Warum wir unsere Bücher empfehlen? Jens Berger und Albrecht Müller zu einer Frage, die gelegentlich gestellt wird

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24-11-20 11:16:00,

Manchmal kommen Mails bei uns an, in denen wir gefragt werden, wieso und warum wir unsere eigenen Bücher empfehlen. Das hat dann manchmal einen zweifelnden Unterton, so als könnte man auf diese Weise Reichtümer anhäufen. Deshalb und weil wir heute wirklich empfehlen, unsere zuletzt erschienenen Bücher zu lesen, weiterzuschenken, weiterzuempfehlen, wollen wir das aus unserer Sicht Selbstverständliche erläutern: Alle vier Bücher, die in den letzten 13 Monaten erschienen sind, haben direkt etwas mit den Anliegen und den Themen der NachDenkSeiten zu tun. Wir vertiefen, was wir für die NachDenkSeiten schreiben. Wir liefern gedruckt auf Papier, was ähnlich auf den NachDenkSeiten schon angesprochen wurde.

Die Verknüpfung war schon immer gegeben und sie war schon immer nützlich.

Zum Beispiel: Wenige Monate nach dem Start der NachDenkSeiten im November 2003 erschien Albrecht Müllers „Die Reformlüge“. Dieses Buch war eng mit dem Anliegen der NachDenkSeiten verknüpft. Nachweisbar stützten sich beide Medien gegenseitig.

Zum Beispiel: 2009 erschien „Meinungsmache“ von Albrecht Müller. Auch hier stützten sich das Buch und die NachDenkSeiten. Auffallend viele NachDenkSeiten-Leser bekannten damals zum Beispiel, dass sie durch die Lektüre des Buches auf die NachDenkSeiten aufmerksam wurden. Das Buch „Meinungsmache“ und die NachDenkSeiten wurden synonym als „Augenöffner“ bezeichnet.

Zum Beispiel: 2014 erschien Jens Bergers „Wem gehört Deutschland?“. Auch dieses Thema ist eng verknüpft mit dem, was die Redaktion für die NachDenkSeiten leistet. Die Verteilungsfrage und die wirtschaftliche Macht sind wichtige Themen unserer Arbeit. Das Buch war eine notwendige Vertiefung.

Zum Beispiel galt die Verknüpfung auch für „Machtwahn“ (2006) und „Brandt aktuell“ (2010). Im einen ging es vor allem um politische Korruption, im „Geburtstagsbuch“ für Willy Brandt vor allem um den Beleg der These, dass die Geschichtsschreibung auf weite Strecken auf der Meinungsmache zum Zeitpunkt des Geschehens aufbaut und oft nur ein Abklatsch der aktuellen Debatte ist.

Selbstverständlich waren auch die Jahrbücher eng mit den Texten in den NachDenkSeiten verknüpft. Schon der Titel sagt alles: „Nachdenken über Deutschland“.

Und nun zu den zuletzt erschienenen Büchern, die wir heute als Geschenke für Weihnachten und Geburtstage mit Überzeugung empfehlen können.

Wir fangen mit dem zuletzt erschienenen Buch an:

  1. Jahrbuch Nachdenken über Deutschland 2020/2021.
    Dazu siehe den Eintrag vom 20. November

    Erscheinungstermin: 05.10.2020
    Seitenzahl: 224
    16,00 €

  2. „Die Revolution ist fällig.

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Warum gehen die Lämmer schweigend zur Schlachtbank? | Von Christian Kreiß | KenFM.de

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16-11-20 02:31:00,

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Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Die Quote der Intensivbettenbelegung in Deutschland ist seit Anfang August sehr konstant bei etwa 75 Prozent. Die Quote der freien Betten liegt fast durchgehend bei 25 Prozent. Bezieht man die Notfallreserve an freien Intensivbetten ein, liegt der Anteil an freien, zur Verfügung stehenden Intensivbetten seit Monaten zwischen 45 und 50 Prozent, also beinahe jedes zweite Bett ist frei.1 Die freien Kapazitäten sind sehr groß, es gibt seit Monaten keinerlei Anzeichen für einen generellen Engpass in deutschen Kliniken oder für die Gefahr einer unzureichenden Behandlungsmöglichkeit.

