Die Verbannung der Wahrheit

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24-01-19 10:31:00,

Der Investigativreporter Seymour Hersh beschreibt in seinen Memoiren mit dem Titel „Reporter“ einen Moment, in dem er als junger Journalist zufällig mithörte, wie ein Chicagoer Polizist den Mord an einem Afroamerikaner zugab. Der ermordete Mann war von der Polizei fälschlicherweise als Verdächtiger bei einem Überfall dargestellt worden, der erschossen worden sei, als er versucht habe, seiner Verhaftung zu entgehen. In verzweifelter Hektik rief Hersh seinen Redakteur an, um zu fragen, was er tun solle.

„Der Redakteur hielt mich dazu an, nichts zu tun“, schreibt er. „Es stünde mein Wort gegen das all der beteiligten Polizisten, und sie würden mich alle der Lüge bezichtigen. Die Botschaft war klar: Ich hatte keine Story. Doch natürlich hatte ich eine.“ Er beschreibt sich selbst als „voller Verzweiflung angesichts meiner Schwäche und der Schwäche eines Berufsstandes, der mit Kompromissen und Selbstzensur so leichtfertig umging“.

Hersh, der beste Investigativreporter seiner Generation, deckte das Chemiewaffenprogramm des US-Militärs auf, das tausende Soldaten und Freiwillige, darunter Pazifisten der Siebenten-Tags-Adventisten, als menschliche Versuchskaninchen benutzte, um die Auswirkungen biologischer Agenzien wie Tularämie, Gelbfieber, Rifttalfieber und der Pest zu messen.

Er brachte die Geschichte des Massakers von Mỹ Lai ans Licht. Er enthüllte die Abhöraktion Henry Kissingers gegen seine engsten Unterstützer im Nationalen Sicherheitsrat (NSC) sowie gegen Journalisten, die Finanzierunggewalttätiger extremistischer Gruppen durch die CIA zum Sturz des chilenischen Präsidenten Salvador Allende, das Ausspionieren einheimischer Regimekritiker in den USA durch die CIA, die sadistischen Foltermethoden amerikanischer Soldaten und beauftragten Personals im irakischen Abu-Ghraib-Gefängnis, und die Lügen der Obama-Regierung bezüglich des Überfallkommandos, das Osama bin Laden tötete.

Doch er beginnt seine Memoiren mit dem — jedem Reporter vertrauten — aufrichtigen Geständnis, dass es von den Mächtigen verübte Verbrechen und Ereignisse gibt, über die man nie schreibt, jedenfalls nicht, wenn man seinen Job behalten will. In seinem Buch beklagt er unter anderem seine Entscheidung, einem Bericht nicht nachzugehen, den er erhalten hatte und der Präsident Richard Nixon beschuldigte, seine Frau Pat geschlagen zu haben, sodass sie in einer Notaufnahme in Kalifornien landete.

Reporter, die gemeinsam mit Militäreinheiten in den Irak und nach Afghanistan reisen, werden regelmäßig Zeugen von Gräueltaten und oft auch von Kriegsverbrechen, die das US-Militär verübt, doch sie wissen, dass ihr Zugang von ihrem Schweigen abhängt. Diese geheime Übereinkunft zwischen der Presse und den Mächtigen ist ein grundlegender Bestandteil des Journalismus,

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Cassis: Die Wahrheit zuerst zurechtbiegen statt Fehler zugeben

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22-01-19 10:10:00,

Urs P. Gasche / 22. Jan 2019 –

Nach seinem Besuch einer Glencore-Mine in Sambia verstrickt sich der schlecht beratene Bundesrat in immer mehr Widersprüche.

Bundesrat Ignazio Cassis liefert ein Musterbeispiel dafür, wohin es führen kann, wenn Berater und PR-Leute versuchen, die Medien mit Schönrederei auf ihre Seite zu bringen.

Die Ausgangslage

Bundesrat Cassis lässt sich auf seiner Reise nach Sambia von Glencore die Kupfermine Mopani in der Stadt Mufulira zeigen. Die Bevölkerung rings um das Schmelzwerk und die dazu gehörende Säurefabrik litt in der Vergangenheit an giftigen Schwefeldämpfen. Heute sind die Abgase geringer als früher, aber immer noch gesundheitsgefährdend.

