Die Zensur-Umfrage

die-zensur-umfrage

06-09-20 06:38:00,

Die etwas obskure Verbraucherschutzorganisation SumOfUs mit Sitz in den US, aber auch einer deutschen Website, ruft zu Beteiligung auf unter dem Motto: „Fordern Sie die EU auf, ein strenges Gesetz gegen Lügen im Netz zu beschließen.“ SumOfUs wird unter anderem von der Open Society Foundation und dem Rockefeller Brothers Fund finanziell darin unterstützt, „die immer größer werdende Macht von Konzernen einzudämmen“. Wohl niemand steht so sehr für die Macht der Konzerne wie die „Räuberbarone“ Rockefeller.

Die kaum publizierten Pflichtübungen der EU in Bürgerbeteiligung haben notorisch niedrige Beteiligungsraten und sind meist — so auch diesmal — tendenziös formuliert, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Damit der Aufruf von SumOfUs nicht dazu führt, dass die EU-Kommission einen Wunsch der EU-Bürger nach mehr Internet-Zensur verkünden kann, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen an der Umfrage teilnehmen.

Es ist eine Anmeldung mit Kontoerstellung nötig. Der Fragebogen ist recht lang, muss aber nicht zur Gänze ausgefüllt werden. Damit Sie wissen, was Sie erwartet, und ob es sich lohnt, hier ein paar Fragen mit meinen Antworten.

Typisch für das Tendenziöse der Umfrage ist etwa folgende Fragestellung, wie man sie auch bei „Desinformation“ findet:

„11. Sind Sie jemals auf illegale Online-Inhalte gestoßen (z. B. illegale Aufstachelung zu Gewalt, Hass oder Diskriminierung aus Gründen der Rasse, der ethnischen Zugehörigkeit, des Geschlechts oder der sexuellen Ausrichtung; Material über sexuellen Kindesmissbrauch; terroristische Propaganda; Verleumdung; Inhalte, die Rechte des geistigen Eigentums verletzen; Verstöße gegen das Verbraucherschutzrecht)?“

Die wenig sinnvollen Antwortmöglichkeiten sind „Nein, noch nie“ (wer kann das schon sagen), „Ja, einmal“, „Ja, mehrmals“ und „Ich weiß nicht“. Absehbares Ergebnis: Über 90 Prozent der Antwortenden sind „mehrmals“ auf illegale Inhalte gestoßen. Sinnvoller wären die Fragen, ob man sehr selten, selten, oft oder sehr oft, auf illegale Inhalte stößt und ob man das für ein kleines oder großes Problem hält. Solche Fragen gibt es nicht, auch nicht bei der Desinformation.

Schwierig wird es einem dagegen gemacht, die „irrtümliche“ Entfernung von Inhalten und Kontensperrungen als Problem zu markieren. Hier braucht man gleich Belege:

„1. Sind Ihnen Belege für das Ausmaß und die Auswirkungen einer irrtümlichen Entfernung von Inhalten, Waren oder Dienstleistungen oder einer irrtümlichen Sperrung von Online-Konten bekannt? Gibt es besondere Erfahrungen, die Sie teilen könnten?“

Die meisten in Zusammenhang mit „Desinformation“ interessanten Fragen finden sich in Abschnitten C und D.

 » Lees verder