Zwischen München und Hamburg: Lufthansa übt Flüge mit Antigen-Schnelltests für alle Passagiere

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06-11-20 03:27:00,

Panorama

13:58 06.11.2020(aktualisiert 14:07 06.11.2020)

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Die Lufthansa startet erste Probeläufe, sämtliche Passagiere vor Flugantritt auf das Coronavirus zu testen. Das geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung des Unternehmens hervor.

„Lufthansa startet am 12. November auf ausgewählten Verbindungen zwischen München und Hamburg erste Testläufe für flächendeckende Covid-19 Antigen-Schnelltests“, heißt es im Text der Pressemitteilung.

Zwischen Hamburg und München

Die Fluggesellschaft bietet demnach den Kunden auf zwei täglichen Flügen die Möglichkeit, sich vor Abflug kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen.

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AP Photo / Martin Meissner

Ersatzweise könnten die Passagiere einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen oder sich kostenfrei auf einen anderen Flug umbuchen lassen. Die Testergebnisse sollen nach 30 bis 60 Minuten vorliegen.

„Mit unserer Teststrategie verfolgen wir das Ziel, durch die gewonnenen Daten wichtige Erkenntnisse im Umgang mit Schnelltests zu sammeln“, so Christina Foerster, Vorstand Lufthansa Group Customer, IT & Corporate Responsibility.

„Erfolgreiches Testen ganzer Flüge kann der Schlüssel zum Wiederbeleben des internationalen Flugverkehrs werden.“

Reuters meldet, dass Lufthansa nach Angaben ihres Vorstandschefs Carsten Spohr 250.000 Antigen-Tests erworben habe, um die Prozesse einzustudieren.

In der Lufthansa-Gruppe wurden laut der Nachrichtenagentur die Schnelltests bereits bei Flügen der Tochter Austrian zwischen Berlin und Wien erprobt.

Die Antigen-Tests liefern demnach schnellere, aber bislang noch ungenauere Ergebnisse als die PCR-Tests. Spohr versicherte, dass der Luftverkehr „niemandem etwas wegnehmen“ wolle, insbesondere nicht Menschen im Gesundheits- und Bildungssystem.

ak/rtr/ae

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Zwischen zwei Übeln

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03-11-20 02:14:00,

Am 3. November 2020 entscheidet sich, wer nächster US-Präsident wird: Bleibt Donald Trump im Amt oder wird er von seinem Kontrahenten von den Demokraten, Joseph Biden, abgelöst? Der Wahl-Ausgang lässt sich anhand der Analysen und Berichte aus den USA schwer vorhersagen. Eines scheint aber sicher: In der Welt und vor allem in der US-Außenpolitik wird sich wenig ändern – ob nun Trump im Weißen Haus bleibt oder Biden dort einzieht. Das zeigen unter anderem die Beiträge zum Themenschwerpunkt „Die USA nach 4 Jahren Trump“ im November-Heft (Nummer 169) der Politikzeitschrift WeltTrends aus Potsdam.

Im Allgemeinen wird US-Präsident Trump vorgeworfen, konzeptionslos und nur populistisch zu sein. „Zur Außenpolitik hat Joe Biden in seiner Nominierungsrede nichts Konzeptionelles gesagt, sondern nur ideologische Versatzstücke geliefert“, erinnert der Ostberliner Politikwissenschaftler Erhard Crome in seinem Beitrag. „Wird Biden Präsident, werden die Beziehungen zu China noch schlechter als sie es bereits sind. Ebenso das Verhältnis zu Russland. Die Behauptung von russischer Einmischung in US-Wahlen wird wieder aufgewärmt.“

Der Politologe analysiert, warum es zur Präsidentschaft Trumps kam und wie es vier Jahre später aussieht. Er stützt sich dabei auf die beiden Buchautoren Parag Khanna („Unsere asiatische Zukunft“) und Nadav Eyal („Revolte – Der weltweite Aufstand gegen die Globalisierung“). Die Wahl von Donald Trump vor vier Jahren ist für Crome der Versuch einer US-amerikanischen Antwort auf das Scheitern des Westens und die wachsende Vormachtstellung Asiens in der Welt gewesen, die Khanna zeigt. Zudem sei der derzeitige US-Präsident Akteur des „weltweiten Aufstands gegen die Globalisierung“, wie ihn Eyal beschreibe.