Trotzdem wurde Ende Oktober in Deutschland der zweite Lockdown ausgerufen. Bereits der erste Lockdown hat uns eine Jahrhundertrezession beschert. Jetzt durchleiden wir erneut massive Unterbeschäftigung, Millionen von arbeitslosen Künstlern und Kulturschaffenden, Gastronomie- und Hotelzwangsschließungen, Reiseverbote und Maskenzwang selbst für Grundschüler am Platz, obwohl kleine Kinder sich weder nennenswert infizieren noch zum Infektionsgeschehen irgendetwas beitragen.2 Maskenzwang für Grundschüler bringt keinerlei Nutzen, aber massiven Schaden für unsere jüngsten Schulkinder.

Warum gibt es angesichts dieser Paradoxie so wenige Proteste? Warum gibt es so wenig Diskussion um den Sinn der Maßnahmen? Warum wird so wenig gesunder Menschenverstand angewandt? Warum schlucken die allermeisten Menschen in unserem Lande brav alles? Warum schweigen fast alle Lämmer brav? Wie kann das sein? Das hat vor allem zwei Gründe.

Zum einen wird durch die allermeisten Mainstreammedien und Politiker eine systematisch einseitige, manipulative Darstellung der Sachlage gegeben, Angst erzeugt und die politischen Maßnahmen als alternativlos dargestellt.3 Die einseitigen, manipulativen Darstellungen reichen bis tief in die Wissenschaft hinein.4 Den allermeisten Bürger*innen werden zentrale Daten vorenthalten und daher glauben die meisten Menschen die offizielle Version. Wer dagegen argumentiert, wird diskreditiert oder gar verunglimpft. Gegenteilige Meinungen werden auf YouTube gelöscht. Darauf soll im Folgenden aber nicht weiter eingegangen werden.

Zum anderen wird ökonomische Appeasement-Politik, Beruhigungspolitik in historisch nie dagewesenem Ausmaß betrieben. Die deutsche Regierung gibt 2020 und 2021 zusammen knapp 1.500 Milliarden Euro Beruhigungsgeld aus, das entspricht etwa 30 Prozent vom Bruttosozialprodukt. Ein solcher Staatschuldenanstieg in Friedenzeiten,

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Warum die Corona-Debatte an den Waldalarm erinnert

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04-11-20 10:48:00,

Hanspeter Guggenbühl / 04. Nov 2020 –

Der Wald ist lichter geworden, die Debatte darüber leiser. Das scheint paradox. Ein Rückblick und der Versuch einer Erklärung.

Red. Unter dem Titel «Mehr Schäden im Schweizer Wald als während des ‘Waldsterbens’» berichtete Infosperber am 26. Oktober, wie sich der Zustand des Schweizer Waldes langfristig veränderte. Den Fokus richtete der Autor dort auf die jüngste Entwicklung, die der extrem trockenen und heissen Vegetationsperiode im Jahr 2018 folgte. Im heutigen Artikel schaut der Schreibende zurück auf die alarmierenden Berichte in den 1980er-Jahren, und er analysiert die sich wandelnden Erkenntnisse über die Ursachen und Folgen der Waldschäden.

Zwischen der aktuellen Corona-Epidemie und den Waldschäden seit den 1980er-Jahren gibt es eine Reihe von Parallelen:

– Beide Themen alarmierten und dominier(t)en während längerer Zeit die öffentliche und politische Debatte. Die Corona-Epidemie tut das intensiv seit acht Monaten, das sogenannte «Waldsterben» beschäftigte die Gesellschaft und Politik, wenn auch weniger intensiv, ab 1983 während mehreren Jahren.

