Die Zukunft des Journalismus | KenFM.de

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15-05-19 05:31:00,

oder die Renaissance des Widerstandes gegen herrschende Willkür.

von Jochen Mitschka.

Der Buchdruck, dann der Zeitungsdruck waren wichtige Meilensteine in der Überwindung der absolutistischen Herrschaft von „durch Gott eingesetzte Monarchen“. Ob das zu besseren oder schlechteren staatlichen System führte, angesichts der Tatsache, dass „Demokratien“ die meisten Kriege beginnen, sei hier nicht diskutiert. Vielmehr interessiert uns die Tatsache, dass Journalisten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts maßgeblich daran beteiligt waren, dass bürgerliche Strömungen einen immer größeren Einfluss auf die Politik von Staaten nahmen. Allerdings verkehrte sich dies Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts in sein Gegenteil. Nachdem die bürgerliche Machtübernahme abgeschlossen und nicht mehr Gott, sondern Geld (manche nennen es auch „die Märkte“) die Herrscher ersetzte, war der Journalismus zum Teil des Herrschafts- und Unterdrückungssystems geworden. Nachdem sich aber nun diese Herrschaft immer stärker gegen die ursprünglich eigene Machtbasis, das Bürgertum richtet, stellt sich die Frage, ob eine Renaissance des Widerstandes durch Journalismus möglich ist.

Um die Unterschiede in den Rollen des Journalismus Anfang des 20. Jahrhunderts im Vergleich zu Anfang des 21. Jahrhunderts zu verdeutlichen, will ich die Verfolgung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange nennen. Das Verbrechen von Assange war eindeutig, die Verbrechen von Regierungen aufgedeckt zu haben. Aber erstaunlicherweise bleiben die „Journalisten“ des 21. Jahrhunderts schweigsam, oder sie verurteilen sogar Assange. Natürlich hatten sie vorher die Materialien von WikiLeaks genutzt, um ihre Auflagen und Profite zu erhöhen, aber nun … Schweigen.

Anfang des 20. Jahrhunderts dagegen gab es trotz heftiger ideologischer Kämpfe zwischen einzelnen Journalisten, eine große Solidarität, wenn es gegen den absolutistischen Herrscher ging. Als das in Preußen besonders scharf durchgesetzte Lèse Majesté, also das Gesetz gegen die Beleidigung seiner Majestät, zu immer mehr Verhaftungen führte, begannen Journalisten bewusst mit beleidigenden Artikeln, ließen sich einsperren, und schrieben sofort wieder einen beleidigenden Artikel, wenn sie wieder aus dem Gefängnis entlassen worden waren. Was schließlich zu einer Veränderung bzw. Nichtdurchsetzung des Gesetzes führte.

Umgesetzt auf das 21. Jahrhundert müssten heute eigentlich alle Journalisten in den WikiLeaks Dokumenten wühlen und einen Artikel nach dem anderen darüber veröffentlichen. Dass dies nicht passiert, ist der Tatsache geschuldet, dass Journalismus heute zu einer Industrie wurde, deren Kontrolleure selbst zur herrschenden Schicht gehören,

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Die Biowaffe der Zukunft? Forscher kämpfen gegen die Genschere

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11-05-19 09:39:00,

Erbkrankheiten und Krebs durch genetische Eingriffe heilen – das ist das Hauptversprechen der Genschere CRISPR. Eine Sorge könnte allerdings lauten: Ist es nun ein Wettlauf zur Optimierung des Menschen? Und was passiert, wenn die Technologie in Terroristenhände fällt oder im Labor außer Kontrolle gerät? Forscher suchen nach Mitteln.

Jennifer Dounda ist eine der Entdeckerinnen der Genschere CRISPR, die die Gentechnik nachhaltig geprägt hat und es ermöglicht, beliebige Gene in Zellen einzufügen. Krebspatienten im Endstadium, an Erbkrankheiten leidende Menschen und solche, die sich vor künftigen Krankheiten schützen wollen – in vielen Fällen scheint das Verfahren die Lösung in nächste Nähe zu rücken. Deshalb ist nun auch Google eingestiegen und unterstützt die Entwicklung eines CRISPR-Verfahrens gegen Herzerkrankungen.

DNS (Symbolbild)

Aber CRISPR hat auch seine Schattenseiten und dazu gehört nicht nur die Vision einer Menschheit, in der normale Menschen nicht mehr gut genug sind und ein „Wett-Editieren“ in Sachen Gesundheit, Intelligenz und andere wünschenswerten Eigenschaften einsetzt. Dazu gehört auch einfach die Frage: Was passiert, wenn etwas schief läuft? Diese Frage wurde im MIT Technology Review ausführlich durchgespielt.

Missbrauch als Biowaffe – Szenario eins

Genau mit dieser Frage hat sich eines Tages Doundas Unterbewusstsein beschäftigt. Denn die Frau will im Traum Adolf Hitler begegnet sein, der Stift und Papier gezückt hatte und nach einer Anweisung für CRISPR fragte. Ob Legende oder nicht, dieser Traum zeigt, wohin es gehen kann, wenn eine wirkungsmächtige Technologie in die falschen Hände gerät. Hitler ist tot, aber es gibt da draußen immerhin Terroristen.

