Verschwörungen zwischen Theorie und Praxis | Von Klaus Hartmann | KenFM.de

verschworungen-zwischen-theorie-und-praxis-|-von-klaus-hartmann-|-kenfm.de

03-07-20 12:20:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Klaus Hartmann.

Mit dem Abklingen des Virus namens „SARS-CoV-2“ und den Lockerungsübungen des „Corona-Kabaretts“ geht auch die Zeit der Proteste zu Ende, die sich gegen das „Corona-Regime“ gerichtet haben. Unabhängig von der Einschätzung, wie real oder übertrieben die Gefahr durch das Virus war, ist die Befürchtung nicht von der Hand zu weisen, dass unter der Flagge des „Gesundheitsschutzes“ Grund- und Menschenrechte einschließlich sozialer Rechte dauerhaft außer Kraft gesetzt oder eingeschränkt werden können. Es wäre naiv anzunehmen, dass die Herrschenden in ihren „Maßnahmen“ nicht auch den Aspekt des „Gehorsams-Experiment“ mitgedacht hätten, woraus der „Kollateralnutzen“ in Richtung eines reaktionären Staatsumbaus zu ziehen wäre.

Ein starkes Indiz dafür ist das gesellschaftliche Klima, in der die Diskussion zu allen Seiten der Thematik geführt wurde, oder eben nicht geführt werden durfte. Dieses Klima war geprägt durch Unduldsamkeit, die Verengung des „erlaubten“ Meinungskorridors und Ausgrenzung aller Stimmen, die nicht dem „offiziellen Narrativ“ huldigten. Das ist umso bemerkenswerter, als die medizinische fachwissenschaftliche Diskussion naturgemäß keinesfalls abgeschlossen sein kann und fortlaufend neue Erkenntnisse hinzukommen. Verdächtigungs-„Kultur“ und Gleichschaltung sind auch in der Virus-Debatte Feinde eines freien, wissenschaftsbasierten Denkens. 

Ein Schlüsselwort, an dem die Gleichschaltungsbestrebungen abzulesen sind, ist das Schimpfwort vom „Verschwörungstheoretiker“, und das scheint überhaupt eine ziemlich gravierende Neben- und Folgewirkung der Pandemie zu sein. So häufig wie selten zuvor geisterte es durch Presse, Funk und Fernsehen, an manchen Tagen wurde es uns stündlich in den Nachrichten aufgedrängt. 

„Im Schlepptau des Corona-Virus haben Verschwörungstheorien gerade Hochkonjunktur“, so der „Fokus“ am 26.04.2020, der „Spiegel“ warnt am 10.05.2020 vor einer „Allianz des Schwachsinns“ und in der „taz“ spricht Berlins Innensenator Geisel (SPD) von „Systemverächtern“. Das Immunsystem gegen „Schwachsinn“ scheint geschwächt: 20 Prozent der Wahlberechtigten meinen, dass „Politik und Medien die Gefährlichkeit des Corona-Virus ganz bewusst übertreiben, um die Öffentlichkeit zu täuschen“, fand infratest dimap im Auftrag des NDR Medienmagazin ZAPP heraus. Vom selben Institut hat das ARD-Magazin Kontraste herausfinden lassen, dass 38 Prozent der Befragten unter ihren Verwandten, Freunden und Bekannten mindestens einige kennen,

 » Lees verder

Verschwörung gegen Corbyn

verschworung-gegen-corbyn

29-06-20 09:11:00,

Im April 2020 wurde dem Sender Sky News ein ebenso umfangreiches wie brisantes Dokument der britischen Labour Party zugespielt. Eigentlich hätte es (noch) unter Verschluss bleiben sollen. Doch nun, an die Öffentlichkeit gelangt, bestätigte es einen bösen Verdacht, den viele Beobachter der politischen Szene in Großbritannien schon lange gehegt hatten: Jeremy Corbyn, von 2015 bis 2020 Vorsitzender der britischen Labour Party, wurde das Opfer einer breit angelegten politischen Verschwörung. Einflussreiche Kräfte innerhalb der Partei, die sich nicht damit abfinden wollten, dass ein prononcierter Vertreter des linken Flügels dank überwältigender Mitgliedervoten an der Spitze Labours stand, betrieben hartnäckig seinen Sturz. Dabei nahmen sie Wahlniederlagen Labours billigend in Kauf.

ULRICH TEUSCH, 29. Juni 2020, 0 Kommentare

Nachdem der Parteilinke Jeremy Corbyn im September 2015 per Urwahl überraschend klar zum neuen Vorsitzenden gewählt worden war, schien es, als könne er der britischen Labour Party neues Leben einhauchen. Es herrschte Aufbruchsstimmung. Die Partei erfreute sich eines ungeahnten und außerordentlichen Zustroms neuer Mitglieder. Corbyn begann mit circa 200.000 Genossen und lag am Ende bei fast 600.000. Er stellte die Partei aber auch programmatisch neu auf, vollzog die Abkehr vom „Thatcherismus mit menschlichem Antlitz”, dem sich der frühere Parteivorsitzende Tony Blair verschrieben hatte.

Blair zählte denn auch von Anfang an zu den erbitterten Gegnern Corbyns. Auch Blairs immer noch zahl- und einflussreiche Bewunderer und Anhänger haben den Macht- und Richtungswechsel nie akzeptiert. Statt sich mit den neuen Mehrheitsverhältnissen und dem Willen der Parteibasis zu arrangieren, ließen die „Blairites“ nichts unversucht, dem Parteivorsitzenden das Leben schwer zu machen und ihn zu Fall zu bringen. Manche taten das sogar völlig unverblümt.

Die „Blairites“ bei der Arbeit

Blairs einstiger „Spin Doctor“ und Minister Peter Mandelson ließ zum Beispiel 2017 verlauten:

„Ich arbeite jeden Tag im kleinen Rahmen daran, das Ende von Corbyns Amtszeit zu beschleunigen. Etwas, so klein es auch sein mag – eine E-Mail, ein Telefonanruf oder eine Sitzung, die ich einberufe – jeden Tag versuche ich, etwas zu tun, um die Labour Party vor seiner Führung zu retten.“

Diese feindselige Einstellung wurde von großen Teilen des Partei-Managements und der Parlamentsabgeordneten geteilt. Doch anders als Mandelson agierten die meisten Corbyn-Gegner nicht offen, sondern verdeckt. Nach außen hin täuschten sie eine gewisse politische Loyalität vor, aber insgeheim sägten mit Hingabe an Corbyns Stuhl.

 » Lees verder

Verschwört Euch!

verschwort-euch!

23-06-20 10:21:00,

Bei längeren Interviews mit über 30 Minuten Laufzeit staunen wir bei Rubikon zuweilen nicht schlecht, wenn dann bereits nach wenigen Sekunden oder Minuten schon die ersten Kommentare darunter stehen. Liest man diese, stellt man fest, dass so manches Klischee über Schwurbler doch seine Daseinsberechtigung hat. Häufig beinhalten diese Kommentare – bar jeden Bezugs zu den Inhalten des Interviews – warnende Hinweise vor der Neuesten Neuen Weltordnung, vor finsteren Plänen. Zudem findet man den Rat, man müsse unbedingt ganz wichtige Videos teilen, damit die finsteren Mächte im Hintergrund ob der hohen Klickzahlen zu zittern beginnen. So gibt es scheinbar wirklich verlorene Seelen in den Weiten des Netzes, die einfach wahllos jeden Videobeitrag anklicken, um dort ihren alarmierenden Senf unter die virtuellen Leute zu bringen.

Bedauerlicherweise liefern diese Menschen – ohne dass sie dies vermutlich beabsichtigen – den Stoff, aus dem die Stricke gemacht werden, die dieser Tage sämtlichen Menschen um den Hals gebunden werden, die es auch nur wagen, das genehmigte Corona-Narrativ anzutasten. Allesamt werden diese als Spinner, Verschwörungstheoretiker und sektiererische Anhänger dubioser Glaubensgemeinschaften gebrandmarkt.

In meinem ausführlichen Artikel zum Thema Verschwörungstheorie als Kampfbegriff vom April 2019, sah ich diese Entwicklung bereits kommen. Zur damaligen Zeit, die in ihrer Explosivität in keinster Weise mit der heutigen zu vergleichen ist, schrieb ich bereits:

„im Pressespiegel (wurde) sprachlich eine neue Eskalationsstufe gezündet. Es fallen nicht mehr nur Worte des Hohnes und des Spottes, sondern des Kampfes! Heutzutage geht es um „den Kampf gegen Verschwörungstheoretiker“. Es reicht nicht mehr, sich über sie lustig zu machen, ihren Lack zu ruinieren. Nein! Sie müssen jetzt bekämpft werden! Zum Schweigen gebracht und unschädlich gemacht werden! (…) Ich bekomme Angst, ob der geistigen Eindimensionalität der breiten Masse, ganz gleich ob jung oder alt, die häufig lediglich nur noch dazu imstande ist, in kurzen Parolen, hippen, kecken Sprüchen oder gar nur in #Hashtags zu denken. Teilweise wollen viele deutsche Mitmenschen gar keine Gegenargumente mehr hören, da eine Auseinandersetzung mit diesen einiges an Zeit und Denkaufwand kosten würde. Eine solch eindimensionale Denkweise, die außerstande ist, im 360-Grad-Raum zu denken, macht es natürlich wunderbar einfach, das Feindbild des „Verschwörungstheoretikers“ zu programmieren und die Geister darauf zu konditionieren.“

Einiges von dem, was ich antizipierte, bewahrheitete sich – oder noch schlimmer – übertrumpfte das, was ich mir zum damaligen Zeitpunkt vorstellte.

