Zwischen Neutralität und Nazi-Raubgold: Die Schweiz und ihre Rolle im Holocaust

zwischen-neutralitat-und-nazi-raubgold:-die-schweiz-und-ihre-rolle-im-holocaust

12-09-19 07:24:00,

Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg ist ein umstrittenes Thema, dass das Land in den 90er Jahren zum Umdenken brachte. Welche Anschuldigungen, von Nazi-Raubgold, bis hin zu abgewiesenen Flüchtlingen stimmen? Die „Neue Zürcher Zeitung“ befasst sich in einem Beitrag mit der großen Geschichtskontroverse des Landes.

In einem Beitrag der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) verdeutlicht deren Autor Marc Tribelhorn die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Es war in den 1990er Jahren, als die Schweiz die bis dahin wohl größte historische Identitätskrise durchgemacht hat. Internationale Vorwürfe, in Bezug zum Schweizer Verhalten zu Zeiten des Holocausts, dominierten die Presse. Sie versetzten das Land in eine Lage, als bestünde es nur aus „Hehlern und Mordkomplizen“, wie es der „Spiegel“ damals beschrieb.

Die Haltung der Schweiz: Bewährung

Lange Zeit nach dem Ende des Krieges hatte die Schweiz eine eher unbekümmerte Haltung zum Thema Zweiter Weltkrieg. Ihre prekäre Selbstdarstellung passte sich an das „Motto Bewährung“ an, wie es die NZZ formuliert. Denn tatsächlich hatte die Schweiz, vor allem im Vergleich zu anderen Ländern, keine größeren Schäden erdulden müssen.

Papst Franziskus

©
Sputnik / Sergei Guneyev

Der schweizerische Historiker Thomas Maissen, Direktor am Deutschen Historischen Institut Paris, hält es wie folgt fest: Die Schweiz hätte sich eine Heldengeschichte aus ihren vermeidbaren und unvermeidbaren Fehler, wie auch ihrer abstrusen Lage, umgeben vom Faschismus, gestrickt. In den 70er Jahren entstand aus dieser Einstellung der Bewährung fast schon ein Anspruch auf einen Verdienst. Unzählige inländische Autoren versuchten auf die Verlogenheit der Sachlage aufmerksam zu machen. Das brachte ihr Geschichtsbild zwar zum „Wanken“, nicht aber zum „Einsturz“, so die NZZ.

Erst mit dem Druck der ausländischen Presse gab die Schweizer Regierung nach. Durch die Beschädigung des Rufes des neutralen Staates handelte der Bundesrat entsprechend. Auf seine Bitte veranlasste eine Bankvereinigung eine Fahndung aller Kreditinstitute in der Schweiz, deren Resultate schockierten: 54.000 Konten wurden gefunden, die wahrscheinlich im näheren Zusammenhang mit dem Holocaust standen.

Die Unabhängige Expertenkommission

Erstmalig stellte der Bundesrat 1996 eine Unabhängige Expertenkommission (UEK) ein, um die Wahrheit vollständig ans Licht zu bringen. Im Rahmen dieses Projektes arbeiteten 40 Wissenschaftler sowie ein internationales neunköpfiges Gremium miteinander zusammen. Der Bundesrat finanzierte diese Forschung mit 22 Millionen Franken (etwa 20,15 Millionen Euro).

Die ersten Resultate der UEK seien jedoch auf Empörung gestoßen,

 » Lees verder

Die EU-Bürger weigern sich, zwischen den USA und Russland Partei zu ergreifen

die-eu-burger-weigern-sich,-zwischen-den-usa-und-russland-partei-zu-ergreifen

12-09-19 02:29:00,

Eine vom Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen (ECFR) durchgeführte Umfrage, der dem US-amerikanischen Council on Foreign Relations entspricht, bewertet die derzeitige Unterstützung für den supranationalen Entwurf des Vertrags von Maastricht, der fähig ist, mit den Vereinigten Staaten und China zu konkurrieren — obwohl 1992 das zweite Land noch nicht als Supermacht angesehen wurde — [1]. Sie zeigt, dass das Projekt von fast einem Drittel der Franzosen, Österreicher und Deutschen gutgeheißen wird.

JPEG - 44.7 kB

Überraschender: Trotz etwa vierzig Jahren, in denen sie unter US-Vormund gestellt waren, vertraut und fühlt sich eine Mehrheit der europäischen Bürger nicht mehr mit den Vereinigten Staaten solidarisch. Im Falle eines Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Russland wünschen sie sich mehrheitlich, dass die Union neutral bleibt.

JPEG - 43.2 kB

In Wirklichkeit bestand die EU vor dem Vertrag von Maastricht nur aus 12 Staaten. Damals wollte eine kleine Mehrheit den gegenwärtigen supranationalen Staat. Heute sind es weniger als ein Drittel. Der Maastricht-Vertrag übertrug die Verteidigung der EU auf die NATO, welche im Falle eines Konflikts mit Russland eine automatische Unterstützung der USA vorsieht. Die EU-Bürger sind daher gegen ihren Willen in einen supranationalen Staat und in eine militärische Konfrontation verwickelt, die sie ablehnen.

Diese Umfrage zeugt vom Engagement der europäischen Bürger für das Ideal der Zusammenarbeit für den Frieden, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Kontinent herrschte.

