Verlogenheit bei der Nato und Propaganda im Spiegel | Anti-Spiegel

10-06-21 05:56:00,

Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat Russland zum Dialog aufgefordert, aber schon dabei gelogen. Und der Spiegel und andere Medien haben die Lüge weiterverbreitet.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat der „Welt“ ein Interview gegeben, in dem er einen Dialog mit Russland gefordert hat, Russland reagiere aber nicht auf die Gesprächsangebote der Nato, der Ball liege nun bei Russland, so Stoltenberg. Diese Aussagen haben die westlichen Medien kritiklos zitiert, wie ich am Beispiel des Spiegel aufzeigen werde. Das Problem dabei ist, dass das gelogen ist.

Der Westen hat 2014 alle Gespräche abgebrochen

Der Nato-Russland-Rat, um den es geht, wurde 2002 gegründet und hat danach monatlich getagt. Der Sinn war es, Vertrauen zwischen Russland und der Nato aufzubauen, Missverständnisse zu vermeiden und gefährlichen Zwischenfällen vorzubeugen. Die Nato hat diese Gespräche im Zuge der Ukraine-Krise im Jahr 2014 einseitig ausgesetzt. Ab 2016 gab es einige unregelmäßige Treffen des Formats, das letzte ist mittlerweile 19 Monate her.

Es war also nicht Russland, dass die Treffen abgebrochen hat, sondern die Nato. 2014 hat der Westen fast alle regelmäßigen Gesprächsrunden mit Russland eingefroren, am besten dürfte den meisten in Erinnerung sein, dass der Westen Russland 2014 aus den G8 ausgeschlossen und wieder die G7-Treffen eingeführt hat.

Die Nato hat alle russischen Gesprächsangebote ausgeschlagen

Russland und seine Regierung haben diese reihenweisen Abbrüche von Gesprächen seitdem immer wieder beklagt und zu Gesprächen aufgerufen. Aus dem Westen kamen fast nie Antworten. Stammleser des Anti-Spiegel wissen das, denn hier werden immer wieder solche Gesprächsangebote der russischen Regierung und von Präsident Putin selbst übersetzt, wie ich an einigen Beispielen aufzeigen will.

Als die USA zum Beispiel einseitig den INF-Vertrag über das Verbot bodengestützter nuklearer Kurz- und Mittelstreckenraketen gekündigt haben, hat Russland angekündigt, einseitig auf die Stationierung solcher Raketen in Europa zu verzichten, solange die Nato keine solchen Raketen in Europa aufstellt. Das hat die Nato abgelehnt.

Als Putin vorgeschlagen hat, dass Russland und USA ihre Atomraketen aus Europa abziehen sollten, haben die USA mit der Drohung der Stationierung weiterer Atomraketen in Europa reagiert und die Bundesregierung hat die Presse – und damit die deutsche Öffentlichkeit – bei dem Thema angelogen, die Details finden Sie hier.

Statt auf Entspannung zu setzen, hat die Nato 2020 ihre Flüge von Kampf- und Aufklärungsflugzeugen an der russischen Grenze massiv erhöht.

 » Lees verder

Die Verlogenheit der EU in Sachen Rassismus | Anti-Spiegel

26-06-20 06:41:00,

Die Schlagzeilen werden seit Wochen von einer Rassismusdebatte dominiert und alle Welt entschuldigt sich für Dinge, die vor Hunderten von Jahren geschehen sind. Aber gleichzeitig lehnen die EU-Staaten in internationalen Gremien Resolutionen gegen Rassismus mehrheitlich ab. Das allerdings verschweigen die „Qualitätsmedien“.

Derzeit ist Rassismus in aller Munde. In den USA haben Städte gebrannt, in Europa gab es große Demonstrationen gegen Rassismus und als am letzten Wochenende in Stuttgart amerikanische Zustände herrschten und die Innenstadt geplündert wurde, da fiel den „Qualitätsmedien“ nichts besseres ein, als zu fragen, ob nicht auch diese Unruhen eine Folge von Rassismus wären.

In westlichen Ländern werden Denkmäler von historischen Personen abgerissen oder beschädigt und die Medien finden das verständlich, weil es ja gegen angebliche Rassisten geht. Sogar Gandhi – der in seiner Jugend ein Keuschheitsgelübde abgelegt hat – ist neuerdings ein Rassist und Sexist. Aber selbst wenn es Rassisten waren, was ändert es, ihre Denkmäler abzureißen? Wer die Situation der von Rassimus Betroffenen verbessern will, der sollte nicht über das nachdenken, was vor 300 Jahren war, sondern über das, was heute geschieht!