 » Lees verder

Verfassungs-Schutz: Auf der Jagd nach Verschwörungstheoretikern | KenFM.de

verfassungs-schutz:-auf-der-jagd-nach-verschworungstheoretikern-|-kenfm.de

16-06-20 08:08:00,

Von Uli Gellermann.

Das Amt für Verfassungsschutz sollte dem Namen nach die Verfassung schützen. Als die West-Alliierten den Inlandsgeheimdienst der Bundesrepublik vor 70 Jahren gründeten, war er nichts anderes als ein Instrument im Kalten Krieg zwischen Ost und West: Er sollte die Kommunisten in der alten Bundesrepublik kontrollieren und klein halten. Sie galten nach der westlichen Doktrin als fünfte Kolonne des Hauptfeindes, der DDR und der Sowjetunion. Zugleich wurde das Amt zur neuen Heimat der alten Nazis: Lange nach dem Krieg – noch 1963 – wurden 16 Mitarbeiter als ehemalige Mitglieder von Gestapo, SS oder SD offiziell festgestellt. Die Dunkelziffer lag weitaus höher. Der Feind stand links und Nazis waren willkommen.

Bewährte alte Feindbilder recycelt

In dieser Tradition steht derselbe Schutz, der in Corona-Zeiten „Falschmeldungen und Verschwörungstheoretiker“ observieren soll. Das jedenfalls steht auf der Tagesordnung der Innenminister der Länder und des Bundes, wenn sie sich vom 17.06.2020 bis 19.06.2020 in Erfurt zu ihrer 212. Sitzung treffen. Bewährte alte Feindbilder werden wieder recycelt: „Auch russische Staatsmedien versuchten, einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben“, schreibt Georg Mascolo in der Süddeutschen und wird seinem Ruf als Meister der unbestätigten, düsteren Vermutung gerecht.

Doppelverdiener Georg Mascolo

Gezielt wollen die angeblichen Schützer der Verfassung ausgerechnet die Aktionen zur Verteidigung der Grundrechte ins Auge fassen. Da legt dann die Tagesschau mit dem Doppelverdiener Mascolo nach: Notwendig sei eine „gemeinsame Strategie und Vorgehensweise von Bund und Ländern gegenüber gezielten Falschmeldungen, Verschwörungstheorien und Desinformationskampagnen“. Näher betrachtet ist der Mascola-Text nicht nur sein Geld für die Manipulations-Instrumente Tagesschau und Süddeutsche wert; ein vitales Interesse an dieser Form der Propaganda muss auch der Verfassungsschutz selbst haben. Ist die Truppe doch mit ihren Schredder-Orgien und ihrer Unterstützung der NSU-Mörderbande durch Geld und Spitzel zu Recht ins Zwielicht geraten. Wer als Verschwörungs-Agent der deutschen Rechten bekannt geworden ist, muss dringend anderen das Schmutz-Etikett „Verschwörungs-Theoretiker“ ankleben. Eine Brandmarke, die alles beweist und nichts. Nichts, weil keiner der Etikettierer den Begriff mit Beweisen unterfüttert und alles, weil die Einheits-Medien längst einen Diffamierungs-Sockel mit dem Begriff bei den Medienkonsumenten angelegt haben. Leser und Zuschauer glauben zu wissen, was ein Verschwörungs-Theoretiker ist: Böse, düster, ein Feind, wessen auch immer.

Wie krank ist das denn?

 » Lees verder

Die Verschwörungs-Leugner – Tagesdosis 16.6.2020 | KenFM.de

die-verschworungs-leugner-–-tagesdosis-1662020-|-kenfm.de

16-06-20 08:08:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

In der hitzigen Corona-Debatte drohen Sachinteresse und respektvoller Umgang vollends verloren zu gehen.

Ein Kommentar von Sascha Pahl.

Hinweis zum Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Das Land ist gespalten, die Diskussionskultur haarsträubend. Die Lager — nennen wir sie „Gesundheitsapostel“ und „Freiheitskämpfer“ begegnen sich mit zunehmender Abscheu. Diffamierungen sind an der Tagesordnung. Die Zeiten scheinen derart unsicher, dass eine neue Angst vor Andersdenkenden Hochkonjunktur hat — als müsse man sein eigenes kleines Weltbild auf Leben und Tod verteidigen. Ein Begriff aus der Psychologie des emotionalen Missbrauchs könnte sich als hilfreich erweisen, um zu verstehen, was hier vor sich geht: das so genannte Gaslighting.

In der Psychologie nennt man den Vorgang, jemanden irre zu machen, indem man seine Realitätswahrnehmung negiert, Gaslighting: Ein Täter manipuliert sein Opfer, indem er diesem „falsche Informationen gibt, die darauf abzielen, dass das Opfer seiner eigenen Wahrnehmung misstraut, schließlich seinen eigenen Verstand und seine psychische Gesundheit infrage stellt. Die Absicht dieser Aktionen ist es, die Betroffenen zu verwirren, sie einzuschüchtern und zutiefst zu verunsichern“ (1).

Ein Beispiel: Der Vater kommt total betrunken nach Hause und schlägt sein Kind. Die Mutter sieht tatenlos zu, da sie sich nicht damit auseinandersetzen möchte. Dem Kind gegenüber tut sie zudem so, als sei nichts passiert. Sie redet dem weinenden Kind ein, der Vater sei weder betrunken noch gewalttätig, es solle sich nicht so anstellen und keine Lügen verbreiten. Schließlich wolle es doch artig sein. Schwer eingeschüchtert beginnt das Kind seinen eigenen Wahrnehmungen und Emotionen zu misstrauen. Fortan denkt es, ein artiges Kind zu sein bedeute, sich selbst nicht zu glauben.

Verschwörungstheorien und Fakten

In der allgegenwärtigen Corona-Diskussion geht es auch um Realitätswahrnehmung. Oft ist von Verschwörungstheorien die Rede.

 » Lees verder

Medien und Verschwörungstheorien: „Im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit“

medien-und-verschworungstheorien:-„im-chronischen-alleinbesitz-der-absoluten-wahrheit“

02-06-20 09:55:00,

Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem Medien nicht vor Verschwörungstheorien warnen. Die Kritik an den Corona-Maßnahmen, aber auch die Demonstrationen für Grundrechte, alarmieren Medienvertreter. Der „elder Statesman der Verschwörungstheorie“, Mathias Bröckers, beobachtet das Treiben. Der Mitbegründer der taz erklärt im NachDenkSeiten-Interview, warum die „Kirchen der Angst“ derzeit so regen Zulauf haben, und verweist darauf, dass Leitmedien längst nicht allen Verschwörungstheorien abgeneigt sind. „Die offiziell erwünschten werden ja in epischer Breite und auf allen Kanälen verkündet“, so Bröckers. Von Marcus Klöckner.

Herr Bröckers, man kann Sie als alten Schlachtenbummler bezeichnen, wenn es um das Thema Verschwörungstheorien geht. Spätestens seit Ihren Büchern zum 11. September haben Sie den Kampf zwischen den großen Medien und alternativen Formaten sozusagen live und in Farbe erlebt und selbst mitgestaltet. In einem aktuellen Blogbeitrag von Ihnen bezeichnen Sie sich selbst als „Konspirologen“ und „elder Statesman der Verschwörungstheorie“. Hilft Ironie bei der aktuellen Diskussion rund um Verschwörungstheorien und Verschwörungstheoretiker?

Ohne Humor und Ironie ist das doch gar nicht auszuhalten und ich wäre längst schon schwer depressiv, weil ich mich schon über 25 Jahre mit diesem Thema beschäftige. Und von daher nur zu gut weiß, dass es eben nicht nur verrückte und haltlose Verschwörungstheorien gibt, sondern auch sehr vernünftige und gut belegbare – und natürlich viele, die sich als wahr und richtig erwiesen haben. Umgekehrt gibt es auch viele offiziell verkündete Wahrheiten, die sich als haltlose und gefährliche Verschwörungstheorie herausgestellt haben, zum Beispiel die Massenvernichtungswaffen des Irak, mit der ein Krieg mit einer Million Toten angezettelt wurde. Oder nehmen wir die Tatsache, dass der US-Geheimdienst NSA jedes Handy bis hin zu dem der Bundeskanzlerin abhört – wer das vor den Enthüllungen von Edward Snowden behauptet hätte, wäre sofort als durchgeknallter, paranoider, anti-amerikanischer Verschwörungstheoretiker abqualifiziert worden.

Was heute noch offizielle Wahrheit ist, kann sich morgen als Verschwörungstheorie herausstellen – und umgekehrt. Um den nur noch als Denunziations- und Diffamierungsvokabel verwendeten Begriff zu retten, hatte ich schon in meinem ersten Buch über 9/11 („Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. September“, Verlag Zweitausendeins, 2002) vorgeschlagen, künftig von „Konspirologie“ zu sprechen und die Bildung von Hypothesen über mögliche Verschwörungen als wissenschaftlich legitimes, heuristisches Verfahren zu betrachten. Derzeit ist dieser Begriff aber nach wie vor ausschließlich als Diskurskeule im Einsatz, um unerwünschte Meinungen oder Berichte abzuqualifizieren.

 » Lees verder

“Verschwörungstheorien zerstören Existenzen” – Ein Paradebeispiel für Manipulation in der ARD | Anti-Spiegel

“verschworungstheorien-zerstoren-existenzen”-–-ein-paradebeispiel-fur-manipulation-in-der-ard-|-anti-spiegel

29-05-20 05:46:00,

Wie die deutschen Staatsmedien (sorry, die öffentlich-rechtlichen Medien) arbeiten, hat uns unfreiwillig den Sendung „Report Mainz“ gezeigt. Dort wurde ein Interview so lange geschnitten, bis es ins Konzept der Sendung passt. Schön für uns, dass der Interviewte das komplette Interview veröffentlicht hat.

