Vorhersage von Straftaten und ProfilingEuropol und Frontex setzen auf Künstliche Intelligenz

03-03-21 02:12:00,

Seit 1999 existiert die Europäische Polizeiagentur Europol in Den Haag. Zu ihren Aufgaben gehören die Speicherung und Verarbeitung von Daten, die im Rahmen polizeilicher Ermittlungen anfallen. Europol hat dafür ein umfassendes Informationssystem (EIS) eingerichtet, das derzeit rund 1,3 Millionen Sachen und 250.000 Personen enthält. Es wird von Polizeien aus den EU-Mitgliedstaaten mit einem „Data Loader“ in einem automatisierten Verfahren befüllt. Außerdem betreibt die Agentur zu verschiedenen Kriminalitätsbereichen Dateien in sogenannten Analyseprojekten, darunter etwa zu Terrorismus, organisiertem Verbrechen, Cyber- oder Drogenkriminalität.

Europol ist nur zuständig, wenn eine begangene oder mutmaßlich bevorstehende Straftat zwei oder mehr Mitgliedstaaten betrifft. Dann darf die Agentur aber auch Informationen zu Kontaktpersonen verarbeiten, außerdem zu Zeug:innen oder Opfern von Straftaten. Diese Daten werden von einer Software auf sogenannte Kreuztreffer durchsucht. Von dieser Suche nach Zusammenhängen zwischen Taten oder Täter:innen verspricht sich Europol neue Ermittlungsansätze.

Personendaten für Training von „Strafverfolgungsalgorithmen“

Der Europäische Datenschutzbeauftragte hat dieses Verfahren im vergangenen Jahr kritisiert und darauf verwiesen, dass für eine Rasterfahndung in Massendaten keine Rechtsgrundlage existiert. Derzeit diskutieren die EU-Mitgliedstaaten über die Neufassung der Europol-Verordnung, wonach Europol eine solche „Analyse umfangreicher und komplexer Datensätze“ zukünftig erlaubt werden soll. In dem Vorschlag der Kommission wird dies als „Big Data“ bezeichnet.

Die Verordnung soll es außerdem ermöglichen, die umfangreichen Personendaten für das „Entwickeln, Trainieren, Erproben und Validieren“ von Algorithmen einzusetzen. So hatte es der Vizedirektor von Europol, Jürgen Ebner, im November letzten Jahres auf einer hochrangigen Konferenz der Datenbankagentur eu-LISA vorgetragen. Für das Training von „Strafverfolgungsalgorithmen“ müssten operative Daten genutzt werden, weil nur diese „die Realität widerspiegeln“.

Zu den Vorschlägen gehört, dass Europol vor Beginn einzelner „Forschungs- und Innovationsprojekte“, wenn diese eine auf Algorithmen basierende Verarbeitung personenbezogener Daten umfassen, eine Folgenabschätzung vornimmt und den Europäischen Datenschutzbeauftragten unterrichtet. Europol soll außerdem die Zahl entsprechender Projekte veröffentlichen. Etwas versteckt findet sich dort auch der Hinweis, dass hiervon auch „KI-gestützte Instrumente“ umfasst sind.

„Riesige Datenmengen“ durchsuchen

Die verstärkte Nutzung von Algorithmen zur Strafverfolgung hatte die EU-Kommission vor einem Jahr in einem „White Paper“ angekündigt. Künstliche Intelligenz ist deshalb einer der Schwerpunkte des neu eingerichteten „Innovationslaborsbei Europol, mit dem die Agentur die EU-Sicherheitsforschung in verschiedenen Bereichen koordinieren soll. Europol fungiert außerdem als Beobachtungsstelle zu „Risiken,

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Tagesdosis 27.4.2020 – Die Vorhersage | KenFM.de

27-04-20 01:49:00,

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Ein Kommentar von James Corbett.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Wer die Mechanismen der Macht begreift und die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse richtig einschätzt, für den ist es in aller Regel nicht besonders schwer, vorauszusagen, welche soziale, ökonomische und politische Zumutung der Bevölkerung als Nächstes von ihrer Regierung „verordnet“ werden wird. James Corbett von corbettreport.com wagt den Versuch.

