Zwischen Monster und Mitmensch

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25-06-20 05:04:00,

I Am Legend (2007). Bild: © Warner Bros.

Der Vampir in Francis D. Lawrences Film “I Am Legend”. Wie mit Hollywoodfilmen Propaganda gemacht wird

Ein mutiertes Virus löscht fast die gesamte Menschheit aus – und Will Smith als scheinbar einziger Überlebender sucht nach einem Heilmittel und muss sich dabei gegen zu Vampiren mutierte Feinde verteidigen: Der Hollywood-Blockbuster “I Am Legend” legte 2007 den erfolgreichsten Kinostart im Dezember in der Geschichte des Kinos hin, spielte weltweit rund 600 Millionen Dollar ein und wurde von der Kritik als “gelungene Variation einer bereits mehrfach adaptierten Vorlage” (Lexikon des Internationalen Films) aufgenommen.

Aus ideologiekritischer und auch cineastischer Sicht ist allerdings bemerkenswert, dass an einer kreativen und der literarischen Vorlage treuen Version kurz vor der Premiere Änderungen vorgenommen worden waren, die nicht nur die narrative Konsistenz der erzählten Geschichte zerstörten, sondern den Film auch von einer beißenden Kritik an der vorherrschenden Ideologie des Krieges gegen den Terror in eine konservativ-reaktionäre Machtphantasie verwandelten. In der ursprünglichen Version, die später als Director’s Cut auf DVD veröffentlicht wurde, erscheint der männliche Held am Ende als fehlgeleiteter Mörder und Verbrecher, während die zuvor niedergemetzelten Monster mehr und mehr ihre Menschlichkeit und sogar moralische Überlegenheit zeigen.

Doch eine solche Geschichte war offenbar für ein durch Diskurse des Krieges gegen den Terror geprägtes US-amerikanisches Massenpublikum zu viel des Guten; und Hollywood scheint mit seinen strengen Profitkalkülen außerstande, seinem Publikum innovative und fordernde Erzählungen vorzusetzen. Was für eine Geschichte erzählt Francis Lawrences Film I Am Legend? Welchen Änderungen wurde das Werk vor Veröffentlichung unterworfen? Und welche Rolle spielten Probevorführungen in diesen Prozessen?

Von Roman zu Film: Adaptionen von Richard Mathesons I Am Legend

Lawrences Actionfilm I Am Legend ist die mittlerweile dritte Adaption von Richard Mathesons gleichnamigem Roman, der 1954 in den USA erschien. Filme und Roman erzählen die Geschichte eines Mannes, der als scheinbar einziger Mensch eine Epidemie überlebt hat, die den Rest der Weltbevölkerung entweder getötet oder in blutrünstige Vampire verwandelt hat. Während die Romanvorlage diese Geschichte nutzt, um Wissensregime, die den Anderen als minderwertige Lebensform konstruieren und auf die Rolle einer unmenschlichen tödlichen Bedrohung reduzieren, kritisch zu hinterfragen, heben die sukzessiven Filmfassungen in steigendem Maße den als gerecht und notwendig präsentierten Kampf des männlichen und zunehmend militarisierten Helden gegen Horden dämonisierter Feinde hervor.

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Die Türkei zwischen Nationalismus und Islamismus

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23-06-20 03:28:00,

Erdogan im Wahlkampf, 2018. Bild: VOA/gemeinfrei

  1. Die Türkei zwischen Nationalismus und Islamismus

  2. Trend zum Nationalismus


  3. Auf einer Seite lesen

Das “Türkei-Problem” für den Westen: In den europäischen Regierungen hätten längst die Glühbirnen angehen müssen

Namhafte AKP-Mitglieder verlassen enttäuscht die Partei des Staatspräsidenten Erdogan. Als die AKP vor 18 Jahren an die Macht kam, hegten auch westliche Regierungen große Hoffnungen auf eine liberale, demokratische Türkei.

Viele dachten, mit der AKP, mit Erdogan ließe sich Demokratie mit einem liberalen Islam verbinden. Auch bei den Grünen gab es durchaus Sympathien für Erdogan. Heute ist die Türkei wegen ihrer aggressiven Außenpolitik und der wachsenden Gefahr einer islamistisch-faschistischen Ein-Mann-Herrschaft international zunehmend isoliert und wird wegen ihrer Unberechenbarkeit – ähnlich wie die USA – als Problemfall statt als Hoffnungsträger eingestuft.

Vom Hoffnungsträger zum Problemfall

Zu Beginn des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 wurde die Türkei als Modell für die muslimische Welt gefeiert.

Wer sich nicht mit Erdogans Geschichte befasst hatte und seine wahre politische Ausrichtung hin zum politischen Islam nicht erkannt hatte, konnte in den “Nuller Jahren” in der Tat Hoffnung für die Türkei schöpfen. Als die AKP 2002 die Macht erlangte, trat sie als Fürsprecherin der muslimischen und eher konservativ geprägten Gesellschaftsschicht auf, die mit der vormaligen sehr autoritären, aber säkularen, kemalistisch-nationalistischen Regierung von Ministerpräsident Bülent Ecevit unzufrieden gewesen war.

Auf der internationalen Bühne trat die AKP für den Beitritt zur Europäischen Union ein, für mehr Demokratie, für Reformen in der Justiz zugunsten Menschenrechten und Minderheiten. Auch den Kurden sollten Gespräche mit der PKK endlich Frieden im Südosten der Türkei bringen. Das wurde bei der Parlamentswahl 2011 honoriert, als die AKP fast 50% der Wählerstimmen erhielt. Bis zu den Gezi-Protesten 2013 hielt die positive Stimmung und die Hoffnung auf Demokratie an, auch wenn die Umsetzung mehr als schleppend voranging.

2015, mit dem Einzug der links-demokratischen, pro-kurdischen Partei HDP ins Parlament verlor die AKP ihre absolute Mehrheit. Spätestens von da an war Schluss mit den Friedensgesprächen und den Reformen. Die AKP-Regierung reagierte auf die eigene Niederlage mit Neuwahlen und der Belagerung kurdischer Städte im Südosten. Von vielen unbemerkt,

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Leben zwischen Erregung und Erschöpfung: Was ist los mit den Menschen?

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14-06-20 07:51:00,

Leben zwischen Erregung und Erschöpfung

von Markus Langemann / Club der Klaren Worte

Curt-Goetz-Das-Denken-ist-zwar-allen-Menschen-erlaubt-aber-vielen-bleibt-es-erspart-Kritisches-Netzwerk-Nachdenken-Querdenken-Selbstdenken-BuergerkriechMich irritiert und erschüttert die auf Warp-Geschwindigkeit beschleunigende Stumpfsinnigkeit unserer Gesellschaft. Mich beschäftigt die Frage wie es passieren konnte das immer mehr Menschen wie im Fieberwahn von einem Hashtag-Happening zum nächsten hecheln. Völlig losgelöst von Hirn und aufgeklärtem Verstand schweben digitale Dumpfbacken durch Zeit & Raum wie Major Tom oder sie irrlichtern mit ihren Smartphones wie Hänschen & Gretel durch den Medienwald.

Es ist erschütternd und auch bemitleidenswert, wie Menschen in unserer Freizeit-, Medien- und Selbstoptimierungsgesellschaft im Hyperloop von einem digitalen Folklore-Event zum nächsten schießen.

Erinnern Sie sich noch an Robert Enke? Damals als die Hannoveraner vom bemitleidenswerten Torwart im Stadion kollektiv mit Kerzen Abschied nahmen? Einfach mal mitmachen, dabei sein, bei einem traurig-schaurig-schönen Event. Dazugehören zur Gemeinschaft der Mitmacher. Ich glaube irgendwann um diese Zeit herum wurde für mich offenbar, dass wir als aufgeklärte Gesellschaft doch falsch abgebogen sind.

Kant zum trotz.

Seitdem machen medienschaffende und mediennutzende Menschen aus allem ein Klick-Event. Egal ob die arme FDP-Wurst Brüderle mit #aufschrei durchs digitale Dorf getrieben wird oder Profilbilder mit einsamer Kerze, schwulem Regenbogen oder #wirsindmehr verziert werden. Egal ob German Wings abstürzt, oder Boris Beckers Kontostand, ob Notre Dame brennt oder die letzte Fliege von Karl Lauterbach. Der pimmelige Klimasaugesang auf die im Hühnerstall motorradfahrenden Omas hastagged sich über den Breitscheidplatz direkt ins Berliner Regierungsviertel. Es wird alles zu einer großen Wir-sind-gegen-irgendwas-vielleicht-aber-auch-für-was-Erregungs-Mitmach-Party.

Die Erregung über die Erregung erregt Menschen vor ihren Monitoren und wird so zum kommunikativen Normalzustand, irgendwo zwischen Nesspressokapsel und SpaxeX-Dragon-Kapsel.

Egal ob #fridaysforfuture, #meetoo, #esc, #wirsindmehr, #ibes, #ehefüralle, #blacklivesmatters oder …ist ja auch schon wurscht, #blackfridaybeiamazon.

Alles nur digitale Folklore. Zeitvertreib zwischen Erregung und Erschöpfung.

Was ist das? Was ist los mit den Menschen? Vielleicht ist es das aus den Fugen geratene Faustische in uns Deutschen? Oder doch nur schlicht die Dieterbohlisierung der Gesellschaft. Vielleicht ist das neue wahre dritte Geschlecht ja doch der Idiot.

Gleichmacherei-Evolution-Systemkonformismus-Kadavergehorsam-Sozialismus-Regression-Kritisches-Netzwerk-Obrigkeitshoerigkeit-Buergerkriech-Unterwerfung-Anpassung

Ich glaube – uns geht es zu gut! Ernsthaft. Wir langweilen uns in der Freizeitgesellschaft zu Tode und suchen nach einem Kompass. Wir suchen immer noch nach dem Einnorden,

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Der Ton zwischen dem Kreml und der russischen Linken wird rau

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12-06-20 10:49:00,

Der linke Newcomer und ehemalige Diplomat Nikolai Platoschkin bekam wegen einem angeblichen Aufruf zu Massenunruhen und der Verbreitung „falscher Nachrichten“ zwei Monate Hausarrest. Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) hat sich mit ihren Kritikpunkten an der geplanten Verfassungsreform nicht durchsetzen können und empfiehlt deshalb ihren Anhängern bei der landesweiten Abstimmung am 1. Juli mit „Nein“ zu stimmen. Für den Kreml ist diese Entscheidung unangenehm. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass sich die KPRF querstellt. Aus Moskau berichtet Ulrich Heyden.

Am 1. Juli 2020 sind die Russen aufgerufen, sich an der Abstimmung über die von der Duma gebilligte Verfassungsreform zu beteiligen. Die Reform schreibt soziale Grundrechte der Russen, die traditionellen Werte wie die Rolle der Familie und die Bedeutung der Religion fest. Die Reform ermöglicht es auch Wladimir Putin, 2024 noch einmal als Präsident zu kandidieren.

Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) hatte zahlreiche Kritikpunkte an der Verfassungsreform eingebracht, konnte sich aber nicht durchsetzen. Unter anderem hatte die Partei gefordert, eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen. Das Präsidium der KPRF hat sich nun entschieden, die Anhänger der Partei aufzurufen, am 1. Juli mit „Nein“ zu stimmen.

Für die Macht ist das schmerzhaft. Zunächst musste die, eigentlich für den 22. April geplante, Abstimmung wegen der Corona-Krise verschoben werden. Und nun stellte sich auch noch Russlands größte Oppositionspartei quer.

