5G: Viele heiklen Fragen sind unbeantwortet

5g:-viele-heiklen-fragen-sind-unbeantwortet

30-11-19 01:14:00,

Christoph Pfluger / 30. Nov 2019 –

Anstatt Empfehlungen liefert die Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» nur fünf umstrittene Optionen für den Mobilfunk-Ausbau.

Die Situation ist verfahren: Alle wichtigen Player in der Frage des Mobilfunkausbaus auf den 5G-Standard haben sich festgelegt und zum Teil schon beträchtliche Mittel investiert. Der Bundesrat hat 5G zu einer strategischen Priorität erklärt und die Einführung neuer Antennen explizit gefördert, die Telefongesellschaften haben kräftig investiert, die Gegner haben in nie dagewesenem Mass mobilisiert, die Seilschaften sind in Position. Verlieren ist verboten.

Bundesrat weicht der Grenzwertentscheidung aus

Das Problem: Soll 5G nach den Plänen der Mobilfunkindustrie ausgebaut werden, ist eine Erhöhung der Grenzwerte bis zu sechsfacher Strahlenbelastung an Orten mit empfindlicher Nutzung nötig. Diese entscheidende Frage wird in der Verordnung über den Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (NISV) geregelt, die der Bundesrat ohne Konsultation ändern könnte. Aber nachdem der Ständerat in den letzten vier Jahren zwei Vorstösse aus den eigenen Reihen für eine Grenzwerterhöhung abgelehnt hatte, waren dem Bundesrat aus Rücksicht auf den Parlamentswillen gewissermassen die Hände gebunden. Doris Leuthard als damalige Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) beauftragte deshalb 2018 eine Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung», zu den «Bedürfnissen und Risiken des künftigen Mobilfunks» Bericht zu erstatten und insbesondere Empfehlungen zu den Grenzwerten abzugeben. Ein eindeutiges Votum hätte den Bundesrat informell zu einer Grenzwerterhöhung legitimiert.

Optionen statt Empfehlungen

Aber es kam anders: Die Arbeitsgruppe hat keine Empfehlungen abgegeben, sondern fünf Optionen entwickelt, wie es mit 5G weitergehen könnte: vom Status quo bei den Anlagegrenzwerten bis zu einer Erhöhung von bisher 6 Volt pro Meter auf 20. Für den Schweiz. Verband der Telekommunikation (ASUT) bietet gemäss seiner Medienmitteilung zum Bericht nur eine Erhöhung der Grenzwerte auf 11,5 bzw. 20 V/m «realistische Ausbauoptionen». Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz dagegen lehnen «jede Erhöhung der Grenzwerte kategorisch ab». Da 80 Prozent der Mobilfunknutzung im Innern von Gebäuden stattfinden, schlagen sie eine Trennung der Versorgung vor: aussen durch die bestehenden Antennen, in die Gebäude durch Glasfaserkabel und dann durch individuelle Feinverteilung.

Von der Eidg.Kommunikationskommission (ComCom) stammt schliesslich der Vorschlag, die Mobilfunkfirmen sollten Antennen gemeinsam betreiben, da dies den Wettbewerb stärke. Bei Einführung der Mobiltelefonie tönte es gerade umgekehrt. Da musste jeder Betreiber sein eigenes Netz aufbauen,

 » Lees verder

Studie: Viele Steuervergünstigungen verfehlen ihr Ziel und kosten Milliarden

studie:-viele-steuervergunstigungen-verfehlen-ihr-ziel-und-kosten-milliarden

05-11-19 01:23:00,

Lesezeit: 1 min

05.11.2019 12:28

Die Ergebnisse einer Studie zu Steuervergünstigungen, die ein Forscherteam jetzt vorgelegt hat, sind erschütternd: Viele Projekte erreichen ihr Ziel nicht und sind zudem noch teuer.

Studie: Viele Steuervergünstigungen verfehlen ihr Ziel und kosten Milliarden

Forscher gehen mit Steuervergünstigungen hart ins Gericht (Foto: dpa).