Während seines Besuchs verbreitete Cassis’ Aussendepartement EDA – wohl im Hinblick auf die Abstimmung über die Konzernverantwortungs-Initiative – in einem Communiqué:

    «Die schädlichen Emissionen halten jetzt die Höchstwerte ein, welche die Weltgesundheitsorganisation WHO festgesetzt hat.»

Das war eine Steilvorlage für den Rohstoff-Konzern Glencore mit Hauptsitz in der Schweiz: Er kann künftig verbreiten, die Schweizer Regierung habe bestätigt, dass die Kupferminen in Sambia die WHO-Richtwerte einhalten.

Das Problem: Weder die betroffene Bevölkerung in Mufulira noch lokale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) noch Bundesrat Cassis und seine Leute haben je Einblick in die in ihren Wohnquartieren gemessenen Werte der giftigen Abgase bekommen. Das EDA und Cassis übernahmen ungeprüft Angaben von Glencore. Im Nachhinein sagte EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier gegenüber Infosperber, er habe die Information über die Einhaltung der WHO-Richtwerte «von einem Kollegen des Departements» erhalten.

Cassis bagatellisiert die heute grösste Gesundheitsgefahr

Nachdem Vertreter lokaler NGOs berichteten, dass Anwohner erst kürzlich wieder wegen Atemnot ins Spital gebracht werden mussten, räumte Glencore auf Anfrage von Infosperber ein, dass die Immissionen «den vorgeschriebenen [WHO-]Wert für kurze Zeit überschreiten können». Nämlich immer dann, wenn die Anlagen nach Stillstand oder nach Stromausfällen wieder in Betrieb genommen werden.

Darauf angesprochen im «Echo der Zeit» vom 12. Januar, ruderte Bundesrat Cassis etwas zurück und sagte, die WHO-Grenzwerte würden «im Grossen und Ganzen» eingehalten. Nur im «winzigen Moment», wenn die Minen angefahren werden, könnten «Grenzwerte» überschritten sein. Also nicht der Rede wert, lautete die verharmlosende Botschaft des Aussenministers.

«Ich dachte, ich ersticke»

Als früherer Kantonsarzt sollte es Cassis besser wissen: Selbst nur kurzzeitig austretende Dämpfe von Schwefeldioxid (SO2) sind für Menschen mit Atmungsproblemen gefährlich und können Asthma-Attacken auslösen.

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Mord an der Wahrheit | KenFM.de

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25-12-18 04:41:00,

Die Mainstream-Medien führen einen Krieg gegen die Meinungsfreiheit.

von Shane Quinn.

Anfang 2017 gab die New York Times den folgenden neuen Leitsatz bekannt: „Die Wahrheit ist heute wichtiger als je zuvor.“ Damit hat sie sich ein scheinbar edles, doch möglicherweise strittiges Motto auf die Fahnen geschrieben, wenn man die jüngste Vergangenheit der Zeitung näher betrachtet. Zwei Experten für Völkerrecht, Howard Friel und Richard Falk, haben nach der Irak-Invasion von 2003 ein Buch mit dem Titel „The Record of the Paper: How the New York Times Misreports US Foreign Policy“ veröffentlicht, zu dem bisher kaum Rezensionen erschienen.

Friel und Falk haben sich aufgrund der Bedeutung dieser Zeitung auf die Times konzentriert. Die Autoren heben hervor, dass die Begriffe „Völkerrecht“ und „UN-Charta“ in 70 Times-Leitartikeln zum Irak – im Zeitraum vom 11. September 2001 bis zum 20. März 2003 – kein einziges Mal vorkommen. Die „Wahrheit“ schien nicht besonders „wichtig“ zu sein, denn die Times sah der Zerstörung des Irak stillschweigend zu.