Mit der Technologie wären immerhin biologische Attacken denkbar, die auf einzelne Personen oder ethnische Gruppen gemünzt sind. Deswegen befürchtete Dounda, dass hier die Atombombe der Gentechnik entstehen könnte. Deswegen stellte sie sich die Frage: „Können ich und andere besorgte Wissenschaftler CRISPR von sich selbst retten, bevor eine Katastrophe eintritt?“.

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Keine Zukunft ohne tiefen Wandel

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31-01-19 10:42:00,

Florian Ernst Kirner: Sie sind am 15. Januar 2019 in den neu formierten Vorstand der Sammlungsbewegung Aufstehen gewählt worden. Für viele Beobachter war Ihr Name eine Überraschung. Können Sie kurz erklären, was Sie zu diesem Schritt bewogen hat, sich bei Aufstehen in die Verantwortung zu begeben?

Hendrik Auhagen: Als einer der Initiatoren von Aufstehen aus dem Grünen-Spektrum bin ich zunächst in den Arbeitsausschuss eingeladen worden. Auch weil ich mich als Mitinitiator der Konstanzer Aufstehen-Gruppe mit Verbesserungsvorschlägen an Ludger Volmer gewandt hatte. Ich will den Erfolg von Aufstehen. Ich sehe aber nach dem Riesenanfangserfolg – wie viele andere auch – dringenden Konsolidierungsbedarf und die Notwendigkeit zu mehr Austausch, gerade zwischen den Ortsgruppen und der Bundesebene. Und wenn man dann gefragt wird, ob man das Geforderte auch selbst mit aktiv umsetzen will, dann ergibt sich daraus auch ein Ja.

Die Themenauswahl bei Aufstehen wird oft mit den Worten „Frieden und Gerechtigkeit“ beschrieben. Aber schon rund um den Hambacher Wald hat sich sehr schnell die Frage gestellt, welche Rolle die ökologische Krise spielen sollte. Haben ökologische Themen bei Aufstehen eine gute Lobby?

Auch wenn die Diskussionsprozesse bundesweit noch nicht gebündelt sind, so habe ich doch den Eindruck, dass die meisten Aufstehen-Aktivisten Ökologie durchaus als eines der Kernthemen ansehen – ganz anders als bei vielen Gelbwesten-Aktivisten in Frankreich, die Ökologie eher als ein Thema der Eliten ansehen.

Wenn wir die ökologische Herausforderung ins Verhältnis zur sozialen Frage setzten: Was wäre eine Ökologie von und für unten?

Ich will das an einem konkreten Bereich formulieren, in dem ich auch sehr lange aktiv war. Das ist die Verkehrspolitik. Eine Verkehrswende, die es durch einen Qualitätssprung im öffentlichen Verkehr schafft, dass in den Ballungsgebieten in den nächsten 5 Jahren ein Fünftel der PKW-Fahrer auf ein eigenes Auto verzichtet, würde eine Win-Win-Situation bedeuten.

Für die Umwelt ein Gewinn, weil der Autoverkehr einer der Hauptzerstörer der Ökosphäre ist. Und gleich zweimal für die Menschen: Einmal die Steigerung der Lebensqualität gerade in den heute besonders verlärmten, verparkten und verstunkenen Straßen, und andererseits durch deutlich erhöhte verfügbare Einkommen gerade der einkommensschwachen Haushalte, die aufs eigene Auto dann wegen der besseren Alternativen verzichten könnten.

Sie sind für die Grünen auch einmal im Bundestag gesessen. Wann ist das gewesen und wie sind Sie zu den Grünen gekommen?

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Die Mobilität der Zukunft

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10-11-18 03:45:00,

In der Politik wird immer noch händeringend nach Ideen für den Klimaschutz gesucht, aber der Klimaschutz bleibt bisher meist im alltäglichen politischen Stau stecken. Das liegt daran, dass Industrie und Politik immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Mir tun die Autofahrer oft leid, wenn sie im Sommer so in ihren Blechkisten im stinkenden Stau schmoren, während ich entlang der Grünwege fahren und frische Luft atmen kann. Schon 1991 wurde mir klar, dass die Straßeninfrastruktur in den Ballungsräumen nicht wirklich in nennenswertem Umfang ausgebaut werden kann, während gleichzeitig die PKW-Dichte kontinuierlich zunimmt, der Stau also schon damals vorprogrammiert war (1).