Noch keine überwältigende Mehrheit für die Reform

Dabei ist die Verfassungsreform eigentlich schon gelaufen. Die beiden Kammern des russischen Parlaments haben ihr zugestimmt. Eine Mindest-Teilnehmerquote bei der Abstimmung am 1. Juli gibt es nicht. Und doch würde der Kreml gerne sehen, wenn es bei der Abstimmung eine überwältigende Zustimmung zu der Verfassungsreform gibt.

Nach einer Umfrage des Levada-Meinungsforschungsinstituts gibt es bisher keine überwältigende Zustimmung zu der Verfassungsreform. 66 Prozent der Befragten wollen ihre Stimme abgeben. 44 Prozent wollen für, 32 Prozent gegen die Verfassungsreform stimmen.

Dass es für die Verfassungsreform bisher keine überwältigende Mehrheit gibt, hängt wohl auch damit zusammen, dass nicht über einzelne Änderungen, sondern im Paket abgestimmt wird. Man kann also nicht für die sozialen Grundrechte aber gegen eine weitere Amtszeit von Wladimir Putin stimmen. Die Popularität von Putin ist nach wie vor hoch. Doch manche Bürger fühlen sich durch die Paketlösung entmündigt.

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Zwischen Krankheit und Gesundheit: Zellelektrik und abgefallene Energie

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12-04-20 09:50:00,

Das Zellmembran-Potenzial einer Zelle ist entscheidend. Viel Energie bedeutet gesunde Zellen – tiefe Energie bedeutet Entzündungen, Krankheiten, Schmerzen bis hin zu Krebs und Zelltod.

Was passiert in einer Zelle, weshalb kann die Energie abfallen und was kann man tun, um dem Abfallen entgegen zu wirken – oder sogar punktuell die Endladung wieder aufzuladen?

Und ist diese wieder aufgeladete Zelle danach gesund?

Fragen über Fragen – welche der Gesundheitsexperte und Analyst dem Moderator vom Schweizer Privatfernsehen QS24, Alexander Glogg, gerne und aufschlussreich beantwortet. Wird der Gral die Medizin revolutionieren – ist die Technologie neu – oder doch von Tesla?

Die unzähligen elektrischen Ströme innerhalb des Körpers produzieren ein unsichtbares, elektromagnetisches Feld um jedes Lebewesen herum. Was heute nur noch wenige Menschen wissen: Die auf diesen Erkenntnissen basierende Elektromedizin war bereits vor 100 Jahren sehr weit entwickelt. Forscher wie unter anderem Nikola Tesla oder Georges Lakhovsky hatten zahlreiche Therapiegeräte entwickelt, die über Frequenzen die Energie des menschlichen Körpers aktivierten und damit die Zellen belebten. So konnten sie bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern eindrucksvolle Heilerfolge erzielen.

Energie Befeldung

Mit der Energie-Befeldung werden aber auch zusätzlich die Mitochondrien (unsere wichtigsten Organellen / Trillionen von bakterienähnlichen Kraftwerken in all unseren Zellen) so stark aktiviert, dass damit lokal künstliches Fieber erzeugt wird. Dies bewirkt, dass Krankheitserreger wie Parasiten, Pilze, Viren und Bakterien absterben.

Gleichzeitig wird die elektrische Zellmembranspannung wieder auf den optimalen Wert von wenigstens (-)70 Millivolt angehoben. Das ist von entscheidender Bedeutung, da kranke, entzündete, verletzte, alte oder degenerierte Zellen lediglich eine Zellmembranspannung von (-)50 Millivolt oder weniger haben und die wichtigsten Steuersignale des Körpers nicht mehr erkennen.

Beweis hierfür sind z.B. Krebs-, oder Tumorzellen die lediglich eine Zellmembranspannung von (-)15 Millivolt aufweisen. Demgegenüber braucht das Herz als „elektrisches Organ“ für seine Funktion immer eine optimale elektrische Zellmembranspannung, was in der Konsequenz sogar dazu führt, dass es keinen „Herzkrebs“ gibt.

Unser Credo:

Die Natur ist ein Wunder Die Natur macht keine Fehler

Mehr Wissen über die Hochfrequenz Technologie unter:

eMail: arthur@wassermatrix.ch

Whatsapp +49151-58887220

Quelle:

Wassermatrix
QS24.tv
quantisana

Siehe auch:

Diese neue Power Cannabis-Kapsel könnte alle Schmerzmittel zukünftig ersetzen!

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Das Gute zwischen dem zweifachen Bösen

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11-04-20 10:14:00,

Das Böse ist allgegenwärtig. Ist es auch das Gute? Während das Böse in allerlei Gestalt ungerufen an uns herandringt, muss das Gute aber immer wieder errungen werden. Was Wilhelm Busch in das Bild brachte: „Gute Tiere muss man züchten, muss man kaufen, doch die Ratten und die Mäuse kommen ganz von selbst gelaufen.“ Haben wir es nur mit bösen Gedanken, Gefühlen und Willensimpulsen der Menschen zu tun, oder auch mit unbemerkt dahinter stehenden mächtigen geistigen Wesenheiten?

Ursprung der Angst

In der gegenwärtigen Corona-Krise hat in der Gesellschaft eine seelische Erscheinung ganz besonders bedrohliche Dimensionen angenommen: die Angst. Woher kommt die Angst, also die Angst als solche, unabhängig davon, wodurch sie ausgelöst wird. Angst ist nicht etwas, das der Mensch selbst erfinden könnte. Sie dringt in ihn ein. Er bildet sie nicht, er erleidet sie und kann in ihrer panischen Steigerung gar von ihr völlig überwältigt werden. Sie muss also irgendwo außerhalb des Menschen ihren Ursprung haben.

Das Wort Angst hat sich aus indogermanisch anghu „beengend“ über althochdeutsch angust entwickelt. Er ist verwandt mit lateinisch angustus bzw. angustia für „Enge, Beengung, Bedrängnis“ (siehe auch Angina) und angor „Würgen“ (s. Wikipedia).
In der urpersischen Überlieferung wird dem Lichtgott Ahura Mazdao der Geist der Finsternis Angra Mainyu feindlich gegenübergestellt. Wir sehen, dass der erste Teil des Namens Angra an die indogermanischen Wörter für Angst anklingt. In der Avesta, einer Textsammlung der von Zarathustra gestifteten Religion des Zoroastrismus, wird er auch als der „Angst verursachende Geist“ bezeichnet. Im Mittelpersischen erscheint der Name Angra Mainyu zu Ahriman zusammengezogen.

Die Angst, die unsere Brust zusammenpresst, eng macht, so dass der Lebensatem stockt und das Herz still zu stehen droht, ist eine reale, dem Menschen feindliche Kraft, die nicht aus dem Menschen selbst stammt, sondern von außen in ihn eindringt. Sie kann auch nicht irgendwie aus dem Nichts, sondern muss von einem entsprechenden mächtigeren Wesen kommen.
Ahriman, der dem biblischen Satan entspricht, ist allen Religionen und Weltanschauungen, die aus Einblicken von Eingeweihten in die übersinnliche, geistige Welt entstammen, genau bekannt – nur nicht dem modernen Materialismus, der auf einer Verengung der sinnlichen Wahrnehmung beruht, die er abergläubisch für das Ganze hält.

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Covid-19: Zwischen Skylla und Charybdis | www.konjunktion.info

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03-04-20 02:18:00,

Euphemismus - Bildquelle: www.konjunktion.infoEuphemismus - Bildquelle: www.konjunktion.info

Euphemismus – Bildquelle: http://www.konjunktion.info

Bekanntlich wird gerade in der Politik Unangenehmes sehr gerne umschrieben, mit Doppelsprech ausgekleidet und zweierlei Maßstäbe angesetzt. Und gerade in Zeiten einer gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Zeitenwende, einer nie gekannten Transformation, haben Euphemismen Hochkonjunktur.

Vor einem guten Jahr verfasste ich den Artikel Finanzsystem: Der “globale ökonomische Neuanfang” wird mit einem gesteuerten Kollaps eingeleitet werden in dem ich einen wirtschaftlichen Kollaps als “Mittel zum Zweck” betitelte und “Er ist ein Werkzeug, um einen fiskalischen und psychologischen Hebel gegen die Öffentlichkeit zu haben.”

Des weiteren schrieb ich:

Seit mehreren Jahren – mindestens seit dem Jahr 2014 – zirkuliert der Begriff des “globalen ökonomischen Neuanfangs” durch die Finanzwelt. Diese Phrase wird hauptsächlich von den globalistischen Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verwendet, um ein Ereignis zu beschreiben, bei dem das aktuelle, uns bekannte System entweder abgeschafft werden oder in ein neues System umgewandelt werden muss, in dem der “Multilateralismus” zur neuen Norm erhoben wird. Dieser “Neuanfang” wird oft mehrdeutig beschrieben.

[…]

Der Punkt bei all dem wird in den von mir erwähnten IWF-Dokumenten und -Interviews beschrieben: es geht um die vollständige Zentralisierung des globalen ökonomischen Rahmenwerks unter der Führung des IWF. Der IWF beschreibt es als “Multilateralismus” oder als “multipolare Weltordnung”. Diese Begrifflichkeiten sollen uns jedoch nur in die Irre führen und uns glauben machen, dass es sich dabei um eine “Dezentralisierung” handelt – was es aber nicht ist. Der IWF beabsichtigt, eine unipolare ökonomische Struktur durch eine andere unipolare ökonomische Struktur zu ersetzen, die sogar noch zentralisierter geführt wird.

Letztlich geht es immer darum, die von den Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) vollständige Zentralisierung unter der Ägide einer supranationalen Entität den “Menschen schmackhaft” zu machen. Im Zuge der “Corona-Pandemie” ist nun eine neue Begrifflichkeit aufgetaucht, die letztlich auch nur eine Verschleierung des gewünschten Endergebnisses darstellt. So wird vermehrt von einer “Phase der neuen Normalität” gesprochen, die – eben euphemistisch – mit der uns bislang bekannten Normalität nichts mehr zu tun hat. Dass diese “neue Normalität” ein direkter Angriff auf die Bürger- und Freiheitsrechte darstellt,

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Coronavirus: Zwischen Orakel und Prognose

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03-04-20 07:42:00,

Walter Aeschimann / 03. Apr 2020 –

Virologen sind die Experten dieser Tage. Wir glauben ihnen alles. Obwohl sie nur vermuten. Eine kleine Geschichte der Wahrsagerei.

Im Jahr 2019, als das Coronavirus Sars-CoV-2 noch kein Thema war, sass ich in netter Runde einer Virologin gegenüber. Sie arbeitete beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) und studierte den Verlauf von Grippewellen in der Schweiz. Wir sprachen über Grippeviren und den Schutz davor. Ich würde mich mit vielen Vitaminen dagegen wehren, insbesondere mit dem C. Das sei doch sinnvoll, oder? Ihr Lächeln war mild und höflich. Sie blieb stumm. «Oder?» insistierte ich. Als Mittel gegen Grippeviren sei Vitamin C im Bereich des Aberglaubens einzuordnen, hob sie an. «Vermutlich» sei es wichtiger, das Immunsystem nicht zu schwächen. Geschwächt werde es etwa mit viel Rauchen, viel Alkohol, viel Stress und wenig Schlaf, erklärte sie geduldig.

Nun lächelte sie wie die Mona Lisa: irritierend geheimnisvoll. Aber ich glaubte ihr bedingungslos, auch wenn sie «vermutlich» sagte.