Übersetzung
Horst Frohlich

 » Lees verder

«Wählen zwischen Demokratie und der Diktatur des Finanzsektors»

«wahlen-zwischen-demokratie-und-der-diktatur-des-finanzsektors»

20-08-19 08:59:00,

Urs P. Gasche / 20. Aug 2019 –

Eine starke Finanzlobby manipuliere Parlamentarier und schalte die Öffentlichkeit aus, erklärt Finanzprofessor Marc Chesney.

«Die Macht der Märkte» höhle die Demokratie aus, bilanziert Chesney in seinem stark überarbeiteten Buch «Die permanente Krise – Der Aufstieg der Finanzoligarchie und das Versagen der Demokratie»*. Er klärt gleich auf, wer «die Märkte» sind, von denen nicht nur in Börsensendungen, sondern auch in der Tagesschau häufig die Rede ist: Es sind «Investmentbanken und spekulative Fonds, welche ebendiese Märkte [allen voran die grossen Börsen in New York und Chicago] manipulieren oder es zumindest versuchen, um aus ihren Einsätzen Gewinn zu schlagen». Sie würden ein Wettcasino betreiben, wo finanzielle Transaktionen in immer höherer Frequenz als Mikrosekundenhandel abgewickelt werden.

Die Macht dieser «Märkte» widerspräche den Grundprinzipien der Demokratie: «Fortan sind es die elektronischen Finanzmärkte, welche die wirtschaftliche, finanzielle und soziale Ausrichtung der Länder bestimmen.» Sowohl linke wie auch rechte Politik müssten sich den Finanzmärkten unterordnen: «Es läuft auf eine Form von Diktatur hinaus», erklärt Marc Chesney. Deshalb gehe es heute «um die Wahl zwischen der Diktatur des Finanzsektors und einer Demokratie, in der die Bürgerinnen und Bürger ihre Zukunft selber in die Hand nehmen.»

Finanzsektor entzieht sich der demokratischen Kontrolle

Chesney erinnert an ein Zitat aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das dem Automilliardär Henry Ford zugeschrieben wird**: «Es ist gut, dass die Bevölkerung dieser Nation vom Banken- und Geldsystem nichts versteht. Denn wenn dies der Fall wäre, bekämen wir es wahrscheinlich schon morgen früh mit einer Revolution zu tun.» Das treffe heute mehr denn je zu, meint Chesney: «Durch die schiere Grösse und seine Undurchsichtigkeit versucht der Finanzsektor tatsächlich, sich der demokratischen Kontrolle zu entziehen.»

Grossbanken könnten ein Finanzcasino betreiben, weil «ihre Chefs davon ausgehen, dass die Bank für die Risiken nicht geradestehen muss». Wie damals im Jahr 2008 müssten die Steuerzahlenden auch heute noch in Not geratene Grossbanken retten. Der Staat könne eine UBS, deren Bilanzsumme im Jahr 2017 bei 119 Prozent des gesamten Schweizer Bruttoinlandlprodukts lag, oder eine Credit Suisse, deren Bilanzsumme das BIP sogar um 37 Prozent übertraf, nicht fallen lassen.

Das Wettcasino läuft grösstenteils ausserhalb der Bankbilanzen ab

Doch Vergleiche mit der Bilanzsumme könnten das Systemrisiko einer Grossbank völlig ungenügend darstellen.

 » Lees verder

Putin zwischen Trump und Xi Jinping

putin-zwischen-trump-und-xi-jinping

18-08-19 06:48:00,

Putin zwischen Trump und Xi Jinping

Gedanken anlässlich des liberalen Aufbruchs in Moskau

Kai_Ehlers_Russland_Russlandforscher_russische_Foederation_Kritisches_Netzwerk_Moskau_Russophobie_Antirussismus_Venezuela

Die gegenwärtigen Unruhen in Moskau lassen eine Frage aufkommen, die über die aktuellen Ereignisse hinauszuführen geeignet ist: Welche Rolle spielt Russland in der Ablösung des Liberalismus, d.h., des in die Krise gekommenen westlich dominierten Weltbildes?

In der westlichen Presse erscheint es so, als würden mit der gewaltsamen Zurückweisung nach freiem Zugang zu den Moskauer Regionalwahlen jegliche freiheitlichen Regungen in Russland unterdrückt. Wladimir Putins kürzlich gegenüber Redakteuren der „Financial  Times“ geäußerte Kritik an der „liberalen Idee“ und seine gleichzeitige verstärkte Hinwendung nach China hat dieser Sicht reichlich Nahrung gegeben.

Eine genauere Betrachtung lässt allerdings eine andere, wenn auch paradoxe Perspektive erkennen. In Ihr tritt Putin als Konservator eben dieser weltweit in die Krise geratenen liberalen Ordnung hervor, ja, er mahnt auf nationalen und internationalen Foren sogar deren Einhaltung an. Mit Blick auf das Inland spiegelt sich das selbst in dem oben genannten Gespräch mit der „Financial Times“ [1], in dem er sich ungeachtet seiner generellen Kritik am Liberalismus für liberale Freiheiten auch in Russland ausspricht, wenn ihre Wahrnehmung nicht zum Schaden für die Gemeinschaft führe.  

Die aktuellen Moskauer Proteste erscheinen vor diesem Hintergrund eher als hilfloses Aufbegehren gegen diese widersprüchliche Realität einer, vor allem von jungen Leuten als repressiv erlebten Toleranz im heutigen Moskau, als ein Aufbegehren, das zwar berechtigt, verständlich und mutig ist, das allerdings gesellschaftsverändernde Kraft erst wird entfalten können, wenn es die Grenzen, die dem Liberalismus heute allgemein und im Besonderen im nachsowjetischen Russland gesetzt sind, erkennt und in seinen Protest einbezieht.