Solange wir immer mindestens eine Tonne Blech bewegen, um damit im Stadtverkehr zu 90 Prozent nur eine Person im Mittel nicht weiter als durchschnittlich 6 km zu transportieren, werden wir keine nachhaltige Lösung für das Verkehrsproblem finden. Es ist einfach energetischer Unsinn, eine Tonne Gewicht immer wieder anfahren und bremsen zu lassen. Da hilft auch die Elektromobilität nicht viel, obwohl der E-Motor tatsächlich beim Stop and Go schon sehr viel effizienter ist als der Verbrennungsmotor. Doch damit handelt man sich dann fast eine halbe Tonne Lithium-Ionen-Batterie ein, die im Grunde auch ökologischer Wahnsinn ist (2).

Ich habe bereits 1992 mein Auto abgeschafft, als mir klar wurde, dass das Klima tatsächlich kippen kann, wenn wir so weiter machen wie bisher.

Denn wenn wir die Situation, in der wir uns im Klimasystem befinden, auf ein Automobil übertragen, ist es im Grunde doch so: Wir sitzen in einem Auto und geben jedes Jahr 5 Prozent mehr Gas. Außerdem fahren wir im Nebel, weil wir gar nicht so genau wissen, was da auf uns zukommt. Und dann stellen wir fest, es gibt überhaupt keine Bremse, oder wenn, dann wirkt sie erst in 100 Jahren. Aber wir geben munter weiter Gas, jedes Jahr. Und das Klima wird immer schneller und schneller (3).

Ich will daher im Folgenden einige Anregungen zeigen, wie wir vielleicht die Mobilität in Zukunft mit kleineren und leichteren Fahrzeugen sicherstellen können.

Als mir das Ausmaß der drohenden Entwicklung Anfang der 90er Jahre klar wurde, meinte meine damalige Frau ganz trocken:

„Lass uns doch einfach das Auto abschaffen und alles mit dem Fahrradanhänger transportieren, das ist auch gut für meine Schenkel“.

Ich habe seitdem nicht nur in den verschiedensten politischen Gruppierungen gegen den Autowahn gekämpft,

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Newsroom der Zukunft: China stellt ersten digitalen KI-gesteuerten Fernsehmoderator vor

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09-11-18 07:49:00,

Newsroom der Zukunft: China stellt ersten digitalen KI-gesteuerten Fernsehmoderator vor

Die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua hat in Zusammenarbeit mit dem Suchmaschinen-Hersteller Sogou den ersten künstlich intelligenten TV-Moderator geschaffen, der nach einem Vergleich mit seinen menschlichen Berufskollegen viele Vorteile aufweist. Der virtuelle Anchorman wurde dem Publikum bei der fünften Welt-Internet-Konferenz in der ostchinesischen Provinz Zhejiang präsentiert.

Als Leitbild wählten die Entwickler den bekannten chinesischen Fernsehmoderator Zhang Zhao. Sein KI-Pendant ist ebenso männlich und liegt mit seiner Stimme, Mimik und den Körperbewegungen sehr nah am Original, berichtet das Portal Xinhuanet. Das digitale Modell des Ansagers ist auf der Grundlage von echten Nachrichtensendungen aufgebaut, die die Künstliche Intelligenz analysiert und in einem Hologramm reproduziert.

Neben der fehlerfreien und professionellen Ansage seiner Nachrichten-Texte lassen den neuen Moderator seine “Kapazitäten” rund um die Uhr arbeiten, was künftig die Leistung der Medien-Industrie im Wesentlichen verbessern sowie auch die Produktionskosten senken könnte.

Mehr zum Thema – Amazons KI für die Auswahl neuer Mitarbeiter erlernt Frauendiskriminierung – Firma gibt sie auf

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Die Zukunft gehört den Kleinbauern, nicht den Monokulturen (3)

Die Zukunft gehört den Kleinbauern, nicht den Monokulturen (3)

02-07-18 05:57:00,


Reserva, ein Camp vertriebener und jetzt landloser Bauern in Südbrasilien © cm


Miguel A.Altieri / 02. Jul 2018 –

Um wieder grössere Teile der Landwirtschaft den Kleinbauern zuzuführen, braucht es auch Reformen im politischen Bereich.

Red. Miguel A. Altieri ist Professor der Agrarökologie an der University of California in Berkeley und Autor zahlreicher Artikel und Bücher über Agrarökologie. Darüber hinaus hilft er, Programme für nachhaltige Landwirtschaft in Lateinamerika und anderen Regionen der Welt mit der UNO und mit engagierten NGO’s zu koordinieren und zu fördern.
Ein erster Teil dieses Artikels erschien auf Infosperber am 27. Juni und ein zweiter Teil am 29. Juni. Sie zeigten auf, warum die Kleinbauernbetriebe in der Summe produktiver sind als grosse Monokultur-Landwirtschaftsbetriebe und warum sie auch auf klimatische Veränderungen besser reagieren können.