Das auf die amerikanische Öffentlichkeit gerichtete Trommelfeuer der Propaganda war so stark, dass 69 Prozent der Bevölkerung glaubten, Saddam Hussein sei in die Anschläge vom 11. September „persönlich verwickelt“ gewesen. Das ist ein erheblicher Manipulationserfolg. Die Umfrageergebnisse müssen dem irakischen Diktator, einem vergessenen ehemaligen Verbündeten der USA, völlig neu gewesen sein.

Warum Hussein es auf sich nehmen sollte, einen Überraschungsangriff ausgerechnet gegen die USA zu veranlassen, sei dahin gestellt. Vielleicht, falls er einen Todeswunsch gehabt hat, doch spätere Ereignisse zeigten, dass er kein selbstmörderischer Typ war.

Muster der Mainstream-Berichterstattung

Es war nicht allein die Times, die der amerikanischen Bevölkerung den Irakkrieg verkaufte; auch Fernsehsender von Fox News bis CBS und CNN waren überwiegend Kriegsbefürworter. Fox News, im Besitz von Rupert Murdoch – der den illegalen Konflikt nachdrücklich unterstützte –, platzierte dauerhaft eine US-Flagge in der Ecke seiner Fernsehbilder. Fox-Mitarbeiter wurden verpflichtet, die Invasion als „Operation Iraqi Freedom“ – „Operation für die Freiheit des Irak“ – zu bezeichnen, bei der später hunderttausende Iraker getötet wurden.

Dieses Muster zieht sich auch durch die Berichterstattung zu anderen unrechtmäßigen Interventionen, sichtbar etwa im liberalen Guardian,

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Mord an der Wahrheit

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21-12-18 07:57:00,

Die Mainstream-Medien ermorden die Meinungsfreiheit
von Shane Quinn

Anfang 2017 gab die New York Times den folgenden neuen Leitsatz bekannt: „Die Wahrheit ist heute wichtiger als je zuvor.“ Damit hat sie sich ein scheinbar edles, doch möglicherweise strittiges Motto auf die Fahnen geschrieben, wenn man die jüngste Vergangenheit der Zeitung näher betrachtet. Zwei Experten für Völkerrecht, Howard Friel und Richard Falk, haben nach der Irak-Invasion von 2003 ein Buch mit dem Titel „The Record of the Paper: How the New York Times Misreports US Foreign Policy“ veröffentlicht, zu dem bisher kaum Rezensionen erschienen.

Friel und Falk haben sich aufgrund der Bedeutung dieser Zeitung auf die Times konzentriert. Die Autoren heben hervor, dass die Begriffe „Völkerrecht“ und „UN-Charta“ in 70 Times-Leitartikeln zum Irak – im Zeitraum vom 11. September 2001 bis zum 20. März 2003 – kein einziges Mal vorkommen. Die „Wahrheit“ schien nicht besonders „wichtig“ zu sein, denn die Times sah der Zerstörung des Irak stillschweigend zu.

Das auf die amerikanische Öffentlichkeit gerichtete Trommelfeuer der Propaganda war so stark, dass 69 Prozent der Bevölkerung glaubten, Saddam Hussein sei in die Anschläge vom 11. September „persönlich verwickelt“ gewesen. Das ist ein erheblicher Manipulationserfolg. Die Umfrageergebnisse müssen dem irakischen Diktator, einem vergessenen ehemaligen Verbündeten der USA, völlig neu gewesen sein.

Warum Hussein es auf sich nehmen sollte, einen Überraschungsangriff ausgerechnet gegen die USA zu veranlassen, sei dahin gestellt. Vielleicht, falls er einen Todeswunsch gehabt hat, doch spätere Ereignisse zeigten, dass er kein selbstmörderischer Typ war.

Es war nicht allein die Times, die der amerikanischen Bevölkerung den Irakkrieg verkaufte; auch Fernsehsender von Fox News bis CBS und CNN waren überwiegend Kriegsbefürworter. Fox News, im Besitz von Rupert Murdoch – der den illegalen Konflikt nachdrücklich unterstützte –, platzierte dauerhaft eine US-Flagge in der Ecke ihrer Fernsehbilder. Fox-Mitarbeiter wurden verpflichtet, die Invasion als „Operation Iraqi Freedom“ – „Operation für die Freiheit des Irak“ – zu bezeichnen, bei der später hunderttausende Iraker getötet wurden.