An dieses Mona-Lisa-Lächeln werde ich erinnert, wenn ich gegenwärtig von Ferne sehe, wie die Virolog*innen den Lauf der Welt vorhersagen. Sie tun das mit Prognosen. Und wir glauben ihnen – bedingungslos. Auch wenn sie «hoffen» und «vermuten», «spekulieren» oder «schätzen». Und sich untereinander «in aller Deutlichkeit» widersprechen. Sie haben in den letzten Wochen eine herausragende gesellschaftliche Position erlangt. Ein Berufsstand, den vor Corona nur wenige wahrgenommen haben. Er bestimmt nun den Gang der Welt und hat (vorübergehend) die Ökonomie abgelöst.

Aber die Virolog*innen können unmöglich wissen, was diese winzigsten, «vermutlich» hochgefährlichen Partikel, künftig treiben werden. Weil alles so komplex und unübersichtlich ist im Gewusel von unvorstellbar vielen Daten, Irrationalitäten und Möglichkeiten. Entscheidend ist nur, die Vorhersagen überzeugend zu vertreten. Wer dies beherrscht, erreicht eine gewisse Hoheit über die Meinung anderer. Hilfreich ist dabei die Prominenz der Institution, des Expertenwissens, das er/sie vertritt. Eine überragend exklusive Position, fast ein Deutungsmonopol, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin erlangt. Und die ersten Medienstars sind auch schon bestimmt: Frau Dr. Melanie Brinkmann, Professorin am Institut für Genetik an der Technischen Universität Braunschweig und Herr Professor Dr. Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Charité – Universitätsmedizin in Berlin.

Virologen spenden Trost und Hoffnung

Zum Glück sind die Prognosen der Virolog*innen vielfältig,

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STANDPUNKTE • Zwischen den USA und China gibt es einen „Medienkrieg“ mit gegenseitigen Ausweisungen von Journalisten. | KenFM.de

standpunkte-•-zwischen-den-usa-und-china-gibt-es-einen-„medienkrieg“-mit-gegenseitigen-ausweisungen-von-journalisten-|-kenfm.de

21-03-20 02:25:00,

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 Wie ist es dazu gekommen und was sagt das über die Pressefreiheit in den USA aus?

Ein Standpunkt von Thomas Röper

Der Streit zwischen China und den USA, der nun zur wechselseitigen Ausweisung von Journalisten geführt hat, begann schon Anfang Februar. Am 4. Februar hatte das „Wall Street Journal“ einen Kommentar unter der Überschrift „China ist der ‚wahre kranke Mann‘ Asiens“ veröffentlicht. Der Artikel enthielt viel Kritik an China, unter anderem wurde den chinesischen Behörden vorgeworfen, viel zu zögerlich auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben.

Aus heutiger Sicht, wo wir gerade beobachten können, wie die westlichen Staaten, inklusive den USA, kopflos, unkoordiniert, inkonsequent und viel zu spät auf die Pandemie reagieren, ist der Artikel fast schon lächerlich. Aber zu dem Zeitpunkt Anfang Februar stand China Kopf, die Quarantäne war gerade eingeführt worden und China fühlte sich durch den Kommentar verunglimpft, sprach sogar von Rassismus und forderte von der Zeitung eine Entschuldigung, die es natürlich nicht gab.

Am 19. Februar passierten dann zwei Dinge fast gleichzeitig und es ist nicht ganz einfach, festzustellen, was die Henne war und was das Ei. Nach meiner Erinnerung waren es die USA, am 19. Februar chinesische Journalisten ausgewiesen und die Arbeit chinesischer Medien in den USA eingeschränkt haben. In anderen Quellen war zu lesen, dass China zuerst als Reaktion auf den Kommentar drei Journalisten des „Wall Street Journal“ des Landes verwiesen habe.

Bei RT-Deutsch konnte man am Donnerstag zum Beispiel lesen:

„Die wechselseitigen Ausweisungen von Journalisten begannen im Februar, als die chinesischen Behörden drei Journalisten des Wall Street Journal fünf Tage Zeit gaben, das Land zu verlassen. Mit der Maßnahme reagierte Peking auf einen Meinungsartikel in dem Blatt, der China als den „wirklich kranken Mann Asiens“ bezeichnete. Die Zeitung weigerte sich, sich für den Artikel zu entschuldigen. Kurz darauf reduzierten die USA dramatisch die Zahl der Journalisten, die für vier chinesische staatliche Medienunternehmen in den USA arbeiten durften. Man reduzierte die Zahl der erlaubten Journalisten von 160 auf 100 sowie die Aufenthaltsdauer.“

Auch die russische Nachrichtenagentur TASS schrieb am Donnerstag dasselbe,

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“Medienkrieg” zwischen USA und China: Wechselseitige Ausweisung von Journalisten | Anti-Spiegel

“medienkrieg”-zwischen-usa-und-china:-wechselseitige-ausweisung-von-journalisten-|-anti-spiegel

19-03-20 10:05:00,

Zwischen den USA und China gibt es einen „Medienkrieg“ mit gegenseitigen Ausweisungen von Journalisten. Wie ist es dazu gekommen und was sagt das über die Pressefreiheit in den USA aus?

Der Streit zwischen den China und den USA, der nun zur wechselseitigen Ausweisung von Journalisten geführt hat, begann schon Anfang Februar. Am 4. Februar hatte das „Wall Street Journal“ einen Kommentar unter der Überschrift „China ist der ‚wahre kranke Mann‘ Asiens“ veröffentlicht. Der Artikel enthielt viel Kritik an China, unter anderem wurde den chinesischen Behörden vorgeworfen, viel zu zögerlich auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben.

Aus heutiger Sicht, wo wir gerade beobachten können, wie die westlichen Staaten, inklusive den USA, kopflos, unkoordiniert, inkonsequent und viel zu spät auf die Pandemie reagieren, ist der Artikel fast schon lächerlich. Aber zu dem Zeitpunkt Anfang Februar stand China Kopf, die Quarantäne war gerade eingeführt worden und China fühlte sich durch den Kommentar verunglimpft, sprach sogar von Rassismus und forderte von der Zeitung eine Entschuldigung, die es natürlich nicht gab.

Am 19. Februar passierten dann zwei Dinge fast gleichzeitig und es ist nicht ganz einfach, festzustellen, was die Henne war und was das Ei. Nach meiner Erinnerung waren es die USA, am 19. Februar chinesische Journalisten ausgewiesen und die Arbeit chinesischer Medien in den USA eingeschränkt haben. In anderen Quellen war zu lesen, dass China zuerst als Reaktion auf den Kommentar drei Journalisten des „Wall Street Journal“ des Landes verwiesen habe.

Bei RT-Deutsch konnte man am Donnerstag zum Beispiel lesen:

„Die wechselseitigen Ausweisungen von Journalisten begannen im Februar, als die chinesischen Behörden drei Journalisten der Wall Street Journal fünf Tage Zeit gaben, das Land zu verlassen. Mit der Maßnahme reagierte Peking auf einen Meinungsartikel in dem Blatt, der China als den „wirklich kranken Mann Asiens“ bezeichnete. Die Zeitung weigerte sich, sich für den Artikel zu entschuldigen. Kurz darauf reduzierten die USA dramatisch die Zahl der Journalisten, die für vier chinesische staatliche Medienunternehmen in den USA arbeiten durften. Man reduzierte die Zahl der erlaubten Journalisten von 160 auf 100 sowie die Aufenthaltsdauer.“

Auch die russische Nachrichtenagentur TASS schrieb am Donnerstag dasselbe, wie RT-Deutsch: China habe zuerst US-Journalisten ausgewiesen, danach hätten die USA mit den Beschränkungen gegen chinesische Journalisten reagiert.

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Treffen zwischen Putin und Erdogan zum Syrienkonflikt – Was wurde vereinbart? | Anti-Spiegel

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05-03-20 07:50:00,

In Moskau ist das Treffen zwischen Putin und Erdogan nach sechs Stunden zu Ende gegangen. Das Ergebnis ist bestenfalls ein kleiner Erfolg und die getroffene Vereinbarung umgesetzt wird, steht in den Sternen.

Die gemeinsame Pressekonferenz nach dem Treffen war denkbar kurz und Fragen waren nicht zugelassen. Putin hat in seiner Erklärung auf sein gutes Verhältnis zu Erdogan hingewiesen, aber auch gesagt, dass man in vielen Punkten unterschiedlicher Meinung sei. Aber trotzdem habe man eine Einigung erzielt. Putin warf den Islamisten vor, seit dem Abkommen von Sotschi 2018 gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben und syrisches Militär, zivile Ziele und die russische Luftwaffenbasis immer wieder mit Artillerie und Drohnen angegriffen zu haben. Das habe die aktuellen Kampfhandlungen ausgelöst. Putin sprach der Türkei sein Beileid für den Tod türkischer Soldaten aus.

Erdogan hingegen beschuldigte das „Regime“ von Assad, an der Eskalation schuld zu sein und betonte ebenfalls sein gutes Verhältnis zu Putin.

Danach haben die beiden Außenminister das getroffene Abkommen verlesen, das aus nur drei Punkten besteht. Darin wurde betont, dass die territoriale Einheit Syriens erhalten bleiben müsse (was vor allem Russland wichtig ist, denn die anwesenden türkischen Soldaten in Syrien verletzen die territoriale Einheit Syriens). Außerdem wurde ein Waffenstillstand ab heute um Mitternacht vereinbart.

Danach sollen Türken und Russen innerhalb von sieben Tagen Details eines Abzuges der schweren Waffen von der Front erarbeiten. Die Waffen sollen auf jeder Seite sechs Kilometer weit abgezogen werden. Anschließend sollen entlang der hart umkämpften Autobahn M4, die an der Front verläuft, russische und türkische Soldaten gemeinsame Patroullien durchführen.

Leider macht mich dieses Abkommen nicht optimistisch und das hat mehrere Gründe.

Der wichtigste ist, dass dies im Grunde die gleiche Einigung ist, wie sie im September 2018 in Sotschi getroffen wurde. Das Problem dabei ist, dass die Islamisten, die von der Türkei unterstützt werden, ihren Teil nie umgesetzt haben. Damals sollten die schweren Waffen 15 Kilometer weit zurückgezogen werden, was nie geschehen ist. Auch der Waffenstillstand bestand seitdem weitgehend nur auf dem Papier.

Es steht zu befürchten, dass die Umsetzung auch dieses Mal nicht wirklich funktioniert. Und sowohl die sehr kühle und geschäftsmäßige Atmosphäre bei der Pressekonferenz, als auch die Tatsache, dass für ein so nichtssagendes Abkommen sechs Stunden lang verhandelt werden musste, zeigen, dass die Positionen sehr weit auseinander liegen.

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US-Wahlen: Zwischen Demokratie und Imperium

us-wahlen:-zwischen-demokratie-und-imperium

18-02-20 11:10:00,

Die Idee von US-Präsident­schafts­wahlen ist es, die Bevölkerung jeweils einen von zwei Kan­di­daten des »Imperialrates« – des Council on Foreign Relations (CFR) – wählen zu lassen. Dadurch können die USA, einzig­artiger­weise, Demokratie und Imperium zugleich sein.

In den letzten Jahrzehnten funktionierte dies vorzüglich: Auf CFR-Direktor George Bush folgten CFR-Mitglied Clinton und CFR-Familien­mitglied George W. Bush. 2008 verlor CFR-Mitglied McCain gegen CFR-Kandidat Obama.

