Paul Whelan, Julian Assange und die Menschenrechte: Ein Vergleich offenbart die Verlogenheit des Westens | Anti-Spiegel

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16-06-20 09:13:00,

In Moskau wurde ein US-Bürger am Montag wegen Spionage verurteilt. Das ist eine sehr gute Gelegenheit, um mal wieder zu belegen, wie sehr die „Qualitätsmedien“ mit zweierlei Maß messen, wenn sie von Menschenrechten reden. Die gelten aus Sicht des Westens nämlich nicht für alle.

Das wird besonders deutlich, wenn man den Fall des US-Bürgers Paul Whelan mit Julian Assange vergleicht. Ich habe nach Whelans Verurteilung einen Artikel über die Hintergründe und die offenen Fragen, die es in dem Fall tatsächlich gibt, geschrieben. Sie finden den Artikel hier.

Wie sehr die USA und mit ihnen die deutschen „Qualitätsmedien“ mit zweierlei Maß messen, wird deutlich, wenn wir die Kritik der USA im Fall Paul Whelan an ihrem Verhalten gegenüber Julian Assange messen. Am Dienstag hat der Spiegel über die US-Vorwürfe berichtet. Dort konnte man lesen:

„“Die USA sind entrüstet über die heutige Entscheidung eines russischen Gerichts, den US-Bürger Paul Whelan nach einem geheimen Prozess, mit geheimen Beweisen und ohne angemessene Berücksichtigung von Entlastungszeugen zu verurteilen“, erklärte US-Außenminister Mike Pompeo. (…) Der Umgang der russischen Behörden mit dem früheren US-Marineinfanteristen sei „schockierend“, sagte Pompeo. Whelan sei ein fairer Prozess verweigert worden.“

Die USA beschweren sich also über einen geheimen und unfairen Prozess. Das klingt böse. Aber wie war das nochmal bei Julian Assange? Sogar die Anklage gegen Julian Assange ist teilweise geheim. Klingt das so, als könne Assange in den USA einen fairen Prozess erwarten? Mehr noch: Assange wird in London sogar der Zugang zu seinem Anwalt erschwert. Hat sich irgendein westlicher Politiker darüber beschwert? Ist das ein fairer Prozess?

Die USA kritisieren Russland hier ohnehin völlig zu Unrecht, denn wenn es um Spionage geht, finden Prozesse oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil es um geheime Informationen geht. Aber „geheimer Prozess“ klingt natürlich viel spektakulärer, als „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“.

Apropos fairer Prozess: In der Anklageschrift gegen Assange wird laut britischen Medien alles weggelassen, was für ihn und seine Tätigkeit Sympathien wecken könnte. Erinnern Sie sich an das Video, das gezeigt hat, wie ein US-Hubschrauber in Bagdad Unschuldige zusammengeschossen hat? Dabei sind auch Reporter von Reuters erschossen worden.

Julian Assange wird von den USA vorgeworfen, geheimes Material veröffentlicht zu haben, darunter auch das besagte Video. Aber weil das Video eindeutig zeigt,

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