Es geht nicht ohne politische Veränderung

Ob das Potential agroökologischer Innovationen und deren Verbreitung genutzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab und erfordert grössere Änderungen der Politik, vieler Institutionen und der Forschung und Entwicklung. Agroökologische Vorschläge müssen bewusst auch auf die Problematik der Armut eingehen und nicht nur darauf zielen, die Produktion zu steigern und die natürlichen Ressourcen zu erhalten. Sie müssen Beschäftigung und auch besseren Zugang zur lokalen Versorgung und zu lokalen Märkten schaffen. Jeder seriöse Versuch, nachhaltige landwirtschaftliche Technologien zu entwickeln, muss lokales Wissen und Fähigkeiten im Forschungsprozess hervorbringen (21).

Ein Schwerpunkt muss bei der Formulierung des Forschungsprogrammes die direkte Einbeziehung der Bauern sein. Ihre aktive Beteiligung am Prozess der technologischen Innovation und der Austausch von Erfahrungen durch direkte Bauer-zu-Bauer-Verbreitung kann lokale Forschung stärken und erkannte Probleme lösen helfen. Der agroökologische Prozess benötigt die Beteiligung der Bauern und die Erweiterung ihres ökologischen Verständnisses für ihren Hof und dessen Ressourcen nicht zuletzt auch mit dem Ziel, ländliche Gemeinschaften zu erneuern und zu stärken (22).

Es müssen auch gerechte Marktmöglichkeiten geschaffen werden, die den lokalen Verkauf und die Verteilung stärken, gerechte Preise schaffen und weitere Mechanismen erzeugen, die die Bauern näher zusammenrücken lassen und sie direkter und mit mehr Solidarität mit der übrigen Bevölkerung zusammenbringen. Die ultimative Herausforderung ist die Intensivierung der Forschung und sind höhere Investitionen in agroökologische Projekte, von denen schon Tausende von Bauern profitiert haben.

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Die Zukunft gehört den Kleinbauern, nicht den Monokulturen (2)

Die Zukunft gehört den Kleinbauern, nicht den Monokulturen (2)

29-06-18 07:47:00,

Bei Mehrfachnutzung bringt der Boden mehr Ertrag: Kleinbauern-Betrieb in Lateinamerika


Miguel A. Altieri / 29. Jun 2018 –

Kleinbauern leiden weniger unter dem Klimawandel als Monokulturen. Das zeigen viele wissenschaftliche Untersuchungen.

Miguel A. Altieri ist Professor der Agrarökologie an der University of California in Berkeley und Autor zahlreicher Artikel und Bücher über Agrarökologie. Darüber hinaus hilft er, Programme für nachhaltige Landwirtschaft in Lateinamerika und anderen Regionen der Welt mit der UNO und mit engagierten NGO’s zu koordinieren und zu fördern.

Red. Ein erster Teil dieses Artikels erschien auf Infosperber am 27. Juni. Er zeigte auf, warum die Kleinbauernbetriebe in der Summe produktiver sind als grosse Monokultur-Landwirtschaftsbetriebe. Zum Nachlesen hier anklicken.

Kleinbauernhöfe sind auch gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähiger

Die meisten Klimamodelle gehen davon aus, dass die Regionen, die von Kleinbauern bewohnt sind – vor allem in den Entwicklungsländern und in Regionen ohne Bewässerung – besonders heftig betroffen sein werden. Allerdings zeichnen die aktuellen Modelle eher ein grobes Bild und berücksichtigen die Variabilität interner Adaptionsstrategien nicht. Viele ländliche Gemeinschaften und traditionelle Bauernhöfe scheinen aber trotz Wetterfluktuationen relativ gut mit extremen Klimabedingungen zu funktionieren (15). Tatsächlich bewältigen viele Bauern den Klimawandel oder bereiten sich sogar auf diesen vor, indem sie den Ernteausfall minimieren, zum Beispiel durch das Anpflanzen von lokalen dürreresistenten Varietäten, durch Sammeln von Regenwasser, umfangreicheres Anpflanzen, Mischkulturen, Agrarförsterei, Jäten von opportunistischen Unkräutern, Sammeln von Wildpflanzen und einer Serie weiterer traditioneller landwirtschaftlicher Systemtechniken (16).

Die Vorherrschaft von komplexen und diversifizierten Anbausystemen in traditionellen Agroökosystemen ist von entscheidender Bedeutung für das System der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, denn sie erlaubt eine akzeptable Produktivität der Feldfrüchte auch bei stressvollen Umweltbedingungen. Traditionelle Agroökosysteme sind generell weniger durch katastrophale Ernteverluste bedroht, weil sie viele verschiedene Feldfrüchte und Varietäten an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten anbauen. Wissenschaftler konnten zeigen, dass Mischkulturen von Sorghum/Erdnüssen und Hirse/Erdnüssen eine höhere Ertragsstabilität und weniger Produktivitätsverlust während einer Dürre zeigen, als dies bei Monokulturen der Fall ist.

Die Resultate solcher Experimente kann man als «über-ergiebig» bezeichnen. Dies kommt vor, wenn zwei oder mehr Feldfrüchte zusammen angebaut mehr Ertrag bringen, als der Anbau alleine (z.B. wenn auf einer Hektare Hirse und Erdnüsse zusammen ergiebiger sind als jeweils auf einer halben Hektare jeweils nur Hirse und auf einer halben Hektare nur Erdnüsse angebaut werden).