Rosguard-soldiers-Moskau-opposition-protests-troops-police-Russia-Russland-Buergerproteste-Putin-Kritisches-Netzwerk-Repression-Massenfestnahmen-Massenproteste-Massenunruhen

► Gewagte Thesen?

Diese Feststellungen klingen gewagt, drängen sich aber bei einem über die aktuellen Vorkommnisse hinausgehenden Blick auf die nachsowjetischen Bedingungen, die im globalen Rahmen wie auch in Russland selbst heute wirken, als unabweisbar auf.

Liberale Ideen, genauer gesagt, Versprechungen des Liberalismus tragen für die große Mehrheit der russischen Bevölkerung nach den Erfahrungen, die sie im Verlauf des Systemwandels mit dem Import westlicher Werte machen musste, nicht mehr. Zu tief war die geistige und soziale Erniedrigung, in die man sich gestürzt fand. Ideologen wie Alexander Dugin [2] konnten vor diesem Hintergrund schon lange ihre Botschaft verkünden, dass die drei großen „Ismen“ des letzten Jahrhunderts,

 » Lees verder

„Die Kluft zwischen demokratischer Rhetorik und kapitalistischer Realität ist gigantisch“

„die-kluft-zwischen-demokratischer-rhetorik-und-kapitalistischer-realitat-ist-gigantisch“

01-07-19 12:17:00,

Angst, Macht, Demokratie und Herrschaft: Das sind vier zentrale Begriffe, mit denen sich Rainer Mausfeld als kritischer Beobachter unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Um diese Begriffe geht es auch in dem folgenden Interview, das die NachDenkSeiten mit dem emeritierten Professor der Psychologie geführt haben. Mausfeld verdeutlicht, wie sehr Angst als Mittel der Machtausübung in unserem politischen System eine Rolle spielt und wie eine hochgradig destruktive Ideologie – die des „unternehmerischen Selbst“ – unser gesamtes gesellschaftliches Denken bestimmt. Von Marcus Klöckner.

Lesetipp: Rainer Mausfeld: Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien. Westend Verlag. Frankfurt am Main. Juli 2019. 128 Seiten. 14 Euro.

Herr Mausfeld, Sie verknüpfen in Ihrer Arbeit die Begriffe „Angst“ und „Macht“ und schlagen dann den Bogen zur politischen Herrschaft. Wie passt diese Verknüpfung zu einem demokratischen System?

Eigentlich gar nicht. Demokratie geht nämlich nicht nur mit einem Versprechen einer gesellschaftlichen Selbstbestimmung einher, sondern auch mit einem Versprechen einer größtmöglichen Freiheit von gesellschaftlicher Angst. Demokratie bedeutet also den Verzicht auf eine der wirksamsten Herrschaftstechniken überhaupt: der systematischen Erzeugung gesellschaftlicher Angst. Wenn die Machtausübenden hingegen systematisch Ängste erzeugen, blockieren sie eine angemessene gesellschaftliche Urteilsbildung und lähmen die Entschluss- und Handlungsbereitschaft. Durch eine systematische Erzeugung von Ängsten wird der Demokratie die Grundlage entzogen. Demokratie und Herrschaftstechniken der Angsterzeugung sind miteinander unverträglich.

Bevor wir näher darauf eingehen: Was ist Angst aus psychologischer Sicht?

Angst gehört im Spektrum unserer Emotionen zu den ganz grundlegenden Gefühlszuständen. Sie ist eine Bedrohung oder Erschütterung des gesamten Selbst, das heißt, sie umfasst das psychische Erleben ebenso wie den Leib. Da Angst als hochgradig unangenehm erlebt wird, löst sie körperliche und psychische Aktivität zu ihrer Bewältigung aus. Wenn nun aber die äußere angstauslösende Situation so beschaffen ist, dass eine Angstlinderung nicht mehr gelingen kann, bleibt die Angst in der Person gefangen – sie wird zu etwas, das in der Psychologie als neurotische Angst oder Binnenangst bezeichnet wird. Sie kreist gleichsam in der Person, zehrt deren psychische Energien auf, führt zu unangemessenen, neurotischen Bewältigungsversuchen, lähmt die Person, macht sie apathisch und depressiv.

Der renommierte Politologe Franz Neumann, einer der Begründer der Politologie, sah eine zentrale Herrschaftstechnik darin, dass die Machtausübenden versuchen, Realangst in Binnenangst umzuwandeln, um so gesellschaftlichen Widerstand zu paralysieren.

Und Macht?

 » Lees verder

Fed-Politik: Zwischen gewünschter Wahrnehmung und zu erwartender Realität | www.konjunktion.info

fed-politik-zwischen-gewunschter-wahrnehmung-und-zu-erwartender-realitat-wwwkonjunktion.info

21-02-19 10:43:00,

Dass die Federal Reserve ein Manipulator erster Güte ist, zeigen nicht nur die Aktienkurse der letzten Jahre (Quantitative Easing, Anleihenankäufe, usw.), sondern auch die Interpretation der sogenannten Fed Minutes, den kurz gehaltenen Stellungnahmen der US-Notenbank zur aktuellen Einschätzung der ökonomischen Gesamtlage.