Die ARD-Sendung Report Mainz hat vor einigen Tagen ein Beitrag ausgestrahlt, die den Menschen zeigen sollte, wie gefährlich „Verschwörungstheorien“ angeblich sind. Die Sendung war aufgebaut, wie eine Reportage über Sektenaussteiger oder ehemalige Drogensüchtige, die nur knapp den Absprung geschafft haben. Skript und Narrativ der Sendung standen also fest und nun brauchte man noch jemanden aus der „Szene“, um den Zuschauern zu zeigen, wie gefährlich und skrupellos die „Verschwörungstheoretiker“ sind, wie sie gnadenlos Existenzen zerstören.

Diese Rolle sollte Andreas Popp von der Wissensmanufaktur zufallen, der für die Sendung interviewt wurde. Aber Popp ist kein Anfänger und er hat das Video ebenfalls aufgenommen. So gibt uns Report Mainz unfreiwillig einen Einblick in die Arbeitsweise der „Qualitätsmedien“ des deutschen Staatsfernsehens (sorry, es passiert mir immer wieder, es heißt natürlich öffentlich-rechtliches Fernsehen).

In der Sendung wurde an zwei Beispielen aufgezeigt, wie Verschwörungstheorien Menschen angeblich zerstören können. Die beiden „Opfer“ wurden natürlich nicht gezeigt, die Szenen mit ihnen wurden nachgestellt und nachvertont. Ob es die beiden überhaupt gibt, bleibt das Geheimnis der Redaktion.

Der Zuschauer bekam folgendes zu sehen und zu hören:

„Wir haben zwei von ihnen getroffen. Über mehrere Jahre waren sie in der Welt der Verschwörungstheorien gefangen. Heute haben sie all das hinter sich gelassen. Doch sie werden bedroht, wollen deshalb nicht erkannt werden.“

Nun, liebe Leser, Sie gelten auch als Verschwörungstheoretiker, wenn Sie den Anti-Spiegel lesen. Wurden Sie deshalb bedroht? Oder gibt es jemanden, der Sie bedrohen könnte, wenn Sie aufhören, den Anti-Spiegel (oder andere alternative Medien) zu lesen? Glauben Sie, dass jemand Sie bedrohen wird, wenn Sie den alternativen Medien den Rücken kehren und wieder zu Tagesschau und Spiegel zurückkehren?

Man fragt sich wirklich, was das für ein Publikum sein soll, für das solche Berichte gemacht werden.

Danach wurden uns die beiden bedauernswerten Gestalten vorgestellt. Zum ersten hieß es:

„Er ist Anfang 20, holt gerade sein Abitur nach.“

Der arme Kerl, so wird suggeriert, war so verwirrt, dass er nicht einmal einen Schulabschluss machen konnte.

 » Lees verder

Wenn Fakten zu Verschwörungstheorien werden

wenn-fakten-zu-verschworungstheorien-werden

27-05-20 06:23:00,

Der Vorwurf, ein „Verschwörungstheoretiker“ zu sein, kann seine ausgrenzende und stigmatisierende Wirkung nicht allein durch die Verklammerung mit den Themen Rassismus und Pseudowissenschaft erzielen, sondern nur in Verbindung mit der Bedeutung des Wortes „Verschwörung“ selbst. Um diese Bedeutung zu erfassen, ist der Blick auf reale und eingebildete Verschwörungen in der politischen und strafrechtlichen Praxis der Vereinigten Staaten zu lenken. Empirische Tatsachen, aus denen Rückschlüsse auf eine strafbare Konspiration gezogen werden könnten, lassen sich präventiv unterdrücken, indem sie als „Verschwörungstheorie“ diffamiert werden.

CARSTEN FORBERGER, 27. Mai 2020, 2 Kommentare

Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Verschwörungsideologe, Verschwörungswahn usw. Als Jurist bin ich es gewohnt, derart wertende Begriffe nur dann zu verwenden, wenn sie zum zugrunde liegenden Sachverhalt passen. Diesen gedanklichen Vorgang nennt man im Juristendeutsch Subsumtion:

Ein abstrakter Oberbegriff ist durch normative oder deskriptive Merkmale definiert und ein konkreter Sachverhalt wird daraufhin überprüft, ob er unter die Begriffsmerkmale passt. Wegen dieses formalen Vorgehens erscheint die Sprache der Juristen oft trocken und langweilig, sie ist aber auch dadurch gekennzeichnet, dass sie peinlich zwischen Tatsachen und deren Bewertung unterscheidet. Die Fähigkeit, zwischen der nüchternen Beschreibung des Sachverhaltes und seiner Beurteilung zu unterscheiden, ist aber nicht nur in der Rechtsanwendung von entscheidender Bedeutung, sondern auch im Journalismus. Wenn beispielsweise berichtet wird, ein bestimmtes Medium betreibe “Desinformation”, dann ist dies eine Nicht-Information, solange nicht ein Sachverhalt mitgeliefert wird, der sich unter den wertenden Begriff „Desinformation“ subsumieren lässt.

Fehlende Definition

Beim Wort „Verschwörungstheorie“ kommt erschwerend hinzu, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen dieses abstrakten Oberbegriffes nicht generalisierend geklärt sind. Anders ist dies, um ein einfaches Beispiel zu wählen, beim Begriff “Räuber”. Dies ist ein Dieb, der das Diebesgut mit Gewalt entwendet. Wenn sich also ein Ladendieb etwas heimlich und unentdeckt in die Jackentasche steckt, wäre es falsch, ihn als Räuber zu bezeichnen, weil es am Merkmal der Gewaltanwendung fehlt. Wie aber stelle ich fest, ob Daniele Ganser ein Verschwörungstheoretiker oder gar ein “Verschwörungsguru” ist? Welchen konkreten Voraussetzungen unterliegt die Verwendung dieser Wörter?

Mit meiner gewohnten juristischen Denkweise komme ich also nicht weiter, um mich dem Phänomen zu nähern und ich muss eine andere Methodik des Zuganges finden. Hierbei bietet es sich an, deskriptiv, also beschreibend, zu erfassen, in welchen Bereichen des öffentlichen Diskurses das Label „Verschwörungstheorie“ zum Einsatz kommt.

 » Lees verder

„Verschwörungstheoretiker ist ein politischer Kampfbegriff“ – Exklusiv-Video

„verschworungstheoretiker-ist-ein-politischer-kampfbegriff“-–-exklusiv-video

12-10-19 02:07:00,

Der Autor des Buchs „Im Spinnennetz der Geheimdienste“ (2019 im Westend Verlag), Patrik Baab, nimmt im exklusiven Studio-Interview Stellung zum Vorwurf, er sei „Verschwörungstheoretiker“. Der investigative Journalist betont: „Ich liefere Fakten in meinem Buch.“ Darunter echte Nato-Geheimdokumente und Gespräche mit schwedischen Kriminalisten.

Der Kieler Investigativ-Journalist und Buchautor Patrik Baab recherchiert seit Jahren zu den Bereichen Geheimdienste, hintergründige Machtstrukturen und politische Attentate. Aus seiner Zusammenarbeit mit dem US-Politikwissenschaftler Robert E. Harkavy – ein renommierter Experte für den internationalen Waffenhandel – ist das Buch „Im Spinnennetz der Geheimdienste. Warum wurden Olof Palme, Uwe Barschel und William Colby ermordet?“ entstanden. Es ist 2019 in neuer und erweiterter Auflage im Westend Verlag erschienen und im Handel erhältlich.

Im exklusiven Sputnik-Studiogespräch erklärt der investigative Journalist Baab, wieso er trotz seiner ernsthaften Recherchen im In- und Ausland immer noch den Vorwurf zu hören bekommen muss, er sei ein „Verschwörungstheoretiker“. So konnte er im Zuge seiner Recherchen auch echte Nato-Geheimdokumente einsehen, die im Buch mit Quellenangabe zitiert werden.

Er betonte im Studio-Interview:

„Unter einer Verschwörungstheorie verstehe ich die Vorstellung, dass eine unsichtbare Hand im Hintergrund das Geschehen im sozialen Raum lenkt, ohne dass die Akteure das merken. Genau darum geht es in diesem Buch nicht. Es geht um politische Interessen und die Art und Weise, wie diese durchgesetzt werden.“ Im Gespräch beschreibt er das aktuell „herrschende Meinungs-Klima“.

Der norddeutsche Journalist habe sich eben auch mit dem US-Politologen „Robert E. Harkavy zusammen getan, weil wir unterschiedliche politische Grundüberzeugungen haben. Wir wollten so eine vorschnelle Färbung in der Recherche ausschließen.“ Dabei hat das Autoren-Duo unter anderem die vormals geheime Nato-Geheimarmee „Stay Behind“ sehr kritisch untersucht. Baab kenne dazu auch die sozialwissenschaftlichen Arbeiten des Schweizer Historikers Daniele Ganser.

Wenn er Kritiker zur Rede stelle, die behaupten, er würde „Verschwörungstheorien“ verbreiten, hätten die meisten davon „unser Buch gar nicht gelesen. Möglicherweise würden sie dann diesen Vorwurf gar nicht erheben.“

Abtransport des Leichnahms von Ex-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Uwe Barschel, 11. Oktober 1987

©
AP Photo / PASCAL VOLERY

Die Buchautoren erhielten im Rahmen ihrer Recherchen jüngst erst die Möglichkeit, ein langes und ausführliches Gespräch mit dem neuen Chef-Ermittler der schwedischen Behörden zum Mordfall Olof Palme zu führen. „Der schwedische Generalstaatsanwalt Krister Petersson ist seit 2017 Chef-Ermittler in Schweden und hat uns in seinem Büro in Stockholm empfangen“,

 » Lees verder

Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – Heute: Mehrheitlich junge, männliche Wirtschaftsmigranten

wenn-verschworungstheorien-wahr-werden-–-heute:-mehrheitlich-junge,-mannliche-wirtschaftsmigranten

06-09-19 01:22:00,

Das ZDF hat die Dokumentation „Migration – Das große Missverständnis – Falsche Hoffnungen und dreiste Lügen“ veröffentlicht. Sie bestätigt im Wesentlichen das, was während der Flüchtlingskrise von Kritikern vorgebracht wurde, wofür sie aber beschimpft wurden. Dennoch vermeidet auch diese Doku, die eigentliche Ursache für Migration zu benennen.