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Die Zukunft gehört den Kleinbauern, nicht den Monokulturen (1)

Die Zukunft gehört den Kleinbauern, nicht den Monokulturen (1)

27-06-18 06:18:00,


Miguel A. Altieri / 27. Jun 2018 –

Wer glaubt, grosse Monokultur-Landwirtschaftsbetriebe seien besonders produktiv, liegt falsch. Kleinbauern sind klar produktiver.

(Red./cm) Miguel A. Altieri ist Professor der Agrarökologie an der University of California in Berkeley und Autor zahlreicher Artikel und Bücher über Agrarökologie. Darüber hinaus hilft er, Programme für nachhaltige Landwirtschaft in Lateinamerika und anderen Regionen der Welt mit der UNO und mit engagierten NGO’s zu koordinieren und zu fördern.

Globale Kräfte fordern die Entwicklungsländer heraus, sich selbst ernähren zu können. Viele Länder richten ihre Wirtschaft ökonomisch auf eine kompetitive, exportorientierte Landwirtschaft aus, basierend auf Monokulturen. Man mag argumentieren, dass die landwirtschaftlichen Exporte von Soja aus Brasilien einen beachtlichen Anteil der Wirtschaftsleistung erbringen und so harte Devisen in das Land bringen, um damit andere Güter importieren zu können. Aber diese Art der industriellen Landwirtschaft schafft verschiedene, ökonomische, ökologische und soziale Probleme, wie etwa negativen Einfluss auf die Gesundheit, der Integrität von Ökosystemen, Lebensmittelqualität. In vielen Fällen wird dadurch auch die traditionelle ländliche Existenz durch die beschleunigte Verschuldung von Tausenden Bauern bedroht.

Der wachsende Schub zur industriellen Landwirtschaft und die Globalisierung – mit der Ausrichtung auf den Export der Ernten, auf den Einsatz transgener Pflanzen und der raschen Ausdehnung von Biokraftstoff-Pflanzen (Zuckerrohr, Mais, Soja, Palmöl, Eukalyptus, etc.) – gestalten die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung weltweit um, mit einem Potential schwerer ökonomischer, sozialer und ökologischer Auswirkungen und Risiken. Und diese Umgestaltung findet mitten in einem sich ändernden Klima statt, das grosse und weitreichende Effekte auf den Ernteertrag ausübt, besonders in den tropischen Regionen der Entwicklungsländer. Die Gefahren sind insbesondere zunehmende Überflutung tieferliegender Regionen, häufigere und heftigere Dürren in Halbtrockengebieten und exzessive Hitzewellen. Alle diese Gefahren können die landwirtschaftliche Produktion limitieren.

Die negativen Folgen überwiegen

Weltweit hat sich die sogenannte Grüne Revolution, trotz Erhöhung der Erträge, als nicht nachhaltig erwiesen, da sie die Umwelt zerstört, einen dramatischen Verlust an Biodiversität nach sich zieht, weil dabei traditionelles Wissen verlorengeht und reiche Bauern zwar profitieren, aber viele arme Bauern noch weiter in die Verschuldung getrieben werden (1). Die institutionenübergreifende «Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika» (AGRA) scheint geradezu programmiert dazu zu sein, die tragischen Fehler zu wiederholen, die düngerabhängige Wundersamen bereits angerichtet haben, und – wie schon in Lateinamerika und Asien – die wachsende Abhängigkeit von ausländischen Investitionen und patentgeschützten Pflanzenvarietäten,

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Die Zukunft des Krieges

Die Zukunft des Krieges

16-06-18 07:51:00,

Auf den ersten Blick steht ihrer propagierten, geänderten außenpolitischen Strategie entgegen, dass die USA zweimal innerhalb von zwölf Monaten Syrien massiv mit Marschflugkörpern angriffen. Die Empörung einer Öffentlichkeit, die sich dem Völkerrecht verpflichtet sieht, war groß, wenngleich sich das nicht in der Berichterstattung der Massenmedien wiederspiegelte. Es erweckte den Eindruck, dass der Hegemon wie eh und je die Muskeln spielen ließ, wenn sein Herrschaftsanspruch nicht die ausreichende Würdigung erhielt. Ist dem wirklich so?

Dass Syrien innerhalb eines Jahres auf die prinzipiell gleiche Art und Weise angegriffen wurde; das allein lässt bereits aufhorchen. Die vorrangig verwendeten Marschflugkörper (Cruise Missiles) sind Raketen mit eigener „Intelligenz“, die von Schiffen, Unterseebooten und Flugzeugen aus abgeschossen werden und ihr Ziel über viele Kilometer selbständig ansteuern (1). Wenn auch von Rüstungsunternehmen verschiedener Staaten hergestellt, so bestand der Löwenanteil im Falle Syriens aus den Produkten des US-amerikanischen Konzerns Raytheon.