Jerome Powell - Bildquelle: Wikipedia / Federalreserve; Public DomainJerome Powell - Bildquelle: Wikipedia / Federalreserve; Public Domain

Jerome Powell – Bildquelle: Wikipedia / Federalreserve; Public Domain

So auch bei der neuesten “Ausgabe”, in der wir eindeutig die geführte Hand der Propaganda erkennen können, die die aus meiner Sicht gesetzte Straffungspolitik der Fed nach Wünschen der Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) transportiert. Die Fed und die Hochleistungspresse wollen, dass alle Marktteilnehmer daran glauben, dass die Straffungspolitik ein Ende findet, obwohl ein solches Ende nicht zeitnah eintreten wird.

Denn die Erklärung der Fed besagt, dass die US-Notenbank bis Ende des Jahres einen PLAN zur Beendigung der Politik der Bilanzreduzierung erarbeiten will – NICHT jedoch, dass sie diese Politik bis Ende des Jahres beenden wird. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, den man nur bei genauem Lesen erkennt. Die Fedsche Maßnahmenkatalog führt zudem IMMER NOCH zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr auf. Warum schreiben die Mainstreamanalysten daher weiter von einem Ende der Straffungspolitik (Stichwort “dovish”), obwohl die Fed die Wirtschaft in den USA immer noch als “stark” (trotz anders lautender Fundamentaldaten) bezeichnet?

Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es zu einem Schock an den Aktienmärkten kommen wird, sobald dort realisiert wird, dass die Fed in diesem Jahr nicht “kapitulieren” wird. Es wird zu keiner Umkehr bei den Zinserhöhungen kommen und die Bilanzreduktion wird seitens der Fed fortgesetzt werden.

Die Entscheidungsträger der US-Notenbank gaben am Mittwoch kaum einen Einblick in ihre Gemütszustand, wie lange ihre “geduldige” Haltung gegenüber der US-Zinspolitik andauern würde, und sie versprachen zwar “in nicht allzu ferner Zukunft” einen Plan bzgl. ihrer Bilanz von 4 Billionen US-Dollar vorzulegen, ließen jedoch im Unklaren, was dieser Plan bedeuten würde.

Derzeit sehen die politischen Entscheidungsträger kaum ein Risiko bei den Zinssätzen, um die Auswirkungen einer globalen Abschwächung und der bisherigen Zinserhöhungen der Fed zu bewerten, so das Protokoll der Fed vom 29.

 » Lees verder

Streit zwischen Italien und Frankreich eskaliert

streit-zwischen-italien-und-frankreich-eskaliert

22-01-19 01:25:00,

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten der Deutschen Wirtschaftsnachrichten.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit unterstützen wollen, wählen Sie eines unserer beliebten Abo-Modelle aus.

Sie sind bereits Abonnent? Melden Sie sich hier an: Anmelden

Sie sind an unserer Arbeit interessiert? Schließen Sie hier ein Abo ab: Abo wählen

 » Lees verder

Die Zusammenarbeit zwischen Ägypten und Israel

die-zusammenarbeit-zwischen-agypten-und-israel

09-01-19 10:05:00,

Der US-TV-Sender CBS hat im Rahmen seines Programms 60 Minuten am 6. Januar 2018 ein Interview mit dem ägyptischen Präsidenten, Abdel Fattah al-Sissi, ausgestrahlt [1], in dem er feststellte, “dass seine Armee mit Israel gegen die Terroristen im Norden der Sinai-Halbinsel arbeite“.

Die Ankündigung durch CBS von diesem Interview hatte beim ägyptischen Botschafter in Washington Sorge aufkommen lassen. Er hatte vergeblich gebeten, dass es nicht übertragen werde.

Wenn Präsident al – Sissi von Zusammenarbeit spricht, sind die meisten Akteure in der Region davon überzeugt, dass die israelische Luftwaffe in den vergangenen drei Jahren mehr als 100mal die Wilaya Sinai (“Provinz des Sinai”) von Daesh getroffen habe.

Laut dem israelischen linken Website Walla! verbergen die gemeinsamen Operationen gegen Daesch die Aktionen gegen die Ezzedine-Al-Qassam-Brigaden, den pro-iranischen bewaffneten Zweig der Hamas [2].

Übersetzung
Horst Frohlich

 » Lees verder

Zwischen G20-Gipfel und neoliberaler Unordnung, das Weltforum über Erfolge und Versäumnisse progressiver Regierungen und Parteien – www.NachDenkSeiten.de

zwischen-g20-gipfel-und-neoliberaler-unordnung-das-weltforum-uber-erfolge-und-versaumnisse-progressiver-regierungen-und-parteien-8211-wwwnachdenkseiten.de

29-11-18 09:08:00,

29. November 2018 um 9:00 Uhr | Verantwortlich:

Zwischen G20-Gipfel und neoliberaler Unordnung, das Weltforum über Erfolge und Versäumnisse progressiver Regierungen und Parteien

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Seit Wochen vor dem Gipfel der G-20-Staatschefs, der ein Jahr nach Hamburg am kommenden 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires stattfinden wird, tummeln sich Bataillone ausländischer Agenten in der argentinischen Hauptstadt und bewerten auf jedem Meter die angeblichen Sicherheitsanforderungen zum Schutz der erwarteten führenden zwanzig Staats- und Regierungschefs der kapitalistischen Weltszene. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Mit von der Partie sind nach argentinischen Quellen Sicherheitskräfte aus den USA und Deutschland. Ihr angeblicher Auftrag bestehe in der ständigen Untersuchung und Überwachung der Widerstandsfähigkeit von Absperrungen rund um das Messe- und Kongressgelände von Buenos Aires, das den relevanten Tagungen des Gipfels als Bühne dient. Die ausländischen Agenten bewerten jedoch auch die Wirksamkeit sogenannter „Korridore”, schneller Wegabkürzungen und Überführungen für Notfall-Evakuierungen führender internationaler Beamter.

