Zeichen setzen!

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17-09-19 08:56:00,

In jedem Jahr findet in einem kleinen südfranzösischen Dorf, in dem es eigentlich nichts weiter gibt als einen Kirchturm, einen Briefkasten und zwei Bushaltestellen, ein besonderes Ereignis statt: Die kreativen und kunstschaffenden Dorfbewohner öffnen ein Wochenende lang ihre Häuser, Werkstätten und Ateliers. Es gibt Schönes und Skurriles, Gespräche und Vorführungen, Tee und Rotwein.

Damit die Besucher ihren Weg finden, werden rote Kieselsteine von Haustür zu Haustür gelegt. So kommen auf unkomplizierte Weise und mit wenig Aufwand die Menschen zusammen. Sie werden neugierig aufeinander und lernen sich kennen und schätzen. Wie von selbst weben sich Verbindungen und Freundschaften von Haus zu Haus. Mit jedem Jahr wird das Netz der Teilnehmenden dichter und die Zahl der Besucher größer (1).

Aus diesem Ereignis heraus entstand die Idee, die Steine und Kiesel, die wir bei jedem Spaziergang zu unseren Füssen finden, gelegentlich aufzusammeln. Nicht, um sie in Fensterscheiben oder auf andere zu werfen, sondern um sie zu gestalten. Ob in leuchtendem Rot, wie bei der Kunstaktion der „Galets Rouges“, oder in einer anderen Farbe — die Idee ist, die Steine mit einem Wort zu beschriften: Freundschaft. Frieden. Harmonie. Verbindung. Freude. Anerkennung. Vertrauen. Offenheit. Hoffnung. Schönheit. Stille. Licht. Zärtlichkeit. Dankbarkeit. Liebe. Glück.

Diese Botschaften sagen: Hier wohnt jemand, der seine Tür öffnet. Vor allem aber möchten sie reisen. Sie möchten dort abgelegt werden, wo Missstimmung und Zwietracht herrschen, Verzweiflung, Trauer und Hoffnungslosigkeit. Sie möchten zeigen: Hier ist jemand vorbeigegangen, der die Spaltung überwinden und die Menschen zusammenbringen will. Jemand, der es ernst meint damit, um sich herum Frieden zu stiften. Jemand, der in die Welt hinaus ruft: Hier bin ich!

Ich lasse mich nicht verkaufen und verheizen. Ich lasse mir nicht einreden, dass das Leben keinen anderen Sinn hat als den, zu konsumieren und sich gegenseitig abzuhängen und niederzudrücken. Ich glaube nicht daran, keine Wahl zu haben. Ich entscheide mich für die Hoffnung und nähre das Vertrauen, dass ein friedliches Zusammenleben alles Lebendigen möglich ist. Nicht irgendwann. Jetzt. Darum setze ich mit diesem Stein ein Zeichen.

Wer diese besonderen Steine in die Welt hinausträgt, der ist sich seiner Macht bewusst. Er weiß, dass er mit jedem Gedanken, jedem Wort, jeder Geste das Ganze mitgestaltet, dem er angehört. Ihm ist bewusst, zu welcher Größe er in der Lage ist und wie weit das Licht,

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Im Zeichen des drohenden Ökozids erwächst ein Krieg der Generationen | KenFM.de

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27-02-19 06:23:00,

von Dirk C. Fleck

„Fridays for Future. Entsteht gerade eine ökologische Jugendbewegung?“ Unter dieser Überschrift berichtete der Berliner Tagesspiegel am 22. Februar von einem Phänomen, das weltweit zu beobachten ist: die Bewusstwerdung einer Generation, die das schreckliche Erbe auszulöffeln hat, das wir, die Tätergeneration, ihr hinterlassen werden. Am 20. August 2018 war die damals fünfzehn Jahre alte schwedische Schülerin Greta Thunberg in einen „Schulstreik“ getreten, um für radikalen Klimaschutz zu demonstrieren. Auf der 24. Weltklimakonferenz im polnischen Katowice hielt sie dann eine Rede, die international Beachtung fand. In nie da gewesener Offenheit schleuderte sie den versammelten Staatschefs folgenden Satz entgegen: „Sie alle hier haben ja nicht einmal den Mut, die Tatsachen zu benennen. Selbst diese Last laden Sie uns Kindern auf!“ 