Foto: Monika Skolimowska

Artikel ist nur für Abonnenten verfügbar


Lesen Sie die DWN online schon ab 11,99 monatlich

Jederzeit kündbar

Unbegrenzter Zugriff auf sämtliche Online Artikel der Deutschen Wirtschafts Nachrichten

Inklusive unserem täglichen Newsletter für Abonnenten, dem DWN Telegramm

Deutsche Wirtschaftsnachrichten

Deutsche Wirtschaftsnachrichten

Eine Publikation der schwedischen Verlagsgruppe Bonnier

Bonnier

Schnelle und sichere Bezahlung

Innovation des Jahres 2018

Bonnier Award

 » Lees verder

Viele junge Tataren packen die ihnen gebotene Chance (Krim IV)

viele-junge-tataren-packen-die-ihnen-gebotene-chance-(krim-iv)

13-08-19 10:26:00,

Christian Müller / 13. Aug 2019 –

Die Krimtataren, etwa ein Achtel der Bevölkerung auf der Krim, sind kriegs- und leidgeprüft. Russland versucht nun, sie zu fördern.

Dieser Artikel ist nach einem Überblick, einem der Stadt Sewastopol gewidmeten und einem Kertsch und der neuen Brücke zum russischen Festland gewidmeten Beitrag der vierte in einer mehrteiligen Serie über die Krim heute. Alle Berichte basieren auf einem dreiwöchigen Aufenthalt des Autors auf der Krim im Mai/Juni dieses Jahres mit Recherchen vor Ort (cm).

«Du besuchst die Krim, um später auch darüber zu schreiben? Interessant! Aber vergiss dann nicht, auch die Tataren zu befragen, wie es ihnen heute auf der Krim geht. Du weisst doch, dass sie total dagegen waren, sich von der Ukraine abzuspalten und wieder ein Teil Russlands zu werden.» So und ähnlich hörte ich es mehrmals vor unserer Abreise auf die Krim im Mai.

Wer sich für die Geschichte der Krim interessiert, kann die Tataren tatsächlich nicht ausser Acht lassen. Sie haben in der Geschichte der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer lange eine führende Rolle gespielt.

Doch damit gleich zum ersten Problem. Jedes geschichtliche Ereignis hat eine Vorgeschichte. Wo also anfangen? Im 14. Jahrhundert, als die Tataren sich zum Islam bekehrten? Im 15. Jahrhundert, als sie auf der Krim und in den nördlichen und östlichen Steppen ein eigenes Khanat bildeten – in heutiger Terminologie so etwas wie ein eigenes Fürstentum – mit dem Zentrum in Bachtschyssaraj auf der Krim? Oder im 18. Jahrhundert, als sie durch die russische Eroberung der Krim mehr und mehr ins Hintertreffen gerieten?

Eine Katastrophe nach der anderen

Was auch immer vorher schon passiert war: Die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts brachte den Krimtataren eine Katastrophe nach der anderen. Das Verhältnis zwischen den Tataren und Russland war schon lange Zeit belastet von zahlreichen kriegerischen Konflikten. Das führte dazu, dass ein Teil der Tataren im Rahmen der Revolutionen in Russland 1905 und 1917 auf der Seite der Revolutionäre mitkämpften, in der Hoffnung, damit einen Beitrag zur Entmachtung der russischen Nobilität leisten und danach einen eigenen, autonomen Staat bilden zu können. Mit dem Kommunismus allerdings wollten sie nichts zu tun haben, was ihnen nach dem Ende des Bürgerkrieges in Russland wieder nicht gut bekam.

 » Lees verder

Zu viele Sozialausgaben – für grosse Konzerne!

zu-viele-sozialausgaben-–-fur-grosse-konzerne!

11-08-19 11:58:00,

Professor Robert Reich: «Wohlfahrtsprogramme für reiche Konzerne statt für die Armen»
© InequalityMedia

Professor Robert Reich: «Wohlfahrtsprogramme für reiche Konzerne statt für die Armen»

Red. / 11. Aug 2019 –

Professor Robert Reich nennt offene und verdeckte Subventionen an Konzerne beim Namen: Es sind Sozialausgaben für die Reichen.

upg. Robert Reich, Professor für öffentliche Politik und US-Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton, plädiert für das Abschaffen von Subventionen an Luftfahrt- und Erdölkonzerne, Pharma- und Rüstungsindustrien, McDonald’s oder die Landwirtschaft.

Reich zerpflückt das Argument, dass Konzerne dank Subventionen oder Steuererleichterungen mehr Arbeitsplätze schaffen. Ein Beispiel: Der US-Bundesstaat Washington schenkte dem Luftfahrtkonzern Boeing im Jahr 2013 die gewaltige Summe von 8,7 Milliarden Dollar, damit der Konzern seine Produktionsstätten in diesem US-Bundesstaat stehen lässt. In den Jahren darauf entliess Boeing dort 12’000 Beschäftigte.