Sicherheits-Spektakel zum Schutz des unpopulären Donald Trump

Das Manöver ist nur zum Schein diskret, seine vor allem von den USA und der Regierung Mauricio Macri den Medien zugespielte Version ist die Beschwörung eines „terroristischen Anschlags” gegen den US-Präsidenten; eine Gaukelei, die eineinhalb tausend Kilometer im Norden auch der brasilianische Hardliner-General Augusto Heleno als „Bedrohung” des frischgewählten, rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro aus dem Hut der doppeldeutigen Fantasien zauberte.

Berichten zufolge ist es wahrscheinlich, dass Trump Abstriche an seinen Besuch in Argentinien machen wird, um am 1. Dezember an der feierlichen Amtseinführung des im Juli 2018 zum neuen Präsidenten Mexikos gewählten Andrés Manuel López Obrador teilzunehmen; eine Visite, die angesichts der dieser Tage von der US-Regierung angedrohten, vollständigen Sperrung der Grenze nach Mexiko lautstarke Proteste der Empörung im nordamerikanischen Nachbarland hervorrufen wird.

Ursprünglich hatte Trump auch ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Buenos Aires geplant, mit dem er über den Tiefststand der bilateralen Beziehungen – insbesondere über die Wirkung der durch die Gift-Affäre Skripal in Großbritannien verschärften US-Sanktionen gegen Moskau – nun über „politische Entspannung” sprechen will. Zu den kontroversen Themen der amerikanisch-russischen Agenda gehören nach amerikanischer Version auch die russische, jedoch umgekehrt nicht die wachsende US-Militärpräsenz in Syrien sowie die Lage in der Ukraine,

 » Lees verder

Zwischen Selbstzensur und Widerstand

zwischen-selbstzensur-und-widerstand

15-11-18 03:31:00,

(Der aktuelle Stand bei den im Text genannten Medien ist, soweit es seit 2009 gravierende Änderungen gab, in Fußnoten angegeben.)

Verglichen mit der Zeit unter Putin und Medwedew gab es in den 1990er-Jahren unter Jelzin eine — wenn auch beschränkte — Pressefreiheit. Zu Beginn des Tschetschenien-Krieges 1994/95 berichteten russische Medien, insbesondere der Fernsehkanal NTW, äußerst kritisch über den Krieg. Die Zuschauer erfuhren etwas über das Verheizen unerfahrener Wehrpflichtiger, sie bekamen einen Eindruck über Korruption und Kriegsmüdigkeit auf russischer Seite. Außerdem erhielten sie eine Vorstellung vom Freiheitswillen der Tschetschenen.

Der Kreml besaß in den 1990er-Jahren kein eindeutiges Meinungsmonopol. Oligarchen wie Boris Beresowskij und Wladimir Gusinskij hatten eigene Medienimperien aufgebaut. Beresowskij hatte einen der drei großen Fernsehkanäle — ORT (1) — gekauft. Die von dem ehemaligen Theaterregisseur Gusinskij aufgebaute Mediengruppe Most trug wesentlich zur Informationsfreiheit und Meinungsvielfalt bei. Ihr wichtigstes Schlachtschiff war der Fernsehkanal NTW.

Nach Putins Wahl zum Präsidenten wurden die Medienimperien der Oligarchen aufgelöst. Boris Beresowskijs Fernsehkanal ORT hatte wesentlich zum Sieg von Putin und der kremlnahen Partei Einiges Russland bei den Wahlen 1999 und 2000 beigetragen. Doch nach den Wahlen kam es zwischen Putin und Beresowskij zum Bruch. 2001 verkaufte der Oligarch seine Anteile an ORT und flüchtete nach London.

Im gleichen Jahr wurde Gusinskijs Fernsehkanal NTW — angeblich wegen Überschuldung — vom halbstaatlichen Unternehmen Gazprom-Media übernommen. Der Sender bekam eine dem Kreml ergebene Leitung. Ein Teil der Journalisten musste sich woanders eine Arbeit suchen.

Das 1998 gegründete Unternehmen Gazprom-Media wurde zu einem wichtigen Player auf dem Medienmarkt. Das Unternehmen übernahm aus dem Gusinskij-Medienimperium auch das Wochenmagazin Itogi (2).

Heute gehören Gazprom-Media außerdem die regierungsnahe Tageszeitung Iswestija und zu 66 Prozent der kremlkritische Sender Radio Echo Moskwy. 2004 kam es beim Fernsehsender NTW zu einer zweiten Säuberungswelle. Das Infomagazin Namedni wurde eingestellt. Als Anlass diente ein Interview mit der Witwe des von russischen Geheimagenten getöteten ehemaligen tschetschenischen Präsidenten Selimchan Jandarbijew.

Der ehemalige Namedni-Moderator, Leonid Parfjonow, Jahrgang 1960, wechselte als Chefredakteur zur russischen Ausgabe von Newsweek. 2007 verließ Parfjonow das zum deutschen Springer-Konzern gehörende Blatt wieder und wurde Buchautor.

2005 wurde auch die NTW-Talkshow Swobodnoje Slowo, „Freies Wort“, eingestellt. In der Sendung traten regelmäßig Oppositionspolitiker auf.