Erst wer sich diese Dokumentation verschriftlicht, wird mit einiger Verblüffung feststellen, dass in den rund 45 Minuten beinahe alle relevanten Kritikpunkte bestätigt werden, die seit der Flüchtlingskrise 2015 von vielen Kritikern vorgebracht wurden. Das waren und sind vor allem diese Positionen:

  • es kommen fast nur junge Männer;
  • die Mehrheit der Migranten sind Wirtschaftsflüchtlinge;
  • die Mehrheit von ihnen verfügt nicht über die notwendigen Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt und wird die Sozialsysteme belasten;
  • viele geben nur vor, Kriegsflüchtlinge zu sein, weil sie wissen, dass nur das verhindert, dass ihre Asylanträge nicht sofort abgelehnt werden;
  • viele kommen mit absurdesten Vorstellungen von Deutschland und ihren Chancen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt;
  • viele kommen mit komplett anderem Rechtsverständnis, Akzeptanz brutalster Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung und fehlendem Respekt gegenüber staatlichen Institutionen wie beispielsweise der Polizei.

©
AFP 2019 / BERND VON JUTRCZENKA

Die Verblüffung rührt vor allem von dem Umstand her, dass einer der beiden Autoren dieser Dokumentation ein Werkeverzeichnis vorweisen kann, das beim besten Willen nicht erkennen lässt, dass er sich bislang die Positionen zu eigen gemacht hätte, die hier aufgezählt wurden.

Doch schon nach einer Minute und zehn Sekunden fällt der Satz:

„Ein Exodus junger, arbeitsfähiger Männer, und Afrika schaut zu.“

Erstaunliche Erklärungen für Migrationsprobleme im deutschen Fernsehen

Die für das deutsche Fernsehen einigermaßen erstaunliche These, wonach Afrika in der gegenwärtigen Migrationsdebatte mehr oder weniger tatenlos zuschaue und nicht Europa, soll später noch mit weiteren erstaunlichen Sätzen untermauert werden, die sich so im deutschen Fernsehen, vor allem im öffentlich-rechtlichen, nur selten finden. Zunächst aber sagt der OECD-Migrationsforscher Thomas Liebig in die Kamera, dass die europäische Migrationspolitik von zwei Fehlern gekennzeichnet sei:

„Zum einen, dass die Themen gesteuerte Migration und der Themenbereich Flüchtlinge sehr stark miteinander vermengt werden. Der zweite Fehler ist, dass alle Personen, die 2015/2016 nach Deutschland gekommen sind und einen Asylantrag gestellt haben, pauschal als Flüchtlinge bezeichnet werden,

 » Lees verder

FBI warnt vor Verschwörungstheorien

fbi-warnt-vor-verschworungstheorien

02-08-19 06:36:00,

Verschwörungstheorien seien eine wachsende Gefahr, die zur Gewalt geführt haben

Das FBI hat erstmals im Mai in einem Dokument, das über Yahoo News bekannt wurde, Verschwörungstheorien als “heimische Terrorbedrohung” bezeichnet. Heimische Terroristen, die von Verschwörungstheorien motiviert sind, seien eine wachsende Gefahr. Sie sei nicht neu, habe sich aber durch das Internet verstärkt.

Hingewiesen wird etwas auf QAnon, das Verschwörungstheorien über den tiefen Staat gegen Präsident Trump verbreite. Aus dem Kontext kam auch das im Präsidentschaftswahlkampf hochgekochte Pizzagate-Gerücht, dass ein Pädophilenring, dem Hillary Clinton und andere demokratische Politiker angehören sollen, von einer Pizzeria in Washington betrieben werden. Verwiesen wird auch auf den Attentäter, der im Oktober 2018 aufgrund einer Migrationsverschwörungstheorie einen Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh begangen und 11 Menschen getötet hat.

Während der Präsidentschaftswahlen 2020 würden solche Verschwörungstheorien oder Gerüchte noch stärker werden, so das FBI, das sagt, “dass diese Verschwörungstheorien sehr wahrscheinlich im modernen Informationsmarkt entstehen, sich verbreiten und weiterentwickeln und manchmal Gruppen oder einzelne Extremisten dazu bringen, kriminelle oder gewalttätige Taten zu begehen”. Das könne sich gegen bestimmte Personen, Orte oder Organisationen richten. Die Warnung basiere auf Aussagen von Extremisten, die Straftaten oder Gewalt begangen oder geplant hatten.

Verstärkt würde diese Gefahr durch die “Aufdeckung von wirklichen Verschwörungstheorien oder Verschleierungen, die illegale, schädliche oder die Verfassung verletzende Aktivitäten von Regierungsangehörigen oder führenden politischen Personen beinhalten”. Da wäre man natürlich neugierig, was damit gemeint ist, aber das FBI verrät nichts weiter dazu. Gefährlich seien Verschwörungstheorien gegen die Regierung und solche, die auf Identität basieren. Natürlich wird im FBI-Dokument Donald Trump nicht erwähnt, der gerne auch solche Gerüchte verbreitet. Andererseits werden von Geheimdiensten und interessierten Kreisen auch Verschwörungstheorien etwas über die russischen Beeinflussungsoperationen der Präsidentschaftswahl 2916 verbreitet.

FBI-Direktor Christopher Wray sagte in einer Kongressanhörung letzte Woche, das FBI sei nur an den Taten, nicht an den Überzeugungen von Menschen interessiert. Man untersuche keine Ideologie, so abschreckend sie auch sei. Trump selbst bezeichnete hingegen die Antifa als Terrororganisation, die er mit der berüchtigten Gang MS-13 verglich.

Das FBI bezeichnet Verschwörungstheorien als Versuch, etwas “als Ergebnis einer im Geheimen arbeitenden Gruppe zu erklären, die zu ihrem Vorteil auf Kosten von anderen arbeitet”. Die Gruppen können in der Macht oder Minderheiten wie Juden oder Muslime sein.

 » Lees verder

Verschwörung in der Verschwörung

verschworung-in-der-verschworung

26-07-19 11:54:00,

Werner Rügemer ließ sich von den Feiern zum 20. Juli 1944 dazu animieren, etwas genauer zu recherchieren, wer beim Widerstand insgesamt noch im Spiel war: der US-Geheimdienst OSS und Allen Dulles. Seinen für die NachDenkSeiten geschriebenen Text schickte er mit dieser Anmerkung: „ich fand es wieder interessant, wie aufschluss- und ertragreich solche historischen untersuchungen sind und die herrschenden legenden so unheimlich billig gestrickt sind. und das ist alles gar nicht so aufwendig zu recherchieren. man braucht in diesem fall nur das offen verbreitete – freilich schnell vergessene – buch des geheimdienst-chefs lesen.“ Albrecht Müller.

Der US-Geheimdienst OSS unter Allen Dulles führte während des Krieges Informanten bei den Verschwörern des 20. Juli

In BILD, ZEIT, Süddeutsche, ARD, ZDF, bei der Bundeskanzlerin und auch in der aufklärerischen junge Welt: Bei allen Würdigungen des Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944 blieb auch zum 75. Jahrestag ein Beteiligter verbissen ausgeblendet: Der US-Geheimdienst Office of Strategic Services (OSS). Europachef Allen Dulles hatte den Widerstand von links bis rechts mit Informanten durchsetzt. Ziel: Der Widerstand durfte keinen Erfolg haben, denn der hätte nur „den Russen“ genützt und möglicherweise zu Friedensverhandlungen geführt. Die Feindschaft des Westens gegen die Sowjetunion mit der Gefahr eines neuen Krieges hatte spätestens schon 1943 begonnen – eine Kontinuität bis heute.

Wir wissen (fast) alles haarklein genau, seit 72 Jahren, seit 1947, vom Meister der Verschwörungen selbst: Wall-Street-Staranwalt Allen Dulles war seit 1942 OSS-Europachef. Er veröffentlichte 1947 in New York das Buch Germany’s Underground. 1948 erschien es auf Deutsch im Züricher Europa-Verlag, Titel: Verschwörung in Deutschland. 1949 erschien es mit demselben Titel als Lizenz im Kasseler Harriet-Schleber-Verlag, der von der US-Militärregierung gegründet worden war.

Dulles: Breiter Widerstand in Deutschland!

„Meine erste und wichtigste Aufgabe war“, schreibt Dulles einleitend, „herauszubekommen, was in Deutschland vorging. Washington wollte wissen, wer in Deutschland die eigentlichen Gegner Hitlers waren… Von außen hatte es den Anschein, als ob es Hitler tatsächlich geglückt wäre, das gesamte deutsche Volk für sich zu gewinnen, zu hypnotisieren oder zu terrorisieren.“

Das war auch die Analyse des Nazi-Terrorstaates, wie sie von der Kritischen Theorie in den USA verbreitet wurde.[1] Aber Dulles konstatierte: Es gab einen breiten Widerstand. „Es gelang mir, Verbindungen mit der deutschen Untergrundbewegung aufzunehmen und schon Monate,

 » Lees verder

Verschwörungstheorien: Die ewige Leier von den „einfachen Antworten“ in einer „komplexen Welt“

verschworungstheorien:-die-ewige-leier-von-den-„einfachen-antworten“-in-einer-„komplexen-welt“

12-07-19 11:33:00,

Skeptiker als Spinner darzustellen, wird immer wieder versucht, indem bestimmte Phrasen stur wiederholt werden. Dabei werden offizielle Versionen von unbequemem Fragen abgeschirmt: indem diese Fragen bereits als „verrückte“ Theorien bezeichnet werden. Ein aktuelles Beispiel. Von Tobias Riegel.

