Berichterstattung und Wirklichkeit: Das russische Verfassungsreferendum | Anti-Spiegel

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10-07-20 07:20:00,

Seit dem russischen Verfassungsreferendum sind nun 10 Tage vergangen und die westlichen Medien berichten von manipulierten Wahlen. Wie ist es um die Transparenz von russischen Wahlen bestellt? Und was ergibt ein Vergleich zwischen Russland und dem Westen in dieser Frage?

Es gibt eine eingefahrene Routine, wenn in Russland gewählt wird. Immer ist im Westen sofort von Wahlfälschung, Manipulationen und so weiter die Rede. Wir sind daran gewöhnt und selbst diejenigen, die sich als „Russland-freundlich“ bezeichnen, schließen nicht aus, dass in Russland bei Wahlen manipuliert wird. Aber wie sieht die Realität aus?

Webcams in jedem Wahllokal

Die Vorwürfe, in Russland würden Wahlen gefälscht, sind so alt, wie der moderne russische Staat selbst. Und in der Tat war in den ersten zehn oder zwanzig Jahren nicht alles so transparent, wie man es sich wünschte. Aber es war auch nicht so schlimm, wie es in den Medien dargestellt wurde. Wer Wahlberichte der OSZE liest, der stellt fest, dass die OSZE in jedem Land Verstöße bei Wahlen meldet. Auch im Westen gibt es Fälle, in denen Wahlhelfer sich für schlau halten und fingierte Wahlzettel einwerfen, um zumindest in ihrem Wahllokal ein Ergebnis „nach Wunsch“ zu erhalten. Das ist keineswegs ein russisches Phänomen, das gibt ist auch in Deutschland mehr als einmal vorgekommen. Aber ernsthafte Kritik an russischen Wahlen hat die OSZE schon lange nicht mehr gemeldet.

Im Falle Russlands werden solche Verbrechen aber groß in die Medien gebracht, was subjektiv den Eindruck erweckt, in Russland käme das ganz oft vor, ja, es wäre an der Tagesordnung. Nach der Präsidentschaftswahl 2012 hat das in Moskau zu großen Protesten geführt, aber der Versuch, einen russischen Maidan zu veranstalten, scheiterte damals.

Für die russische Regierung war das jedoch ein Signal und sie hat reagiert. Die Wahlen sind danach so transparent geworden, wie in keinem anderen Land der Welt. Das ist kein Scherz, oder können Sie mir ein Land nennen, in dem in jedem Wahllokal Webcams hängen, sodass jeder sich jederzeit anschauen kann, was in jedem einzelnen Wahllokal vor sich geht? Alles wird gefilmt und direkt ins Netz gestellt.

Auch die Wahlergebnisse von jedem Wahllokal werden in Echtzeit veröffentlicht und jeder, der den Aufwand betreiben will, kann überprüfen, ob sich die Wahlergebnisse bei der Übertragung an die Zentrale Wahlkommission dann von dem unterscheiden,

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Wissenschaft und Wirklichkeit | Von Rüdiger Rauls | KenFM.de

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06-07-20 03:13:00,

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Ein Standpunkt von Rüdiger Rauls.

Wirklichkeit belehrt Wissenschaft

Wissenschaft schafft nicht nur Wissen sondern auch Verunsicherung. Neue Erkenntnisse stellen alte Gewissheiten in Frage. Worauf aber ist noch Verlass? Denn die Wissenschaftsgesellschaft verliert den Blick für die Wirklichkeit.

Im Dienst der Interessen

In den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen nimmt die Wissenschaft eine immer bedeutendere Stellung ein. Jeder beruft sich auf sie, der seinen Ansichten Nachdruck verleihen will. Da sie den Ruf der Neutralität hat, gilt sie als unverdächtig. Damit ist sie ein idealer Deckmantel, hinter dem sich die Interessen verstecken können.

