Pandemie des Wahnsinns

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01-04-20 05:29:00,

Was ein Virus mit uns macht – Ein Kommentar

Mit der Coronawelle geht auch eine beispiellose Solidaritätswelle einher. Ganze Gemeinden schließen sich zusammen und helfen einander. Für besonders Bedürftige werden Einkaufshilfen und andere Hilfsdienste bereitgestellt. Viele Betriebe stellen auf die Produktion von Schutzausrüstung um. Jeder wird zum Wohltäter. Es scheint, als würde uns die Coronakrise nun endlich zu der viel beschworenen Wertegemeinschaft zusammenschweißen, die das Wohl des Nächsten hochhält und den bisher allseits präsenten kollektiven Egoismus doch noch vertreibt. Doch diese Krise zeichnet auch ein erschreckendes Bild.

Der Blick auf die Straßen erfüllt derzeit mit Trostlosigkeit. Ein Gefühl beklemmender Enge macht sich breit. Und das obwohl der Frühling endlich angekommen scheint: Die Sonne lacht, der Himmel ist blau. Vogelgezwitscher überall. Und dennoch schwindet dieses leise Unbehagen nicht. Etwas stimmt nicht, man fühlt es. Eigentlich wollte man nach draußen gehen, um die blühende Wiederkunft der Natur zu bestaunen. Dann bricht eine monotone Sprachansage auf den Straßen die Behaglichkeit des Gedankenausschweifs. Man wird dazu aufgefordert, zuhause zu bleiben und nur aus schwerwiegenden Gründen nach draußen zu gehen. Und schlagartig besinnt man sich, woher das beklemmende Gefühl stammt.

So dürfte es derzeit nicht Wenigen gehen, die aufgrund der Notlage diese kollektive Zwangspause einlegen müssen. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Im Gegenteil, die Maßnahmen nehmen ein immer drakonischeres Maß an. Man hofft die Infektionsketten damit endlich zu durchbrechen und die vielzitierte “Kurve” flachzuhalten. Die sanitären Strukturen sollen entlastet, eine Simultaninfektion zu vieler Menschen möglichst vermieden werden.

Die Strategie macht Sinn – für die Meisten jedenfalls. Man hält sich weitgehend an die Regeln. Es geht ja schließlich um das Wohl der Allgemeinheit. Die vielen Initiativen zur gegenseitigen Hilfe in dieser schwierigen Zeit sind löblich – keine Frage. Es scheint als förderte die Krise das Edelste im Menschen zutage. Solidarität, Hilfsbereitschaft und unbescholtener Altruismus stehen hoch im Kurs. Wer hätte das gedacht.

Doch der nunmehr rare Gang durch die Straßen offenbart auch ein ganz anderes Bild. Von den wenigen Leuten, denen man noch bei ihren täglichen Besorgungen begegnet, wird man streng inspiziert. Dann wird der Blick gesenkt und in sicherem Bogen vorbeigegangen. Oder man wechselt gleich die Straßenseite, denn jeder ist dieser Tage eine potenzielle Gefahr.

Hat man keinen Mundschutz oder zumindest eine Einkaufstasche bei der Hand,

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