Ein aktueller Beitrag im „Deutschlandfunk“ (DLF) zum Thema Verschwörungstheorien soll hier betrachtet werden – nicht, weil er Interessantes oder Neues zum Thema beinhalten würde, sondern im Gegenteil: Weil er erneuter Ausdruck einer in vielen großen Medien verteidigten Linie ist, die stetig wiederholt wird und die es darum immer wieder zu kritisieren gilt: Die pauschale Darstellung von Skeptikern als Spinner oder Rechtsextreme. Betrieben wird für diesen Zweck eine Diffamierung von berechtigten Fragen, indem sie mit „irren“ Mythen auf eine Stufe gestellt werden. In zahllosen Varianten wiederholt wird auch die – in der Allgemeinheit darum aber nicht weniger falsche – Losung: „Verschwörungstheoretiker suchen einfache Erklärungen in einer komplexen Welt“.

Die Zusammensetzung der Beispiele am Anfang des Artikels ist bezeichnend:

„Die Mondlandung war nur vorgetäuscht, die Anschläge auf die Twin Towers in New York wurden von den USA selbst inszeniert und für den Mord an John F. Kennedy ist mal die CIA mal Fidel Castro verantwortlich. Es herrscht kein Mangel an Verschwörungstheorien in der modernen Welt.“

Hier wird – wie in zahllosen anderen Artikeln zum Thema – Ungleiches auf eine Stufe gezwungen, denn die Frage zur Mondlandung ist für politische Debatten weitgehend irrelevant. Sie wird einerseits nur noch in ziemlich abgeschlossenen Kreisen thematisiert. Andererseits aber immer wieder von großen Medien als eine Theorie dargestellt, die angeblich auch von Skeptikern zum Kennedy-Mord oder zu den Anschlägen auf das World Trage Center (9/11) sozusagen „gleichwertig“ diskutiert würde: In der Hoffnung, dass die „Verrücktheit“ der Mond-Theorie auf berechtigte offene Fragen etwa zu 9/11 abfärbt.

Wer nachfragt, muss ein Spinner sein

Im Zusammenhang mit dem Kennedy-Mord und 9/11 wird zudem Vieles bereits als Theorie gebranntmarkt, obwohl es sich tatsächlich um Fragen handelt. Wahlweise wird auch behauptet, es würden Fragen gestellt, zu Dingen, die „längst aufgeklärt seien“. Auch in diesem Text sollen keine Theorien verbreitet werden. Es soll aber das Recht (vielleicht sogar die journalistische Pflicht) verteidigt werden, offene Fragen zu offiziellen Darstellungen auch beharrlich zu stellen. Zumal die offenen Fragen zu 9/11 oder zum Kennedy-Mord neben einem politischen, vor allem einen naturwissenschaftlichen Charakter haben – etwa,

 » Lees verder

Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – Heute: Greta und die Fridays for Future – Teil 2

wenn-verschworungstheorien-wahr-werden-–-heute:-greta-und-die-fridays-for-future-–-teil-2

09-06-19 08:59:00,

Die Umweltbewegung “Fridays for Future” versteht sich als so genannte Graswurzelbewegung. Das bedeutet, keine Strukturen, wie man sie von Parteien und Organisationen üblicher Weise kennt. Nun werden Zweifel geäußert, ob die nach außen semi-anarchische Bewegung nicht doch gesteuert ist. Die Informationspolitik der Bewegung ist dabei wenig hilfreich.

Im Teil 1 konnten Sie lesen, dass, entgegen eigener Darstellung, die Bewegung „Fridays for Future“ sehr wohl „gebunden“ ist an eine Organisation, nämlich die „Plant-for-the-Planet“-Stiftung, die wiederum eng verbunden ist mit dem Netzwerk des „Club of Rome“. Sie konnten lesen, dass diese Tatsache entscheidend ist für die Beurteilung der Frage, wer eigentlich finanziell das Sagen bei „Fridays for Future“ hat. Und sie lasen über eine eigenartig hektische Reaktion des „Spiegel“ auf die Recherchen des Blogs „Tichys Einblick“, die nicht die ersten waren, die sich kritisch mit „Fridays for Future“ befassten.

Club of Rome – Spindoktor der Fridays for Future Bewegung?

Befassen wir uns also wieder mit dem, was sich über „Fridays for Future“ in Erfahrung bringen lässt und was möglicherweise Aufschluss darüber geben könnte, ob diese Bewegung in irgendeiner Weise von anderen gesellschaftlichen Kräften als „nur“ Jugendlichen angetrieben sein könnte oder nicht und wenn ja, von wem. Dazu ist es aber aus der Sicht des Autors dieses Artikels wichtig, sich nicht nur auf den Club of Rome zu konzentrieren, wie es die TE-Artikel tun.

Andere Sputnik-Artikel: Schülerstreiks: Was fordert „Fridays for Future“?Andere Sputnik-Artikel: „Eine Sache für Profis“: Christian Lindner zu Klimademos von SchülernAndere Spurtnik-Artikel: Schulschwänzen kein Problem? Merkel stellt sich hinter Klimaschutz-ProtesteAndere Sputnik-Artikel: Greta Thunberg als Motivation: 19-Jähriger Mikkel Brix startet 30-tägigen Hungerstreik für das Klima

 » Lees verder

Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – Heute: Greta und die Fridays for Future – Teil 1

wenn-verschworungstheorien-wahr-werden-–-heute:-greta-und-die-fridays-for-future-–-teil-1

08-06-19 09:42:00,

Die Umweltbewegung “Fridays for Future” versteht sich als so genannte Graswurzelbewegung. Das bedeutet, keine Strukturen, wie man sie von Parteien und Organisationen üblicher Weise kennt. Nun werden Zweifel geäußert, ob die nach außen semi-anarchische Bewegung nicht doch gesteuert ist. Die Informationspolitik der Bewegung ist dabei wenig hilfreich.

Für selbsternannte und tatsächliche Qualitätsmedien ist es ärgerlich, wenn sie miterleben müssen, dass richtige Fragen gestellt werden, nur leider von den Falschen. In diesem Fall ist „der Falsche“ der Blog „Tichys Einblick (TE)“. Dieses Online-Portal beschreibt sich selbst als „liberal-konservatives Meinungsmagazin“. Immer wieder wird es der Verbreitung rechtspopulistischer Inhalte bezichtigt. Inzwischen wird es auch ganz schnörkellos als „rechter Blog“ bezeichnet, beispielsweise vom „Spiegel“. Dafür schien das Hamburger Magazin ganz eigene Gründe zu haben, worauf wir noch zu sprechen kommen.

Andere Sputnik-Artikel: “Tappen Sie nicht in die Strafbarkeitsfalle!” – Polizei Aachen warnt Schüler vor Klima-ProtestenAndere Sputnik-Artikel: Alles für den Protest? Greta Thunberg sagt, wie lange sie Schule aussetztAndere Sputnik-Artikel: Über 2500 Ausländer kamen trotz Ausreise-Geld nach Deutschland zurück

 » Lees verder

Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – Heute: Geheimverhandlungen für Migrationspakt

wenn-verschworungstheorien-wahr-werden-–-heute:-geheimverhandlungen-fur-migrationspakt

23-05-19 06:52:00,

Das Auswärtige Amt musste jetzt zugeben, dass es, entgegen früherer Beteuerungen und Versicherungen doch geheime Verhandlungen und Absprachen beim so genannten UN-Migrationspakt (nicht zu verwechseln mit dem UN-Flüchtlingspakt) gegeben hat. Die Zeitung „Tagesspiegel“ erwirkte dieses Eingeständnis auf der Basis des Informations-Freiheits-Gesetzes.

Als der UN-Migrationspakt im November 2018 in den bundesdeutschen Medien hoch und runter debattiert wurde, fragten sich viele Beobachter, warum wird dieses wichtige internationale Abkommen eigentlich erst so kurz vor seiner internationalen Unterzeichnung thematisiert? Denn im marokkanischen Marrakesch wurde zu diesem Zeitpunkt bereits an jener Konferenz geplant und gearbeitet, auf der dieser Pakt unterzeichnet werden sollte. Auch von dieser Konferenz erfuhren viele Deutsche erst durch die Debatte über den Migrationspakt. Und viele Bundestagsabgeordnete wirkten ebenfalls, als hörten sie das erste Mal von diesem Pakt und dieser Konferenz. Die Situation wurde nicht besser, als dann auch bekannt wurde, dass im Dezember 2018 in Marrakesch auch ein UN-Flüchtlingspakt abgeschlossen werden sollte.

Bundesregierung verteidigt sich und greift AfD an

Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland (Archivbild)

©
Sputnik / Dmitrij Winogradow

Die Bundesregierung, die Spitzenvertreter der meisten im Bundestag vertretenen Parteien und diverse Medien verteidigten sich multimedial gegen den Vorwurf, sie hätten bewusst so lange mit diesem Thema gewartet, um die Konferenz in Marrakesch nicht zu gefährden. Auch sei es nicht zutreffend, dass im Geheimen diese beiden Pakte ausgehandelt wurden. Die Vorwürfe der Falschberichterstattung, von Fake-News, des Schürens von Hysterie und Angst usw. richteten sich vor allem an die Partei „Alternative für Deutschland (AfD)“ und so genannte alternative Medien. Jederzeit sei darüber informiert worden, der Bundestag sei immer einbezogen gewesen, so die wesentlichen Argumente von Regierungsseite.