Die Konzerne könnten sich die Sozialausgaben in Milliardenhöhe sichern, indem sie Hunderte von Millionen Dollar für Lobbying und für Kandidatinnen und Kandidaten bei Wahlen ausgeben, erklärt Reich.

Kleine und mittlere Unternehmen könnten von solchen «Wohlfahrtsprogrammen» nur träumen.

Was Professor Reich in seiner kurzen Zusammenfassung nicht erwähnt: Konzernen werden branchenweise flächendeckend Subventionen oder Steuererleichterungen gewährt, ohne dass der Staat je kontrolliert, ob die einzelnen Unternehmen etwa Arbeitsplätze schaffen oder in effizientere Produktionsanlagen investieren, oder ob sie ihre Gewinne vielmehr dazu missbrauchen, in grossem Stil eigene Aktien aufzukaufen oder dem Management und dem Verwaltungsrat exorbitante Entschädigungen zu zahlen.

Im Gegensatz dazu müssen individuelle Sozialhilfeempfänger gegenüber Behörden alle ihre Einnahmen und Ausgaben offenlegen und sich ständig kontrollieren (und häufig schikanieren) lassen.

Hier die 4-Minuten-Lektion von Robert Reich:

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen,

 » Lees verder

Viele Konzepte der Industrie 4.0 sind leere Versprechungen

viele-konzepte-der-industrie-4.0-sind-leere-versprechungen

03-03-19 08:20:00,

Zahnräder aus Sintermetall. (Foto: dpa)

Zahnräder aus Sintermetall. (Foto: dpa)

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse über den Link,  » Lees verder

Viele Davids gegen Goliath

viele-davids-gegen-goliath

20-02-19 08:10:00,

All diese Anwesenden, und noch etwa 50 mehr, vertreten Staaten, die zusammen mehr als die halbe Weltbevölkerung stellen und die alle (…) zu Opfern der Raubzüge neoliberaler kapitalistischer Staaten wurden. (…)

Als Jorge Arreaza, Außenminister Venezuelas, die (…) Erklärung verlas und dabei die Unrechtmäßigkeit von unilateralen Wirtschaftssanktionen mit Gewaltandrohung sowie territorialer Invasionen hervorhob, wurde deutlich, dass die Macht dieser neuen Solidarität, zu der China, Russland, Kuba, die Demokratische Volksrepublik Korea, Syrien, Iran, Palästina, Nicaragua, Venezuela und viele mehr gehören, eine erhebliche Stärke darstellt, vor der der Westen sich in Acht nehmen sollte. Es war höchste Zeit, dass eine Gegenkraft zur westlichen Dominanz in der UN entstand — ein Dominanz, die auf Geld beruhte, auf großen Zuwendungen, die es den USA und anderen kapitalistischen Mächten erlaubten, die Richtung der UN durch Bestechung, Drohungen und andere Methoden zu kontrollieren sowie die Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Integrität zu verzerren und zu zerstören, derer die UN zur Wahrung ihrer Legitimation und zur Implementierung des nachhaltigen Friedens und der Gerechtigkeit bedarf, für die sie von Franklin Roosevelt geschaffen wurde.

(…) Die gemeinsamen finanziellen Beiträge dieser sich nun zusammenschließenden Länder an die UN werden voraussichtlich die Beiträge der USA übertreffen. Stellt sie es geschickt an, hat diese Organisation bisher geschändeter Länder dadurch ein Drohmittel in der Hand — sollten beispielsweise statt ihrer eigenen Interessen nur die Interessen der USA und Saudi-Arabiens berücksichtigt werden, könnte sie die UN durch die Verweigerung von Zahlungen lahmlegen. Es wird schon lange von der Notwendigkeit einer Reformierung der UN gesprochen — es ist gut möglich, dass diese Organisation innerhalb der UN genau die Reform ist, die notwendig, ja sogar unvermeidbar ist.