Raytheons Umsatz ist rund dreimal so hoch wie die Aufwände für die iranischen Streitkräfte und fast doppelt so hoch wie sämtliche Ausgaben für die iranische Landesverteidigung zusammengenommen (2,3). Raytheon ist ein Staat im Staate, ein wichtiger Teil des militärisch-industriellen Komplexes der USA und somit Teil des Tiefen Staates der USA. Denn wenn ein Rüstungsgigant in politische Entscheidungen eines Landes eingreifen kann – was Raytheon tut – dürfen wir uns doch von der Illusion eines demokratischen Staatswesens, wie es in den Lehrbüchern gepriesen wird, verabschieden. Oder glauben Sie, Raytheon hat keinen nennenswerten Einfluss auf die US-amerikanische Politik?

Welche Agenda vertritt eigentlich Trumps Administration und welcher Agenda widmet sich der Rüstungskonzern? Oder anders gefragt: Wer vertritt Raytheon innerhalb der US-Eliten und wen unterstützt das Unternehmen in der US-Politik?

Suchen wir die Lösung in einem Wertesystem, werden wir nicht fündig. Der sogenannte Wertewesten interessiert Trump wie auch Raytheon nicht die Bohne.

Es gibt aber auch Machtgruppen in den USA – und nicht nur dort (!) – die ganz ernsthaft an die Einzigartigkeit westlicher Werte glauben und sich entsprechend verpflichtet fühlen, missionierend – und dabei verheerend – über die Kontinente zu streifen. Diese religiös motivierten Eiferer haben hervorragende Dienste geleistet, um eine Schicht kapitalistischer Eliten unvorstellbar reich zu machen. Diese Eiferer haben den Mantel der Demokratie – als wäre es ein göttliches Wesen – über ein ungemein aggressives, maßlos gierig auf Wachstum im Sinne einer kapitalistischen Geldmaschine geprägtes,

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Der Schaltkreis der Zukunft heilt sich selbst: Bahnbrechende Entwicklung in Robotik

Der Schaltkreis der Zukunft heilt sich selbst: Bahnbrechende Entwicklung in Robotik

09-06-18 11:20:00,

Kaputte Leitungen machen so manches technische Gerät unbrauchbar. Umso besser, dass ein Forscherteam einen Stromkreis vorgestellt hat, der sich selbst heilt.

Weiche Roboter sind im Kommen. Das sind nicht nur Roboter, die von einem Material umgeben sind, das menschlicher Haut ähnelt. Auch Anzüge aus weichem Material, die der Mensch am Körper trägt und die über Elektronik verfügen, gehören dazu.

Einige dieser Entwicklungen versprechen, Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Beweglichkeit wieder zurückzugeben. Aber starre Leitungen im Inneren und weiche, dehnbare Materialien, in denen diese verlaufen – da sind technische Pannen durch kaputte Stromkreise vorprogrammiert.

Selbstheilung durch Silikon und Flüssigmetall

Genau hier setzt die Lösung von Forschern des Robotics Institute von der Carnegie Mellon University im US-Bundesstaat Pennsylvania an, die jüngst in der Fachzeitschrift Nature publiziert wurde. Dabei geht es um einen „selbstheilenden“ Verbundstoff, der aus isolierendem Silikongummi besteht, in das mikroskopische Tröpfchen eines ungiftigen flüssigen Metalls eingelassen sind, erklärt der Erstautor der Studie Eric Markvicka. Wird auf diesen Verbundstoff nun lokal Druck ausgeübt, dann brechen die Tropfen aus ihren Einbettungen aus und formen elektrische Verbindungen mit angrenzenden Tröpfchen. Auf diese Weise bildet sich im Isolator plötzlich eine Leitung.

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Foto : Carnegie Mellon University College of Engineering

Die Erfindung des Forscherteams aus Carnegie Mellon University College of Engineering

Das konkrete Beispiel zeigt einen Schaltkreis mit drei Leitungen, die im bereits beschriebenen Verbundstoff verlaufen. Nun werden diese der Reihe nach unterbrochen, doch der Strom fließt weiter. Das ist nur möglich, weil der Stoff um die beschädigten Stellen herum neue Leitungen entstehen lässt – und so die beschädigten Schaltkreise sofort wieder schließt. Die Löcher selbst werden dabei allerdings noch nicht geschlossen. Bis zum Material, aus dem der „Terminator“ besteht, ist es also noch ein weiter Weg. Die Forscher wollen ihn gehen und einen Stoff entwickeln, der sich auch mechanisch repariert und komplett regeneriert – möglichst ohne Eingriff des Menschen.