Dieses Bild der Neutralität bekommt Risse. Immer häufiger stützen sich die gesellschaftlichen Gruppen mit ihren Interessen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, Studien und Theorien als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Ansichten. Die Gesellschaft wird überschwemmt mit Wissenschaftlichkeit. Sie ist das neue Glaubensbekenntnis, das Credo der Wissensgesellschaft. Was wissenschaftlich ermittelt ist, ist glaubhaft und scheint auch geglaubt werden zu müssen.

Andererseits entsteht zunehmend der Eindruck, dass wissenschaftlich unterlegte Aussagen in erster Linie jenen gesellschaftlichen Kräften dienen, die die Studien in Auftrag geben oder finanzieren. Denn die Veröffentlichung der Ergebnisse liegt im Ermessen des Auftraggebers, nicht im Ermessen der Wahrheitsfindung. Wissenschaft erscheint deshalb immer häufiger als parteiisch und immer weniger neutral.

Da sie im Widerstreit der politischen Diskussionen als Verstärker der unterschiedlichen und gegensätzlichen Interessen eingesetzt wird, erscheint sie selbst auch als immer widersprüchlicher und beliebiger. Der Streit der Interessenvertreter färbt auf sie ab. Auch auf sie scheint immer öfter zuzutreffen: Wess‘ Brot ich ess, dess‘ Lied ich sing“.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Der Eindruck verfestigt sich, dass auch der Wissenschaft nicht mehr zu trauen ist. Damit ereilt sie allmählich das Schicksal der politischen und staatlichen Einrichtungen, die in den Augen vieler Bürger gesteuert sind von undurchsichtigen Kreisen und geheimen Kräften.

Denn die Wahrheiten von heute, gelten morgen schon als widerlegt. Aber beide waren Ergebnisse wissenschaftlich durchgeführter Untersuchungen und deren Verfallsdatum wird immer kürzer. Zurecht stellt sich da die Frage: „Was ist denn nun richtig? Was ist wahr? Wer hat Recht?“ Viele wissen nicht mehr,

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Die neue Wirklichkeit

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02-03-19 09:31:00,

In unserer westlichen Gesellschaft beeinflussen indirekt wie unmittelbar die Naturwissenschaften unser sogenanntes Paradigma und damit, was als Welt(-bild) postuliert und etabliert wird. Das hat konkrete Auswirkungen auf unser gesamtes gesellschaftliches Zusammenleben.

Auch wenn schon viele Menschen weit über den Materialismus in ihrem Denken und Handeln hinausgewachsen sind, sowohl im Erforschen neuer Technologien als auch im Wiederentdecken von altem Wissen mit neuer Perspektive, wird der Materialismus bisher als einzige Wahrheit an den Universitäten gelehrt. Dieser in der Mainstream-Wissenschaft dominierende Materialismus hat so auch Einfluss auf die Rechtsprechung, die Medizin, die Energiegewinnung und die Wirtschaft und damit globalen Einfluss auf unsere aktuelle Welt.

Wir leben in einer Zeit, in der man glaubt, alles Wesentliche entdeckt und berechenbar gemacht zu haben, obwohl das eigentliche Phänomen Leben und Bewusstsein und wie es entsteht bis heute unerklärbar bleibt. Dennoch ist sich die aktuell etablierte Wissenschaft scheinbar sicher, dieses Rätsel mit der verfeinerten Technologie bald lösen zu können. Hierfür wird extrem viel Geld etwa in sehr aufwendige Höchstgeschwindigkeitsphysik gesteckt.

Selbst in der Philosophie des Wandels, der Nachhaltigkeits- und Friedensbewegung wird mangels alternativer öffentlich diskutierter Forschungsansätze immer wieder in die materialistische Falle getappt und die Menschheit als Zufall und durch die Brille des Neodarwinismus betrachtet, auch wenn die individuellen Nahaufnahmen von Sehnsucht und authentischen Herzerkenntnissen erfüllt sind, die den Materialismus und die bis heute postulierte Evolutionstheorie hinterfragen oder als unvollständig aufzeigen.