Es folgt nun die Rede Jorge Arreazas vor dem Sicherheitsrat der UN:

„Guten Morgen, haben Sie Dank dafür, dass Sie hier sind und diese wichtige Erklärung anhören. (…)

Als wichtige Gruppe von UN-Mitgliedsstaaten, die sich der Notwendigkeit bewusst sind, auch weiterhin die Prinzipien der Gründungs-Charta, die das Verhalten der internationalen Gemeinschaft regelt, zu respektieren, geben wir heute bekannt, dass wir beschlossen haben, uns zum Zwecke der Koordinierung von Aktionen zur Verteidigung der Charta und der Rechte aller Mitgliedsstaaten zu organisieren. Wir sind als wichtige Gruppe von Ländern der Überzeugung, dass die Mehrheit der Mitglieder dieser Organisation dieses Ziel teilt, und somit arbeiten wir daran,

 » Lees verder

Zu viele offene Fragen zum Credit Suisse-Mosambik-Skandal (1)

zu-viele-offene-fragen-zum-credit-suisse-mosambik-skandal-1

17-01-19 08:58:00,

Thomas Kesselring

Thomas Kesselring / 17. Jan 2019 –

Wahrscheinlich über eine Milliarde Dollar veruntreut. Die Ärmsten im ohnehin armen Land spüren die Folgen am eigenen Leib.

Red. In einem ersten Teil informierte Professor Thomas Kesselring über den Inhalt der US-Anklageschrift gegen Manager der Credit Suisse und andere Angeklagte im Mosambik-Skandal. In diesem zweiten Teil stellt Kesselring eine Reihe wichtiger Fragen zusammen, die ungeklärt sind. Er zeigt auch Folgen für die mosambikanische Bevölkerung auf.

Offene Fragen:

  1. Die New Yorker Anklageschrift bezieht sich auf eine Deliktsumme von 200 Millionen Dollar. Wie im ersten Teil ausgeführt, ist dies lediglich ein Sechstel der Gelder, über deren Verwendung der Untersuchungsbericht Kroll nichts aussagen konnte. Was verbirgt sich unterhalb der Spitze des Eisbergs?
  2. Die Frage, ob der CS-Mosambik-Deal auch zur Anschaffung von Waffen im damals – 2013 und 2014 – wieder aufgeflammten Krieg zwischen Frelimo und Renamo benutzt wurde, wie manche Medien in Mosambik langezeit vermuteten, bleibt weiterhin offen. Sie ist weder in der New Yorker Anklageschrift noch im Kroll-Bericht thematisiert. Aber damit ist sie noch nicht unbedingt vom Tisch.
    Tatsache ist, dass die drei halbprivaten mosambikanischen Firmen, die als Nutzniesser der Kredite firmierten, dem Verteidigungsministerium und dem Geheimdienst unterstanden. Hinweise auf eine mögliche militärische Zielsetzung der Kredite gab anlässlich der Anhörung einer Enquête-Kommission im mosambikanischen Parlament am 9. Dezember 2016 António de Rosario (Chef der mosambikanischen Firma, die die Schiffe bauen liess und betreiben sollte): Er sagte aus, die Projekte dienten ausschliesslich der Verteidigung und dem Schutz der mosambikanischen Küsten. De Rosario hatte anscheinend mit den Banken verhandelt und wollte ursprünglich 2 Milliarden Dollar, was ihm nicht auf Anhieb gelang und zur Stückelung in drei Kredite führte. Der Ematum-Kredit sollte, was mit Proindicus beabsichtigt war, aber nicht realisiert werden konnte (Küstenschutz, Verteidigung), „ergänzen, erweitern und verstärken“.
    Die Ausgabe von Bonds durch die CS für den Ematum-Kredit habe die mosambikanischen Geheimhaltungspläne durchkreuzt: „Wir konnten natürlich nicht hingehen und den Banken oder sonst jemandem sagen, dass die Fischerei nicht die Hauptsache war, dass sie für uns auch nicht der ursprüngliche Zweck, sondern lediglich eine Ergänzung war. (…). Nun mussten wir eine andere Firma von Null auf gründen“ – die Fischerei-Firma Ematum [Empresa moçambicana de Atum] (“Of course we could not go and tell either the banks or anyone else that fishing was not the main part;

 » Lees verder

Viele vermeiden Diskussionen mit Andersdenkenden

viele-vermeiden-diskussionen-mit-andersdenkenden

19-12-18 08:57:00,

Nach einer Umfrage sagen fast alle Amerikaner, dass “kritisches Denken” wichtig sei, aber es wird von wenigen praktiziert und weiter gegeben

Helen Lee Bouygues, die enge Beziehungen zu Frankreich hat, beriet viele Jahre Unternehmen, die in Krise gerieten oder vor der Pleite standen, was sie selbst nicht ärmer machte. Möglicherweise hat sie deshalb entdeckt, dass kritisches Denken nicht nur im Geschäftsleben, sondern auch für die Gesellschaft und den Einzelnen wichtig ist – nicht zuletzt als Schutz gegen Fake News. Kritisches Denken werde nicht gelehrt, obgleich es zur Bewältigung der Informationsflut immer wichtiger werde.