Obama erhielt – wie eine Wikileaks-E-Mail auf­deckte – bereits einen Monat vor seiner Wahl die Liste mit den Namen seines künftigen Kabi­netts von CFR Senior Fellow Michael Froman. Die Kabinetts­­mitglieder waren ihrer­seits, selbstredend, fast alle CFR-Mitglieder.

2016 jedoch gewann CFR-Schreck Trump gegen CFR-Favoritin Clinton. Ein Desaster: Trump stoppte CFR-Prestigeprojekte wie die Frei­handels­verträge TTIP und TPP und zerrüttete das vom CFR über Jahrzehnte aufgebaute, komplexe internationale Allianzsystem.

2020 könnte es nun zum noch ungünstigeren Duell zwischen den beiden CFR-Antagonisten Trump und Sanders kommen, da CFR-Favoriten wie Joe Biden erneut schwächeln.

Der CFR hat jedoch noch ein Ass im Ärmel, denn im Hintergrund baut sich CFR-Mitglied und Multi­milliar­där Michael Bloomberg als demo­kra­tischer Gegen­kandidat auf. Der ehemalige Republikaner zeigt, dass es bei den US-Wahlen nur vorder­gründig um Partei­politik geht.

Das konservative CFR-Medium FOX News musste Trump 2016 leicht (52%) positiv dar­stel­len, um nicht gleich Konkurs zu gehen. Es wird höchst interessant sein zu sehen, wie sich FOX bei einem möglichen Duell zwischen Trump und CFR-Milliardär Bloomberg verhalten wird.

Denn Bloomberg könnte auch die umstrittene Migrationsthematik etwas anders darstellen als klassische Demokraten. In einer CFR-Diskussion erklärte er jedenfalls offen, wofür die USA Immigranten brauchen: »economic growth« – Wirtschaftswachstum.

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Zwischen allen Stühlen

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28-01-20 12:54:00,

Rudi Dutschke hatte schon in den 1970er Jahren das zerstört, was sein Weggefährte, der Schriftsteller Michael Schneider, erst viel später, nach der Wende 1989, den „Jahrhundertmythos“ nennen sollte: Der Mythos, die Sowjetunion und das von ihr beherrschte Staatensystem seien sozialistisch gewesen. Namen können Schall und Rauch sein. Dutschke beurteilte die Sowjetunion nüchtern in ihrer Kontinuität und als das vorläufige Resultat der russischen Geschichte.

Die Sowjetunion erwies sich ihm, hinter ihren ideologischen Nebelschleiern, als System, das die Industrialisierung nachholte, und als Restauration dessen, was Marx und Engels die „allgemeine reale Staatssklaverei“ genannt hatten. Die politische Form einer „asiatischen Produktionsweise“, in der sich die Bürokratie der staatlichen Zentralgewalt das Mehrprodukt archaischer Dorfgemeinden unmittelbar aneignet.

Dutschkes Schlussfolgerung war unmissverständlich:

„Die verschiedensten Formen des asiatischen Systems der allgemeinen Staatssklaverei haben mit Sozialismus nichts (!) zu tun.“

Der Sozialismus hingegen, wie ihn Marx und Engels im Horizont westeuropäischer Geschichte als eine objektive Möglichkeit heraufkommen sahen, hätte „nicht nur das Erbe der bürgerlichen Revolution, sondern auch das Erbe des Christentums anzutreten“ gehabt, so Dutschke. Was das politisch bedeutet, fasste Rosa Luxemburg klar in Worte:

„Keine Demokratie ohne Sozialismus, kein Sozialismus ohne Demokratie.“

Der Jahrhundertmythos von der „sozialistischen“ Sowjetunion legitimierte aber nicht nur die Herrschaft der Bürokratie im Osten. Auf der anderen Seite des „eisernen Vorhangs“ diente er zugleich zur Rechtfertigung eines rigorosen Antikommunismus. Er war ein Mythos der falschen Alternativen, der stabilisierende Mythos des Status quo.

Die deutsche Linke war in diesen Status quo eingebunden, und das erklärt ihre scharfe Ablehnung Dutschkes. Die Sozialdemokratie bekannte sich zur „sozialen Marktwirtschaft“ und zum westlichen Bündnis. Die Nennkommunisten pflegten ihre Nibelungentreue zum vermeintlichen „Vaterland aller Werktätigen“. Die „undogmatische Linke“ genoss eine Art Narrenfreiheit, solange ihr theoretisches „Weder-Noch“ ein praktisches „Sowohl-als-Auch“ war. Dutschke aber suchte nach einer echten Alternative zur „Idiotie des Ost-West-Gegensatzes“.

Der sozialdemokratischen Massenpartei und der bolschewistischen Kaderpartei stellte er eine neuartige „Rätepartei“ gegenüber: „Selbstorganisation, Parteiorganisation […] und Rätesystem müssen nicht notwendigerweise auseinanderfallen. Selbstorganisation verunmöglicht zentralistischen Parteitypus, ermöglicht gerade die Benutzung der ‚Zentrale‘ als Vermittlungsmoment der dezentralisierten Basis-Zentren.“

In der inhaltlichen Bestimmung dessen, was „Sozialismus“ sein solle, stellte Dutschke der Verstaatlichung der Produktionsmittel ihre „Vergesellschaftung“, ihre Inbesitznahme und demokratische Kontrolle durch die unmittelbaren Produzenten gegenüber.

Strategisch knüpfte Dutschke an die Räte- und Sozialisierungsbewegung der Novemberrevolution von 1918/19 an und stellte diese von der Selbsttätigkeit der Massen getragene „Einheit von Demokratisierung und Sozialisierung“ den tradierten Vorstellungen von der Eroberung der Staatsgewalt gegenüber,

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Handelsabkommen zwischen USA und China trifft Deutschland hart – Studie

handelsabkommen-zwischen-usa-und-china-trifft-deutschland-hart-–-studie

21-01-20 12:46:00,

Das Teilabkommen zwischen den USA und China zur Entschärfung des Handelskonflikts der beiden weltgrößten Volkswirtschaften wird laut dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) spürbare negative Folgen für die europäische Exportwirtschaft haben und insbesondere Deutschland treffen.

Die Chinesen verpflichten sich in dem Teilabkommen von Mitte Januar, deutlich mehr Güter aus den Vereinigten Staaten abzunehmen als bislang. Chinas Importe bestimmter Güter aus den USA sollen im Jahr 2021 um 95 Milliarden US-Dollar (85,5 Milliarden Euro) höher liegen als im Jahr 2017, als der Handelskrieg mit den USA noch nicht begonnen hatte. Dies gab das Institut in Kiel am Dienstag auf seiner offiziellen Webseite bekannt.

„Die von China zugesagten zusätzlichen Importe von US-Gütern werden Importe aus anderen Ländern verdrängen“, zitiert das IfW seinen Präsidenten, Gabriel Felbermayr.

Europäische Hersteller werden Marktanteile abgeben müssen

Die EU hat dem Bericht zufolge einen sehr hohen Anteil an Chinas Importen pharmazeutischer Produkte, von Fahrzeugen, Flugzeugen oder medizinischen Geräten. In diesen Bereichen sind die zusätzlich vereinbarten Einkäufe aus den USA substanziell. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die EU-Hersteller Marktanteile abgeben müssten.

EU-Flagge bei einer Demonstration in Prag (Archivbild)

©
AFP 2019 / MICHAL CIZEK

Verglichen mit einem Szenario, in dem es weder den Zollkrieg zwischen China und den USA noch das Abkommen gegeben hätte, sollen 2021 die EU-Exporte nach China voraussichtlich um 10,8 Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro) geringer ausfallen, schätzten Felbermayr und die Handelsexpertin Sonali Chowdhry ein.

Die betroffenen Industrien vor allem in Deutschland beheimatet

Das IfW geht davon aus, dass die EU rund ein Sechstel der Handelsumlenkung werde tragen müssen, die durch das Abkommen ausgelöst wird. Am meisten werden laut der Prognose die Hersteller von Flugzeugen verlieren: 3,7 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) oder 28 Prozent.

„Die betroffenen Industrien sitzen vor allem in Deutschland, aber auch Frankreich ist erheblich getroffen.“

Der Ökonom kritisierte das Abkommen scharf. Es „heble“ das von der Welthandelsorganisation WTO bestimmte Grundprinzip des diskriminierungsfreien Handels aus. Washington und Peking setzten stattdessen auf bilateral vereinbarte Handelsmengen.

„China macht sich damit zum Komplizen der USA in der Zerstörung des multilateralen Handelssystems“, so Felbermayr.

USA und China unterzeichnen erstes Handelsabkommen

Fast zwei Jahre nach Beginn des Handelsstreits hatten der US-Präsident Donald Trump und der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He am 15.

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Tauwetter zwischen Russland und Ukraine: Die EU verpasst eine große Chance, weil sie ihr Gesicht wahren will

tauwetter-zwischen-russland-und-ukraine:-die-eu-verpasst-eine-grose-chance,-weil-sie-ihr-gesicht-wahren-will

04-01-20 10:09:00,

Lesezeit: 5 min

04.01.2020 10:08  Aktualisiert: 04.01.2020 10:08

Man findet in Europa kaum jemanden, der die Sanktionen der EU gegen Russland zur Unterstützung der Ukraine für sinnvoll hält. Die Spitzengremien der EU halten allerdings an den Regelungen fest, weil man das Gesicht wahren möchte. Eine Aufhebung würde zeigen, dass eine sinnlose Maßnahme beschlossen und beibehalten wurde. In diesen Wochen wird die Politik der EU vollends zur Groteske, denn zwischen der Ukraine und Russland herrscht Tauwetter.

avtor

Tauwetter zwischen Russland und Ukraine: Die EU verpasst eine große Chance, weil sie ihr Gesicht wahren will

Frankreich, Paris: Wolodymyr Selenskyj (l-r), Präsident der Ukraine, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, sitzen auf zu gemeinsamen Pressekonferenz im Pariser Schloss Elysee. (Foto: dpa)

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Was die Zusammenstöße zwischen syrischen und türkischen Truppen bedeuten | Anti-Spiegel

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31-10-19 10:42:00,

An der syrisch-türkischen Grenze ist es zu Gefechten zwischen türkischen und syrischen Streitkräften gekommen. Was sind die Hintergründe und kann das den Nato-Bündnisfall auslösen?

Am Dienstag wurden Gefechte zwischen den Streitkräften der Türkei und Syriens gemeldet und Pessimisten scheinen geglaubt zu haben, dass sich daraus größer Kämpfe entwickeln könnten. So titelte der Spiegel zum Beispiel: „Nordsyrien – Erste Gefechte zwischen türkischen und syrischen Kämpfern – Dutzende Tote gemeldet„. Das klingt so, als seien weitere Kämpfe geradezu vorprogrammiert.

Das ist jedoch kaum zu erwarten und man muss sich den Vorfall genau anschauen, wenn man ihn verstehen will.

Natürlich ist Assad nicht glücklich darüber, dass die Türkei – wenn auch kleine – Teile seines Landes besetzt. Aber ich denke, dass die syrische Entrüstung auch Teil einer Show ist. Die Ankündigung der Türkei, in Nordsyrien eine Schutzzone gegen die Kurden in dem Gebiet zu errichten, hat zum überstürzten Abzug der US-Truppen aus der Gegend geführt und in der Folge mussten sich die Kurden unter Assads Schutz stellen, wenn sie nicht von der türkischen Armee vernichtet werden wollten. Das wiederum führte dann zu der russisch-türkischen Einigung, die die Kampfhandlungen endgültig beendet hat.