Auswärtiges Amt verweigert exakte Informationen über Verhandlungen

Dennoch nahm die öffentliche Debatte schnell an Fahrt auf. Die Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ berichtete am 12. November 2018 zum ersten Mal davon, dass sich das Auswärtige Amt strikt weigere, der Zeitung für die Veröffentlichung bestimmte Auskünfte darüber zu geben, wie die ursprünglichen Verhandlungspositionen der Bundesregierung gewesen sind und welche Zugeständnisse Berlin machen musste. Ausgangspunkt dieser Anfrage war die Tatsache, dass Redakteuren der Zeitung ein kleiner, aber feiner Unterschied zwischen Textvorfassungen des Paktes und der finalen Fassung aufgefallen war. So wurde aus dem Satz:

„Migration war schon immer Teil der Menschheitsgeschichte, und wir erkennen an, dass sie in unserer globalisierten Welt eine Quelle des Wohlstands,

 » Lees verder

Verschwörungstheorie: Albert Pike und seine “Vorhersagen” | www.konjunktion.info

verschworungstheorie-albert-pike-und-seine-8220vorhersagen8221-wwwkonjunktion.info

16-04-19 09:42:00,

Albert Pike - Bildquelle: Wikipedia; gemeinfreiAlbert Pike - Bildquelle: Wikipedia; gemeinfrei

Albert Pike – Bildquelle: Wikipedia; gemeinfrei

15. August 1871. Albert Pike, Freimaurer und Scottish Rite Sovereign Grand Commander sitzt bei flackerndem Kerzenschein an seinem Schreibtisch und verfasst einen Brief an seinen Freund und Freimaurerverbündeten Guiseppe Mazzini, dem italienischen Politiker:

Der Erste Weltkrieg muss herbeigeführt werden, damit die Illuminaten die Macht der Zaren in Russland stürzen und dieses Land zu einer Festung des atheistischen Kommunismus machen können.

Nach kurzem Überlegen und einem Blick in seine imaginäre Glaskugel schreibt er weiter:

Der Zweite Weltkrieg muss gefördert werden, indem die Unterschiede zwischen den Faschisten und den politischen Zionisten ausgenutzt werden. Dieser Krieg muss herbeigeführt werden, damit der Nazismus zerstört wird und der politische Zionismus stark genug ist, um einen souveränen Staat Israel in Palästina zu errichten.

Pike hält inne und fügt mit schneller Feder hinzu:

Der Dritte Weltkrieg muss gefördert werden, indem die Unterschiede zwischen den politischen Zionisten und den Führern der islamischen Welt ausgenutzt werden, die durch die “Führungskreis” der “Illuminati” verursacht werden. Der Krieg muss so geführt werden, dass sich der Islam (arabische Welt der Moslems) und der politische Zionismus (Staat Israel) gegenseitig zerstören.

Zufrieden beschließt er seine Brief an Mazzini uns schickt ihn voller Zukunftshoffnungen gen Italien.

Was wie der Beginn eines Romans klingt, wird leider von vielen “Verschwörungstheoretikern” als bare Münze genommen. die meisten, die sich in den “Kanninchenbau der Verschwörung” hinab begeben haben, kennen dies oder eine abgewandelte Form dieser Geschichte. Dabei hat es die Mär gar bis in die heiligen Seiten so mancher “respektabler und einflussreicher Mainstreamquelle” wie dem Daily Star *Irone aus* geschafft, der da titelte:

Mystery 200-year-old letter revealed World War 3 plans – and final battle against Islam (200 Jahre alter Brief enthüllt die Pläne des 3. Weltkrieges – und den letzten Kampf gegen den Islam)

Doch was ist wirklich dran an dieser bemerkenswerten Vorhersage? Wie konnte Albert Pike solch unglaublich klingende, präzise Vorhersagen von Ereignissen treffen, die noch Jahrzehnte in der Zukunft liegen sollten? Und was können wir von seinen vorausschauenden Warnungen zum 3. Weltkrieg, dem Krieg gegen den Terror und dem anschließenden Kampf der Kulturen lernen?

Nichts. Absolut nichts.

 » Lees verder

Verschwörungstheoretiker gehen bei Rot über die Ampel

verschworungstheoretiker-gehen-bei-rot-uber-die-ampel

05-03-19 08:51:00,

Ampel-Goettingen-15.jpg:Bild: Francisco Welter-Schultes/CC0

Eine Studie von britischen Psychologen versucht nachzuweisen, dass Anhänger von Verschwörungstheorien zu “antisozialem” und “kriminellem” Verhalten neigen.

Die Studie mit dem Titel “Glaube an Verschwörungstheorien und Bereitschaft zur Alltagskriminalität” erschien im Januar 2019 im renommierten “British Journal of Social Psychology”. Eine der Autorinnen, Karen Douglas, Psychologieprofessorin an der University of Kent, fasst die Ergebnisse so zusammen:

Unsere Forschung hat zum ersten Mal gezeigt, welchen Einfluss Verschwörungstheorien auf die persönliche Haltung zur Alltagskriminalität haben können. Menschen, die der Auffassung sind, dass andere sich verschworen haben, könnten unethischen Handlungen gegenüber aufgeschlossener sein.

Karen Douglas

Was dabei mit Alltagskriminalität gemeint ist, beschreibt die Studie so:

Zur Alltagskriminalität zählen allgemein übliche Delikte, die von den meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben einmal begangen werden, wie etwa das Überfahren einer roten Ampel, eine Barzahlung mit dem Ziel, Steuern zu hinterziehen, oder das Verschweigen von Mängeln beim Verkauf von Waren.

Aus der Studie

Von den Autoren werden solche Verhaltensweisen als “antisozial” und “low level crime” eingestuft. Als “Glaube an Verschwörungen” gilt dabei bereits die Annahme, dass “Regierungen Informationen vor der Öffentlichkeit geheim halten” – eine Mutmaßung, die wohl eher dem gesunden Menschenverstand entsprechen dürfte.

Grundlage der Studie ist eine Onlinebefragung von 250 Briten. Diesen wurden unter anderem 7 Verschwörungstheorien vorgelegt, von denen allerdings nur eine in der Untersuchung auch genannt wird (“Es gab eine offizielle Operation des britischen Geheimdienstes MI6, Prinzessin Diana zu ermorden, die von Teilen des Establishments gebilligt wurde”). Dass die Anhänger solcher Sichtweisen selbst zu kriminellem Verhalten neigten, wird von den Autoren so erklärt:

“Verschwörungstheorien könnten Menschen zu unethischem Verhalten ermuntern, als Möglichkeit, mit einer Welt zurechtzukommen, in der sich Verschwörungen ereignen.”

Mit anderen Worten: Wenn im Großen betrogen wird, muss man sich im Kleinen auch nicht an die Regeln halten – eine Sichtweise, die sicherlich weit verbreitet ist. Die Autoren schreiben von einem “Gefühl des Mangels an sozialem Zusammenhalt und gemeinsamen Werten”. Die tieferliegende Frage, welche der ganz großen Betrügereien (“Verschwörungstheorien”) womöglich real und welche nur Fantasie sind, blendet die Studie aus. Nahegelegt wird, dass Verschwörungstheorien generell falsch und “schädlich” seien.

Anzeige

Beschäftigung mit Verschwörungstheorien erhöht “Desillusionierung”  » Lees verder

Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – Heute: Soros zahlt(e) wirklich fast alles

wenn-verschworungstheorien-wahr-werden-heute-soros-zahlte-wirklich-fast-alles

24-02-19 05:03:00,

Der in Ungarn geborene US-Milliardär George Soros wird mit vielen Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht. Nun hat der US-Journalist James Kirchick in der neuen „Cicero“-Ausgabe bestätigt, dass viele davon wahr sind. Soros war in viele politische Revolten der letzten Jahre involviert. Kirchicks Kritik an Soros hat aber ganz eigene Motive.

Dass George Soros von James Kirchick im „Cicero” frontal angegriffen wird, ist insofern interessant, als Kirchick, selbst Jude wie Soros, ihm vorwirft, er würde Kritiker mit der Antisemitismus-Keule niederstrecken, er also genau das Argument benutzt, was auch Soros-Kritiker immer wieder anführen, was aber in deren Fall immer als Verschwörungstheorie oder typisch antisemitisches Stereotyp gebrandmarkt wird. Kirchick schreibt, „lange bevor ein Immobilienmogul namens Trump davon schwadronierte, Hillary Clinton ‚wegsperren‘ zu wollen, hatte Soros die Sprache der politischen Verächtlichmachung und Herabwürdigung eingesetzt”, um dann kurz und bündig zu postulieren, George Soros sei „kaum die richtige Person, um die Werte von rhetorischer und politischer Mäßigung hochzuhalten”.

©
AP Photo / Pool/Olivier Hoslet

Kirchick nimmt in seinem Gastbeitrag für den „Cicero” immer wieder Anleihen bei einem Artikel im US-Magazin „The New Yorker” vom 23. Januar 1995. Die Reporterin Connie Bruck schrieb in ihrem international noch heute als eine Art Standard-Porträt über Soros geachteten Artikel „The World According to George Soros” (Deutsch sinngemäß „George Soros und wie er die Welt sieht”) ein Psychogramm über diesen Mann, das offenbar nichts an Aussagekraft eingebüßt hat, wie Kirchick etwas erstaunt feststellt.

Kirchick bestätigt indirekt auf Soros bezogene „Verschwörungstheorien”

©
REUTERS / Yves Herman/File Photo

Was James Kirchick mit seinem Cicero-Artikel „Die zwei Gesichter des Georges Soros” wahrscheinlich so nicht beabsichtigt hat, er bestätigt immer wieder wie nebenbei, dass George Soros tatsächlich in praktisch alle politischen Umstürze in ehemaligen sowjetischen Republiken oder Satellitenstaaten der zurückliegenden Jahre involviert gewesen ist. Also genau das, was Soros immer wieder vorgehalten, aber als Verschwörungstheorie abgetan wird.