Manchmal ist es gar nicht so schwierig, die Zukunft vorherzusagen. Man muss nur zuhören, wenn die Sozialingenieure einem erzählen, was sie tun wollen.

Wenn einem zum Beispiel die Neocons erzählen (https://archive.org/details/RebuildingAmericasDefenses), wir bräuchten ein „neues Pearl Harbor“, um einen Umbau des amerikanischen Militärs zu rechtfertigen, dann kann man darauf wetten, dass ein neues Pearl Harbor stattfinden wird (https://www.cia.gov/library/abbottabadcompound/1D/1D070EA544FE7928BEEF09659C079ACC_David_Ray_Griffin__The_New_Pearl_Harbour.pdf), kaum, dass sie im Amt sind.

Und Bill Gates hat uns nun jahrelang gewarnt (https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready), dass eine Pandemie die Welt, wie wir sie kennen, treffen und völlig umwandeln werde. Er ist sogar so weit gegangen, das exakte Szenario, das wir durchleben, unmittelbar bevor wir es zu durchleben begannen, zu „simulieren (http://www.centerforhealthsecurity.org/event201/about)“.

Ich denke, Sie sehen, worauf ich hinaus will. Manchmal verlangt zu sehen, was kommt, nur dem zuzuhören, was die Planer uns verraten. Dies im Hinterkopf schauen wir uns einmal vier Vorhersagen dazu an, wie die Coronakrise vermutlich weitergehen wird.

1. Die „zweite Welle“ wird den Protestierenden in die Schuhe geschoben

In den nächsten Wochen wird eine zweite COVID-19-Welle kommen. Wir müssen darüber nicht spekulieren. Wir haben es in den letzten paar Monaten nicht nur von jeder Art Politiker und „Gesundheitsautorität“ zu hören bekommen, es war auch ein integraler Bestandteil des inzwischen berüchtigten Artikels „We‘re going back to normal (https://www.technologyreview.com/2020/03/17/905264/coronavirus-pandemic-social-distancing-18-months/)“ (Wir kehren zur Normalität zurück) von MIT Technology Review,

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Die Vorhersage

27-04-20 10:47:00,

von James Corbett

Manchmal ist es gar nicht so schwierig, die Zukunft vorherzusagen. Man muss nur zuhören, wenn die Sozialingenieure einem erzählen, was sie tun wollen.

Wenn einem zum Beispiel die Neocons erzählen, wir bräuchten ein „neues Pearl Harbor“, um einen Umbau des amerikanischen Militärs zu rechtfertigen, dann kann man darauf wetten, dass ein neues Pearl Harbor stattfinden wird, kaum, dass sie im Amt sind.

Und Bill Gates hat uns nun jahrelang gewarnt, dass eine Pandemie die Welt, wie wir sie kennen, treffen und völlig umwandeln werde. Er ist sogar so weit gegangen, das exakte Szenario, das wir durchleben, unmittelbar bevor wir es zu durchleben begannen, zu „simulieren“.

Ich denke, Sie sehen, worauf ich hinaus will. Manchmal verlangt zu sehen, was kommt, nur dem zuzuhören, was die Planer uns verraten. Dies im Hinterkopf schauen wir uns einmal vier Vorhersagen dazu an, wie die Coronakrise vermutlich weitergehen wird.

In den nächsten Wochen wird eine zweite COVID-19-Welle kommen. Wir müssen darüber nicht spekulieren. Wir haben es in den letzten paar Monaten nicht nur von jeder Art Politiker und „Gesundheitsautorität“ zu hören bekommen, es war auch ein integraler Bestandteil des inzwischen berüchtigten Artikels „We‘re going back to normal“ (Wir kehren zur Normalität zurück) von MIT Technology Review, der offenlegte, wie die Wellen aus Lockdowns und Lockerungen in Zukunft unsere Leben umstrukturieren würden und uns an die Corona-Weltordnung gewöhnen würden.