Welche Partei dort in dem Konflikt welche Interessen und Ziele hat, habe ich hier analysiert.

Im Ergebnis bekommt Assad nun die Kontrolle über den nordöstlichen, bisher von den Kurden mit amerikanischer Unterstützung kontrollierten, Teil Syriens zurück. Das wäre ohne den türkischen Einmarsch kaum so bald geschehen. Auch wenn Assad die Türken lieber heute als morgen aus Syrien heraushaben will, dürfte er sich heimlich über die Entwicklung gefreut haben, weil sie ihm in die Hände gespielt hat.

Aber die Medaille hat auch noch eine andere Seite. Nur am Rande hört man in den Medien davon, dass die Türkei keineswegs nur mit ihren eigenen Streitkräften in Syrien einmarschiert ist. Auf Seite der Türken sind auch Rebellen einmarschiert, die aus Syrien in die Türkei geflohen sind und nun wieder gegen Assad kämpfen wollen. Und wenn man den genannten Spiegel-Artikel aufmerksam liest, stellt man fest, dass es vor allem diese Rebellen waren, mit denen sich die syrische Armee ein Gefecht geliefert hat:

„Bei Kämpfen mit der türkischen Armee und deren lokalen Verbündeten sind im Norden Syriens Aktivisten zufolge mindestens 13 syrische Regierungssoldaten getötet worden.

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Wettbewerb zwischen AKK und Heiko Maas: Wer ist inkompetenter? | Anti-Spiegel

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25-10-19 01:57:00,

Deutsche Minister scheinen in dieser Woche einen Wettbewerb ausgerufen zu haben, in dem es darum geht, die eigene Inkompetenz besonders deutlich zu zeigen und sich möglichst öffentlichkeitswirksam zu blamieren.

Den Anfang hat Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gemacht, als sie nach der russisch-türkischen Einigung in Sachen Syrien plötzlich ein UN-Mission zur Errichtung einer Sicherheitszone durch die Nato in Nordsyrien ins Spiel gebracht hat. Die Idee ist völlig realistätsfern, denn dazu müsste sich die Nato den Weg gegen russische, türkische und syrische Truppen, die dort operieren, freikämpfen. Hinzu kommt, dass keiner der Beteiligten ein Interesse daran haben kann, dass die Nato nach Syrien kommt, nachdem der Westen mit seiner Unterstützung für die Islamisten den Syrienkrieg erst möglich gemacht hat. Die Nato dort zur „Friedenssicherung“ hinzuschicken, würde bedeuten, den Bock zum Gärtner zu machen.

Die Idee von AKK war so schräg, dass selbst die deutschen Medien unverholen gelästert haben. Und es wirkt wie Realsatire, wenn AKK sich heute beim Nato-Treffen vor die Kameras stellt und davon spricht, die Idee würde dort diskutiert werden und Fortschritte machen. Wer die internationale Presse liest und die wenigen Äußerungen von internationalen Politikern dazu hört, der stellt fest, dass vielsagendes Augenrollen noch die höflichste Reaktion auf den Unsinn ist, den AKK derzeit erzählt.

Aber wer denkt, das würde an Peinlichkeiten aus Berliner Kabarett für eine Woche ausreichen, der kennt den deutschen Außenminister Heiko Maas schlecht. Als Außenminister ist er deutscher „Chefdiplomat“ und sollte von Diplomatie etwas verstehen. Stattdessen hat er sich offenbar US-Präsident Trump zum Vorbild genommen und sondert schädlichen geistigen Durchfall über Twitter ab.

Wir wissen alle, dass man kaum etwas erreicht, wenn man anderen erzählt, was sie tun müssen. Was schon im Privatleben mit Freunden, Ehepartnern oder Kindern nicht funktioniert, funktioniert in der internationalen Politik erst recht nicht. Aber das stört Super-Heiko nicht, und so teilt er der Welt im Vorfeld seines Türkeibesuches mit, was die Türkei nun seiner Meinung nach alles tun MUSS.

Ich werde am Samstag in die Türkei reisen:
– Die Waffenruhe muss eingehalten und die Zivilbevölkerung geschützt werden.
– Beim Umgang mit Geflüchteten muss die Türkei internationales Recht einhalten.
– Und sie muss den politischen Prozess unterstützen statt ihn zu torpedieren.

— Heiko Maas 🇪🇺 (@HeikoMaas) October 24,

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Ein Gespräch zwischen Ken Jebsen und Albrecht Müller. Wären alle Medien so kreativ wie KenFM, stünde es gut um Aufklärung und Demokratie

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21-10-19 10:57:00,

Hier ist die Aufzeichnung, gedreht bei den sogenannten Buchkomplizen auf der Frankfurter Buchmesse. Im Gespräch geht es um eine Reihe von Beispielen für Manipulationen, denen wir immer wieder ausgesetzt sind. – Während des Gesprächs ist mir noch einmal klar geworden, wie wichtig es ist, dass die kritischen Medien in Deutschland gemeinsam am Aufbau einer alternativen Öffentlichkeit arbeiten. Damit die Mehrheit der Menschen nicht mehr zu den Etablierten fliehen muss, um nicht allein zu sein. Zum Grundgedanken siehe den auch im Gespräch mit Ken Jebsen genannten NachDenkSeiten-Artikel “Lieber dazugehören, als aufgeklärt sein“. Dazugehören und aufgeklärt sein – das muss möglich werden. In diesem Sinne: Machen Sie bitte auf das Gespräch aufmerksam, verlinken Sie es weiter. Wir müssen mehr werden. Albrecht Müller.

Titelbild: KenFM

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!

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Venezuela – Zwischen erratischer Innenpolitik, der Dialog-Torpedierung und militärischer Bedrohung durch die USA

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23-09-19 08:39:00,

Im vergangenen Juli regte die Regierung Norwegens die Wiederaufnahme des seit Mitte 2018 auf Puerto Rico unterbrochenen Dialogs zwischen der Regierung Nicolás Maduro und der venezolanischen Opposition unter Führung des Anfang 2019 selbsternannten “Präsidenten”, des Abgeordneten Juan Guaidó, an. Nach nahezu einjähriger Unterbrechung und mit norwegischer Vermittlung trafen die Parteien zwischen dem 8. und 10. Juni auf der karibischen Commonwealth-Insel Barbados zur Ausarbeitung einer innenpolitischen Befriedungs-Agenda zusammen. Von Frederico Füllgraf.

Auf Druck der rechten Opposition bildeten Forderungen nach Abhaltung freier Präsidentschaftswahlen, der Freilassung von angeblich 500 politischen Gefangenen sowie der umgehenden Überwindung der katastrophalen Versorgungslage im Ernährungs- und Gesundheitsbereich in Form “humanitärer Hilfe” den Mittelpunkt des auf Barbados umrissenen Fahrplans. Indes brach die Regierung Maduro Anfang August die Gespräche einseitig ab, dem folgte einen Monat später ebenfalls die Aufkündigung der Verhandlungen durch Guaidó als Vertreter der Opposition.

Die von der US-Regierung angeblich befürworteten Verhandlungen enthielten allerdings einen Januskopf und waren ausschlaggebend für den Rückzug der Regierung Maduro. Zum einen unterminierte die Administration Donald Trump die Verhandlungen mit der gleichzeitigen Verhängung neuer Sanktionen gegen Venezuela. Zum anderen entließ Präsident Trump den Sicherheitsberater und Sonderbeauftragten für Venezuela, John Bolton, per Twitter mit den Worten: „Tatsächlich waren meine Ansichten zu Venezuela und insbesondere zu Kuba weitaus härter als die von John Bolton. Er hielt mich zurück!”.

Auf den ersten Blick lösen Trumps starke Worte Erstaunen aus und signalisieren Muskelakte, doch die – eher taktischen – Differenzen zwischen dem Präsidenten und Bolton in der Außenpolitik gegenüber Venezuela und Kuba bleiben im Bereich des Nebulösen; schließlich machen beide radikale Front gegen die Abhaltung von Wahlen unter einer amtierenden Regierung Nicolás Maduro und beide rasselten wiederholt mit dem Säbel eines militärischen Überfalls. Doch der Falke Bolton musste notgedrungen seinen Hut nehmen. Als Pate des selbsternannten “Übergangspräsidenten” Juan Guaidó musste der Sicherheitsberater nicht nur dessen klägliches Scheitern, sondern vor allem den Weiterverbleib Nicolás Maduros an der Macht tatenlos hinnehmen.

In das Handlungsvakuum der venezolanischen Opposition platzten nun zwei Drohungen. Einerseits spielte Donald Trump bereits in der ersten Augusthälfte mit einer Seeblockade Venezuelas, andererseits drohte Anfang September die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) mit einem militärischen Eingriff in Venezuela.

Wie das Nachrichtenportal Axios von Insidern erfuhr, schlug der US-Präsident nationalen Sicherheitsbeamten vor, die USA sollten Kriegsschiffe entlang der venezolanischen Küste stationieren,

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Zwischen Neutralität und Nazi-Raubgold: Die Schweiz und ihre Rolle im Holocaust

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12-09-19 07:24:00,

Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg ist ein umstrittenes Thema, dass das Land in den 90er Jahren zum Umdenken brachte. Welche Anschuldigungen, von Nazi-Raubgold, bis hin zu abgewiesenen Flüchtlingen stimmen? Die „Neue Zürcher Zeitung“ befasst sich in einem Beitrag mit der großen Geschichtskontroverse des Landes.

In einem Beitrag der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) verdeutlicht deren Autor Marc Tribelhorn die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Es war in den 1990er Jahren, als die Schweiz die bis dahin wohl größte historische Identitätskrise durchgemacht hat. Internationale Vorwürfe, in Bezug zum Schweizer Verhalten zu Zeiten des Holocausts, dominierten die Presse. Sie versetzten das Land in eine Lage, als bestünde es nur aus „Hehlern und Mordkomplizen“, wie es der „Spiegel“ damals beschrieb.

Die Haltung der Schweiz: Bewährung

Lange Zeit nach dem Ende des Krieges hatte die Schweiz eine eher unbekümmerte Haltung zum Thema Zweiter Weltkrieg. Ihre prekäre Selbstdarstellung passte sich an das „Motto Bewährung“ an, wie es die NZZ formuliert. Denn tatsächlich hatte die Schweiz, vor allem im Vergleich zu anderen Ländern, keine größeren Schäden erdulden müssen.

Papst Franziskus

©
Sputnik / Sergei Guneyev

Der schweizerische Historiker Thomas Maissen, Direktor am Deutschen Historischen Institut Paris, hält es wie folgt fest: Die Schweiz hätte sich eine Heldengeschichte aus ihren vermeidbaren und unvermeidbaren Fehler, wie auch ihrer abstrusen Lage, umgeben vom Faschismus, gestrickt. In den 70er Jahren entstand aus dieser Einstellung der Bewährung fast schon ein Anspruch auf einen Verdienst. Unzählige inländische Autoren versuchten auf die Verlogenheit der Sachlage aufmerksam zu machen. Das brachte ihr Geschichtsbild zwar zum „Wanken“, nicht aber zum „Einsturz“, so die NZZ.