Die vom Westen aktiv beförderte Globalisierung hat laut Crome dessen System selbst ins Wanken gebracht, weil sie Arbeit und Einkommen in den Osten und Süden brachte. Dort seien dadurch Millionen Menschen aus tiefster Armut gerettet worden — während gleichzeitig Millionen im Westen als Verlierer dastanden oder sich als solche fühlten und fühlen. Das sei der Nährboden für die Revolte gegen die Globalisierung, die „keine kohärente oder ideologisch gefestigte Bewegung“, sondern eine mit vielen Facetten sei, wird der israelische Journalist Eyal von Crome zitiert.

Deshalb trifft der Vorwurf gegen Trump, er habe kein geschlossenes Programm, nicht zu, meint der Politologe. Mit Eyal stimmt er überein, dass der derzeitige US-Präsident „ernst und wörtlich“ genommen werden muss. Dieser habe zahlreiche seiner 2016 angekündigten Vorhaben umgesetzt: vom Mauerbau an der Grenze zu Mexiko über Wirtschaftskriege wie den gegen China bis zu den Schikanen gegen Migranten.

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Gespräch zwischen dem Verleger des Westend Verlages Markus Karsten und dem Herausgeber der NachDenkSeiten über die fällige Revolution

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08-09-20 04:10:00,

Ein Gespräch über den Zustand unserer Republik, über die Rückschritte in den letzten 40 Jahren, über die wachsende Ungleichheit und die Spaltung unserer Gesellschaft, über Aufrüstung statt der versprochenen Abrüstung, über die notwendigen Veränderungen – über das neue Buch von Albrecht Müller. Das Gespräch dauert 43 Minuten. Wenn Sie nur 5 Minuten und 10 Sekunden Ihrer wertvollen Zeit opfern, dann gewinnen Sie schon einen guten Einblick. Vielleicht haben Sie dann Lust auf mehr. Dann wäre es schön, Sie würden in Ihrem Umfeld auf dieses Gespräch aufmerksam machen. – Das Video hat jetzt noch einen Mangel: Fragen und Gesprächsgegenstand werden als Text, also verschriftet eingeblendet. Sie sind also in einem Audio nicht zu hören. Das wird korrigiert. Wenn dies geschehen ist, werden wir noch einmal auf dieses Gespräch aufmerksam machen und verlinken. Vorweg schon viel Vergnügen!

Weitere Informationen über „Die Revolution ist fällig. Aber sie ist verboten“ finden Sie hier

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Herzlichen Dank!

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Zwischen Monster und Mitmensch

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25-06-20 05:04:00,

I Am Legend (2007). Bild: © Warner Bros.

Der Vampir in Francis D. Lawrences Film “I Am Legend”. Wie mit Hollywoodfilmen Propaganda gemacht wird

Ein mutiertes Virus löscht fast die gesamte Menschheit aus – und Will Smith als scheinbar einziger Überlebender sucht nach einem Heilmittel und muss sich dabei gegen zu Vampiren mutierte Feinde verteidigen: Der Hollywood-Blockbuster “I Am Legend” legte 2007 den erfolgreichsten Kinostart im Dezember in der Geschichte des Kinos hin, spielte weltweit rund 600 Millionen Dollar ein und wurde von der Kritik als “gelungene Variation einer bereits mehrfach adaptierten Vorlage” (Lexikon des Internationalen Films) aufgenommen.

Aus ideologiekritischer und auch cineastischer Sicht ist allerdings bemerkenswert, dass an einer kreativen und der literarischen Vorlage treuen Version kurz vor der Premiere Änderungen vorgenommen worden waren, die nicht nur die narrative Konsistenz der erzählten Geschichte zerstörten, sondern den Film auch von einer beißenden Kritik an der vorherrschenden Ideologie des Krieges gegen den Terror in eine konservativ-reaktionäre Machtphantasie verwandelten. In der ursprünglichen Version, die später als Director’s Cut auf DVD veröffentlicht wurde, erscheint der männliche Held am Ende als fehlgeleiteter Mörder und Verbrecher, während die zuvor niedergemetzelten Monster mehr und mehr ihre Menschlichkeit und sogar moralische Überlegenheit zeigen.