Menschliches Nervensystem als Vorbild

Bei ihrer Arbeit haben sich die Forscher an den Selbstheilungskräften des menschlichen Organismus orientiert, erklärt Markvicka. Dabei habe sich der Vergleich mit dem Nervensystem als besonders fruchtbar erwiesen. Denn Nervenzellen verfügen über die Fähigkeit, beschädigte oder abgestorbene Bereiche durch neue Verbindungen zu umgehen. In der Wissenschaft wird diese Eigenschaft als Neuroplastizität bezeichnet. Auch die Tröpfchen schaffen neue Bahnen,

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Ungewisse Zukunft

Ungewisse Zukunft

23-05-18 05:58:00,

Die Kurden nach den Amerikanern
von Mohammad Ballout und Walid Scharara

Fast vier Jahre dauerte der Versuch der USA, in Syrien direkt und militärisch zu intervenieren. Der Versuch ist gescheitert, und nun wollen die Amerikaner hektisch und so schnell wie möglich das syrische Territorium verlassen. Also müssen die syrischen Kurden ihre Lage überdenken und ihre hochgesteckten Ziele revidieren. Sie müssen darüber nachdenken, wie sie einige ihrer politischen und administrativen Errungenschaften behalten können.

Die sich abzeichnende Entwicklung wird unter den Kurden keine Freude auslösen, die auf dem syrischen Territorium als die engsten Freunde der amerikanischen Streitkräfte gelten. Allerdings haben sie ihre Zukunftspläne zu eng mit der Anwesenheit der 2000 amerikanischen Spezialkräfte verknüpft, die jetzt nur noch damit beschäftigt sind, ihre Koffer zu packen und den Rückzug vorzubereiten.

Für den syrischen Staat ist die aktuelle föderale Struktur im Norden des Landes kein unüberbrückbares Hindernis bei der zukünftigen strukturellen Planung des Staates. Die bewaffneten kurdischen Verbände werden es nicht mit der syrischen Armee aufnehmen können, sollten die Amerikaner dem Euphrat-Tal den Rücken kehren. Das Pentagon hatte bei seinen kurdischen Verbündeten die Illusion genährt, dass die amerikanische Militärpräsenz in Syrien lange genug dauern werde, um die Grundlagen für einen zukünftigen kurdischen Staat ausreichend zu festigen. Etliche kurdische Delegationen pilgerten ins Pentagon, wo sie immer wieder großes Lob hörten. Gelobt wurden ihre Kämpfer, die sich – ausgestattet mit US-militärischer Ausrüstung – von einer Miliz zu einer straff organisierten Armee entwickelten. Mit Unterstützung der US-Luftwaffe nahmen sie die härtesten Kämpfe auf sich und zogen von einer erfolgreichen Schlacht gegen den „Islamischen Staat“ zur nächsten: von Ain al Arab/Kobani, nach Rakka und in das Umland von Hasakeh bis schließlich nach Deir Ez-Zor.

Schon bevor Donald Trump ankündigte, er werde seine „Jungs“ nach Hause holen, waren unter den Kurden Zweifel aufgekommen. Der ehemalige Außenminister Rex Tillerson hatte unermüdlich an die Türen in Ankara geklopft und versucht, mit Präsident Recep Tayyip Erdogan zu verhandeln. Tillerson beauftragte seinen Berater Rich Austen, in Ankara die Lage zu sondieren. Austen, der mit einer Türkin verheiratet und für seine Nähe zu Ankara bekannt ist, sollte die Beziehungen zur türkischen Regierung wieder in Ordnung bringen. Und er sollte die Kurden davon überzeugen, Manbij zu verlassen. Ziel des Vorhabens war, das Gebiet nahe der syrisch-türkischen Grenze gemeinsam mit der Türkei zu verwalten.

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Sozial in die Zukunft

Sozial in die Zukunft

08-02-18 12:05:00,

Redaktionelle Vorbemerkung: Wie fern, wie uneinnehmbar wirken die Festungen der Mainstream-Medienlandschaft aus junger Perspektive, wie durchgetaktet ihr redaktioneller Duktus. Gastbeitrag? Vielleicht nach drei Praktika! Doch in einer Demokratie sollten auch wir Jugendlichen ein Mitspracherecht haben. Der Rubikon setzt hierfür einen Grundstein. Unsere Jugendredaktion veröffentlicht daher in ihrer Kolumne „Junge Federn“ beständig Beiträge junger Autorinnen und Autoren, denen thematisch kaum Grenzen gesetzt sind. Wenn dich das anspricht, schreib uns gerne an: jugend@rubikon.news.

Wenn man an soziale Netzwerke denkt, kommen einem nicht gerade Aktivismus und Weltverbesserung in den Sinn. Zwischen Katzenvideos und Bildern von Lebensmitteln fällt es schwer, noch Zeit zu finden und sich für ein besseres Leben einzusetzen. Da erschöpft sich die Anteilnahme höchstens im Betätigen des „Gefällt mir“ Buttons, sobald einer dieser doch eher nervigen, kritischen Freunde einen interessanten, an den Grundsätzen unserer bräsigen Konsumgesellschaft rüttelnden Beitrag teilt. Doch auch der kritische Freund steht dem Bienensterben, Klimawandel, Krieg, Armut, Hunger und anderem Elend dieser Welt zumeist ratlos gegenüber. Also hofft er, mit dem bloßen Teilen des Beitrages ein Stück zur Veränderung beizutragen, eine illusorische Hoffnung, die sich in den seltensten Fällen erfüllt. Doch wie sonst soll man sich einbringen, in die öffentliche Diskussion, wie sonst zu Veränderungen beitragen? Der übliche Nutzer sozialer Netzwerke hat vielleicht viel Anteilnahme zu bieten und auch den abstrakten Willen, sich einzubringen, weiß aber zumeist nicht, wie er das anstellen soll.