Erst mit dem Druck der ausländischen Presse gab die Schweizer Regierung nach. Durch die Beschädigung des Rufes des neutralen Staates handelte der Bundesrat entsprechend. Auf seine Bitte veranlasste eine Bankvereinigung eine Fahndung aller Kreditinstitute in der Schweiz, deren Resultate schockierten: 54.000 Konten wurden gefunden, die wahrscheinlich im näheren Zusammenhang mit dem Holocaust standen.

Die Unabhängige Expertenkommission

Erstmalig stellte der Bundesrat 1996 eine Unabhängige Expertenkommission (UEK) ein, um die Wahrheit vollständig ans Licht zu bringen. Im Rahmen dieses Projektes arbeiteten 40 Wissenschaftler sowie ein internationales neunköpfiges Gremium miteinander zusammen. Der Bundesrat finanzierte diese Forschung mit 22 Millionen Franken (etwa 20,15 Millionen Euro).

Die ersten Resultate der UEK seien jedoch auf Empörung gestoßen,

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Die EU-Bürger weigern sich, zwischen den USA und Russland Partei zu ergreifen

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12-09-19 02:29:00,

Eine vom Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen (ECFR) durchgeführte Umfrage, der dem US-amerikanischen Council on Foreign Relations entspricht, bewertet die derzeitige Unterstützung für den supranationalen Entwurf des Vertrags von Maastricht, der fähig ist, mit den Vereinigten Staaten und China zu konkurrieren — obwohl 1992 das zweite Land noch nicht als Supermacht angesehen wurde — [1]. Sie zeigt, dass das Projekt von fast einem Drittel der Franzosen, Österreicher und Deutschen gutgeheißen wird.

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Überraschender: Trotz etwa vierzig Jahren, in denen sie unter US-Vormund gestellt waren, vertraut und fühlt sich eine Mehrheit der europäischen Bürger nicht mehr mit den Vereinigten Staaten solidarisch. Im Falle eines Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Russland wünschen sie sich mehrheitlich, dass die Union neutral bleibt.

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In Wirklichkeit bestand die EU vor dem Vertrag von Maastricht nur aus 12 Staaten. Damals wollte eine kleine Mehrheit den gegenwärtigen supranationalen Staat. Heute sind es weniger als ein Drittel. Der Maastricht-Vertrag übertrug die Verteidigung der EU auf die NATO, welche im Falle eines Konflikts mit Russland eine automatische Unterstützung der USA vorsieht. Die EU-Bürger sind daher gegen ihren Willen in einen supranationalen Staat und in eine militärische Konfrontation verwickelt, die sie ablehnen.

Diese Umfrage zeugt vom Engagement der europäischen Bürger für das Ideal der Zusammenarbeit für den Frieden, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Kontinent herrschte.

Übersetzung
Horst Frohlich

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«Wählen zwischen Demokratie und der Diktatur des Finanzsektors»

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20-08-19 08:59:00,

Urs P. Gasche / 20. Aug 2019 –

Eine starke Finanzlobby manipuliere Parlamentarier und schalte die Öffentlichkeit aus, erklärt Finanzprofessor Marc Chesney.

«Die Macht der Märkte» höhle die Demokratie aus, bilanziert Chesney in seinem stark überarbeiteten Buch «Die permanente Krise – Der Aufstieg der Finanzoligarchie und das Versagen der Demokratie»*. Er klärt gleich auf, wer «die Märkte» sind, von denen nicht nur in Börsensendungen, sondern auch in der Tagesschau häufig die Rede ist: Es sind «Investmentbanken und spekulative Fonds, welche ebendiese Märkte [allen voran die grossen Börsen in New York und Chicago] manipulieren oder es zumindest versuchen, um aus ihren Einsätzen Gewinn zu schlagen». Sie würden ein Wettcasino betreiben, wo finanzielle Transaktionen in immer höherer Frequenz als Mikrosekundenhandel abgewickelt werden.

Die Macht dieser «Märkte» widerspräche den Grundprinzipien der Demokratie: «Fortan sind es die elektronischen Finanzmärkte, welche die wirtschaftliche, finanzielle und soziale Ausrichtung der Länder bestimmen.» Sowohl linke wie auch rechte Politik müssten sich den Finanzmärkten unterordnen: «Es läuft auf eine Form von Diktatur hinaus», erklärt Marc Chesney. Deshalb gehe es heute «um die Wahl zwischen der Diktatur des Finanzsektors und einer Demokratie, in der die Bürgerinnen und Bürger ihre Zukunft selber in die Hand nehmen.»

Finanzsektor entzieht sich der demokratischen Kontrolle

Chesney erinnert an ein Zitat aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das dem Automilliardär Henry Ford zugeschrieben wird**: «Es ist gut, dass die Bevölkerung dieser Nation vom Banken- und Geldsystem nichts versteht. Denn wenn dies der Fall wäre, bekämen wir es wahrscheinlich schon morgen früh mit einer Revolution zu tun.» Das treffe heute mehr denn je zu, meint Chesney: «Durch die schiere Grösse und seine Undurchsichtigkeit versucht der Finanzsektor tatsächlich, sich der demokratischen Kontrolle zu entziehen.»

Grossbanken könnten ein Finanzcasino betreiben, weil «ihre Chefs davon ausgehen, dass die Bank für die Risiken nicht geradestehen muss». Wie damals im Jahr 2008 müssten die Steuerzahlenden auch heute noch in Not geratene Grossbanken retten. Der Staat könne eine UBS, deren Bilanzsumme im Jahr 2017 bei 119 Prozent des gesamten Schweizer Bruttoinlandlprodukts lag, oder eine Credit Suisse, deren Bilanzsumme das BIP sogar um 37 Prozent übertraf, nicht fallen lassen.

Das Wettcasino läuft grösstenteils ausserhalb der Bankbilanzen ab

Doch Vergleiche mit der Bilanzsumme könnten das Systemrisiko einer Grossbank völlig ungenügend darstellen.

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Putin zwischen Trump und Xi Jinping

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18-08-19 06:48:00,

Putin zwischen Trump und Xi Jinping

Gedanken anlässlich des liberalen Aufbruchs in Moskau

Kai_Ehlers_Russland_Russlandforscher_russische_Foederation_Kritisches_Netzwerk_Moskau_Russophobie_Antirussismus_Venezuela

Die gegenwärtigen Unruhen in Moskau lassen eine Frage aufkommen, die über die aktuellen Ereignisse hinauszuführen geeignet ist: Welche Rolle spielt Russland in der Ablösung des Liberalismus, d.h., des in die Krise gekommenen westlich dominierten Weltbildes?

In der westlichen Presse erscheint es so, als würden mit der gewaltsamen Zurückweisung nach freiem Zugang zu den Moskauer Regionalwahlen jegliche freiheitlichen Regungen in Russland unterdrückt. Wladimir Putins kürzlich gegenüber Redakteuren der „Financial  Times“ geäußerte Kritik an der „liberalen Idee“ und seine gleichzeitige verstärkte Hinwendung nach China hat dieser Sicht reichlich Nahrung gegeben.

Eine genauere Betrachtung lässt allerdings eine andere, wenn auch paradoxe Perspektive erkennen. In Ihr tritt Putin als Konservator eben dieser weltweit in die Krise geratenen liberalen Ordnung hervor, ja, er mahnt auf nationalen und internationalen Foren sogar deren Einhaltung an. Mit Blick auf das Inland spiegelt sich das selbst in dem oben genannten Gespräch mit der „Financial Times“ [1], in dem er sich ungeachtet seiner generellen Kritik am Liberalismus für liberale Freiheiten auch in Russland ausspricht, wenn ihre Wahrnehmung nicht zum Schaden für die Gemeinschaft führe.  

Die aktuellen Moskauer Proteste erscheinen vor diesem Hintergrund eher als hilfloses Aufbegehren gegen diese widersprüchliche Realität einer, vor allem von jungen Leuten als repressiv erlebten Toleranz im heutigen Moskau, als ein Aufbegehren, das zwar berechtigt, verständlich und mutig ist, das allerdings gesellschaftsverändernde Kraft erst wird entfalten können, wenn es die Grenzen, die dem Liberalismus heute allgemein und im Besonderen im nachsowjetischen Russland gesetzt sind, erkennt und in seinen Protest einbezieht.

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► Gewagte Thesen?

Diese Feststellungen klingen gewagt, drängen sich aber bei einem über die aktuellen Vorkommnisse hinausgehenden Blick auf die nachsowjetischen Bedingungen, die im globalen Rahmen wie auch in Russland selbst heute wirken, als unabweisbar auf.

Liberale Ideen, genauer gesagt, Versprechungen des Liberalismus tragen für die große Mehrheit der russischen Bevölkerung nach den Erfahrungen, die sie im Verlauf des Systemwandels mit dem Import westlicher Werte machen musste, nicht mehr. Zu tief war die geistige und soziale Erniedrigung, in die man sich gestürzt fand. Ideologen wie Alexander Dugin [2] konnten vor diesem Hintergrund schon lange ihre Botschaft verkünden, dass die drei großen „Ismen“ des letzten Jahrhunderts,

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„Die Kluft zwischen demokratischer Rhetorik und kapitalistischer Realität ist gigantisch“

„die-kluft-zwischen-demokratischer-rhetorik-und-kapitalistischer-realitat-ist-gigantisch“

01-07-19 12:17:00,

Angst, Macht, Demokratie und Herrschaft: Das sind vier zentrale Begriffe, mit denen sich Rainer Mausfeld als kritischer Beobachter unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Um diese Begriffe geht es auch in dem folgenden Interview, das die NachDenkSeiten mit dem emeritierten Professor der Psychologie geführt haben. Mausfeld verdeutlicht, wie sehr Angst als Mittel der Machtausübung in unserem politischen System eine Rolle spielt und wie eine hochgradig destruktive Ideologie – die des „unternehmerischen Selbst“ – unser gesamtes gesellschaftliches Denken bestimmt. Von Marcus Klöckner.

Lesetipp: Rainer Mausfeld: Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien. Westend Verlag. Frankfurt am Main. Juli 2019. 128 Seiten. 14 Euro.

Herr Mausfeld, Sie verknüpfen in Ihrer Arbeit die Begriffe „Angst“ und „Macht“ und schlagen dann den Bogen zur politischen Herrschaft. Wie passt diese Verknüpfung zu einem demokratischen System?

Eigentlich gar nicht. Demokratie geht nämlich nicht nur mit einem Versprechen einer gesellschaftlichen Selbstbestimmung einher, sondern auch mit einem Versprechen einer größtmöglichen Freiheit von gesellschaftlicher Angst. Demokratie bedeutet also den Verzicht auf eine der wirksamsten Herrschaftstechniken überhaupt: der systematischen Erzeugung gesellschaftlicher Angst. Wenn die Machtausübenden hingegen systematisch Ängste erzeugen, blockieren sie eine angemessene gesellschaftliche Urteilsbildung und lähmen die Entschluss- und Handlungsbereitschaft. Durch eine systematische Erzeugung von Ängsten wird der Demokratie die Grundlage entzogen. Demokratie und Herrschaftstechniken der Angsterzeugung sind miteinander unverträglich.

Bevor wir näher darauf eingehen: Was ist Angst aus psychologischer Sicht?

Angst gehört im Spektrum unserer Emotionen zu den ganz grundlegenden Gefühlszuständen. Sie ist eine Bedrohung oder Erschütterung des gesamten Selbst, das heißt, sie umfasst das psychische Erleben ebenso wie den Leib. Da Angst als hochgradig unangenehm erlebt wird, löst sie körperliche und psychische Aktivität zu ihrer Bewältigung aus. Wenn nun aber die äußere angstauslösende Situation so beschaffen ist, dass eine Angstlinderung nicht mehr gelingen kann, bleibt die Angst in der Person gefangen – sie wird zu etwas, das in der Psychologie als neurotische Angst oder Binnenangst bezeichnet wird. Sie kreist gleichsam in der Person, zehrt deren psychische Energien auf, führt zu unangemessenen, neurotischen Bewältigungsversuchen, lähmt die Person, macht sie apathisch und depressiv.