Doch eine solche Geschichte war offenbar für ein durch Diskurse des Krieges gegen den Terror geprägtes US-amerikanisches Massenpublikum zu viel des Guten; und Hollywood scheint mit seinen strengen Profitkalkülen außerstande, seinem Publikum innovative und fordernde Erzählungen vorzusetzen. Was für eine Geschichte erzählt Francis Lawrences Film I Am Legend? Welchen Änderungen wurde das Werk vor Veröffentlichung unterworfen? Und welche Rolle spielten Probevorführungen in diesen Prozessen?

Von Roman zu Film: Adaptionen von Richard Mathesons I Am Legend

Lawrences Actionfilm I Am Legend ist die mittlerweile dritte Adaption von Richard Mathesons gleichnamigem Roman, der 1954 in den USA erschien. Filme und Roman erzählen die Geschichte eines Mannes, der als scheinbar einziger Mensch eine Epidemie überlebt hat, die den Rest der Weltbevölkerung entweder getötet oder in blutrünstige Vampire verwandelt hat. Während die Romanvorlage diese Geschichte nutzt, um Wissensregime, die den Anderen als minderwertige Lebensform konstruieren und auf die Rolle einer unmenschlichen tödlichen Bedrohung reduzieren, kritisch zu hinterfragen, heben die sukzessiven Filmfassungen in steigendem Maße den als gerecht und notwendig präsentierten Kampf des männlichen und zunehmend militarisierten Helden gegen Horden dämonisierter Feinde hervor.

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Die Türkei zwischen Nationalismus und Islamismus

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23-06-20 03:28:00,

Erdogan im Wahlkampf, 2018. Bild: VOA/gemeinfrei

  1. Die Türkei zwischen Nationalismus und Islamismus

  2. Trend zum Nationalismus


  3. Auf einer Seite lesen

Das “Türkei-Problem” für den Westen: In den europäischen Regierungen hätten längst die Glühbirnen angehen müssen

Namhafte AKP-Mitglieder verlassen enttäuscht die Partei des Staatspräsidenten Erdogan. Als die AKP vor 18 Jahren an die Macht kam, hegten auch westliche Regierungen große Hoffnungen auf eine liberale, demokratische Türkei.

Viele dachten, mit der AKP, mit Erdogan ließe sich Demokratie mit einem liberalen Islam verbinden. Auch bei den Grünen gab es durchaus Sympathien für Erdogan. Heute ist die Türkei wegen ihrer aggressiven Außenpolitik und der wachsenden Gefahr einer islamistisch-faschistischen Ein-Mann-Herrschaft international zunehmend isoliert und wird wegen ihrer Unberechenbarkeit – ähnlich wie die USA – als Problemfall statt als Hoffnungsträger eingestuft.

Vom Hoffnungsträger zum Problemfall

Zu Beginn des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 wurde die Türkei als Modell für die muslimische Welt gefeiert.

Wer sich nicht mit Erdogans Geschichte befasst hatte und seine wahre politische Ausrichtung hin zum politischen Islam nicht erkannt hatte, konnte in den “Nuller Jahren” in der Tat Hoffnung für die Türkei schöpfen. Als die AKP 2002 die Macht erlangte, trat sie als Fürsprecherin der muslimischen und eher konservativ geprägten Gesellschaftsschicht auf, die mit der vormaligen sehr autoritären, aber säkularen, kemalistisch-nationalistischen Regierung von Ministerpräsident Bülent Ecevit unzufrieden gewesen war.

Auf der internationalen Bühne trat die AKP für den Beitritt zur Europäischen Union ein, für mehr Demokratie, für Reformen in der Justiz zugunsten Menschenrechten und Minderheiten. Auch den Kurden sollten Gespräche mit der PKK endlich Frieden im Südosten der Türkei bringen. Das wurde bei der Parlamentswahl 2011 honoriert, als die AKP fast 50% der Wählerstimmen erhielt. Bis zu den Gezi-Protesten 2013 hielt die positive Stimmung und die Hoffnung auf Demokratie an, auch wenn die Umsetzung mehr als schleppend voranging.

2015, mit dem Einzug der links-demokratischen, pro-kurdischen Partei HDP ins Parlament verlor die AKP ihre absolute Mehrheit. Spätestens von da an war Schluss mit den Friedensgesprächen und den Reformen. Die AKP-Regierung reagierte auf die eigene Niederlage mit Neuwahlen und der Belagerung kurdischer Städte im Südosten. Von vielen unbemerkt,

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