Weitere Sputnik-Artikel: Caritas, Amnesty International, Soros: Weltverbesserer oder Instrument Superreicher?Weitere Sputnik-Artikel: „Die Macht liegt auf der Straße” — Georgien 15 Jahre nach der RosenrevolutionWeitere Sputnik-Artikel: Von Soros inspiriert: US-Milliardäre planen bunte Revolution gegen TrumpWeitere Sputnik-Artikel: Ex-PACE-Chef entlarvt Soros: So kommandiert der US-Milliardär die Europäer herum

 » Lees verder

Verschwörungstheorien und Analyse

verschworungstheorien-und-analyse

02-02-19 08:58:00,

Für Thierry Meyssan sind heute in Frankreich die internationalen Beziehungen von der demokratischen Debatte ausgeschlossen – das ist die Lehre des “reservierten Bereichs des Präsidenten der Republik“ -. Daher wird jede Analyse, die nicht im Einklang mit dem offiziellen Diskurs ist, als “Verschwörung” bezeichnet werden. Es ist jedoch genau die Rolle der wahren Journalisten, nicht die Präsidentschaftswahl-Kommunikation zu übertragen, noch sie zu entschlüsseln, sondern die Tatsachen zu suchen und sie zu analysieren.

Bevor die NATO jegliche Untersuchung der Attentate des 11. September 2001 als “Verschwörung” einstufte, galten Meyssans Fragen als legitim. Hier, eine Übertragung des Nachrichtensenders LCI in 2002.

Frage / Éditions Demi-Lune : Zuallererst, Danke Herr Meyssan für die Zustimmung zu diesem Gespräch, dessen Zweck ist, Ihren Lesern und Anderen, die Konsistenz Ihrer redaktionellen Produktion zu erklären. Nach der Veröffentlichung im Vorjahr von Sous nos yeux, schien uns die Wiederauflage von L’Effroyable Imposture 2 Ihres bedeutenden aber leider vergriffenen Buches wichtig; das ist seit Oktober letzten Jahres nun erledigt, und Ihre letzten 3 Bücher sind in der Sammlung Résistances [Widerstand] jetzt erhältlich. Die Internetbenutzer, die das Voltaire Netzwerk lesen, wissen um die Bedeutung Ihrer Arbeit und ihrer erheblichen Tragweite, aber für die Anderen sind Sie der “Polemiker” des 11. September und für Ihre Verleumder (d.h. die Atlantik- Medien in ihrer Gesamtheit, oder genauer gesagt, die Herausgeber, Redakteure und Editokraten), sind Sie ein gefährlicher “Verschwörer” , ja selbst der “Papst der Verschwörungstheoretiker”. Wie definieren Sie sich selbst?

Thierry Meyssan : Als Analyst der internationalen Beziehungen. Ich komme aus der französischen politischen Welt. Ich war während 12 Jahren nationaler Parteisekretär einer Regierungspartei, der von Jean Moulin. Wie er bin ich radikal republikanisch im Sinne von “dem öffentlichen Interesse hingegeben”. Deshalb habe ich nicht geschwiegen, als die Regierung von George W. Bush ihre Version der Anschläge vom 11. September vorgelegt hat. Ich bin sofort unter Druck gesetzt worden und ich habe mich geweigert, mich ihnen zu unterwerfen. Zuerst hatte ich das Glück durch Präsident Chirac geschützt zu werden, aber nach der Wahl von Nicolas Sarkozy, hat ein Staatsdienst den Auftrag erhalten, mich zu beseitigen. Statt den Kopf zu senken, habe ich vorgezogen, alles zu verlieren und ins Exil zu gehen. Nach ein paar Monaten habe ich versucht die Macht zu verstehen,

 » Lees verder

Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – Die US-Experimente an Menschen in Guatemala

wenn-verschworungstheorien-wahr-werden-die-us-experimente-an-menschen-in-guatemala

12-01-19 01:53:00,

Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb, die Johns-Hopkins-Universität und die Rockefeller-Stiftung müssen sich nun doch vor Gericht verantworten. Sie waren an Experimenten beteiligt, die zwischen 1946 und 1948 mit Finanzierung und Unterstützung durch die US-Regierung an hunderten Menschen in Guatemala vorgenommen wurden.

Westliche Propaganda ist deshalb so wirkungsvoll, weil sie auf die menschliche Eigenart des Vergessens und Verdrängens setzt. Mit Reizüberflutung durch abseitiges und oberflächliches Geplätscher werden unangenehme Themen relativ schnell aus dem Blickpunkt des öffentlichen Interesses manövriert. Das gilt insbesondere für eigenes Fehlverhalten westlicher Eliten.

Westliche Propaganda ist auch deshalb so wirkungsvoll, weil sie zusätzlich mit den Totschlagsargumenten „Verschwörungstheorie“, „Fakenews“, „Filterblase“ oder „Whataboutism“ zuverlässig kritische Berichterstattung denunzieren kann.

Westliche Propaganda ist schließlich, aber nicht zuletzt auch deshalb so wirkungsvoll, weil es gar keiner staatlichen Zensur bedarf. Denn viele, jedenfalls die meisten maßgeblichen Journalistinnen und Journalisten in den wichtigsten öffentlich-rechtlichen und privaten Medien denken genauso wie die Propagandisten im Regierungsauftrag, haben also zum Teil über Jahre zementierte Feindbilder und Vorurteile beziehungsweise Scheren im Kopf. Wobei sie natürlich empört und angewidert zurückweisen würden, sich in einer Filterblase zu bewegen. Das tun immer nur die kritischen Nutzer ihrer Medienangebote oder lästige Konkurrenz.

Gerichtsurteil hilft, Taktik des Verschweigens und Vertuschens zu durchbrechen

Deshalb kann die Entscheidung von Bundesrichter Theodore Chuang im US-Bundesstaat Maryland gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Durch sein Urteil vom 3. Januar 2019 wird nun, nach immerhin 70 Jahren, endlich der Weg frei, wenigstens einen Teil der Verantwortlichen für abscheuliche, vom Staat geförderte und gedeckte Menschenversuche vor Gericht zu bringen. Durch den nun bevorstehenden Prozess ist der Versuch gescheitert, den bereits erwähnten Mantel des Vergessens und Verschweigens auszubreiten. Nicht nur über diesen Skandal, sondern über weitere, ähnlich gelagerte Skandale, die längst wieder aus den Schlagzeilen verschwunden waren, was die US-Regierung am meisten ärgert. Der Vorgang ist aber vor allem auch ein weiterer Beweis dafür, dass Vorsicht geboten ist, wenn ausgerechnet eine US-Regierung mit der Totschlagskeule der Verschwörungstheorie um sich schlägt.

©
AP Photo / Hein Ducklau

Nicht zuletzt ist der Weg aber nun endlich frei für die 774 Kläger, die Überlebende und Angehörige der durch die Experimente Getöteten repräsentieren, die mit ihrer Klage neben Genugtuung auch eine materielle Entschädigung für jahrzehntelange Leiden und unwiderruflich zerstörte Biographien erhalten wollen. Auch wenn nicht die eigentlich verantwortliche US-Regierung stellvertretend für die inzwischen längst verstorbenen seinerzeitigen Politiker vor Gericht steht,

 » Lees verder

Tagesdosis 12.9.2018 – Verschwörungstheorie oder Irrsinn? | KenFM.de

Tagesdosis 12.9.2018 – Verschwörungstheorie oder Irrsinn? | KenFM.de

12-09-18 08:41:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Auf Spiegel-Online fragt man sich, woher denn dieses Phänomen eigentlich komme, dass so viele, seit dem 11. September 2001 an so viele Verschwörungen glauben? Ja wo kommt das eigentlich her? Vielleicht wissen die Leser und Hörer dazu mehr als der Spiegel.

Ein paar Gedanken zum Spiegel: Dort glaubt man, dass Lee Harvey Oswald ganz alleine mit einem Repetiergewehr den Präsidenten John F. Kennedy erschossen hat. Nun, nachdem mit dem Gewehr FBI-Superschützen nicht hinbekommen haben, was Oswald gelang, darüber könnte man ja noch hinwegschauen- was komisch wäre. Doch was diese seltsam magische Kugel anging, die vorwärts und rückwärts, dann seitlich und abwinkelnd nach unten, gleich zwei Menschen traf, das ist eigentlich unmöglich. Kugeln verhalten sich beim Durchdringen von Körpern nicht so.

Bis heute haben das US-Militär oder ein anderes Militär auf dieser Welt nicht ein einziges Gewehr erfunden, dass um Ecken schießen könnte. Oswald starb leider zu früh, als dass das Militär bei ihm nachfragen konnte, wie man so etwas denn hinbekommt. Vielleicht weiß der Spiegel da mehr? Heutzutage ist ja alles möglich.

Gestern vor siebzehn Jahren, da hatte die Physik frei, in New York. Präziser, genau dort, wo die Türme zerstaubten. Offiziell sind dort Flugzeuge in zwei Gebäude geflogen und haben drei Gebäude zerstaubt. Kennst du das Wort zerstaubt? Die drei Türme sind nämlich nicht zusammengekracht. Sie haben sich fast komplett in Staub aufgelöst. Es gibt Videos von Stahlträgern, die nach dem sogenannten Zusammensturz hunderte Meter in der Höhe standen und dann, wie von Geisterhand, zerstaubten. Vermutlich standen die Gebäude unter einer physikalischen Waffe oder unter einer Physik, die uns Sterblichen völlig unbekannt ist. Würde man den Spiegel-Autoren diese Bilder und Videos vorführen, so würden sie vermutlich sagen: Weiß ich auch nicht, aber das ist kein Indiz dafür, dass… .