Dieses Muster zieht sich auch durch die Berichterstattung zu anderen unrechtmäßigen Interventionen, sichtbar etwa im liberalen Guardian, der die Zerstörung Lybiens im Jahr 2011 befürwortete, mit Leitartikeln, die beschworen „Je schneller Muammar al-Gaddafi fällt,

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Die verschwiegene Wahrheit

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01-12-18 09:14:00,

„Warum schweigen die Lämmer?“ fragt Professor Rainer Mausfeld im Titel seines aktuellen Buches provokant und schaffte es damit auf Anhieb auf die Spiegel-Bestsellerliste. Mausfeld trifft einen Nerv – seine Analyse zur verdeckten Rolle von Machteliten in unserer Gesellschaft macht verständlich, was viele Bürger zwar fühlen, aber bislang nur schwer in Worte fassen konnten: Warum die behauptete Demokratie an vielen Stellen nur schöner Schein ist. Seit seinem Erscheinen vor zwei Monaten hält sich das Buch durchgängig in den Top 30 der Sachbuchbestseller, der Verlag druckt bereits die vierte Auflage – und das ganz ohne große Werbung und Pressepräsenz.

Wie reagieren die Leitmedien auf diesen, für ein anspruchsvolles Sachbuch zu politischer Theorie einigermaßen erstaunlichen Erfolg? Nehmen sie den Ball auf, führen sie die Debatte weiter, wird Mausfeld zu Anne Will und Frank Plasberg eingeladen? Mitnichten. Ist die Frage naiv? Wahrscheinlich. Der Mainstream tut bislang jedenfalls vor allem zweierlei: Schweigen und, wo das nicht reicht, diffamieren.

Nachdem der Deutschlandfunk das Werk in der Woche des Erscheinens als „klagende Behauptung“ und „Empörungsbuch“ abgekanzelt hatte, passierte in den großen deutschen Medien wochenlang erst einmal gar nichts. Landauf, landab tat man in den Feuilletons und politischen Redaktionen der Republik ganz einfach so, als sei der brisante Bestseller des Kieler Psychologieprofessors nie erschienen.

Es dauerte einen ganzen Monat – und eine lobende Rezension in der Schweizer (!) Neuen Züricher Zeitung –, bis die Süddeutsche Zeitung sich bemüßigt sah, warnend einzugreifen. Wenn ein radikales, unbequemes Buch sich trotz Totschweigens weiter erfolgreich verkauft – und dann auch noch im Ausland gelobt wird –, muss, so scheint es, die Strategie geändert werden. Man schaltete auf Angriff und wechselte dazu in geübter Manier in den Diffamierungsmodus. Rainer Mausfeld, so meinte die Süddeutsche nun zu erkennen, sei „abgedriftet in krude Bescheidwisserei“ – eine Art Feuilleton-Deutsch für: „Wir können die vom Autor vorgebrachten Fakten leider nicht widerlegen.“

Mausfelds Ansichten seien „schnell geschrieben und schnell beklatscht, deshalb aber noch lange nicht wahr“. Der Leser, der an dieser Stelle gespannt auf die Argumentation des Rezensenten wartet, wird stattdessen mit einer vagen Bekundung abgespeist: Mausfelds Gedanken würden, so wörtlich, „der Komplexität im Ringen um Fortschritte in der Weltgemeinschaft nicht gerecht“. Das klingt hilflos verschwurbelt und ließe sich vielleicht übersetzen mit: „Ich weiß zwar auch, dass das herrschende System gerade nicht gut aussieht,

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Die Wahrheit über die USA

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24-11-18 10:52:00,

Viele wissen, dass Noam Chomsky zu den lautesten Kritikern des US-amerikanischen Imperialismus gehört. Seit mehreren Jahrzehnten macht Chomsky auf die außenpolitischen Aggressionen seiner Regierung aufmerksam und protestiert vehement dagegen.

