Dschihadisten im Zentrum der atlantischen Meinungsverschiedenheit

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11-10-19 07:37:00,

Das Problem der Dschihadisten, die in der Internationalen Anti-Daesh-Koalition gefangen sind, steht im Mittelpunkt des Streits zwischen den Verbündeten.

Präsident Trump hat in den letzten Monaten seine Absicht angekündigt, die US-Truppen von Nordsyrien, die es illegal besetzen, abzuziehen. Dieser Rückzug würde zum Ende der “Rojava” führen, diesem aramäischen Gebiet, das von den kurdischen Söldnern der NATO verwaltet wird, und zur Schließung der Gefangenenlager.
Das Pentagon seinerseits beabsichtigt, seinen Plan zur Umgestaltung des erweiterten Nahen Ostens fortzusetzen und daher seine Soldaten nicht aus Syrien abzuziehen.

Am Ende konnten sich Russland, der Iran und die Türkei am 16. September 2019 auf die Zukunft Nordsyriens mit einem Entwurf einer neuen Verfassung einigen. Präsident Trump hat daraufhin erneut den Abzug der US-Truppen angekündigt.

Nach Angaben des Weißen Hauses habe die Trump-Administration “dann Frankreich, Deutschland und andere europäische Nationen, aus denen viele gefangene Daesh-Kämpfer stammen, aufgefordert, sie zurückzunehmen, aber sie wollten es nicht und weigerten sich”. Das Weiße Haus sagte, es werde sie nicht übernehmen und der türkischen Armee übergeben [1].

Die Vereinigten Staaten haben ihre Dschihadisten in ein geheimes Gefängnis an einem unbekannten Ort verlegt, während das Vereinigte Königreich sie gebeten hat, die britischen Gefangenen der Koalition in den Irak zu überstellen, was auch geschehen ist.

Die YPG-Kurden fürchten nicht die Rückkehr von Daesh, mit dem sie sukzessive gekämpft und sich dann verbündet haben, und zwar nicht um den Dschihad zu bekämpfen oder ihn zu unterstützen, sondern um dieses aramäische Gebiet zu erobern, in dem sie in starker Minderheit standen. Seit einigen Monaten bitten sie Syrien um Schutz vor der Türkei, sobald die Ankündigung eines Eingreifens der türkischen Armee deutlicher wird.

Präsident Trump hat die Einstellung der finanziellen und militärischen Unterstützung des Westens für das territoriale dschihadistische Projekt (Daesh) zum Eckpfeiler seiner umfassenden Nahostpolitik gemacht.

Übersetzung
Horst Frohlich

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Das »Zentrum für Politische Schönheit«

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27-05-19 02:44:00,

Es ist vorhersehbar, dass sich konservative Kommentatoren beim Ibiza-Coup nun auf das angeblich »linke« Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) stürzen. Doch diese Einschätzung ist falsch, denn das ZPS ist eher als »künstlerisches« Instrument von Staatsschutz und NATO einzustufen.

Gegründet 2008, setzte es sich 2011 für die NATO-Intervention gegen Libyen ein. Seither unterstützt es mit Aktionen die Mittel­meer­migration (oder nimmt deren Gegner ins Visier), wie sie vom ehemaligen EU-Wett­bewerbs­kommissar, WTO-Generaldirektor, Goldman-Sachs-Präsidenten und UNO-Migrations­beauftragen Peter Sutherland gefordert wurde. 2015 erhielt es eine Auszeichnung einer regierungs­nahen Berliner Stiftung mit Staatsschutz-Kontakten. 2017 rief es (künstlerisch) zum Sturz US-kritischer Regierungen auf.

Konservative Kommentatoren sollten sich vielmehr fragen, warum etwa die angeblich »rechte« FPÖ den sozialistischen Maduro unterstützte, während die angeblich »linken« Medien dessen Sturz befürworteten. Der Grund: Es geht um Geopolitik.

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Nord Stream 2 im Zentrum des Nachlasses von Jean-Claude Juncker

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20-03-19 06:33:00,

Hinter dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hält sich sein ehemaliger Kampagne-Direktor und aktueller Stabschef, der flämische Rechtsanwalt Martin Selmayr. Er ist es, der die wirkliche Macht ausübt, weil sein Chef notorisch schwer krank ist.