Seitdem gehen jeden Freitag überall auf der Welt hunderttausende Kinder und Jugendliche auf die Strafe anstatt in die Schule, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. „Wenn Jugendliche in Berlin vor dem Bundestag stehen, wissen sie, dass sie Teil einer globalen Gleichzeitigkeit sind,“ schreibt der Tagesspiegel und fragt: „Wächst also gerade eine neue Generation von ökologischen Idealisten heran?“ –  „Auf jeden Fall,“ bestätigt Klimaexpertin Lisa Göldner von Greenpeace. Besonders verblüffend daran sei, dass sich der Protest von selbst trage. „Mit einer erstaunlichen Professionalität und Intuition.“ Zwar hätte Greenpeace den Jugendlichen ihre Unterstützung angeboten, „aber die brauchten sie gar nicht. Das haben sie uns ganz selbstbewusst mitgeteilt.“

Irgendwie war das absehbar. Und absehbar ist auch, dass es in den kommenden Jahren nicht bei diesen friedlichen Protesten bleiben wird. Da nichts, aber auch gar nichts, auf eine radikale Kehrtwende in Politik und Wirtschaft hin deutet, werden sich die Fronten zwischen denen, die den Ökozid aus reiner Profitgier herbei führen und denen, die ihn zu ertragen haben, auf unvorstellbare Weise verhärten. Mein Roman „GO! – Die Ökodiktatur“, der bereits vor 36 Jahren erschienen ist und immer aktueller wird, enthält eine Szene, die genau diese Situation beschreibt. Und weil die Fiktion inzwischen nahe an die Wirklichkeit gerückt ist, erlaube ich mir, sie hier noch einmal zur Kenntnis zu geben:

Philip Baro blickte von der Uferböschung aufs Meer. Es mochten etwa fünfzehn Grad sein an diesem trostlosen Dezembertag. Wann hatten sie das letzte Mal einen richtigen Winter erlebt?

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Die Zeichen stehen auf Sturm – wird die Ukraine die Fußball-WM für eine Großoffensive nutzen? – www.NachDenkSeiten.de

Die Zeichen stehen auf Sturm – wird die Ukraine die Fußball-WM für eine Großoffensive nutzen? – www.NachDenkSeiten.de

08-06-18 11:49:00,

Die Zeichen stehen auf Sturm – wird die Ukraine die Fußball-WM für eine Großoffensive nutzen?

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Militäreinsätze/Kriege, Strategien der Meinungsmache

Der Bürgerkrieg in der Ostukraine ist das, was man heutzutage mit dem Euphemismus “eingefrorener Konflikt” bezeichnet. Es vergeht kein Tag, an dem das löchrige Waffenstillstandsabkommen Minsk II nicht mehrfach gebrochen wird und fast täglich vermelden beide Seiten militärische und zivile Opfer. Von einem Krieg unterscheidet sich der Konflikt nur dadurch, dass beide Seiten nicht im großen Stil schwere Waffen einsetzen und keine sogenannten Großoffensiven stattfinden. Genau dies könnte sich jedoch schon bald ändern. Vor wenigen Wochen kündigte der ukrainische Präsident Poroschenko eine militärische Großoffensive im Osten des Landes an. Zynisch betrachtet, böte die Fußball-WM dafür einen optimalen Rahmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Russland während eines sportlichen Großereignisses ins Visier gerät. 2008 überfielen die Georgier am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die russische Enklave Südossetien und starteten damit den “Georgienkrieg”. 2014 nutzten die jetzigen Machthaber in Kiew die Olympischen Winterspiele von Sotchi, um die Ukraine von der russischen in die westliche Einflusssphäre zu putschen. Von Jens Berger.

10.000 Todesopfer, 25.000 Verwundete und fast 2,5 Millionen Vertriebene – das ist die bittere Bilanz des Bürgerkrieges in der Ostukraine, der im April 2014 kurz nach der Abschlussfeier in Sotchi begann. Die Großoffensive der ukrainischen Armee, die Seit´ an Seit´ mit rechtsradikalen Freikorps kämpft, kam im Spätsommer des ersten Kriegsjahres zum Stillstand, die folgende Gegenoffensive der Separatisten, die ihrerseits massiv durch ultranationalistische russische Freikorps und wohl auch indirekt durch staatliche russische Stellen unterstützt werden, verlief im kommenden Winter im ostukrainischen Schnee. Seitdem gilt das sogenannte „Waffenstillstandsabkommen“ Minsk II, das jedoch von beiden Seiten geflissentlich ignoriert wird. Alleine im “ruhigen” Jahr 2017 registrierten die eingesetzten Beobachter der OSZE mehr als 400.000 Verstöße gegen das Abkommen, mehr als 4.000 davon betrafen schwere Waffen, also Panzer oder Artilleriehaubitzen, die laut Abkommen hinter eine festgelegte Pufferzone abgezogen werden sollten.

Das Jahr 2018 begann mit einer angekündigten Eskalation. Am 18. Januar verabschiedete die Kiewer Rada mit knapper Mehrheit ein umstrittenes Gesetzespaket, das es dem Präsidenten erlaubt,

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