 » Lees verder

Krieg zwischen China und USA: Bahnt sich ein „Pearl Harbor“ an?

krieg-zwischen-china-und-usa-bahnt-sich-ein-pearl-harbor-an

31-10-18 02:02:00,

Politiker, Generäle und Experten spekulieren immer wieder über einen großen Krieg zwischen China und den USA, der angeblich bald bevorsteht. Glaubwürdig sind deren Prognosen nicht wirklich – einfach schon aus dem Grund, dass das US-Militär die südostasiatische Region fest im Griff hat. Doch es bewegt sich etwas aus der Gegenrichtung.

Wer die Vereinigten Staaten militärisch schlagen will, braucht eine starke Flotte – eine noch stärkere als die US Navy. Was so eine Seestreitkraft kosten würde, kann man sich kaum vorstellen. Man weiß aber: Nur eine mit den USA vergleichbare Wirtschaftsmacht könnte sich eine solche Marine leisten.

Eine solche Wirtschaftskraft hat heute nur China, was die Volksrepublik zum einzigen wirklichen Gegner der Vereinigten Staaten macht, auch in militärischer Hinsicht. Beim Bruttoinlandsprodukt hat China die USA schon 2014 überholt. In derselben Zeit hat die Volksrepublik eine riesige Modernisierungsreform ihrer Streitkräfte begonnen, insbesondere der Flotte.

©
AP Photo / Carolyn Kaster

Was China braucht, um weiter wirtschaftlich zu wachsen, ist vor allem eine Handels- und Finanzexpansion. Russlands Fernostregion und Sibirien liegen ja quasi um die Ecke – doch Chinas Expansionspläne richten sich vor allem auf Afrika.

Und natürlich braucht die Volksrepublik Energieressourcen. Zwei Drittel seines Öls importiert China aus dem Ausland, 83 Prozent werden auf dem Seeweg transportiert. Und das erinnert stark an die Situation kurz vor Kriegsbeginn zwischen Japan und den Vereinigten Staaten.

Das Land der aufgehenden Sonne war sehr stark von Ölimporten abhängig, die ebenfalls über das Meer angeliefert wurden. Die Versuche der US-Führung, die Öllieferungen nach Japan zu blockieren, provozierten die Japaner zum Angriff, ja zwangen sie geradezu.

Japan hat den Krieg bekanntlich verloren – und zwar vor allem auf See. Dass China den Fehler seines Nachbarn nicht nachmachen will, liegt auf der Hand. Deshalb baut Peking eben eine gigantische Seestreitmacht.

©
AP Photo / Li Tao/Xinhua

Die größte Schlagkraft einer modernen Marine ist der Flugzeugträger: Kampfflugzeuge liefern auch in einem Seegefecht den entscheidenden Vorteil. Ein großes Manko haben die Flugzeugträger aber, sind sie doch ziemlich schwerfällig und für sich allein genommen sehr verwundbar.

Darum besteht ein Flugzeugträgerverband immer aus einem Dutzend Zerstörern und Fregatten und mehreren U-Booten. Die Kampfjetgeschwader des Flugzeugträgers decken den Verband vom Himmel aus,

 » Lees verder

Zwischen Unterdrückung und Rebellion – Warum uns das Schicksal der Kurden alle angeht

Zwischen Unterdrückung und Rebellion – Warum uns das Schicksal der Kurden alle angeht

02-09-18 07:14:00,

Seit 2015 führt die türkische Regierung einen blutigen Krieg gegen die Kurden – im eigenen Land und in Syrien. Warum uns das Schicksal der Kurden auch hierzulande etwas angeht, beschreibt Kerem Schamberger in seinem Buch “Die Kurden – Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion”. Der Autor übt auch heftige Kritik an der deutschen Regierung.

Herr Schamberger, Sie haben dem kurdischen Volk ein Buch gewidmet, dass die Vergangenheit, aber auch die gegenwärtige Lage der Kurden beschreibt. Warum sollte uns das Schicksal der Kurden alle etwas angehen?

Uns sollte das Schicksal der Kurden deshalb etwas angehen, weil Europa sehr eng mit diesem Schicksal verbunden ist. Das hat man auch während des türkischen Angriffskrieges auf das syrische Afrin im Januar dieses Jahres gesehen. Dort waren vor allem Panzer und Waffen aus europäischer und deutscher Rüstungsproduktion im Einsatz. Wir können uns nicht immer darüber aufregen, dass vor allem Kurden aus der Region um Afrin nach Europa fliehen, wenn es unsere Waffen sind, die die Menschen zum Fliehen bewegen.

Deshalb hat das sehr viel mit uns zu tun. Das ist übrigens nicht nur in diesem Jahr so gewesen: Die Verbindung zwischen Europa und den jeweiligen Regierungen und Diktaturen in der Türkei ist ganz alt und geht noch bis zum ersten Weltkrieg zurück, als das Deutsche Reich mit dem Osmanischen Reich verbündet war.

Die Kurden sind ein Volk ohne eigenen Staat, es umfasst zwischen 25 und 30 Millionen Menschen. Was ist das Schicksal dieser Volksgruppe?

©
Sputnik / Michail Alaeyddin

Das tragische Schicksal dieser Volksgruppe ist, dass sie während die Idee der einzelnen Nationalstaaten entstanden ist, im imperialistischen Verteilungsspiel immer den Kürzeren gezogen haben. Man kann das vor allem nach dem ersten Weltkrieg beobachten, als die Grenzen im Nahen und Mittleren Osten mit dem Lineal gezogen worden sind.

