Die Viruszielgruppe

28-04-21 03:26:00,

Mit der bejahenden Aussage lenkte Der Spiegel in einem kurzen Artikel (1) zwar den Blick auf das tatsächliche Problem des Coronageschehens, nämlich das geschwächte Immunsystem, doch die üblich gewordene Personifizierung zur Entwicklung eines griffigeren Feindbildes und ein falsches Verständnis des Virus stellt die Gesamtsituation unbehelligt auf den Kopf und lenkt sie in eine Sackgasse.

Wie kann sich ein Virus so schnell verbreiten, noch rasanter seine Mutanten? Wenngleich niemand bisher weder Beine, Flossen noch Flügel oder wundersame biologische Düsentriebwerke nachweisen konnte, werden ihm eigene Fortbewegungshilfen angedichtet, um mit dem Phänomen seiner Omnipräsenz überhaupt umgehen zu können: Die Theorie, dass sich das Virus nur an ein Tröpfchen oder Aerosolmolekül klammert und/oder durch Schmierinfektion an sein Ziel getragen wird, reicht angesichts der unterschiedlichen Verbreitungsgeschwindigkeiten nicht aus.

Ein Virus hat jedoch kein Eigenleben, es braucht immer einen Wirt. Erwiesenermaßen kann sich ein Virus nur dort halten oder weiterentwickeln, wo das Milieu geeignet ist. Im Falle eines viralen Infekts reagiert das Immunsystem zuerst am Ort der Landung des Virus — oder vielleicht schon früher! Ist das Immunsystem zu träge — aus welchem Grund auch immer, zeigen sich Symptome oder mehr; Selbiges gilt auch für (Flucht-)Mutanten.

Nicht, weil das Coronavirus besonders aggressiv oder tödlich wäre, sterben Menschen, sondern weil ihr Immunsystem an entscheidenden Stellen derart geschwächt ist oder paradox reagiert, dass es seiner natürlichen Funktion nicht mehr nachkommen kann.

Der Grund können besondere Konstellationen bekannter oder latenter Vorerkrankungen sein, ein eklatanter Mangel an Katalysatoren und nicht selten, wie tunlichst verschwiegen wird, eine vorsätzliche Schwächung des Immunsystems durch therapiebedingte Verabreichung von Immunsuppressiva, deren Sinn es ja ist, das Immunsystem zu überlisten.

Professor Dr. Hengel, ärztlicher Direktor der Klinik für Virologie an der Uniklinik Freiburg, outete sich nicht als Exot mit seiner öffentlichen Feststellung (2), dass nicht das Virus, sondern das Immunsystem das Problem sei, sondern äußerte den unstrittigen wissenschaftlichen Konsens. Im selben Artikel nähert sich Professor Dr. Michael Reth, Leiter der molekularen Immunologie am Institut für Biologie III der Uni Freiburg, einer Antwort, die die Gretchenfrage herausfordert:

„Es wäre wichtig, mehr über die Degeneration des menschlichen Immunsystems zu erfahren und vielleicht neue Wege zu finden, die Immunität der Älteren zu verstärken.“

Warum eigentlich nur das Immunsystem der Älteren stärken, statt es insgesamt ohne Medikation über die gesamte Lebensspanne eines Jeden zu ertüchtigen?

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