In den 1960er-Jahren protestierte der junge Chomsky gemeinsam mit zahlreichen anderen Aktivisten und Intellektuellen entschlossen gegen die Verbrechen in Vietnam. Selbiges geschah in den darauffolgenden Jahren, als Washington mehrere südamerikanische Staaten ins Chaos stürzte. In den Wirren des Kalten Krieges wurden dabei vor allem linksgerichtete, demokratische Regierungen in Chile und anderswo eliminiert, während rechten Hardlinern, die innerhalb kürzester Zeit brutale Diktaturen errichteten, an die Macht verholfen wurde.

Die Auswirkungen der damaligen Politik zeigen sich in den Vereinigten Staaten bis heute. Weiterhin verlassen Menschen den südamerikanischen Kontinent und ziehen gen Norden, ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Dort werden sie allerdings von Mauern, Zäunen und brutalen Grenzwachen aufgehalten. Jene, die Nordamerika dennoch erreichen, leben oftmals in der Illegalität. Ihre Flucht nimmt praktisch kein Ende, denn sie fliehen weiterhin — vor einer möglichen Abschiebung.

Chomsky ergreift nicht nur Partei für diese Menschen, sondern erinnert stets an den Gesamtkontext. Es liegt nämlich auf der Hand, dass die Menschen weiterhin vor den Auswirkungen der Politik Washingtons in ihren Heimatländern fliehen. Ähnlich verhält es sich auch in anderen Regionen der Welt, etwa im Nahen Osten oder in Afghanistan.

Als Chomsky sich gegen die Afghanistan-Invasion der USA aussprach und daraufhin von Aktivisten in Pakistan zu Vorträgen eingeladen wurde, verwehrte ihm die mit Washington verbündete Regierung in Islamabad ein Einreisevisum. Ähnlich verhielt es sich mit dem illegalen Krieg in Irak, den Chomsky als eines der größten Verbrechen des 21. Jahrhunderts betrachtet.

Ein besonderer Ruf eilt Chomsky allerdings aufgrund seiner Kritik an Israel voraus. In der westlichen Welt gibt es nur wenige Menschen, die sich derart lautstark für die Rechte der Palästinenser einsetzten wie er.

Aufgrund seiner jüdischen Wurzeln pflegt Noam Chomsky ein ambivalentes Verhältnis zum israelischen Staat. Dieser führe auf palästinensischem Boden nicht nur eine kolonialistische Siedlungspolitik fort, sondern sieht sich auch im Recht, in regelmäßigen Abständen Palästinenser zu ermorden, während die von den USA geführte internationale Staatengemeinschaft meist damit beschäftigt sei, irgendwelche „Schurkenstaaten“ zu verteufeln. Angesichts der aktuellen politischen Lage in Israel verwundert es kaum, dass Chomsky zuletzt die Einreise verweigert wurde,

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Zur Verbreitung der Wahrheit | KenFM.de

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31-10-18 09:08:00,

Eine Empfehlung nach Brecht

Von Wolfgang Bittner.

Zurzeit wird wegen des mangelnden Datenschutzes bei Facebook und des Missbrauchs persönlicher Daten bei Microsoft unter Nutzern diskutiert, ob es sinnvoll ist, sich weiter auf derartige Ausspäh-Kraken einzulassen. Obwohl ich vor etwa zwei Jahrzehnten mit dieser speziellen Frage noch nicht konfrontiert war, habe ich in meinem 2002 bei Rowohlt erschienenen Buch „Beruf: Schriftsteller – Was man wissen muss, wenn man vom Schreiben leben will“, zu dieser Thematik Bertolt Brechts „Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“ zitiert:

Wer heute die Lüge und Unwissenheit bekämpfen und die Wahrheit schreiben will, hat zumindest fünf Schwierigkeiten zu überwinden.

Er muss den Mut haben, die Wahrheit zu schreiben, obwohl sie allenthalben unterdrückt wird;

die Klugheit, sie zu erkennen, obwohl sie allenthalben verhüllt wird;

die Kunst, sie handhabbar zu machen als eine Waffe;

das Urteil, jene auszuwählen, in deren Händen sie wirksam wird;

die List, sie unter diesen zu verbreiten.