Der renommierte Politologe Franz Neumann, einer der Begründer der Politologie, sah eine zentrale Herrschaftstechnik darin, dass die Machtausübenden versuchen, Realangst in Binnenangst umzuwandeln, um so gesellschaftlichen Widerstand zu paralysieren.

Und Macht?

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Fed-Politik: Zwischen gewünschter Wahrnehmung und zu erwartender Realität | www.konjunktion.info

fed-politik-zwischen-gewunschter-wahrnehmung-und-zu-erwartender-realitat-wwwkonjunktion.info

21-02-19 10:43:00,

Dass die Federal Reserve ein Manipulator erster Güte ist, zeigen nicht nur die Aktienkurse der letzten Jahre (Quantitative Easing, Anleihenankäufe, usw.), sondern auch die Interpretation der sogenannten Fed Minutes, den kurz gehaltenen Stellungnahmen der US-Notenbank zur aktuellen Einschätzung der ökonomischen Gesamtlage.

Jerome Powell - Bildquelle: Wikipedia / Federalreserve; Public DomainJerome Powell - Bildquelle: Wikipedia / Federalreserve; Public Domain

Jerome Powell – Bildquelle: Wikipedia / Federalreserve; Public Domain

So auch bei der neuesten “Ausgabe”, in der wir eindeutig die geführte Hand der Propaganda erkennen können, die die aus meiner Sicht gesetzte Straffungspolitik der Fed nach Wünschen der Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) transportiert. Die Fed und die Hochleistungspresse wollen, dass alle Marktteilnehmer daran glauben, dass die Straffungspolitik ein Ende findet, obwohl ein solches Ende nicht zeitnah eintreten wird.

Denn die Erklärung der Fed besagt, dass die US-Notenbank bis Ende des Jahres einen PLAN zur Beendigung der Politik der Bilanzreduzierung erarbeiten will – NICHT jedoch, dass sie diese Politik bis Ende des Jahres beenden wird. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, den man nur bei genauem Lesen erkennt. Die Fedsche Maßnahmenkatalog führt zudem IMMER NOCH zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr auf. Warum schreiben die Mainstreamanalysten daher weiter von einem Ende der Straffungspolitik (Stichwort “dovish”), obwohl die Fed die Wirtschaft in den USA immer noch als “stark” (trotz anders lautender Fundamentaldaten) bezeichnet?

Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es zu einem Schock an den Aktienmärkten kommen wird, sobald dort realisiert wird, dass die Fed in diesem Jahr nicht “kapitulieren” wird. Es wird zu keiner Umkehr bei den Zinserhöhungen kommen und die Bilanzreduktion wird seitens der Fed fortgesetzt werden.

Die Entscheidungsträger der US-Notenbank gaben am Mittwoch kaum einen Einblick in ihre Gemütszustand, wie lange ihre “geduldige” Haltung gegenüber der US-Zinspolitik andauern würde, und sie versprachen zwar “in nicht allzu ferner Zukunft” einen Plan bzgl. ihrer Bilanz von 4 Billionen US-Dollar vorzulegen, ließen jedoch im Unklaren, was dieser Plan bedeuten würde.

Derzeit sehen die politischen Entscheidungsträger kaum ein Risiko bei den Zinssätzen, um die Auswirkungen einer globalen Abschwächung und der bisherigen Zinserhöhungen der Fed zu bewerten, so das Protokoll der Fed vom 29.

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Streit zwischen Italien und Frankreich eskaliert

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22-01-19 01:25:00,

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Die Zusammenarbeit zwischen Ägypten und Israel

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09-01-19 10:05:00,

Der US-TV-Sender CBS hat im Rahmen seines Programms 60 Minuten am 6. Januar 2018 ein Interview mit dem ägyptischen Präsidenten, Abdel Fattah al-Sissi, ausgestrahlt [1], in dem er feststellte, “dass seine Armee mit Israel gegen die Terroristen im Norden der Sinai-Halbinsel arbeite“.

Die Ankündigung durch CBS von diesem Interview hatte beim ägyptischen Botschafter in Washington Sorge aufkommen lassen. Er hatte vergeblich gebeten, dass es nicht übertragen werde.

Wenn Präsident al – Sissi von Zusammenarbeit spricht, sind die meisten Akteure in der Region davon überzeugt, dass die israelische Luftwaffe in den vergangenen drei Jahren mehr als 100mal die Wilaya Sinai (“Provinz des Sinai”) von Daesh getroffen habe.

Laut dem israelischen linken Website Walla! verbergen die gemeinsamen Operationen gegen Daesch die Aktionen gegen die Ezzedine-Al-Qassam-Brigaden, den pro-iranischen bewaffneten Zweig der Hamas [2].

Übersetzung
Horst Frohlich

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Zwischen G20-Gipfel und neoliberaler Unordnung, das Weltforum über Erfolge und Versäumnisse progressiver Regierungen und Parteien – www.NachDenkSeiten.de

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29-11-18 09:08:00,

29. November 2018 um 9:00 Uhr | Verantwortlich:

Zwischen G20-Gipfel und neoliberaler Unordnung, das Weltforum über Erfolge und Versäumnisse progressiver Regierungen und Parteien

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Seit Wochen vor dem Gipfel der G-20-Staatschefs, der ein Jahr nach Hamburg am kommenden 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires stattfinden wird, tummeln sich Bataillone ausländischer Agenten in der argentinischen Hauptstadt und bewerten auf jedem Meter die angeblichen Sicherheitsanforderungen zum Schutz der erwarteten führenden zwanzig Staats- und Regierungschefs der kapitalistischen Weltszene. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Mit von der Partie sind nach argentinischen Quellen Sicherheitskräfte aus den USA und Deutschland. Ihr angeblicher Auftrag bestehe in der ständigen Untersuchung und Überwachung der Widerstandsfähigkeit von Absperrungen rund um das Messe- und Kongressgelände von Buenos Aires, das den relevanten Tagungen des Gipfels als Bühne dient. Die ausländischen Agenten bewerten jedoch auch die Wirksamkeit sogenannter „Korridore”, schneller Wegabkürzungen und Überführungen für Notfall-Evakuierungen führender internationaler Beamter.

Sicherheits-Spektakel zum Schutz des unpopulären Donald Trump

Das Manöver ist nur zum Schein diskret, seine vor allem von den USA und der Regierung Mauricio Macri den Medien zugespielte Version ist die Beschwörung eines „terroristischen Anschlags” gegen den US-Präsidenten; eine Gaukelei, die eineinhalb tausend Kilometer im Norden auch der brasilianische Hardliner-General Augusto Heleno als „Bedrohung” des frischgewählten, rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro aus dem Hut der doppeldeutigen Fantasien zauberte.

Berichten zufolge ist es wahrscheinlich, dass Trump Abstriche an seinen Besuch in Argentinien machen wird, um am 1. Dezember an der feierlichen Amtseinführung des im Juli 2018 zum neuen Präsidenten Mexikos gewählten Andrés Manuel López Obrador teilzunehmen; eine Visite, die angesichts der dieser Tage von der US-Regierung angedrohten, vollständigen Sperrung der Grenze nach Mexiko lautstarke Proteste der Empörung im nordamerikanischen Nachbarland hervorrufen wird.

Ursprünglich hatte Trump auch ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Buenos Aires geplant, mit dem er über den Tiefststand der bilateralen Beziehungen – insbesondere über die Wirkung der durch die Gift-Affäre Skripal in Großbritannien verschärften US-Sanktionen gegen Moskau – nun über „politische Entspannung” sprechen will. Zu den kontroversen Themen der amerikanisch-russischen Agenda gehören nach amerikanischer Version auch die russische, jedoch umgekehrt nicht die wachsende US-Militärpräsenz in Syrien sowie die Lage in der Ukraine,

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Zwischen Selbstzensur und Widerstand

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15-11-18 03:31:00,

(Der aktuelle Stand bei den im Text genannten Medien ist, soweit es seit 2009 gravierende Änderungen gab, in Fußnoten angegeben.)

Verglichen mit der Zeit unter Putin und Medwedew gab es in den 1990er-Jahren unter Jelzin eine — wenn auch beschränkte — Pressefreiheit. Zu Beginn des Tschetschenien-Krieges 1994/95 berichteten russische Medien, insbesondere der Fernsehkanal NTW, äußerst kritisch über den Krieg. Die Zuschauer erfuhren etwas über das Verheizen unerfahrener Wehrpflichtiger, sie bekamen einen Eindruck über Korruption und Kriegsmüdigkeit auf russischer Seite. Außerdem erhielten sie eine Vorstellung vom Freiheitswillen der Tschetschenen.

Der Kreml besaß in den 1990er-Jahren kein eindeutiges Meinungsmonopol. Oligarchen wie Boris Beresowskij und Wladimir Gusinskij hatten eigene Medienimperien aufgebaut. Beresowskij hatte einen der drei großen Fernsehkanäle — ORT (1) — gekauft. Die von dem ehemaligen Theaterregisseur Gusinskij aufgebaute Mediengruppe Most trug wesentlich zur Informationsfreiheit und Meinungsvielfalt bei. Ihr wichtigstes Schlachtschiff war der Fernsehkanal NTW.

Nach Putins Wahl zum Präsidenten wurden die Medienimperien der Oligarchen aufgelöst. Boris Beresowskijs Fernsehkanal ORT hatte wesentlich zum Sieg von Putin und der kremlnahen Partei Einiges Russland bei den Wahlen 1999 und 2000 beigetragen. Doch nach den Wahlen kam es zwischen Putin und Beresowskij zum Bruch. 2001 verkaufte der Oligarch seine Anteile an ORT und flüchtete nach London.

Im gleichen Jahr wurde Gusinskijs Fernsehkanal NTW — angeblich wegen Überschuldung — vom halbstaatlichen Unternehmen Gazprom-Media übernommen. Der Sender bekam eine dem Kreml ergebene Leitung. Ein Teil der Journalisten musste sich woanders eine Arbeit suchen.

Das 1998 gegründete Unternehmen Gazprom-Media wurde zu einem wichtigen Player auf dem Medienmarkt. Das Unternehmen übernahm aus dem Gusinskij-Medienimperium auch das Wochenmagazin Itogi (2).

Heute gehören Gazprom-Media außerdem die regierungsnahe Tageszeitung Iswestija und zu 66 Prozent der kremlkritische Sender Radio Echo Moskwy. 2004 kam es beim Fernsehsender NTW zu einer zweiten Säuberungswelle. Das Infomagazin Namedni wurde eingestellt. Als Anlass diente ein Interview mit der Witwe des von russischen Geheimagenten getöteten ehemaligen tschetschenischen Präsidenten Selimchan Jandarbijew.

Der ehemalige Namedni-Moderator, Leonid Parfjonow, Jahrgang 1960, wechselte als Chefredakteur zur russischen Ausgabe von Newsweek. 2007 verließ Parfjonow das zum deutschen Springer-Konzern gehörende Blatt wieder und wurde Buchautor.

2005 wurde auch die NTW-Talkshow Swobodnoje Slowo, „Freies Wort“, eingestellt. In der Sendung traten regelmäßig Oppositionspolitiker auf.