Und falls immer noch Zweifel bestehen, dass dies ein wichtiger Bestandteil des Pandemienarrativs ist: Bill Gates hat es jüngst in seinem aktuellen Beitrag auf „GatesNotes“ über „Die erste moderne Pandemie“ bekräftigt.

Faktisch haben die Pandemieplaner die Öffentlichkeit inzwischen so oft vor einer zweiten (und dritten und vierten und fünften…) Welle gewarnt, dass wir praktisch garantieren können, dass solch eine „zweite Welle“ auftreten wird.

Nun, solch eine zweite Erkrankungswelle könnte tatsächlich auftreten, und sei es nur, weil – wie Dr. Dan Erickson in seinem aktuellen COVID-19-Lagebericht anmerkt – die Menschen, wenn sie aus der Isolation durch den Lockdown kommen, ein geschwächtes Immunsystem haben und folglich empfänglicher für Krankheitserreger aller Art sein werden.

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Algorithmus zur Vorhersage der Rückfälligkeit von Straftätern: Blendwerk an Komplexität

19-01-18 11:10:00,

Bild: Gerd Altmann/CC0

Das Big-Data-Programm ist nicht besser als eine Zufallsgruppe von Menschen, die aus dem Bauch heraus entscheiden

Eine Studie stellt Programme bzw. Algorithmen in Frage, die Vorhersagen über künftiges Verhalten von Menschen machen (predictive analytics). In den USA wird das Programm Correctional Offender Management Profiling for Alternative Sanctions (COMPAS), das mittlerweile equivant heißt, vielfach auch von Gerichten eingesetzt, um das Risiko abzuschätzen, ob Straftäter wieder rückfällig werden. Solche Beurteilungen haben Folgen für die Betroffenen und können beispielsweise das Strafmaß beeinflussen. Aber das Programm, das angeblich neutral viele Parameter in die Vorhersage einbezieht, arbeitet nicht besser als Menschen, die keine Ahnung von der Rechtsprechung haben.

Predictive Analytics oder Vorhersageprogramme, die mit großen Datenmengen (Big Data) und Maschinenlernen arbeiten, werden für viele Zwecke eingesetzt oder entwickelt. So will man damit das Risiko von Erkrankungen oder die Wahrscheinlichkeit des Begehens von Straftaten in der Zukunft berechnen, um präventiv handeln zu können. Sagt das Programm, dass etwa in einem Stadtviertel zu einer bestimmten Zeit vermehrt Einbrüche oder Gewaltverbrechen zu erwarten sind, werden dort verstärkt Polizeikontrollen durchgeführt. Mit Prädiktiven Algorithmen kann auch die Kreditfähigkeit, die Jobeignung oder die beste Möglichkeit errechnet werden, wann und wo Werbung geschaltet oder Angebote gemacht werden sollen.

Die Wissenschaftler des Dartmouth College haben mit COMPAS bzw. equivant eines der Programme untersucht, die Entscheidungen mit nachhaltigen Folgen beeinflussen. Das Programm kam 1998 auf den Markt, seit 2000 wurden eine Million Angeklagte beurteilt, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie innerhalb von zwei Jahren wieder rückfällig werden können. Dafür werden 137 Eigenschaften der geprüften Person ausgewertet. Untersuchungen stellten bereits heraus, dass das Programm nicht zuverlässig ist und rassistische Vorurteile pflegt. Es bezieht zwar nicht direkt die ethnische Herkunft der Personen ein, die aber durch verschiedene Merkmale einfließt. Zwar ist die Genauigkeit der Vorhersage bei Weißen und Schwarzen in etwa gleich hoch, aber es werden doppelt so viele Schwarze falsch beurteilt als Weiße. Rückfälligkeit wird danach beurteilt, ob Menschen erneut in Haft kommen. Allein das verzerrt bereits das Bild, weil Schwarze beispielsweise wegen Drogen viermal so häufig wie Weiße inhaftiert werden.

Es ist also die Frage nicht nur, wie gut solche Vorhersageprogramme sind, sondern auch wie fair oder vorurteilslos. Die Wissenschaftler zeigen, wie sie in ihrer in Sciences Advances veröffentlichten Studie schreiben,

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