Selmayr ist Mitglied der flämischen Christlich-Demokratischen Partei und wird in der Kommission für einen Mann von Washington gehalten. Er fördert heute die Kandidatur von Manfred Weber (Foto), Leiter der Pan-Europäischen Union von Bayern, für den Vorsitz der Kommission im Jahr 2019.

Weber wurde mit 80 % von der Fraktion der Europäischen Volkspartei investiert, der die flämische Christlich-Demokratische Partei von Martin Selmayr angehört.

Manfred Weber erachtet die Blockierung des Baues der russischen Pipeline Nord Stream 2 als eine Priorität. Diese Entscheidung, wenn angenommen, würde die Europäische Union dazu zwingen, ihre Energie bei den Vereinigten Staaten, aber zu höheren Kosten, zu kaufen.

Übersetzung
Horst Frohlich

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Berichte aus dem Zentrum der Macht: Die Entstehung des American Deep State – www.NachDenkSeiten.de

Berichte aus dem Zentrum der Macht: Die Entstehung des American Deep State – www.NachDenkSeiten.de

11-06-18 09:31:00,

Berichte aus dem Zentrum der Macht: Die Entstehung des American Deep State

Veröffentlicht in: Rezensionen, Strategien der Meinungsmache, USA

Das Buch „The Secret Team“ von L. Fletcher Prouty ist eine Art Code, der Zugang zu einer Parallelwelt verschafft, die den Bürgern normalerweise verborgen bleibt. Geschichten, die man ins Reich der Fantasie verbannen würde, werden nachvollziehbar und damit wirklich. Der Offizier, CIA-Agent und Regierungs-Berater Prouty hatte Einblicke in die innersten Zirkel der Macht und berichtet in seinem zunächst dubios vom Markt verschwundenen Buch packend vom Erstarken der CIA und ihrem destruktiven Einfluss auf die US-Politik. Von Florian Linse.

Das Buch „The Secret Team“ von L. Fletcher Prouty verschafft einen tiefen Einblick in die Machtstrukturen der führenden Weltmacht USA. Streckenweise fühlt man sich wie im Weißen Haus oder im Pentagon sitzend. Man beginnt fast unmittelbar zu fühlen, wie es dort zu Entscheidungen kommt, und vor allem, wie diese beeinflusst werden. Dabei handelt es sich um keinen Roman, keine Fiktion, keinen Hollywood-Film mit perfekt nachgestellten Szenen. Nein, es handelt sich um ein weitestgehend autobiographisches Werk. Es ist der Bericht von jemandem, der mittendrin war – bis hinein in die obersten Zirkel der Macht.

Der Autor war ein erfahrener, langjähriger Mitarbeiter bei der US-Army und der CIA seit ca.1941. Wobei, darauf werde ich später noch eingehen, zumeist nicht ersichtlich ist, ob jemand, der beim US-Militär arbeitet, gleichzeitig oder vielleicht sogar eigentlich CIA-Mitarbeiter ist. Da Prouty bereits eine Fluglizenz besaß, arbeitete er schon bald – noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs – bei der US Air Force und war dort insbesondere mit Transportflügen betraut. Das klingt zunächst unspektakulär, aber dies brachte ihn oft in den ungewöhnlichsten Momenten zu den ungewöhnlichsten Anlässen an die ungewöhnlichsten Orte mit oft vielsagender Fracht, seien es ungewöhnliche Gegenstände oder Personen. Man denke an den Transferflug einer Delegation ranghoher Politiker zu den High-Level-Gesprächen der Alliierten, seine Rolle als V.I.P.-Pilot zwischen Cairo und Teheran im November 1943 oder seine Funktion als Kommandeur einer in Tokyo stationierten Flieger-Staffel für Militärtransporte unter anderem nach Indochina in den Jahren 1952-1954.

Prouty erfuhr durch diese Tätigkeiten relativ direkt, wohin militärisches Gerät verfrachtet wurde, die Art und die Mengen, um die es sich handelte,

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