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Krieg zwischen China und USA: Bahnt sich ein „Pearl Harbor“ an?

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31-10-18 02:02:00,

Politiker, Generäle und Experten spekulieren immer wieder über einen großen Krieg zwischen China und den USA, der angeblich bald bevorsteht. Glaubwürdig sind deren Prognosen nicht wirklich – einfach schon aus dem Grund, dass das US-Militär die südostasiatische Region fest im Griff hat. Doch es bewegt sich etwas aus der Gegenrichtung.

Wer die Vereinigten Staaten militärisch schlagen will, braucht eine starke Flotte – eine noch stärkere als die US Navy. Was so eine Seestreitkraft kosten würde, kann man sich kaum vorstellen. Man weiß aber: Nur eine mit den USA vergleichbare Wirtschaftsmacht könnte sich eine solche Marine leisten.

Eine solche Wirtschaftskraft hat heute nur China, was die Volksrepublik zum einzigen wirklichen Gegner der Vereinigten Staaten macht, auch in militärischer Hinsicht. Beim Bruttoinlandsprodukt hat China die USA schon 2014 überholt. In derselben Zeit hat die Volksrepublik eine riesige Modernisierungsreform ihrer Streitkräfte begonnen, insbesondere der Flotte.

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AP Photo / Carolyn Kaster

Was China braucht, um weiter wirtschaftlich zu wachsen, ist vor allem eine Handels- und Finanzexpansion. Russlands Fernostregion und Sibirien liegen ja quasi um die Ecke – doch Chinas Expansionspläne richten sich vor allem auf Afrika.

Und natürlich braucht die Volksrepublik Energieressourcen. Zwei Drittel seines Öls importiert China aus dem Ausland, 83 Prozent werden auf dem Seeweg transportiert. Und das erinnert stark an die Situation kurz vor Kriegsbeginn zwischen Japan und den Vereinigten Staaten.

Das Land der aufgehenden Sonne war sehr stark von Ölimporten abhängig, die ebenfalls über das Meer angeliefert wurden. Die Versuche der US-Führung, die Öllieferungen nach Japan zu blockieren, provozierten die Japaner zum Angriff, ja zwangen sie geradezu.

Japan hat den Krieg bekanntlich verloren – und zwar vor allem auf See. Dass China den Fehler seines Nachbarn nicht nachmachen will, liegt auf der Hand. Deshalb baut Peking eben eine gigantische Seestreitmacht.

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AP Photo / Li Tao/Xinhua

Die größte Schlagkraft einer modernen Marine ist der Flugzeugträger: Kampfflugzeuge liefern auch in einem Seegefecht den entscheidenden Vorteil. Ein großes Manko haben die Flugzeugträger aber, sind sie doch ziemlich schwerfällig und für sich allein genommen sehr verwundbar.

Darum besteht ein Flugzeugträgerverband immer aus einem Dutzend Zerstörern und Fregatten und mehreren U-Booten. Die Kampfjetgeschwader des Flugzeugträgers decken den Verband vom Himmel aus,

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Zwischen Unterdrückung und Rebellion – Warum uns das Schicksal der Kurden alle angeht

Zwischen Unterdrückung und Rebellion – Warum uns das Schicksal der Kurden alle angeht

02-09-18 07:14:00,

Seit 2015 führt die türkische Regierung einen blutigen Krieg gegen die Kurden – im eigenen Land und in Syrien. Warum uns das Schicksal der Kurden auch hierzulande etwas angeht, beschreibt Kerem Schamberger in seinem Buch “Die Kurden – Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion”. Der Autor übt auch heftige Kritik an der deutschen Regierung.

Herr Schamberger, Sie haben dem kurdischen Volk ein Buch gewidmet, dass die Vergangenheit, aber auch die gegenwärtige Lage der Kurden beschreibt. Warum sollte uns das Schicksal der Kurden alle etwas angehen?

Uns sollte das Schicksal der Kurden deshalb etwas angehen, weil Europa sehr eng mit diesem Schicksal verbunden ist. Das hat man auch während des türkischen Angriffskrieges auf das syrische Afrin im Januar dieses Jahres gesehen. Dort waren vor allem Panzer und Waffen aus europäischer und deutscher Rüstungsproduktion im Einsatz. Wir können uns nicht immer darüber aufregen, dass vor allem Kurden aus der Region um Afrin nach Europa fliehen, wenn es unsere Waffen sind, die die Menschen zum Fliehen bewegen.

Deshalb hat das sehr viel mit uns zu tun. Das ist übrigens nicht nur in diesem Jahr so gewesen: Die Verbindung zwischen Europa und den jeweiligen Regierungen und Diktaturen in der Türkei ist ganz alt und geht noch bis zum ersten Weltkrieg zurück, als das Deutsche Reich mit dem Osmanischen Reich verbündet war.

Die Kurden sind ein Volk ohne eigenen Staat, es umfasst zwischen 25 und 30 Millionen Menschen. Was ist das Schicksal dieser Volksgruppe?

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Sputnik / Michail Alaeyddin

Das tragische Schicksal dieser Volksgruppe ist, dass sie während die Idee der einzelnen Nationalstaaten entstanden ist, im imperialistischen Verteilungsspiel immer den Kürzeren gezogen haben. Man kann das vor allem nach dem ersten Weltkrieg beobachten, als die Grenzen im Nahen und Mittleren Osten mit dem Lineal gezogen worden sind.

Da ging es um die Interessen der Franzosen und der Engländer. Dort wurde die Teilung Kurdistans innerhalb der Türkei und innerhalb Syriens beschlossen, ohne die Menschen dort zu fragen. Und das, obwohl einer der Staatsgründer der türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, den Kurden damals Autonomie und Eigenständigkeit versprochen hatte.    

In den deutschen Medien wird meist über zwei Regionen berichtet, in denen Kurden eine wichtige Rolle spielen: In Syrien im Kampf gegen den IS und in der Türkei als Gegenpol zu Präsident Erdogan.

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Die EU zwischen den Stühlen | KenFM.de

Die EU zwischen den Stühlen | KenFM.de

26-07-18 03:32:00,

Angela Merkel, Anführerin ins Abseits

von Wolfgang Bittner.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschland und Westeuropa durch sträflich undiplomatisches Verhalten sowohl gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump als auch gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in eine Sackgasse manövriert. Es ist unglaublich, wie leichtfertig und geringschätzig die „Anführerin der freien Welt“, wie Merkel in den Obama und Clinton ergebenen Medien genannt wurde, den „mächtigsten Männern der Welt“ entgegengetreten ist. Zwar offeriert sie ständig „Gesprächsbereitschaft“, aber ein konstruktiver Dialog hat bisher weder mit Trump noch mit Putin stattgefunden.

Angela Merkel – Donald Trump

Schon unmittelbar nach der Wahl Trumps leistete sich Merkel, die seine Gegnerin Hillary Clinton favorisiert und medial unterstützt hatte, eine unverzeihliche Überheblichkeit: Sie „erinnerte“ den neuen Präsidenten der USA an seine Verantwortung für die weltweite Entwicklung und ermahnte ihn indirekt zur Einhaltung demokratischer Grundwerte: „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine alte und ehrwürdige Demokratie (…) Deutschland und Amerika sind durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, der Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf dieser Basis biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigen Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“(1)

Als ob Deutschland, das an völkerrechtswidrigen US-Kriegen beteiligt war und ist, der Nabel der Welt und Hort der Moral wäre und die deutsche Bundeskanzlerin dem US-Präsidenten seine Politik vorschreiben könnte. Damit nicht genug. Anlässlich des Abschiedsbesuchs Obamas im November 2016 in Berlin, zu dem sich neben Merkel die vier europäischen Regierungschefs Theresa May, François Hollande, Matteo Renzi und Mariano Rajoy trafen, wurde die Beibehaltung der Sanktionen gegen Russland beschlossen (2) – eine politische und diplomatische Fehlleistung sondergleichen und eine Brüskierung Trumps, der sich schon seinerzeit für Gespräche mit Putin ausgesprochen hatte.

Der Herausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, schrieb dazu: „Bisher hatten Sie vielleicht ähnlich wie ich harmloser Beobachter des Zeitgeschehens gedacht, wir Europäer einschließlich der Deutschen seien von den USA verdonnert worden, die Sanktionen gegen Russland mitzumachen. Weit gefehlt. Jetzt haben unsere famosen Zeitgenossen in Berlin Angst, Trump könnte die Bestrafung Russlands lockern, und wir flehen Obama an, für die Verlängerung zu sorgen. Auch sorgen wir uns, Trump könnte keinen Streit mehr mit Russland haben und klammern uns an Obama,

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Die EU zwischen den Stühlen. Angela Merkel, Anführerin ins Abseits. Von Wolfgang Bittner. – www.NachDenkSeiten.de

Die EU zwischen den Stühlen. Angela Merkel, Anführerin ins Abseits. Von Wolfgang Bittner. – www.NachDenkSeiten.de

23-07-18 02:08:00,

23. Juli 2018 um 10:30 Uhr | Verantwortlich:

Die EU zwischen den Stühlen. Angela Merkel, Anführerin ins Abseits. Von Wolfgang Bittner.

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech

Wolfgang Bittner

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschland und Westeuropa durch sträflich undiplomatisches Verhalten sowohl gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump als auch gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in eine Sackgasse manövriert. Es ist unglaublich, wie leichtfertig und geringschätzig die „Anführerin der freien Welt“, wie Merkel in den Obama und Clinton ergebenen Medien genannt wurde, den „mächtigsten Männern der Welt“ entgegengetreten ist. Zwar offeriert sie ständig „Gesprächsbereitschaft“, aber ein konstruktiver Dialog hat bisher weder mit Trump noch mit Putin stattgefunden.

Angela Merkel – Donald Trump

Schon unmittelbar nach der Wahl Trumps leistete sich Merkel, die seine Gegnerin Hillary Clinton favorisiert und medial unterstützt hatte, eine unverzeihliche Überheblichkeit: Sie „erinnerte“ den neuen Präsidenten der USA an seine Verantwortung für die weltweite Entwicklung und ermahnte ihn indirekt zur Einhaltung demokratischer Grundwerte: „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine alte und ehrwürdige Demokratie … Deutschland und Amerika sind durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf dieser Basis biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“[1]

Als ob Deutschland, das an völkerrechtswidrigen US-Kriegen beteiligt war und ist, der Nabel der Welt und Hort der Moral wäre und die deutsche Bundeskanzlerin dem US-Präsidenten seine Politik vorschreiben könnte. Damit nicht genug. Anlässlich des Abschiedsbesuchs Obamas im November 2016 in Berlin, zu dem sich neben Merkel die vier europäischen Regierungschefs Theresa May, François Hollande, Matteo Renzi und Mariano Rajoy trafen, wurde die Beibehaltung der Sanktionen gegen Russland beschlossen [2] – eine politische und diplomatische Fehlleistung sondergleichen und eine Brüskierung Trumps, der sich schon seinerzeit für Gespräche mit Putin ausgesprochen hatte.

Der Herausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, schrieb dazu:

„Bisher hatten Sie vielleicht ähnlich wie ich harmloser Beobachter des Zeitgeschehens gedacht, wir Europäer einschließlich der Deutschen seien von den USA verdonnert worden, die Sanktionen gegen Russland mitzumachen. Weit gefehlt. Jetzt haben unsere famosen Zeitgenossen in Berlin Angst,

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