Komisch an all den Verschwörungstheorien ist nicht, dass einige davon komplett erfunden sind, so wie die, dass es die Stadt Bielefeld gar nicht gäbe. Es gibt sie, ich war öfters schon in Bielefeld. Oder außerirdische Raumfahrzeuge. Es gibt sehr viele falsche Bilder oder Videos über diese seltsamen Fluggeräte.

 » Lees verder

Der Spezialist für Verschwörungsideologien kneift

Der Spezialist für Verschwörungsideologien kneift

03-09-18 12:43:00,


Amerikanologe Michael Butter © NDR

Urs P. Gasche / 03. Sep 2018 –

Medien zitieren Michael Butter häufig als Experten. Infosperber wollte seine Meinung zu Kritik an seinem Buch hören. Vergeblich.

Der Professor für amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte in Tübingen teilt gerne heftig aus. Daniele Ganser, den Spezialisten für Kriege der Nato seit 1945, bezeichnet Butter als «derzeit bekanntesten Verschwörungstheoretiker des deutschsprachigen Raums». Das Perfide Gansers bestehe darin, dass er nur Fragen stelle, «letztendlich aber insinuiert», hinter den Anschlägen von 9/11 stecke die US-Regierung («Nichts wie es scheint» Seite 86; NZZ 6.5.2018).
Infosperber hatte Ganser zu dessen Aussagen kritische Fragen gestellt: «Daniele Ganser auf den Zahn gefühlt».

Infosperber wollte neben Daniele Ganser auch Michael Butter in einem Interview eine Reihe kritischer Fragen stellen und Sachverhalte und Missverständnisse mit ihm klären.

Doch dieser lehnte ab.

Deshalb formulierten wir die wichtigsten Kritikpunkte schriftlich und baten Butter, zu allen Punkten schriftlich Stellung zu nehmen. Infosperber sicherte Butter zu, das Interview-Manuskript vor Veröffentlichung absegnen zu können.

Doch Butter lehnte wiederum ab.

Er begründete dies wie folgt: Erstens befürchte er Hassmails und Hasskommentare. Zweitens würden die vorgelegten Kritikpunkte auf «bewussten Missverständnissen, Zuspitzungen und Verallgemeinerungen» beruhen.****

Umso mehr hätten wir in einem Interview gerne abgeklärt, was Sache ist.

«Konstituierende Merkmale einer Verschwörungstheorie»

Butters Weigerung darf nicht dazu führen, die Kritik nicht öffentlich zur Diskussion zu stellen. Im Folgenden erinnern wir an Butters Kernmerkmale von Verschwörungstheorien und fassen dann die gesammelten Kritikpunkte zusammen, die wir Butter zur Stellungnahme zugestellt hatten.

Der Professor für amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte übernimmt vom US-Politikwissenschaftler Michael Barkun folgende drei «konstituierende» Merkmale einer Verschwörungstheorie («Nichts wie es scheint» Seite 22):

  1. Alles ist geplant;
  2. Nichts ist, wie es scheint;
  3. Alles ist miteinander verbunden.

Das Wichtigste an einer Verschwörungstheorie sei das Vorhandensein eines Plans (Seiten 21,23, wiederholte Aussagen als Experte):

Angeblich will eine Gruppe von Verschwörern mit einem geheimen Komplott die Kontrolle über eine Institution,

 » Lees verder

Verschwörungstheorie? „Amri steuerte LKW nicht“ – Kann Bundestag Rätsel lösen?

Verschwörungstheorie? „Amri steuerte LKW nicht“ – Kann Bundestag Rätsel lösen?

28-06-18 07:52:00,

Während Sonderermittler Bruno Jost am Donnerstag im Bundestag vor dem Untersuchungs-Ausschuss zum Amri-Attentat spricht, behauptet ein internationaler Terror-Experte: „Es gibt keinen Beweis, dass Amri der Täter vom Berliner Breitscheidplatz ist.“ Innenpolitiker von AfD und FDP widersprechen: „Wir dürfen uns nicht in wilden Theorien verlieren.“

Noch immer sind nicht alle Hintergründe des Amri-Attentats kurz vor Weihnachten 2016 aufgeklärt. Diese Aufgabe soll nun der Untersuchungs-Ausschuss (Amri-U-Ausschuss) im Bundestag erfüllen. Dort sprach am Donnerstagmittag Sonderermittler Bruno Just als Zeuge. Der Jurist war lange Zeit für den Berliner Senat als Sonderermittler zu dem Anschlag tätig und kam so auch in Kontakt mit dem Amri-U-Ausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus.

„Es ist gut, dass Bruno Jost vor dem U-Ausschuss des Deutschen Bundestags angehört wird“, sagte der Berliner Innenpolitiker Karsten Woldeit (AfD) im Sputnik-Interview. Das Mitglied im Berliner Landes-U-Ausschuss zu Amri erklärte: „Jost war von Anfang an in die Causa Amri involviert.“ Der Ermittler kenne die Sach- und Faktenlage sehr gut und sollte nach den Vorstellungen des Politikers jetzt mithelfen, die Sache schonungslos aufzuklären.

Der Kern ist für den Berliner FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe die Frage: „Was ist damals eigentlich passiert? Und was hätte man dagegen unternehmen können? Diese Fragen können wir erst dann beantworten, wenn wir tatsächlich alle Unterlagen und Akten kennen.“ Der rot-rot-grüne Berliner Senat weigere sich, den Berliner alle Amri-Dokumente Abgeordneten zur Verfügung zu stellen. „Das ist ein Skandal!“, urteilte der Politiker, der ebenso im Berliner U-Ausschuss tätig ist, gegenüber Sputnik.

Der 24-jährige Tunesier Anis Ben Othman Amri steuerte laut Polizei- und Medienangaben am 19. Dezember 2016 einen Sattelschlepper in den gut besuchten Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Dabei starben elf Menschen. Kurz darauf erschoss die italienische Polizei den mutmaßlichen und auf der Flucht befindlichen Täter bei Mailand.

AfD: „Politische Akteure zur Verantwortung ziehen“

AfD-Politiker Woldeit vermutet, nun werde Jost wohl zu den „Vorgängen innerhalb der Berliner Polizeibehörde“ befragt.

„Ich habe aber auch kritisiert, dass wir den Fokus zu sehr auf diese Behörden gelegt haben. Wir haben keinen einzigen Politiker mit politischer Verantwortung dazu vernommen. Ich glaube, wenn wir nach knapp 20 Jahren SPD-geführter Regierung in Berlin ein strukturelles Personaldefizit haben, dann haben wir in der Tat ein Problem.“

Der innenpolitische Sprecher seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus setze große Hoffnungen in den U-Ausschuss des Bundestages,

 » Lees verder

Bilderberger – eine Verschwörung gegen das Volk?

Bilderberger – eine Verschwörung gegen das Volk?

13-06-18 03:17:00,

Henk Monster [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Wenn über große Ereignisse nicht berichtet wird, hat das meistens einen Grund. So auch beim diesjährigen Treffen der Bilderberger, welches vom 7. bis 10. 6. in Italien stattfand. Vonseiten der Veranstalter hüllt man einen Mantel des Schweigens über die Zusammenkünfte transatlantischer Eliten.

Wer patriotische Medien will, muss diese auch unterstützen.
Abonniere jetzt das Magazin Info-DIREKT!

Von Alexander Markovics

Seit 1954 treffen sich hochrangige Politiker, Militärs, Medienmogule und Industrielle jährlich. Im Internet findet man lediglich eine Seite mit den Themen der Konferenz und der Teilnehmerliste. Unabhängige Journalisten, welche versuchen von dem Treffen zu berichten, werden von der Polizei eingeschüchtert. Gerade deswegen ranken sich Verschwörungstheorien um das Treffen. Doch was kann man dann überhaupt von dieser Konferenz berichten?

Die Teilnehmer: Globalisten und Transatlantiker von echtem Schrot und Korn

Sieht man sich die Teilnehmer an, weiß man, wie der Hase läuft. Unter ihnen befindet sich etwa Henry Kissinger, einer der Hauptverantwortlichen für den Vietnamkrieg mit Millionen Toten. Aber auch der deutsche Lobbyist Mathias Döpfner (Chef des Springerverlages) und die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Aus Österreich fanden sich ebenfalls illustre Besucher: Etwa Andrea Ecker, die Generalsekretärin Alexander van der Bellens. Des Weiteren Pamela Rendi-Wagner und Rudolf Scholten, beide ehemalige SPÖ-Minister. Die Katholische Kirche war mit dem päpstlichen Generalsekretär Pietro Paolin vertreten. Dies unterstreicht ihre globalistische Orientierung unter Papst Franziskus.

Hauptthema: Der Populismus in Europa

Wesentlich brisanter als die Teilnehmer waren die Themen der Konferenz. Ganz oben auf der Tagesordnung: Der Populismus in Europa als Bedrohung der Globalisierung. Gleich danach stand die Herausforderung durch (wirtschaftliche) Ungleichheit. Dies wirkte angesichts der Anwesenheit des „ obersten 1%“ leicht seltsam. Aber auch die „Midterme Elections“ in den USA waren Thema, was wohl einen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Trump darstellen sollte. Ebenso beschäftigte man sich mit Saudi Arabien und dem Iran (worunter wohl der aktuelle Nahostkonflikt zu verstehen ist), sowie der weltweiten Führungsrolle der USA, welche mittlerweile auch in Europa offen in Frage gestellt wird.

Der Tagesordnungspunkt „The post truth world“ dürfte hingegen eine Anspielung auf die alternativen Medien sein, welche die Meinungshoheit der Globalisierer herausfordern. Besser wäre der Wahrheit genüge getan, wenn man endlich die Öffentlichkeit über die Gespräche auf den Bilderbergertreffen unterrichtet.

 » Lees verder