Wir haben uns in unserer westlichen Kultur ausschließlich auf die Technologien im Außen, insgesamt auf das Äußere und Sichtbare konzentriert und das Innere systematisch vernachlässigt. Spätestens ab der Moderne wurde von den Wissenschaften das Innere, Spirituelle und Subjektive als irrational und unwissenschaftlich, also unnütz, verbannt. Es wich einem utilitaristischen Credo, das seither die Wissenschaft vereinnahmt hat. Wir haben uns so von unseren Wurzeln trennen lassen. Dazu hat nicht zuletzt auch der direkt erkennbare wissenschaftlich-technische Erfolg der Naturwissenschaften beigetragen.

Natürlich ist es eine Frage der Freiheit, was man glaubt. Der spirituelle Weg ist immer individuell, deshalb ist es auch verheerend, wenn Wissenschaft Glaube ersetzt und mit einem Monopolanspruch zum Zwang für ganze Gesellschaften wird; denn das hat mit wirklicher Spiritualität nichts zu tun.

Wundervoll ist, dass uns folgender Satz aus den alten Schriften überliefert wurde, denn er wirkt überkonfessionell und transkulturell: Der Himmel ist in uns.

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Die neue Wirklichkeit

Die neue Wirklichkeit

18-08-18 11:54:00,

Mit dem Namen dieses Artikels, „Die neue Wirklichkeit“, beziehe ich mich zunächst auf ein schönes und aufrüttelndes Lied der beiden Liedermacher Konstantin Wecker und Pippo Pollina: „Questa nuova realtà“, also „Diese neue Wirklichkeit“. Das Lied spricht von menschlicher Solidarität und Lebensfreude im Angesicht einer Welt, die von einem kollektiven Wahn („folia“) ergriffen und von einer Rückkehr des Faschismus überschattet wird.

„Heute spricht mal keiner den Anderen schuldig. Heute lässt mal jeder den Anderen anders sein“, lautet eine von Weckers schönen deutschsprachigen Textpassagen. Der italienische Refrain von Pippo Pollina heißt übersetzt ungefähr:

„Nehmen wir uns bei der Hand, wenn der Abend kommt. Es trägt uns weit, bis zu den Lichtern der Morgenröte. Lass uns alles mit dem Herzen tun. Lasst es seine eigene Sprache sprechen. Lasst sie herein, diese neue Wirklichkeit!“

Den Begriff „Neue Wirklichkeit“ fand ich des Weiteren auch bei Rudi Dutschke, dem 1979 an den Folgen eines Attentats gestorbenen ehemaligen Studentenführer der „68er-Bewegung“. Die Äußerung aus Dutschkes Tagebuch zeigt einen Zusammenhang zwischen spiritueller und politischer Freiheit auf und hat mich schon deshalb bewegt:

„Christus zeigt allen Menschen einen Weg zum Selbst. Diese Gewinnung der inneren Freiheit ist für mich allerdings nicht zu trennen von der Gewinnung eines Höchstmaßes an äußerer Freiheit, die gleichermaßen und vielleicht noch mehr erkämpft sein will. Den Ausspruch Jesu ‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt’ kann ich nur immanent verstehen. Natürlich, die Welt, in der Jesus wirklich lebte und arbeitete, war noch nicht die neue Wirklichkeit. Diese galt und gilt es noch zu schaffen.“

Diese Sichtweise scheint von Anfang an eher das Mögliche als das Gegebene, eher die Zukunft als Gegenwart und Vergangenheit im Blick zu halten. Für „Realisten“ sind Visionen einer neuen Wirklichkeit ohnehin eine Lachnummer. „Ich fand euren Plan schon immer etwas unrealistisch“ sagt die Nachbarin im Hollywood-Film „Zeiten des Aufruhrs“. Kate Winslet und Leonardo DiCaprio spielen darin ein junges Paar, das aus einer spießigen amerikanischen Vorortsiedlung ausbrechen will, um seinem Traum vom freien Leben in Paris zu folgen. Der Plan scheitert, weil die von Kate gespielte Frau schwanger wird. Ein Triumph für die biederen Nachbarn, für all jene, die schon immer gewusst haben, dass es vernünftiger ist, beim Alten und Bewährten zu bleiben.