Abhilfe schaffen will nun ein soziales Netzwerk neuer Art. Human Connection wurde von Dennis Hack gegründet, dem Inhaber einer Firma, die Trampoline für den internationalen Wettbewerbssport produziert. Dort, so sagt er in seinem Vorstellungsvideo, hat er gesehen, wie friedlicher und fairer Wettbewerb aussieht. Das brachte ihn auf die Idee für ein soziales, gemeinnütziges Netzwerk, das nicht vom Verkauf der Nutzerdaten lebt, aber dennoch kostenlos und ohne Werbung nutzbar ist. Auf diesem Netzwerk sollen sich interessierte Menschen und Organisationen mit Gleichgesinnten treffen, um Gutes zu tun.

Geteilte Beiträge behandeln dann nicht Katzenvideos, Urlaubsfotos oder sonstige Belanglosigkeiten, sondern beschäftigen sich mit politischen, gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Themen und werden dabei von den Nutzern selbst moderiert. Auf Wunsch können die Nutzer Themen verfolgen und weitere Informationen darüber erhalten, übersichtlich zusammengestellt, wie in einem Nachrichtennetzwerk. Doch da Human Connection die Menschen dem Namen nach verbinden soll, steht man am Ende nicht allein und erschlagen vor einem Berg niederschmetternder Informationen.

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Die Zukunft der NATO. Das Ende der NATO. – JusticeNow!

Die Zukunft der NATO. Das Ende der NATO. – JusticeNow!

26-12-17 10:23:00,

Die NATO ist ein aufgeblähtes Vehikel des 20. Jahrhunderts, dessen wesentlicher Effekt die Aufrüstung des europäischen Kontinents und die weitere Militarisierung der Welt ist. Um einen explosiven Rüstungswettlauf mit einem von China (und Russland) geführten Staatenbündnis zu verhindern – der potentiell im Dritten Weltkrieg enden könnte – muss die Auflösung der NATO jetzt auf die Agenda gesetzt werden.

Dies ist der letzte Teil eines dreiteiligen NATO-Specials auf JusticeNow!.

Teil 1: Der Imperialismus der NATOTeil 2: Die illegalen Kriege der NATO

In den letzten 500 Jahren gab es weltweit 63 bedeutende Militärallianzen, erklärt ein militärwissenschaftlicher Bericht des Washingtoner Brookings Thinktanks. Die überwiegende Mehrheit dieser Bündnisse „löste sich bald auf, nachdem die Bedrohung verschwand, zu deren Abschreckung oder Vernichtung das Bündnis ursprünglich gegründet wurde.“ Über die Zukunft der NATO schreibt Brookings daher:

Folglich wird mit dem Verlust der Hauptbedrohung der NATO, des Warschauer Pakts … die Rolle der NATO als kollektive Verteidigungsallianz weitgehend nichtig. Ein Blick in die Geschichte sagt daher voraus, dass das Bündnis wahrscheinlich dasselbe Schicksal erleiden wird wie die anderen kollektiven Verteidigungsallianzen der letzten fünf Jahrhunderte.

Der NATO ist schlicht und ergreifend der Feind abhandengekommen. Der „muslimische Terrorist“ hat zwar ideologisch und in Bezug auf politische Propaganda schon lange den „Russen“ als geostrategisches Feindbild abgelöst – obwohl Letzterer jüngst bekanntlich eine Renaissance durchläuft – doch spielt aus einer militärischen Perspektive auch der größte nur vorstellbare Terrorangriff nicht nur nicht in derselben Liga wie eine potentielle Invasion durch die Sowjetunion zu Zeiten des Kalten Kriegs, es ist noch nicht einmal dieselbe Sportart. „Die NATO ist eine Allianz ohne Zweck,“ so der Brookings-Report weiter.

Die NATO ist jedoch kein reines Militärbündnis und übernimmt auch gewisse diplomatische, politische, logistische und strategische Aufgaben im zivilen Bereich sowie Konfliktlösungen unter ihren Mitgliedern – Aufgaben, die in Zukunft etwa von der OSZE oder der EU übernommen werden könnten. Aus europäischer Perspektive wäre die Auflösung der NATO daher mehr als begrüßenswert, da dies europäische Strukturen und Mechanismen stärken und die Emanzipation von den USA auf die nächste Stufe hieven würde. Die Washingtoner Perspektive steht der europäischen gewiss diametral gegenüber, denn eine Stärkung und Ausdehnung der NATO ist in jedem Fall das Ziel der USA,

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