Diejenigen, die heute die Bevölkerung in die Irre führen, um daraus – wie auch immer – ihren Vorteil zu ziehen, haben Brechts Anleitung zum Schreiben der Wahrheit offenbar zur Kenntnis genommen, bedacht und ins Gegenteil verkehrt:

Wer heute die Lüge und Unwissenheit verbreiten will, hat zumindest fünf Schwierigkeiten zu bedenken.

Er muss sich die Möglichkeit schaffen, die Unwahrheit zu schreiben, obwohl sie hier und da erkannt wird;

er muss die Schamlosigkeit besitzen, die Wahrheit zu verschleiern;

die Dreistigkeit, die Lüge als Waffen handhabbar zu machen;

die Urteilsfähigkeit, jene auszuwählen, in deren Händen die Unwahrheit zur Wirkung gebracht werden kann;

die List, jene so zu indoktrinieren oder zu korrumpieren, dass sie überzeugend wirken.

Was schlussfolgern wir daraus?

Die alternativen Medien, die sich gegen Lüge und Unwissenheit wenden, sollten die Empfehlungen Brechts beherzigen, die vorhandenen Möglichkeiten der Kommunikation nutzen und zugleich neue Netzwerke schaffen. Eine andere Frage ist, ob sich die einzelnen Nutzer auf Facebook & Co. einlassen wollen und wie sie gegebenenfalls damit umgehen.

Wir wissen, dass die Geheimdienste das Internet überwachen, dass unsere Daten bei Google abgeschöpft werden,

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Die vertuschte Wahrheit

Die vertuschte Wahrheit

24-10-18 08:49:00,

Während des Sechs-Tage-Krieges im Jahr 1967 griff Israel das US-amerikanische Spionageschiff USS Liberty in internationalen Gewässern an als das Schiff mit 5 Knoten vor der Sinai-Küste segelte. Von den 294 Besatzungsmitgliedern wurden 34 getötet und 171 verwundet.

Die israelische Regierung behauptet bis heute, dass ihre Streitkräfte die USS Liberty irrtümlicherweise mit einem ägyptischen Versorgungsschiff, El Quseir, verwechselt hätten. Die israelische Regierung entschuldigte sich für diesen „tragischen Fehler“ und entschloss sich, eine Entschädigung zu zahlen. Die damalige US-Regierung akzeptierte Israels Erklärung ohne Vorbehalt, jedoch nicht die überlebenden Besatzungsmitglieder des Schiffes. Diese behaupten bis heute, dass die israelische Luftwaffe das amerikanische Schiff bewusst angegriffen hat und es samt Besatzung versenken wollte.

Da sich diese Interpretationen widersprechen, konzentriert sich der größte Teil der Veröffentlichungen über diesen Vorfall auf diese Auseinandersetzung (1). 2003 erschien das Buch „Operation Cyanide“ des britischen Journalisten Peter Hounam (2). Darin räumte der Autor endgültig mit der Legende eines Fehlangriffes Israels auf und zeigt, dass sowohl die israelische als auch die amerikanische Regierung gemeinsam die Wahrheit durch Verschleierung, Einschüchterung von Zeugen und Lügen zu verheimlichen suchen.

Die eigentliche Mission des Schiffes bleibt auch nach mehr als 50 Jahren immer noch ein Geheimnis beider Staaten.

Während eine zunehmende Zahl von Persönlichkeiten, darunter ehemalige hochrangige amerikanische Militärs und Staatsmänner (3), die These eines Irrtums verwerfen, bleiben folgende Fragen unbeantwortet: Warum wurde die Liberty angegriffen? Und was erklärt das Beharrungsvermögen aller US-Regierungen, die Wahrheit zu verheimlichen? Dieser Beitrag soll ein wenig Licht in den Sachverhalt bringen.