Wer es wagt, seine Träume zu leben, muss den Gegenwind all derer überwinden,

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Sprache und Wirklichkeit – ein schwieriges Verhältnis – www.NachDenkSeiten.de

Sprache und Wirklichkeit – ein schwieriges Verhältnis – www.NachDenkSeiten.de

19-03-18 08:14:00,

19. März 2018 um 16:45 Uhr | Verantwortlich:

Sprache und Wirklichkeit – ein schwieriges Verhältnis

Veröffentlicht in: Gleichstellung, Strategien der Meinungsmache, Wertedebatte

Elisabeth Schrattenholzer

Politische Meinungsbildung braucht klare Sprache, die sich genau auf Wirklichkeit bezieht. Zwei Grammatikformen werden aus diesem Blickwinkel bereits seit Jahrzehnten diskutiert: die Einzahlform mit generalisierender Bedeutung (das „generische Maskulinum“) und diejenigen Mehrzahlformen, in denen ausschließlich Männer genannt werden. Marlies Krämer zieht demnächst vor das Bundesverfassungsgericht, um das Recht zu erkämpfen, von ihrer Sparkasse als „Kundin“ angesprochen zu werden.

Der BGH hat ihr dieses Recht zunächst abgesprochen. Prof. Dr. Elisabeth Schrattenholzer[*] stellt diese Diskussion in einen umfassenderen Rahmen. Sie untersucht die Wirkung auf das Denken: Da wir Sprache, so wie sie ist, als Kinder übernehmen müssen, trainieren wir von Anfang an, einen Teil der Wirklichkeit sprachlich auszublenden. Anette Sorg.

Auch die Logik wird missachtet, wenn Frauen in den Mehrzahlformen nur gemeint sind, aber nicht genannt. Das autonome Denken, so die Ausführungen der Autorin, wird damit erheblich beeinträchtigt. In diesem Zusammenhang widmet sie sich auch der Verwendung von Begriffen wie „postfaktisch“, „der Islam“ und „Identität“.

Die Mehrzahlformen und die Logik

Zwei Autos und zwei Fahrräder sind miteinander vier Fahrräder? Nein. – Zwei Gitarren und zwei Flöten ergeben miteinander vier Flöten? Nein. – Zwei Lehrerinnen und zwei Lehrer zusammengezählt sind vier Lehrer? Nein: Zum einen, weil diese Aussage der Wirklichkeit vor Augen nicht entspricht; zum anderen, weil damit ein Grundgesetz der Logik (und im weiteren Sinn auch der Mathematik und der Wissenschaftlichkeit) aufgekündigt wäre. Ein Teilbegriff einer Menge (Autos und Fahrräder) kann und darf niemals gleichzeitig deren Oberbegriff sein. Der Oberbegriff wäre im ersten Beispiel Fortbewegungsmittel, im zweiten Musikinstrumente, im dritten Lehrkräfte.

Allerdings fordert ein Grammatikgesetz, Logik und Realität zu umgehen, sobald es sich um weibliche und männliche Menschen und ihre Darstellung in Mehrzahlformen handelt. In so einem Fall darf der maskuline Teilbegriff (Lehrer) gleichzeitig Oberbegriff (Lehrer) sein. Die Frauen dürfen sich mitgemeint fühlen. Und nicht wenige Menschen wollen bei dieser Regelung bleiben. Das ist fürs Erste verständlich.

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