– Beide Themen nähren sich aus Daten, deren Aussagekraft heute in Frage gestellt wird: Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Personen bestimmt den Alarmpegel bei Corona, der Anteil der zu mehr als 25 Prozent verlichteten Bäume jenen der Waldschäden.

– Bei beiden Themen wechselten Dramatisierung und Beschwichtigung kurzzeitig.

– Beide Themen spalten Politik und Gesellschaft in Alarmierende und Verharmlosende. Beim Wald wandelte sich die anfängliche Angst vor einem grossflächigen Absterben zum Hohn über die «Waldsterbens-Lüge».

– Bei beiden Themen ging die Zunahme an Wissen einher mit einer zunehmenden Ungewissheit.

Das Paradox und der Versuch einer Erklärung

Das Paradoxe beim Thema Wald: Obwohl die Schweizer Waldbäume heute im Schnitt kahler sind als während des Höhepunkts der «Waldsterbens»-Debatte, berichten die Medien nur noch spärlich darüber. Und trotz mehr Wissen wagen sich die Interpreten der Waldschäden heute weniger weit auf die Äste hinaus.

Das erste Paradox lässt sich erklären. Aufmerksamkeit erhalten Dinge, die sich verändern. Wenn ein Problem klein ist, aber schnell stark zunimmt wie etwa der Anteil der zu einem Viertel verlichteten Bäume in den 1980er-Jahren, gibt die Abweichung mehr zu reden, als wenn das Problem langfristig unverändert gross bleibt. Das zweite Paradox erkannte schon Sokrates. Je mehr wir forschen oder nachdenken, desto detaillierter erkennen wir,

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Warum die medizinische Versorgung ständig überlastet ist | Mieke Mosmuller

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21-10-20 09:39:00, Die Gesundheitsversorgung ist überlastet, und die Überlastung der medizinischen Pflege ist das Hauptmotiv für die Regierung, Maßnahmen zu ergreifen. Aber man scheint die Realität zu ignorieren, dass die Ursache dieser Überlastung auch in denselben Maßnahmen zu suchen ist. Dort, wo der Mediziner oder Pfleger sich der Ausübung seines gewählten Berufes widmen möchte oder sollte, machen die Protokolle und Einschränkungen durch die Maßnahmen diese Aufgabe unmöglich. Ein positives Testergebnis bedeutet nicht automatisch, dass man krank ist, sondern dass man sofort für 10 Tage unter Quarantäne gestellt wird. Wie findet die Versorgung durch den Dschungel der Massnahmen wieder zu ihrer idealen Aufgabe zurück? Video auf Youtube ansehen

Mieke Mosmuller

Ja, ich möchte einen Versuch wagen, die hohle Phrase der überforderten medizinischen Pflege etwas mit Inhalt zu füllen, und dafür haben wir einen anderen Rahmen gewählt. Ich werde eine Geschichte erzählen, die historisch fundiert ist.

Als wir am Ende des Gymnasiums, am Anfang der Universität waren, gab es eine große Revolte unter den Studenten, und das führte schließlich dazu, dass zum Beispiel in Amsterdam das Maagdenhuis op het Spui (Jungfrauenhaus am Spui) besetzt wurde, da gab es eigentlich die zentrale Verwaltung der Universität, auch die Aula, und die Studenten besetzten das Maagdenhuis mit der Absicht zu zeigen, dass sie ein Ende sehen wollten, dass sie nichts einzubringen hatten.

Sie können sich das Universitätssystem vorstellen, wie es immer gewesen ist, wo der Professor eine Art Gottheit war. Das passt nicht zu dem selbstbewussten Jüngling (oder der Jungfrau) und so kam es Ende der sechziger Jahre – zumindest in ganz Europa – zu einer Revolte unter den Studenten.