Da ging es um die Interessen der Franzosen und der Engländer. Dort wurde die Teilung Kurdistans innerhalb der Türkei und innerhalb Syriens beschlossen, ohne die Menschen dort zu fragen. Und das, obwohl einer der Staatsgründer der türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, den Kurden damals Autonomie und Eigenständigkeit versprochen hatte.    

In den deutschen Medien wird meist über zwei Regionen berichtet, in denen Kurden eine wichtige Rolle spielen: In Syrien im Kampf gegen den IS und in der Türkei als Gegenpol zu Präsident Erdogan.

 » Lees verder

Die EU zwischen den Stühlen | KenFM.de

Die EU zwischen den Stühlen | KenFM.de

26-07-18 03:32:00,

Angela Merkel, Anführerin ins Abseits

von Wolfgang Bittner.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschland und Westeuropa durch sträflich undiplomatisches Verhalten sowohl gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump als auch gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in eine Sackgasse manövriert. Es ist unglaublich, wie leichtfertig und geringschätzig die „Anführerin der freien Welt“, wie Merkel in den Obama und Clinton ergebenen Medien genannt wurde, den „mächtigsten Männern der Welt“ entgegengetreten ist. Zwar offeriert sie ständig „Gesprächsbereitschaft“, aber ein konstruktiver Dialog hat bisher weder mit Trump noch mit Putin stattgefunden.

Angela Merkel – Donald Trump

Schon unmittelbar nach der Wahl Trumps leistete sich Merkel, die seine Gegnerin Hillary Clinton favorisiert und medial unterstützt hatte, eine unverzeihliche Überheblichkeit: Sie „erinnerte“ den neuen Präsidenten der USA an seine Verantwortung für die weltweite Entwicklung und ermahnte ihn indirekt zur Einhaltung demokratischer Grundwerte: „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine alte und ehrwürdige Demokratie (…) Deutschland und Amerika sind durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, der Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf dieser Basis biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigen Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“(1)

Als ob Deutschland, das an völkerrechtswidrigen US-Kriegen beteiligt war und ist, der Nabel der Welt und Hort der Moral wäre und die deutsche Bundeskanzlerin dem US-Präsidenten seine Politik vorschreiben könnte. Damit nicht genug. Anlässlich des Abschiedsbesuchs Obamas im November 2016 in Berlin, zu dem sich neben Merkel die vier europäischen Regierungschefs Theresa May, François Hollande, Matteo Renzi und Mariano Rajoy trafen, wurde die Beibehaltung der Sanktionen gegen Russland beschlossen (2) – eine politische und diplomatische Fehlleistung sondergleichen und eine Brüskierung Trumps, der sich schon seinerzeit für Gespräche mit Putin ausgesprochen hatte.

Der Herausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, schrieb dazu: „Bisher hatten Sie vielleicht ähnlich wie ich harmloser Beobachter des Zeitgeschehens gedacht, wir Europäer einschließlich der Deutschen seien von den USA verdonnert worden, die Sanktionen gegen Russland mitzumachen. Weit gefehlt. Jetzt haben unsere famosen Zeitgenossen in Berlin Angst, Trump könnte die Bestrafung Russlands lockern, und wir flehen Obama an, für die Verlängerung zu sorgen. Auch sorgen wir uns, Trump könnte keinen Streit mehr mit Russland haben und klammern uns an Obama,

 » Lees verder

Die EU zwischen den Stühlen. Angela Merkel, Anführerin ins Abseits. Von Wolfgang Bittner. – www.NachDenkSeiten.de

Die EU zwischen den Stühlen. Angela Merkel, Anführerin ins Abseits. Von Wolfgang Bittner. – www.NachDenkSeiten.de

23-07-18 02:08:00,

23. Juli 2018 um 10:30 Uhr | Verantwortlich:

Die EU zwischen den Stühlen. Angela Merkel, Anführerin ins Abseits. Von Wolfgang Bittner.

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech

Wolfgang Bittner

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschland und Westeuropa durch sträflich undiplomatisches Verhalten sowohl gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump als auch gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in eine Sackgasse manövriert. Es ist unglaublich, wie leichtfertig und geringschätzig die „Anführerin der freien Welt“, wie Merkel in den Obama und Clinton ergebenen Medien genannt wurde, den „mächtigsten Männern der Welt“ entgegengetreten ist. Zwar offeriert sie ständig „Gesprächsbereitschaft“, aber ein konstruktiver Dialog hat bisher weder mit Trump noch mit Putin stattgefunden.

Angela Merkel – Donald Trump

Schon unmittelbar nach der Wahl Trumps leistete sich Merkel, die seine Gegnerin Hillary Clinton favorisiert und medial unterstützt hatte, eine unverzeihliche Überheblichkeit: Sie „erinnerte“ den neuen Präsidenten der USA an seine Verantwortung für die weltweite Entwicklung und ermahnte ihn indirekt zur Einhaltung demokratischer Grundwerte: „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine alte und ehrwürdige Demokratie … Deutschland und Amerika sind durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf dieser Basis biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“[1]

Als ob Deutschland, das an völkerrechtswidrigen US-Kriegen beteiligt war und ist, der Nabel der Welt und Hort der Moral wäre und die deutsche Bundeskanzlerin dem US-Präsidenten seine Politik vorschreiben könnte. Damit nicht genug. Anlässlich des Abschiedsbesuchs Obamas im November 2016 in Berlin, zu dem sich neben Merkel die vier europäischen Regierungschefs Theresa May, François Hollande, Matteo Renzi und Mariano Rajoy trafen, wurde die Beibehaltung der Sanktionen gegen Russland beschlossen [2] – eine politische und diplomatische Fehlleistung sondergleichen und eine Brüskierung Trumps, der sich schon seinerzeit für Gespräche mit Putin ausgesprochen hatte.

