründung Israels ist nicht nur im Land selbst groß gefeiert worden, es hat Glückwunschadressen aus aller Welt erhalten, die den Geburtsfehler dieses Staates und seine furchtbaren Auswirkungen bis heute verschweigen. Auch der Deutsche Bundestag hat in einer Resolution aller Fraktionen außer der LINKEN das Jubiläum begrüßt und den Weg des Staates als erfolgreich gelobt, ohne allerdings die Kehrseite dieses Geburtstages, die Vertreibung Hunderttausender Palästinenser aus ihrem neuen Staat zu erwähnen.

Die Fraktion der Partei DIE LINKE hat gemeinsam mit der Fraktion der Grünen eine Erklärung in den Bundestag eingebracht, die mit den Worten beginnt:

„Die Gründung des Staats Israel vor 70 Jahren ist eine herausragende und bleibende Leistung, die für uns ein Grund zum Feiern ist … Israel blickt heute mit Stolz auf 70 Jahre Demokratie mit einer lebendigen und pluralistischen Zivilgesellschaft und einer immensen Vielfalt in den Formen des Zusammenlebens.“

Aber auch diese Erklärung findet keine Worte zu der Katastrophe — Naqba —, die für die Palästinenser mit der Staatsgründung verbunden war, und immer noch andauert. Ihre Erinnerung an die Naqba dürfen sie zwar öffentlich nicht zum Ausdruck bringen, sie dokumentierten sie jedoch auf ihre Art zur gleichen Zeit mit einem symbolischen „Marsch der Rückkehr“ an der Grenze in Gaza zu Israel. Während der wöchentlichen Demonstrationen, die am 30. März begannen, wurden nach UNO-Angaben bis zum 30. August 179 Palästinenserinnen und Palästinenser von israelischen Scharfschützen getötet und 18.739 verletzt.

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