Was heute geschieht, nennt sich Globalisierung und es ist nichts anderes, als der „der gute, alte“ Kolonialismus (und damit Rassismus) unter einem neuen Namen, wie ich hier aufgezeigt habe. Aber dagegen gibt es in den Medien keine kritischen Kommentare, man streut sich lieber Asche für Dinge auf´s Haupt, die andere vor ein paar hundert Jahren getan haben.

Was heute geschieht, verschweigen die „Qualitätsmedien“ lieber, weil sich die Demonstranten dann von den Denkmälern ab- und den heutigen Politikern zuwenden würden. Und das ist nicht gewollt. Dass sich nun alle für etwas entschuldigen, was vor 300 Jahren passiert ist und womit kein Mensch von heute etwas zu tun hat, das wird gefordert. Aber wenn es um konkrete Maßnahmen gegen Rassismus geht, dann stimmen die Staaten der EU und des Wertewestens sogar dagegen!

Das glauben Sie nicht? Dann zeige ich es Ihnen.

Letztes Jahr hat Russland bei der OSZE eine Resolution mit dem Titel „Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, aggressivem Nationalismus und damit zusammenhängender Intoleranz“ eingebracht. In 18 Punkten hat Russland dort gefordert, dass sich die OSZE gegen Rassismus, Faschismus, Nationalismus, jede Form von Intoleranz und Diskriminierung und so weiter und so fort ausspricht. Englischkenntnisse vorausgesetzt,

 » Lees verder

Zynische Verlogenheit

05-11-19 12:04:00,

Seit 2011 versuchen fremde Mächte, in Syrien entscheidenden Einfluss zu gewinnen. Nicht nur seit dieser Zeit ist es die Regel, derlei Bemühen mit harmlos-freundlichen Worten zu kaschieren. Damals nannten sich die bemühten Okkupanten — zu denen neben den USA Jordanien, Katar, Saudi Arabien, den Vereinigten Emiraten, Ägypten, der Türkei auch Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien gehören — heuchlerisch „Freunde Syriens“. Diesen „Freunden“ ging und geht es aber nie um Hilfe für die syrische Bevölkerung, „sondern um Einflussnahme auf die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen Regimes, obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte.

„Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines stehen auf dem Spiel, die Saudi Arabien und Katar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen.“

So zu lesen am 24. Juli 2012 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) unter dem Titel: „Und ihr denkt, es geht um einen Diktator“. Das ist lange her und leider längst vergessen.

Heute, sieben Jahre sowie mehrere Hunderttausend Tote und Millionen von Vertriebenen später, ist das Erreichte einem dieser „Freunde“, der Türkei, zu wenig. Deshalb ließ Präsident Recep Tayyip Erdoğan am 9. Oktober 2019 sein Militär ganz offiziell in nordsyrisches Staatsgebiet einmarschieren, um einen Teil des Territoriums zu annektieren.

Die kurdische Miliz YPG bedrohe türkisches Staatsgebiet, so die Begründung. Seiner Aktion gab er den euphemistischen Namen „Operation Friedensquelle“ und beweist damit, dass es zu den üblichen Gepflogenheiten gehört, mit zynisch-verlogener Wortwahl auch ganz offensichtliche völkerrechtswidrige Vorhaben zu kaschieren. Natürlich sprudelt aus dieser Quelle kein Frieden. Zumal Erdoğan bei seinem Unternehmen auf fremden Territorium nicht nur türkisches Militär einsetzt, um die Kurden aus dem Grenzgebiet zur Türkei zu vertreiben, sondern auch islamistische Terrormilizen. Die werden zwar offiziell bekämpft, jedoch gern auch als Verbündete genutzt und dabei verbal in „Rebellen“ oder neuerdings auch in „Freischärler“ umgetauft.

Das aktuelle Vorgehen unserer türkischen NATO-Verbündeten müsste eigentlich für weltweites Entsetzen sorgen, verüben sie doch schlimme Verbrechen. Doch in der Berichterstattung unserer Medien werden selten verstörende Bilder der „Operation Friedensquelle“ gezeigt.

Bisher wurden bereits eine größere Anzahl Zivilisten getötet und laut UN-Angaben mehr als hunderttausend Menschen vertrieben. Unter den Ermordeten ist auch die 35-jährige kurdische Frauenrechtlerin und Generalsekretärin der Partei Zukunft Syriens (FSP) Hevrin Khalaf,

 » Lees verder