Wir haben das erlebt und tatsächlich auch so empfunden. Obwohl ich also nicht mir das Maagdenhuis besetzte, konnten wir verstehen, worum es ging, und als selbstbewusste junge Menschen hatten wir das Bedürfnis, mitreden zu können und zu sehen, was man mit uns machte, zum Beispiel auch während des Studiums. Nun, das war ein Erfolg, es gab dann einen Beteiligungsrat der Studenten und inwieweit sie tatsächlich etwas zu sagen hatten, das ist natürlich immer die Frage, aber was man feststellen konnte, war, dass der große Abstand zwischen den Studenten und dem Professor zum Beispiel immer kleiner wurde.

Allmählich wurde den immer kleiner und kleiner, bis wir mit einiger Überraschung feststellten,

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Warum der Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien so gefährlich ist | Anti-Spiegel

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18-10-20 09:12:00,

An Europas Grenzen tobt ein Krieg zwischen Aserbeidschan und Armenien, der kräftig von der Türkei befeuert wird und das Potenzial hat, sich zu einem Flächenbrand auszuweiten. Aber in den „Qualitätsmedien“ findet er praktisch nicht statt. Daher berichte ich darüber.

Der Krieg fordert jeden Tag Todesopfer unter Zivilisten und weil es sich bei den beteiligten Ländern um ehemalige Sowjetrepubliken handelt und in Russland viele Armenier und Aserbaidschaner leben, ist der Krieg in den russischen Medien sehr präsent. Die russische Nachrichtenagentur TASS zu lesen, ist derzeit sehr anstrengend, weil es in jeder Stunde mehrere Meldungen über alle Details der Kampfhandlungen gibt.

Bei dem Krieg geht es um die Region Bergkarabach, die sich von Aserbeidschan losgesagt hat und seit 1994 als international nicht anerkannte Republik existiert. Die Region ist umstritten und war einst von christlichen Armeniern und muslimischen Aserbaidschanern bewohnt. Im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion fanden dort ethnische Säuberungen statt, Armenier mussten aus Aserbeidschan fliehen und umgekehrt. Und auch aus Bergkarabach wurden die Aserbaidschaner vertrieben.

Aserbeidschan will das Gebiet nun gewaltsam zurückholen, das verkündet der aserbaidschanische Präsident ganz offen im Fernsehen und unterstützt wird er dabei von der Türkei. Dass Aserbeidschan den aktuellen Krieg begonnen hat, ist kaum mehr strittig.

Aber den deutschen Medien ist der Krieg relativ egal, es wird jedenfalls kaum darüber berichtet. Das dürfte daran liegen, dass er nicht dazu taugt, das anti-russische Narrativ zu bedienen, denn Russland spielt in dem Konflikt die Rolle des Vermittlers und hat es sogar geschafft, erste direkte Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien in Moskau zu organisieren. Allerdings hat der dabei geschlossene Waffenstillstand kaum eine Stunde gehalten.

Man könnte den Krieg auch nutzen, um schlecht über Erdogan zu berichten, der Aserbeidschan offen unterstützt. Aber aus irgendeinem Grund scheinen die deutschen Medien derzeit nicht allzu interessiert daran zu sein, noch schlechter über Erdogan zu berichten. Das ist bemerkenswert, denn normalerweise sind sie gegenüber Erdogan nicht so zurückhaltend.

Das lässt Raum für Spekulationen, denn der regionale Konflikt um Bergkarabach kann sich schnell zu einem großen Krieg ausweiten, in den auch der Iran und im schlimmsten Fall sogar Russland hineingezogen werden. Auf iranischer Seite schlagen immer wieder Geschosse aus Aserbaidschan ein und im Iran gibt es eine große aserbaidschanische Minderheit, die radikalisiert werden könnte.

Russland hingegen ist im Rahmen eines Verteidigungsbündnisses einiger GUS-Staaten mit Armenien verbündet und sollten sich die Kämpfe von Bergkarabach auf armenisches Gebiet ausbreiten,

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