Jedenfalls hat sie die Reboot Stiftung gegründet, die kritisches Denken, beginnend im Elternhaus und in der Schule, zu fördern sucht. Entwickelt werden soll auch ein digitales Programm für Eltern, um diese anzuleiten, das kritische Denken ihrer Kinder zu entwickeln. Ob ausgerechnet die Eltern der beste Ansprechpartner dafür sind, mag dahingestellt sein. Und ob Apps oder ähnliches dafür geeignet sind, unabhängiges Denken nach dem Kantschen Leitspruch der Aufklärung zu stimulieren, kann man auch bezweifeln: “Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!”

Die Stiftung hat nun die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, die auch nicht sonderlich ermutigend sein dürften. Ähnlich wie bei anderen “guten” Themen, etwa dem Klimaschutz, sind natürlich auch die meisten für den Gebrauch des kritischen Denkens, aber eher ungern im eigenen Umkreis. Bouygues sagt, ein Unternehmen wieder auf die Füße zu stellen, das aus der Spur gekommen ist, sei eine Übung im kritischen Denken: “Forschung, Analyse und Planung müssen in einer angespannten, unter zeitlichem Druck stehenden Situation Früchte tragen.”

Das klingt weniger nach kritischem Denken, sondern nach einem pragmatischen und zielorientierten Lösungsansatz. Aber sie erklärt natürlich auch, dass kritisches Denken vor allem die Fähigkeit ist, Dinge zu hinterfragen, um zu eigenen Entscheidungen der Urteilskraft zu kommen. Als Definition bietet sie an, dass es eine Art des Nachdenkens sei, “das Schlussfolgerung, Logik und Analyse benötigt, um Entscheidungen zu treffen und Probleme zu verstehen. Zu den wichtigen Elementen kritischen Denkens gehört, entgegengesetzte Standpunkt zu untersuchen, Beweise zu verwenden und sich an Diskussionen zu beteiligen.”

Gerade an letzterem scheint es aber zu hapern. Befragt wurden für die Studie allerdings über Amazons Mechanical Turk gerade einmal 1100 erwachsene Amerikaner, es ist also keine repräsentative Umfrage. Man habe die Verteilung nach Alter,

 » Lees verder

Krypto-Hype: Viele Nachrichten sind bezahlte PR

Krypto-Hype: Viele Nachrichten sind bezahlte PR

28-10-18 08:24:00,

Ein Dollar-Schein (Foto: dpa)

Ein Dollar-Schein (Foto: dpa)

TOP-Meldung

Mehr als die Hälfte der Krypto-Nachrichtenseiten sind käuflich

Laut einem Bericht von Corin Faife in Breaker sind mehr als die Hälfte der beliebtesten Krypto-Blogs dazu bereit, bezahlte Beiträge einschließlich „CEO-Interviews“ zu veröffentlichen, ohne dass diese entsprechend als gesponsert gekennzeichnet sind. Darüber hinaus bieten viele Webseiten Premiumdienste an, bei denen Blog-Autoren PR-Inhalte ohne die Kennzeichnung „Sponsored“ erneut veröffentlichen.

Der Journalist Corin Faife gab sich im Rahmen seiner Recherche als professioneller PR-Experte aus Russland aus und kontaktierte 28 Nachrichtenseiten im Bereich Kryptowährungen, von denen ihm 22 antworteten.

Faife fragte zunächst nach den Preisen für die Veröffentlichung von Informationen auf der Website. Wenn er darauf eine Antwort erhielt, fragte er, ob die Beiträge die Markierung „gesponsert“ erhalten würden. Dies ist das übliche Signal, dass ein Beitrag nicht explizit von den Reportern der Nachrichtenorganisation geschrieben wurde.

Von den 22 Antworten sagten 14, dass die Beiträge ohne die Markierung „gesponsert“ veröffentlicht werden. Die Preise für die Veröffentlichung ohne die übliche Markierung lagen zwischen 250 Dollar und 4.500 Dollar.

Doch es gab auch Krypto-Nachrichtenseiten, die sich klar und deutlich weigerten, gesponserte Inhalte ohne die entsprechende Markierung zu veröffentlichen: BraveNewCoin, Coinjournal, CryptosRus, CCN, Mineable, Oracle Times und ZyCrypto.

