CDU löst komplexe Zusammenhänge in altbekannter Manier auf

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24-05-19 09:35:00,

Die CDU hat ein wenig mit sich gerungen, wie sie denn auf das „Zerstörungsvideo“ eines YouTubers reagieren sollte. Zuerst hatte man den Social-Media-Star der CDU, Philipp Amthor, mit einem Gegenvideo beauftragt, die Veröffentlichung in letzter Minute aber gestoppt und entging damit ganz knapp der zu erwartenden Totalblamage. Doch hochgradig blamabel und bezeichnend für das Fremdeln mit dem, was die Kanzlerin selbst mal als „Neuland“ bezeichnet hat. Anstatt sich in dieses „Neuland“ zu begeben, verlagerte man das Feld der Auseinandersetzung lieber dahin, wo man auch gewinnen kann. Von André Tautenhahn und Jens Berger.

Überhebliches Selbstverständnis

So ist der Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, der sich erst noch abwertend zum Vorgang äußerte, inzwischen zu einem Stalker auf Twitter geworden, der seine Einladung zu einem persönlichen Treffen in warme Worte verpackt. So hat es schließlich auch die Kanzlerin gemacht, als sie sich mit dem YouTuber LeFloid – kennt den eigentlich noch jemand? – vor Jahren einmal traf, locker plauderte und somit nichts weiter zu befürchten hatte. Vorbereitung ist alles und die Argumente, die als Antwort auf das Zerstörungsvideo dienen sollen, liegen bereits als ausführliche schriftliche Stellungnahme vor. Dieses Dokument sollten Sie lesen. Es ist ein Beleg für den katastrophalen Zustand der politischen Diskussion. Schon die Vorbemerkung ist ein Offenbarungseid.

So führt die Zentrale im Konrad-Adenauer-Haus erst einmal die ehrenamtlich tätigen Parteimitglieder und Unterstützer ins Feld, um eine Betroffenheit zu simulieren, die es so gar nicht gibt. Es geht ja um die Entscheidungen, die die CDU als Teil der Regierung zu verantworten hat. Und da sind keine Kreistagsabgeordneten am Werk, sondern bezahlte Berufspolitiker, die mal eben ein Gegenvideo produzieren, es aber nicht senden, dafür behaupten:

“Wir haben ein klasse Produkt erarbeitet,…”

Wir werden seit Jahren häufiger als andere Parteien gewählt, weil wir den Mut und die Verpflichtung haben, auf komplexe Fragen auch gut durchdachte und angemessene Antworten zu geben.

Da ist es wieder, das überhebliche Selbstverständnis einer Mehrheitspartei, die vor allem vom Unvermögen der politischen Mitbewerber profitiert, die sich, wie die Mannschaften der Bundesliga auch, längst dafür entschieden haben, nur noch dabei zu sein, statt um den Titel mitzuspielen. Doch es ist falsch, dass die CDU auf komplexe Fragen gut durchdachte und angemessene Antworten böte. Das zeigt die Stellungnahme,

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