Zunächst sollen zwei Motive für Israels Versuch, die Liberty zu versenken, erörtert werden:

Da Israels Streitkräfte im Sinai Kriegsverbrechen begingen und die Liberty den Funkverkehr der Israelis abfing, soll Israel versucht haben, die Zeugen „abzuschalten“. Diese Erklärung beruht auf drei dürftigen Annahmen, nämlich, dass die israelischen Streitkräfte über ihre Kriegsverbrechen im Funk diskutierten, dass die Liberty diese abgefangenen Meldungen nicht sofort nach Washington melden würde und dass die USA, ein Verbündeter Israels, über Israels Ermordung ägyptischer Gefangener übermäßig besorgt gewesen wären. Israelische Behörden haben jedenfalls nicht versucht, ihren eigenen Bürgern den Mund zu verbieten, die diese Kriegsverbrechen persönlich erlebt hatten, denn später wurde darüber in Israel offen berichtet.

Ein anderes Motiv für den Angriff auf die Liberty wäre der Versuch Israels zu verhindern, dass die USA von seinen Angriffsplänen auf Syrien erfuhren.

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Eine unbequeme Wahrheit

Eine unbequeme Wahrheit

06-10-18 08:14:00,

Manchmal ist es erhellend, eine Erkenntnis mit ein paar persönlichen Bemerkungen zu verbinden. Ich gehöre zu den wenigen meiner Generation, welche die Hippie-Bewegung mit vollem Bewusstsein erlebt haben, aber keine Freaks geworden sind, sondern Drogen und freie Liebe schon bald wieder hinter sich ließen. Das Misstrauen gegen die Mächtigen aber ist geblieben und hat in meinem Fall dazu geführt, dass ich mich nie in eine hierarchische Struktur einordnen konnte oder wollte, weder in die Hierarchie einer Rundfunkanstalt noch in die einer großen Firma, einer staatlichen Organisation oder der deutschen Hochschul-Wissenschaft. Das erklärt meine Distanz zum System und aus der Distanz hat man einen besseren Überblick.

Die Zeiten vor fünfzig Jahren ohne PC, Laptop und Smartphone waren erstaunlich kommunikativ, es gab eine Bewusstseinserweiterung nach der anderen, auch ohne LSD. Daher war sich die Jugend so sicher, dass Love and Peace nicht nur Schlagworte, sondern Ideale sind, die für den Rest des Lebens gelten.

Ein besonders sinnreicher, wenn auch unscheinbarer, Spruch ist der Satz von Bob Dylan:

Don’t think twice! Also: „Denke nicht zweimal!″

Das ist kein Sponti-Spruch, sondern eine Faustregel für den Umgang mit der eigenen Intelligenz. Man sollte versuchen, den ersten Gedanken zu verfolgen. Also nicht ohne zu denken handeln, aber auch nicht zweimal denken, ohne zu Handeln.

Wenn die Synapsen sich beim ersten Denken zusammenfügen, soll man sie erst einmal so belassen. Die erste Möglichkeit, die aufleuchtet, nicht mit einem zweiten Gedanken schon verwerfen. Das ist etwas, das gerade intelligente und gebildete Leute (dazu gehören ja auch einige Politiker) immer wieder falsch machen, sie übergehen das Nächstliegende zugunsten von Lösungen zweiten Grades.

Wenn es überall zu viel Müll und Abfälle gibt, ist wohl der erste Gedanke: Die Abfallmenge reduzieren! Doch diese Idee wurde nicht durchgesetzt. Reduzierung entspricht nicht dem System von Konsumgesellschaft und Wirtschaftswachstum. Stattdessen hat man sich als zweites die Abfalltrennung ausgedacht: Graue Tonne, gelbe Tonne, grüne Tonne, blaue Tonne…

Nichts gegen Mülltrennung, sie ist ein Fortschritt, doch sie verleitet die Konsumbürger dazu, den ersten und besten Gedanken, Reduzierung des Abfalls durch Begrenzung des Konsums zu verdrängen und dann schnell zu vergessen.

Was mit dem zweitklassigen zweiten Nachdenken zusammen hängt, ist eine andere Unsitte: Wenn jemand einen konkreten Vorschlag macht, sucht man gleich nach einem Gegenargument, anstatt darüber nachzudenken,

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