Weitere Meldungen

Neues Ethereum-basierter Token ist mit Bitcoin gedeckt

  • Die US-Krypto-Wallet und Blockchain-Sicherheitsfirma BitGo hat die Entwicklung eines Ethereum-basierten Tokens angekündigt, der im Verhältnis 1: 1 mit Bitcoin ist.
  • Wrapped Bitcoin soll den Nutzern eine „Vielzahl neuer dezentraler Anwendungsfälle einschließlich dezentraler Börsen (DEXs), als Sicherheiten für stabile Münzen oder Darlehen, für Zahlungen und flexible intelligente Verträge innerhalb des Ethereum-Ökosystems“ bieten.
  • Größere dezentrale Projekte wie Kyber Network, Gnosis, MakerDAO und andere werden die Einführung der ersten großen Anwendungsfälle der ERC-20-Münze im Januar 2019 vorantreiben.

Chinesisches Gericht bestätigt das Recht auf den Besitz von Bitcoin

  • Das Gericht für Internationale Schiedsgerichtsbarkeit von Shenzhen (SCIA) hat kürzlich bestätigt, dass Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin und einige seiner harten Gabeln, als legales Eigentum gelten und chinesische Bürger das Recht haben, diese zu besitzen und zu übertragen.
  • Der Fall bezog sich nur auf Bitcoin und zwei seiner harten Gabeln, Bitcoin Cash und Bitcoin Diamond,

 » Lees verder

Viele Wahrheiten sind zu unangenehm

Viele Wahrheiten sind zu unangenehm

16-08-18 09:50:00,

Herr Tilgner, Sie waren einer der prominentesten deutschen Auslandskorrespondenten, haben vor einigen Jahren aber mit dem Journalismus im Land gebrochen und sind, was die Arbeit angeht, in die Schweiz ausgewandert. Die Eingriffe in Ihre Arbeit waren für Sie nicht länger hinnehmbar, wie man hört. Wie kam es dazu? Was war das Problem?

Es gab ein Grundproblem und einen Auslöser. Letzterer war eine eigentlich banale Geschichte: Am 18. August 2007 wurde mittags die Deutsche Christina M., die für die Organisation Ora International in Afghanistan arbeitete, aus einem Restaurant in Kabul entführt. Wie gewünscht habe ich am selben Abend für das »heute journal« des ZDF einen kurzen Beitrag gefertigt. Doch anders als vor allem die Kollegen der konkurrierenden Privatsender habe ich nicht über eine Verfolgungsjagd der Polizei berichtet, bei der ein unbeteiligter Taxifahrer erschossen wurde. Mir war bedenklich, dass die angebliche Verfolgungsjagd erst zwanzig Minuten nach der Tat begann.

Am nächsten Morgen bei der Bestellung des Folgestückes musste ich die Kritik schlucken, die »Verfolgungsjagd« nicht erwähnt zu haben. Dass die Geschichte hinten und vorne nicht stimmen konnte und offensichtlich inszeniert war, um die afghanische Polizei in ein gutes Licht zu setzen, stand für mich relativ schnell fest. So hatte mich der Geheimdienstchef von Kabul am Tag nach der Tat vor genau das Haus bestellt, in dem die Entwicklungshelferin gefangen gehalten wurde, was zu dem Zeitpunkt offiziell nicht bekannt war, erschien dann aber nicht zum vereinbarten Termin im von der Polizei komplett abgeriegelten Viertel.

Eine Nacht später wurde die Geisel befreit. Drei der Entführer versteckten sich im Garten des Nachbarhauses und ließen sich dort widerstandslos festnehmen. Offiziell hieß es, die Entführer hätten ein Schreiben mit ihren Forderungen beim afghanischen Privatsender Tolo abgegeben und wären anschließend von der Polizei bis zum Versteck der Entführten verfolgt worden. Dadurch sei es gelungen, den Schlupfwinkel der Täter zu ermitteln.

Dass ich in meinem Bericht über die »Befreiung« die Polizei nicht gelobt hatte, wurde von der »heute journal«-Redaktion kritisiert, ohne dass ich dazu befragt worden war. Dies ist zwar ein durchaus normales Vorgehen, da die meisten Berichte bewertet werden, ohne dass deren Verfasserinnen oder Verfasser beteiligt sind. Für mich war es jedoch ein Grund, aus der Haut zu fahren, als mir nachmittags die Kritik mitgeteilt wurde. Und dann blieb auch noch ein für den Morgen des nächsten Tages angekündigter Anruf aus Deutschland aus,

 » Lees verder