Der Herausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, schrieb dazu:

„Bisher hatten Sie vielleicht ähnlich wie ich harmloser Beobachter des Zeitgeschehens gedacht, wir Europäer einschließlich der Deutschen seien von den USA verdonnert worden, die Sanktionen gegen Russland mitzumachen. Weit gefehlt. Jetzt haben unsere famosen Zeitgenossen in Berlin Angst,

 » Lees verder

Medien zwischen Angst und Zuversicht

Medien zwischen Angst und Zuversicht

24-06-18 11:37:00,

Robert Ruoff / 24. Jun 2018 –

“Die grosse Gereiztheit” – oder: es herrscht eine Stimmung wie vor über hundert Jahren, sagt Bernhard Pörksen.

Die Angst geht um in der Schweizer Medienszene. Christof Moser hat jüngst (am 17. Mai 2018) in der “Republik” seine grosse Arbeit über die «Bombe mit Zeitzünder» veröffentlicht. Die Bombe ist Tamedia. Der Zeitzünder sind die Entlassungen, die nach der grossen Zentralisierung auf das Medienhaus zukommen: in der Westschweiz und beim «Tages-Anzeiger» mit seinen Kopfblättern in Basel und Bern.

Die Angst ist nicht neu. Sie ist einfach akut. Sie sitzt den Medienschaffenden unter der Haut seit dem Mai-Massaker von 2009, als unter Chefredaktor Res Strehle ein Drittel der Belegschaft des «Tages-Anzeigers» vom Verleger Pietro Supino auf die Strasse gestellt wurde, 52 Menschen. Wer diese Angst spürt, möchte sie tatsächlich nicht wahr haben. Obwohl es die Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten ist, der Wahrheit genau in die Augen zu schauen, auch wenn es die eigene Wirklichkeit ist. Und wenn sie weh tut.

Die grosse Maskerade

Vielleicht schreibt der Literaturkritiker Philipp Tingler auch deshalb in seinem Gastkommentar für den «Tages-Anzeiger» eine Verteidigung der «Doppelbödigkeit» und der «Lüge als soziales Regulativ». Lüge, so schreibt Tingler (am 16. Mai 2018) einen Tag vor Mosers “Republik”-Artikel, – Lüge könne man ja auch bezeichnen als das «performative Zurechtlegen der Wahrheit».

In diesem Sinne haben die Tamedia-Verantwortlichen eine grosse «Performance» hingelegt, als sie die umfassende Reorganisation angekündigt haben. «Keine Kündigungen» seien damit verbunden, hiess es, und die Formulierung bedeutete lediglich, dass Kündigungen nicht hier und heute und auch noch nicht am 1. Januar 2018 stattfinden würden. Die Formulierung bedeutete, dass die Manager als Charaktermasken des Kapitals handelten und bei dieser Wahrheit nicht sogleich ertappt werden wollten.

«Charaktermaske», wie der alte Marx zu sagen pflegte, bedeutet nichts anderes als die sachlich kühle Feststellung, dass die Kapitaleigner und die Manager sich den Gesetzen des Marktes beugen müssen, weil sie sonst selber aus diesem Markt fliegen. Hinter der Maske des profitorientierten Fabrikherrn verbirgt sich vielleicht ein ansonsten freundlicher, gebildeter, eleganter, gelegentlich sogar spendierfreudiger Mann. Der Fabrikherr und seine Direktoren würden sich dann nicht mehr unterscheiden von den Medienschaffenden, die durch «natürliche Fluktuation» oder durch direkte Kündigung ohnehin auf diesem Medienmarkt überflüssig werden.

Aber das ist das Gesetz des Marktes: Rund 300 Menschen weniger wird Tamedia beschäftigen müssen,

 » Lees verder

Anthroposophie zwischen Mythologie, Wissenschaft und Philosophie

Anthroposophie zwischen Mythologie, Wissenschaft und Philosophie

28-04-18 09:32:00,

Deckenmalerei des 1. Goetheanums / Rudolf Steiner

 

Sind die übersinnlichen Darstellungen Rudolf Steiners eine neue Form der Mythologie oder spirituellen Kunst? Diese Ansicht vertritt der Filmemacher Rüdiger Sünner in seinem Buch „Geheimes Europa“.

Rüdiger Sünner

Für viele Anthroposophen dagegen besteht kein Zweifel, dass Steiners Darstellungen „Wissenschaft“ sind.

Jens Heisterkamp

Noch einmal anders sieht es aus, wenn man die konstruktive Rolle des menschlichen Erkennens im Sinne der „Philosophie der Freiheit“ ernst nimmt: dann nämlich könnten beispielsweise „höhere Wesen“ als verbildlichte Objektivierungen des menschlichen Geistes gedeutet werden, wie es Jens Heisterkamp sieht.

Ronald Richter

Zwischen diesen unterschiedlichen Perspektiven soll sich ein forschendes Gespräch entwickeln, das Ronald Richter moderieren wird.

Eine Veranstaltung des Info3 Magazins. Eintritt frei – Spende erbeten.

Ort: Rudolf Steiner Haus Berlin Dahlem, Bernadotte Straße 90/92

 
Ich mag Info3  » Lees verder